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Mein Mann hat Diabetes und ich komme damit nicht zurecht
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Anonym
Rang: Gastam 03.02.2008 12:04:21
Hallo,
bei meinem Mann wurde vor 3 Wochen Diabetes Typ 1 festgestellt. Klar zu Anfang stürzte die Welt zusammen.
Mittlerweile muß er sich selbst spritzen, sprich, Essen berechnen, Faktor berechnen und spritzen.
Soweit so gut. Er merkt sich aber nichts, sondern blättert wegen jedem Nahrungsmittel erneut nach. Ich habe mir die wichtigen Dinge direkt nach dem ersten Nachlesen gemerkt.
Nun ist es aber so, daß wir a: noch 2 Kleinkinder haben, die Zeitintensiv sind und 1 Sohn mit ADHS und dem Asperger Syndrom (Autismus).
Mein Mann hat zudem noch Asthma und einen Bandscheibenschaden.
Mir wächst das alles über den Kopf, nur noch Ärtze, Fahrerei ohne Ende (wohnen auf nem Kaff, 30km Fahrtweg einfach zu einem Arzt).
Mir vergeht das Essen, ich habe einfach nicht die Zeit und den Nerv auf jedes Nahrungsmittel zu schauen, alles zu wiegen. Der Tag geht drauf für Essen, Ärtze, alles notieren und den großen Sohn.
Ich denke ernsthaft über Trennung nach, wobei es nicht hauptsächlich um die Diabetes geht (wobei ich damit ein großes Problem habe und meinem Mann keinerlei Stütze bin, im Gegenteil sogar!).
Wie sind eure Erfahrungen?
Anonym -
WUn
Rang: Gastam 03.02.2008 20:00:15
Jetzt nur nicht die Nerven wegwerfen, die erste Zeit ist schlimm und alles scheint dem Bach runter zu gehen.
Aber das gibt sich wieder!!!!
Dein Mann muss jetzt lernen, mit dem Diabetes umzugehen, und das dauert.
Konzentriere Dich auf die Kinder, die brauchen Dich und er wird das auch schaffen!!!
Nach einiger Zeit werdet ihr feststellen, dass der Diabetes nicht soooo schlimm ist und die Therapie relativ einfach!
Also, den Kopf jetzt nicht verlieren! Wünsche Dir alles Gute!
von WUn -
Ojima
Rang: Gastam 04.02.2008 00:58:33
Hallo,
werf nicht alles hin......
ich kann Dich gut verstehen, es gibt so Zeiten.....Koffer packen, auswandern.
Drei Wochen Diabetes ist doch noch keine Zeit, es ist kein Meister von Himmel gefallen.
Mir hat die erste Zeit geholfen für meine Standardlebensmittel kleine Karteikarten zu beschriften, in einem kleinen Mäppchen für Visitenkarten eingeordnet. Da stand dann drauf wieviel Kohlenhydrate haben 50 gr. und 100 gr.. Und ein großer Block ist wichtig, alles was man wann wie memacht/berechnet hat notieren. Fast wie ein Tagebuch. Ansonsten, laß Deinen Mann sein Essen selber abwiegen die erste Zeit, später wird er lernen zu Schätzen. Klingt zwar fies, aber: es ist sein DM! Wenn Du mal nicht im Hause bist, weil Du vielleicht mit Deinen Kiddies on tour bist, muß er auch selber klarkommen! Ich verfahre mit meinem Mann ebenso, eine Zeitlang habe ich ihn an seine Medis erinnert, nun muß er selber dran denken. Genauso seine sehr wichtigen Kontrolltermine beim Arzt, die macht er selber aus! Nur so weiß er, ob er in seinem therapeutischen Zielbereich liegt.
Also, Kopf hoch, es wird sich alles einspielen, glaube mir. Ich wünsche Dir alles Liebe und viel Geduld und Zuversicht.
Gruß Ojima -
Anonymus
Rang: Gastam 10.02.2008 20:49:14
Hallo Anonym,
wieso denkst du über Trennung nach?
Gibst du deine Kinder dann gleich mit ab??
