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Bericht WDR: Spritzen OHNE vorher. Messung

  • Pia

    Rang: Gast
    am 05.03.2008 16:16:46
    Ich weiß nicht, wer es von Euch zufällig gesehen hat gestern am späten Nachmittag. Vielleicht findet man es ja noch auf den WDR-Seiten als Hinweis oder Blog.
    Ich dachte, ich kipp vom Sessel:
    Es wurde ein Bericht aus NRW lokal gezeigt, in dem eine Mitarbeiterin der häuslichen Krankenpflege Hausbesuche bei Oppas und Ommas macht. Diabetiker, hochbetagt, teilweise halb erlblindet. Die Mitarbeiterin spritzte Insulin, OHNE vorher zu messen. Grund: die Krankenkasse zahlt die Messung nicht, nur das Spritzen.
    Einer der Patienten landete deshalb auf diese Weise schon in der Klinik.
    Geschockt war ich eigentlich nicht vom Verhalten der KK, das traut man denen ja zu. Geschockt war ich von der Mitarbeiterin der häuslichen Krankenpflege. Die eine erfragte sich wenigstens noch den Morgenwert, den der liebe Oppa mit 210 angab. Sie machte sich auch die Mühe und sah im Messgerät nach. 180. Ob der Oppa sich nur verguckt hatte oder nicht gemessen hatte (was man ja an der Uhrzeit hätte sehen können) ging leider aus dem Bericht nicht hervor.
    Im Interview dann eine Hausärztin, die ihr Unverständnis über das Verhalten der KK. Über das Verhalten der häuslichen Krankenschwester wunderte sie sich nicht.
    Ich kapier nur eins nicht:
    1. Das fachgerechte Messen durch die KW dauert ein paar Sekunden.
    2. möglicherweise kann die KK Sekundenbeträge nicht abrechnen?
    Was meint Ihr dazu? Ich such noch mal den Blog... von Pia
  • P.ia

    Rang: Gast
    am 05.03.2008 16:20:07
    Hier ist das Video dazu. War gestern also nur eine Wiederholung. Guckt mal:

    http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=3179488/pv=video/gp1=3179436/nid=233454/39f73m/index.html

    Es ist unglaublich.. von P.ia
  • Barbara

    Rang: Gast
    am 05.03.2008 16:40:35
    das wundert mich gar nicht. Meine ex Schwiegertochter ist als helferin ausgebildet in der
    Altenpflege. Die sagte mir mal ,daß sie nur spritzen und bekommen nur die Einheiten gesagt ,die zu spritzen sind. Ich fragte auch,ob sie gar nicht den Zucker messen, nein sagte sie das dürfen sie nicht,das wird einmal in der Woche gemacht.
    Da habe ich eine höllische Angst ,wenn man das nicht machen und auf andere angewiesen ist und dann noch bei einer ITC Behandlung. Dann möchte ich lieber sterben.
    Gruß barbara von Barbara
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 05.03.2008 17:50:51
    Moinmoin,

    Eure Entrüstung kann ich ja verstehen, ABER

    1. bis vor 20 Jahren wurde vor dem Spritzen kaum bis gar nicht gemessen,
    2. von im Kopf noch fitten 100 Messern richten sich wahrscheinlich weniger als 10 beim Spritzen irgendwie nach ihren Messwerten. Stattdessen wird geredet, dass man ja weiß, dass die zu hoch sind und dass man halt wieder mal zum Einstellen los müsste - was immer die Leute darunter verstehen, und
    3. bei HBA1c-Werten über 8 und meistens auch über 10, wie in diesen Fällen generell üblich, kommt es auf ne "Schüppe" mehr oder weniger tatsächlich nicht an.

    Pia, kannst Du dich noch erinnern, als Du uns geschrieben hast, dass das Insulin bei Dir nicht wirkt? Dass Du spritzen könntest, was Du wolltest, ohne nennenswerte BZ-Senkung? Genau das ist bei den alten Leutchen Normalität. Und wenn Du einmal überlegst, wie schwer Dir gesündere BZs fallen, obwohl Du dich da selbst hautnah drum kümmern kannst, kannst Du vielleicht nachvollziehen, dass eine sinnvolle Steuerung in engeren Grenzen für Außenstehende praktisch nicht machbar ist. - Das ist halt der Gang der Dinge, wenn wir uns selbst nicht mehr kümmern können.

    Bisdann, Jürgen
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 05.03.2008 18:59:26
    hallo,
    ich hatte den bericht damals gesehn, und mal beim pflegedienst hier nachgefragt.
    hier oben wird gemessen, aber gespritzt wird nach einer tabelle,(vom doc) .
    eigene entscheidungen dürfen die mitarbeite nicht treffen, nur eine wußte daß durch dieses auf hohe werte draufspritzen, die resisten ständig steigt, und daß der bz level viel zu hoch liegt.
    dadurch ist man von hyos weit entfernt, komischerweise wird immer von der gefahr von hypos gefaselt, daß hypers wesentlich gefährlicher sind wird immer unter den tisch gekehrt..
    das sind düstere aussichten .
    mfg. klaus
    der befragte politiker lauterbach(ein "experte")
    fachmensch für gesundheit, wußte natürkich garnichts davon. "was" wissen politiker eigentlich überhaupt ?. von klausdn
  • Pia

    Rang: Gast
    am 06.03.2008 08:55:58
    Moin Jürgen, ja, Du has Recht. Ich hatte bei dem Bericht noch 3 andere Gedanken im Kopp:
    1. die superkurze Zeit, die das Messen erfordert kann vielleicht als Leistung gar nicht abgerechnet werden.

    2. Bei den geliebten Oldies geht man villeicht davon aus: Alterszucker, naja, das Passt schon, der ist nicht so schlimm.
    (Ich erinner mich an meine alten Nachbarn, beide in die 80, da hieß es immer: Wir müssen morgen zum "Zuckern", also heute kein Kuchen. Nach dem Arzttermin gingen sie direkt beim Bäcker vorbei..:-)..)

    3. Idiotisch allein ist schon allein, die Leistung überhaupt zu trennen und nicht Messen+Spritzen als eine Gesamtleistung zu sehen.

    Aber ich weiß ja nicht, wie Leistungen so auseinanderklamüsert werden. Wird denn beim Waschen einer zu pflegenden Person auch die Leistung gesplittet? So Pfötchenweise?
    Gibt es denn eigentlich einen grenzwertigen Übergang vom Altersdiabetes zum "normalen DM" oder ist der schleichend?
    Macht man das an Werten fest oder gibt es eine Formel, deren Parameter Alter und BZ-Wert sind?
    von Pia
  • lol

    Rang: Gast
    am 06.03.2008 09:41:15
    ROFL pia, wenn dummheit quietschen würde bräuchtest du ne riesige Ölkanne als dauerhaften begleiter
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 06.03.2008 10:21:06
    Moin Pia,

    wenn Du Deinen Pieks um Lanzettenwechsel und Desinfizieren der Pieksstelle und zwei Piekse statt einem, weil beim ersten kein Blut kommt, erweiterst, hast Du das Pieks-Arbeitspensum einer Pflegekraft. Wenn Du dazu berücksichtigst, dass die Messung infolge großzügiger ärztlicher Vorgaben in 95 von 100 Fällen keinerlei Konsequenzen für die zu spritzende Dosis hätte und in den restlichen 5 ne Rückfrage beim Dok die Auskunft bringen würde, dass man halt wie immer spritzen solle, gibt es keinen Grund für's Messen.

    Eine so flache & niedrige BZ-Führung, die die direkte Reaktion auf eine BZ-Messung notwendig macht, lässt sich an anderen Leuten, die selbst nichts mehr aktiv dazu beitragen können, nicht durchführen.
    Die alten Leute werden nahezu ausschließlich mit Langzeit oderund Mischinsulin behandelt, und wenn die es damit tatsächlich einmal in ne Hypo schaffen, haben sie eher zwei als eine Mahlzeit ausgelassen, und das Personal hat das nicht mitgekriegt. Aber daran würde auch das Messen vor dem Essen nichts ändern, weil dann und mit dem anschließenden Essen ja noch alles in Ordnung wäre.

    Und Altersdiabetes ist eines der großen Typ2-Missverständnisse. Der hat bis zur BZ-mäßigen Definition 1974 so geheißen, weil man ihn damals praktisch nur im weit fortgeschrittenen Stadium mit abfaulenden Füßen und blinden Augen bei Alten entdeckt hat. Und wenn man dann im Labor das Blut untersucht hat, stellte man BZ-Höhen fest, bei denen "richtige" Diabetiker schon längst mit ner Keto in der Notaufnahme oder auf dem Friedhof gelandet waren. Ergo, hoher BZ ist bei Altersdiabetes nicht so schlimm. Gilt nicht nur in Laienköpfen bis heute, auch wenn Typ2 heute schon bei jungen Leuten diagnostiziert wird :-(

    Bisdann, Jürgen
  • Barbara

    Rang: Gast
    am 06.03.2008 10:54:14
    Die Menschen die im Altersheim sind,haben wahrscheinlich auch schon lange Diabetes. Die werden nur noch notdürftig versorgt,weil sie alt sind.
    Altersdiabetes fängt schon Ende 40 an. Heute sieht es anders aus wie gesagt haben es schon
    Jugendliche.
    Gruß Barbara
  • Tom