Dein Mann ist alt genug, lass ihn doch mal SEINE Erfahrungen machen.
Warum gibst du ihm quasi das Etikett "Kind", nur weil er nicht schnell genug seine neue Lebenssituation meistert?
Bist DU verantwortlich für die Anderen?
Wieso??
Warum klammerst du dich an die Krankheiten der Anderen?
Lass auch mal los!!
Wer hat von Dir verlangt, deine eigenen Interessen komplett über Bord zu werfen?
Wo sind denn deine eigenen Grenzen, und warum überschreitest du sie selber?
Der Stress, den du dir gerade machst, den machst du dir alleine.
Ich weiß, das hört sich hart an, natürlich kann ich deine Situation überhaupt nicht beurteilen, geschweige denn mir eine Meinung darüber bilden.
Aber les dir meine Zeilen ruhig nochmal durch,
und dann denk mal drüber nach.
Für Dich. von Anonymus -
Fuchs
Rang: Gastam 11.02.2008 11:29:11
Hallo,
das wird schon.
Meine Erfahrungen waren i.ü. komplett anders. Auch mit Familie und zwei kleinen Kindern. Bin jetzt 42 und vor 10 Jahren erkrankt. Bei mir ist aber überhaupt nichts zusammengestürzt. Drei Dinge braucht der Diabetes:
1.) Intelligenz, richtiges Verstehen der Krankheit
2.) ein guter Arzt, eine gute Schulung
3.) Konsequenz u. Disziplin (messen, berechnen, messen etc.)
Nach einigen Wochen kann man den D. voll im Griff haben, am besten mit einer Pumpe. Zeitaufwand am Tag bei mir: keine 10 Minuten. Einschränkung im Leben: annähernd Null. Alle 3 Monate zum Doc, das wars.
Klingt vielleicht doof, ist aber mein Ernst: Von allen "großen" Krankheiten ist Diabetes eigentlich ein Kinderspiel, weil top thearapierbar und weil zu 98% ein normales Leben möglich ist.
Das wird schon.
Fuchs
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Astrid
Rang: Gastam 14.02.2008 23:31:12
Hallo....
ich habe seit meinem 12 Lj. Diabetes und ich kann dir sagen, dass man erst mit der Zeit lernt nicht mehr alles abwiegen zu müssen. Mein Tip: Zusammen mal ne Diabetesschulung mitmachen...
Ich glaube nicht, dass du dich wg. des Diabetes von deinem Mann trenn willst... Es wird immer einige Lebensmittel geben, die man nachschlagen muss und abwiegt, aber das, was man oft isst das prägt man sich schnell ein... Es ist doch schon gut, dass dein Mann sich selbst spritzt. Es gibt doch genug Leute, die sich das nicht zutrauen und es immer jmd anders machen muss. Es gibt ganz andere, schlimmere Sachen als den Diabetes, den kann man in den Griff bekommen, wenn man sich daran hält... -
h
Rang: Gastam 15.02.2008 10:54:11
grüß dich,
mein erster gedanke war, oh gott wegen solcher lapalie will die sich trennen??????? was machen die wenn sie wirklihce probleme haben? diabetes ist heute so leicht behandelbar und man kann damit wie ein gesunder leben wenn man sich denn nur ein bisserl engagiert. aber wenn es dir wirklich zuviel ist ist es vll besser sich jetzt zu trennen. unter dem motto"lieber ein ende mit schrecken als ein schrecken ohne ende" denn nach etlichen jahren kann ja eventuell auch eine folgeerkrankung auftreten und wenn du wegen solcher diagnose schon trennungsgedanken hast wie wirst du erst mit einem wirklich ernsten problem umgehen können/wollen
abschliessend will ich sagen: so eine frau braucht KEIN mann -
Anonym
Rang: Gastam 15.02.2008 11:53:31
Hallo,
sind diese Frustrationen die Du in Dir hast bereits die ersten Folgeerkrankungen deines Diabetes?