    Rang: Gast
    am 06.03.2008 11:48:05
    ROFL pia, wenn dummheit quietschen würde bräuchtest du ne riesige Ölkanne als dauerhaften begleiter..
    --------
    Ach Gottchen, ist es wieder mal soweit? kein Name, kein Inhalt, keine Meinung. von Tom
  • Pia

    Rang: Gast
    am 06.03.2008 12:27:38
    Zitat: Die werden nur noch notdürftig versorgt, weil sie alt sind. Zitatende

    Nach dem Motto: Spätfolgen sind nicht mehr zu erwarten? Ich habe meine Nachbarin gefragt, die auch in der häuslichen Krankenpflege arbeitet und hochbetagte bettlägerige Menschen mit Insulin versorgt, die hat gesagt, ich weiß, dass das nicht bezahlt wird, ich messe trotzdem, anders könnte ich das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Und sie erzählte mir von erheblichen Schwankungen auf Grund der sehr oft vorliegenden anderen den BZ-beeinflussenden Diagnosen.

    Wie gesagt, liebe Barbara, mich hat weniger die Tatsache geschockt, dass die KK Messungen nicht bezahlt als das die Mitarbeiterin zwar von möglichen Risiken erzählte, aber trotzdem ohne zu messen spritzte. Man hat doch auch irgendwo ne Verantwortung im Job.
    Und lass mal wirklich was schiefgehen, dann wird sie am Ende zur Rechenschaft gezogen, weil sie eine Akutsituation nicht oder nicht ausreichend erkannt hat.
    von Pia
  • Barbara

    Rang: Gast
    am 06.03.2008 16:12:00
    Liebe Pia, Deine Nachbarin hat noch ein Gerwissen,
    aber viele andere Mitarbeiterinnen müssen das tun ,was ihnen von der Vorgesetzten gesagt wird,
    also duspritzt so und so viel. Folgeschäden spielen doch keine Rolle das ist dann altersbedingt.
    Du glaubst auch noch an das Gute ! Für einen Notfall habe ich mich auch in einem heim angemeldet ,wo ich weiß,daß man gut behandelt und versorgt wird. Ich will nicht ,wenn es sein sollte ,
    irgendwo aabgeschoben zu werden ,wo gerade Platz ist.. Das sollte eigentlich jeder machen.
    Gruß barbara von Barbara
  • werner

    Rang: Gast
    am 06.03.2008 17:30:09
    Liebe Pia!!!!

    Diese 'Opa und Omas' sind ältere Menschen
    woher weißt du ob sie oma oder Opa sind??

    Bischen mehr Respekt bitte. Auch du wirst mal alt.

    Hab den Beitrag schon mal gesehen.
    Die Kasen (Ulla Schmidt) sind die Übeltäter. von werner
  • Tim

    Rang: Gast
    am 06.03.2008 19:23:35
    Wir werden auch mal Omas und Opas und wer möchte nicht auch im späten Alter entsprechend versorgt werden von Tim
  • Pia

    Rang: Gast
    am 07.03.2008 08:21:20
    Lieber Werner, "Ommas und Oppas" oder "Oldies" sollte auf keinen Fall respektlos rüberkommen. Das ist hier in der Region eine LIEBEVOLLE !! Bezeichnung. Also unterstell mir bitte keine negative Deutung.

    Ich bin eindeutig der Meinung, dass Menschen in Deutschland, die sich auf Grund eines hohen Alters oder eingeschränkter geistiger oder körperlicher Fähigkeiten nicht mehr selbst helfen können, oft auf verlorenen Posten stehen, weil sie keine Lobby haben. Und wenn ich dann sehe, dass eine häusliche Krankenpflegerin keinen BZ misst, nur, weil das nicht von der KK übernommen wird, bin ich einfach entsetzt!! Denn 1. sollte sie den Job aus Berufung machen. Und 2. könnten das ihre eigenen Eltern sein.
    Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.
    Es wäre nett gewesen, du hättest erst mal gefragt, wie ich das mit "Ommas und Oppas" gemeint habe und nicht gleich drauflos geballert!
    von Pia
  • P ia

    Rang: Gast
    am 07.03.2008 08:31:09
    Liebe Barbara,

    was bleibt, wenn der Glaube an das Gute nicht mehr da ist? Ich glaube an das Gute im Menschen.
    Für mich ist Nächstenliebe eine wichtige Angelegenheit, egal, wie jung oder alt man ist. Und wenn JEDER nur etwas darauf achten würde, wie es dem Mitarbeiter oder dem Nachbarn oder dem Menschen, dem man einfach auf der Straße begegnet, geht, wäre die Welt ein klein wenig besser....
    Wann hat dich Jemand zuletzt gefragt: Wie geht es dir? Und die Frage nicht nur als eine höfliche Floskel gestellt?
    von P ia
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 07.03.2008 09:45:29
    Moin Pia,

    noch einmal ausdrücklich: das Messen vor dem Spritzen würde in den allermeisten beklagten Fällen absolut nichts bringen, weil aus dem Messwert keine Konsequenzen für das Spritzen abgeleitet werden könnten.

    Die Einsparung an Teststreifen macht nicht wirklich weniger an akut notwendiger Leistung, aber z.B. das Sparen an Verbandmaterial und Windeln!

    Aber den Vogel schießt Du mit Deiner Berufungserwartung ab. Natürlich macht den Job eher, wer in der Arbeit für sich auch einen Sinn fühlt und sieht. Nur bewegen wir uns hier im Reich der 400-Euronen-Jobs mit so dünnen Personaldecken, dass die JobberInnen häufig und entsprechend unbezahlt eben aus ihrem persönlichen Engagement eigentlich schon wenigstens 600-Euronen-Jobs machen. Aber nicht, um sich mal etwas mehr um den einen oder anderen Bewohner zu kümmern, der es gerade besonders nötig hätte, sondern um die funktionierende Minimalversorgung für alle aufrecht zu erhalten.

    Bisdann, Jürgen
  • Barbara

    Rang: Gast
    am 07.03.2008 10:22:49
    Liebe Pia, ich gebe Dir vollkommen recht,das ist im Grunde auch meine Einstellung. Ich habe vielen älteren Menschen geholfen und eingesetzt ,Besuche
    in heimen gemacht,aber wenn da mit offenen Augen durchgeht bekommst Du einiges mit.
    Bei meinem Knöchelbruch im dez. hat mal ein Nachbar gefragt und dann nie wieder .Auf jeder Seite haben wir 3 nachbarn, da kümmert sich keiner um einen,es wird nicht mal gefragt,ob sie etwas einholen
    können, wenigstens aus Höflichkeit, denn unser Sohn kam täglich. Wir sind jetzt die Ältesten.
    Früher war hier ein ganzer Zusammenhalt. Langsam bekommt man dann eine etwas andere
    Ansicht. Es ist heute leider eine ganz kühle und rücksichtslose Gesellschaft. Du bist nioch
    verhältnismäßig jung wie meine Söhne, Du wirst später in meinem Alter auch etwas anders denken.
    Liebe Grüße Barbara








  • Pia

    Rang: Gast
    am 07.03.2008 10:55:04
    Moinmoin Jürgen,

    dünne Personaldecke, bin ich völlig bei dir. Aber ich bin dennoch der Meinung, dass, egal welchen Job ich mache, auch, wenns nicht der Traumjob war, den nach gutem Wissen und Gewissen ausführe.
    Ich habe den Bericht etwas anders verstanden. Es ging nicht daraus hervor, ob es sich um Basal oder Bolus handelt. Wobei die KK da am Ende keinen Unterschied machen. Wenn das Messen keine Rolle gespielt hätte, wäre der Bericht völlig überflüssig gewesen, oder?

    400 Euronen-Jobber
    Und wenn es Umschülerinnen oder Umschüler sind, finde ich es eine Katastrophe, wenn man völlig Berufsfremde zu Altenpflegern umschult, nur um sie aus der Arbeitslosenstatistik raus zu haben.
    Du magst Recht haben, dass ich mit meiner Berufungserwartung ein Idealist bin.

    von Pia
  • P.ia

    Rang: Gast
    am 07.03.2008 11:02:33
    Die zu betreuenden Menschen können nichts für die dünne Personaldecke. Im Gegenteil. Sie befinden sich in einem Abhängigkeitsverhältnis zur Pflegeeinrichtung.

    Liebe Barbara,

    ichbin zwar erst 47, aber dadurch, dass ich 12 Jahre Pflegeheim mit allen positven und negativen Seiten bei meiner lieben Oma miterlebt habe, mache ich mir jetzt schon Gedanken über meine Versorgung und Betreuung im Alter. Für mich steht schon heute fest, dass ich in ein Altersheim gehen möchte, schon, um meinen Kindern nicht auflasten zu wollen, dass sie so eine Entscheidung mit schlechtem Gewissen einer "Abschiebung" für mich treffen müssen. Auch Bestattungsvorsorge habe ich jetzt schon getroffen. von P.ia