Du solltest in der Lage sein, bevor Du eine Antwort verfasst, Dir meinen Beitrag richtig durch zu lesen. Dann nämlich hättest Du gelesen daß mein/unser Hauptproblem NICHT der Diabetes sondern die GesaMTSituation ist.
Hast Du Kinder? Schön wenn ja, haben diese Kinder dann auch Erkrankungen die besonderer Behandlung bedürfen?
Autismus ist keine Grippe und mit Verbindung mit ADHS nun wahrlich kein Zuckerschlecken. Derzeit ist mein Sohn seit 2 Monaten in einer Kinderpsychiatrie, mein Mann muß ständig zum Arzt entweder wegen dem Diabetes, seinem Asthma oder weil er mal wieder sich nicht bewegen kann aufgrund der Bandscheibe.
Er war insgesamt 2,5 Monate insgesamt krank geschrieben, erst Bandscheibenvorfall, dann Asthma und zum Schluß bekommt er Diabetes diagnostiziert. Und das alles innerhalb von 2 Monaten.
Alles total easy, oder?
Der Gedanke an Trennung, bekommt in so einer Situation glaube ich fast jeder.
Fakt ist wie eh und je, daß ich mich mit dem Diabetes nicht abfinde und auch nicht werde, denn wenn ich es tun würde, dann würde ich meinem Mann aufgeben.
Wir werden nun die Stammzellentherapie in Anspruch nehmen und anschließend sehen wir weiter. Derzeit muß mein Mann nur sein Langzeitinsulin spritzen 7 Einheiten und tagsüber max. 2 Einheiten Analoginsulin insgesamt.
Wir haben unseren Weg gefunden den wir nun gehen möchten und damit kommen wir besser klar als alles sinnlos in sich reinzustopfen und demnach zu spritzen.
Solche Antworten wie Deine braucht kein Mensch, denn Du lebst nicht unser Leben.
Allen Anderen möchte ich für ihre Antworten danken!
VG
Anonym -
Hans
Rang: Gastam 15.02.2008 12:38:02
Hallo,
auch wenn es nicht in deine Lebensplanung passt, Diabetes vom Typ 1 ist bis auf weltweit wenige Fälle nicht heilbar.
Es wurden in Canada Inselzellen von Verstorbenen transplantiert und Kombitransplantationen von Niere und Bauchspeicheldrüse vorgenommen. Die Anzahl der Fälle ist aber sehr gering.
Im Bereich der Stammzellenforschung sind wir aber noch weit von Erfolgen entfernt.
Du solltest die Erkrankung deinen Mannes einfach akzeptieren und ihm helfen. Wenn dich das alles überfordert, dann suche nach anderen Möglichkeiten dein Leben zu führen.
Grüße von Hans
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Gina
Rang: Gastam 15.02.2008 21:42:41
Hallo Anonym!
Ich kann verstehen, dass du jetzt weglaufen möchtest! Ich habe auch eine schwerkranke Mutter und könnte manchmal auch einfach weglaufen, aber ich tue es nicht da so ein Verhalten egoistisch ist!
Liebst du deinen Mann?
Wenn ja, dann verlässt du ihn nicht!
Warum wirst du dich nicht mit dem Diabetes abfinden?
Du hast du doch auch mit dem Asthma und dem Bandscheibenvorfall abgefunden!
Das wird schon!!! Keine Sorge! Aller Anfang ist schwer!
Meine Mutter macht sich (meiner Meinung nach) auch immer zu viele Sorgen um mich und dadurch hat sie nur unnötig Stress!
Lass deinen Mann sich selbst um seinen Diabetes kümmern. Wenn er deine Hilfe braucht, sagt er dir das doch bestimmt, oder?
Hast du mit deinem Mann schon einmal darüber geredet, dass du mit seinem Diabetes nicht klarkommst? Ich denke, es ist sehr wichtig, dass ihr über eurer Ängste; Sorgen etc. mit einander sprecht! Nur so kann eine Beziehung gut funktionieren und bestehen bleiben!
Gib dir Mühe um eure Ehe und gib nicht einfach auf! Das wäre viel zu schade!
Viel Glück!
Gina