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Mein Mann hat Diabetes und ich komme damit nicht zurecht
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Anonym
Rang: Gastam 03.02.2008 12:04:21
Hallo,
bei meinem Mann wurde vor 3 Wochen Diabetes Typ 1 festgestellt. Klar zu Anfang stürzte die Welt zusammen.
Mittlerweile muß er sich selbst spritzen, sprich, Essen berechnen, Faktor berechnen und spritzen.
Soweit so gut. Er merkt sich aber nichts, sondern blättert wegen jedem Nahrungsmittel erneut nach. Ich habe mir die wichtigen Dinge direkt nach dem ersten Nachlesen gemerkt.
Nun ist es aber so, daß wir a: noch 2 Kleinkinder haben, die Zeitintensiv sind und 1 Sohn mit ADHS und dem Asperger Syndrom (Autismus).
Mein Mann hat zudem noch Asthma und einen Bandscheibenschaden.
Mir wächst das alles über den Kopf, nur noch Ärtze, Fahrerei ohne Ende (wohnen auf nem Kaff, 30km Fahrtweg einfach zu einem Arzt).
Mir vergeht das Essen, ich habe einfach nicht die Zeit und den Nerv auf jedes Nahrungsmittel zu schauen, alles zu wiegen. Der Tag geht drauf für Essen, Ärtze, alles notieren und den großen Sohn.
Ich denke ernsthaft über Trennung nach, wobei es nicht hauptsächlich um die Diabetes geht (wobei ich damit ein großes Problem habe und meinem Mann keinerlei Stütze bin, im Gegenteil sogar!).
Wie sind eure Erfahrungen?
Anonym -
WUn
Rang: Gastam 03.02.2008 20:00:15
Jetzt nur nicht die Nerven wegwerfen, die erste Zeit ist schlimm und alles scheint dem Bach runter zu gehen.
Aber das gibt sich wieder!!!!
Dein Mann muss jetzt lernen, mit dem Diabetes umzugehen, und das dauert.
Konzentriere Dich auf die Kinder, die brauchen Dich und er wird das auch schaffen!!!
Nach einiger Zeit werdet ihr feststellen, dass der Diabetes nicht soooo schlimm ist und die Therapie relativ einfach!
Also, den Kopf jetzt nicht verlieren! Wünsche Dir alles Gute!
von WUn -
Ojima
Rang: Gastam 04.02.2008 00:58:33
Hallo,
werf nicht alles hin......
ich kann Dich gut verstehen, es gibt so Zeiten.....Koffer packen, auswandern.
Drei Wochen Diabetes ist doch noch keine Zeit, es ist kein Meister von Himmel gefallen.
Mir hat die erste Zeit geholfen für meine Standardlebensmittel kleine Karteikarten zu beschriften, in einem kleinen Mäppchen für Visitenkarten eingeordnet. Da stand dann drauf wieviel Kohlenhydrate haben 50 gr. und 100 gr.. Und ein großer Block ist wichtig, alles was man wann wie memacht/berechnet hat notieren. Fast wie ein Tagebuch. Ansonsten, laß Deinen Mann sein Essen selber abwiegen die erste Zeit, später wird er lernen zu Schätzen. Klingt zwar fies, aber: es ist sein DM! Wenn Du mal nicht im Hause bist, weil Du vielleicht mit Deinen Kiddies on tour bist, muß er auch selber klarkommen! Ich verfahre mit meinem Mann ebenso, eine Zeitlang habe ich ihn an seine Medis erinnert, nun muß er selber dran denken. Genauso seine sehr wichtigen Kontrolltermine beim Arzt, die macht er selber aus! Nur so weiß er, ob er in seinem therapeutischen Zielbereich liegt.
Also, Kopf hoch, es wird sich alles einspielen, glaube mir. Ich wünsche Dir alles Liebe und viel Geduld und Zuversicht.
Gruß Ojima -
Anonymus
Rang: Gastam 10.02.2008 20:49:14
Hallo Anonym,
wieso denkst du über Trennung nach?
Gibst du deine Kinder dann gleich mit ab??
Dein Mann ist alt genug, lass ihn doch mal SEINE Erfahrungen machen.
Warum gibst du ihm quasi das Etikett "Kind", nur weil er nicht schnell genug seine neue Lebenssituation meistert?
Bist DU verantwortlich für die Anderen?
Wieso??
Warum klammerst du dich an die Krankheiten der Anderen?
Lass auch mal los!!
Wer hat von Dir verlangt, deine eigenen Interessen komplett über Bord zu werfen?
Wo sind denn deine eigenen Grenzen, und warum überschreitest du sie selber?
Der Stress, den du dir gerade machst, den machst du dir alleine.
Ich weiß, das hört sich hart an, natürlich kann ich deine Situation überhaupt nicht beurteilen, geschweige denn mir eine Meinung darüber bilden.
Aber les dir meine Zeilen ruhig nochmal durch,
und dann denk mal drüber nach.
Für Dich. von Anonymus -
Fuchs
Rang: Gastam 11.02.2008 11:29:11
Hallo,
das wird schon.
Meine Erfahrungen waren i.ü. komplett anders. Auch mit Familie und zwei kleinen Kindern. Bin jetzt 42 und vor 10 Jahren erkrankt. Bei mir ist aber überhaupt nichts zusammengestürzt. Drei Dinge braucht der Diabetes:
1.) Intelligenz, richtiges Verstehen der Krankheit
2.) ein guter Arzt, eine gute Schulung
3.) Konsequenz u. Disziplin (messen, berechnen, messen etc.)
Nach einigen Wochen kann man den D. voll im Griff haben, am besten mit einer Pumpe. Zeitaufwand am Tag bei mir: keine 10 Minuten. Einschränkung im Leben: annähernd Null. Alle 3 Monate zum Doc, das wars.
Klingt vielleicht doof, ist aber mein Ernst: Von allen "großen" Krankheiten ist Diabetes eigentlich ein Kinderspiel, weil top thearapierbar und weil zu 98% ein normales Leben möglich ist.
Das wird schon.
Fuchs
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Astrid
Rang: Gastam 14.02.2008 23:31:12
Hallo....
ich habe seit meinem 12 Lj. Diabetes und ich kann dir sagen, dass man erst mit der Zeit lernt nicht mehr alles abwiegen zu müssen. Mein Tip: Zusammen mal ne Diabetesschulung mitmachen...
Ich glaube nicht, dass du dich wg. des Diabetes von deinem Mann trenn willst... Es wird immer einige Lebensmittel geben, die man nachschlagen muss und abwiegt, aber das, was man oft isst das prägt man sich schnell ein... Es ist doch schon gut, dass dein Mann sich selbst spritzt. Es gibt doch genug Leute, die sich das nicht zutrauen und es immer jmd anders machen muss. Es gibt ganz andere, schlimmere Sachen als den Diabetes, den kann man in den Griff bekommen, wenn man sich daran hält... -
h
Rang: Gastam 15.02.2008 10:54:11
grüß dich,
mein erster gedanke war, oh gott wegen solcher lapalie will die sich trennen??????? was machen die wenn sie wirklihce probleme haben? diabetes ist heute so leicht behandelbar und man kann damit wie ein gesunder leben wenn man sich denn nur ein bisserl engagiert. aber wenn es dir wirklich zuviel ist ist es vll besser sich jetzt zu trennen. unter dem motto"lieber ein ende mit schrecken als ein schrecken ohne ende" denn nach etlichen jahren kann ja eventuell auch eine folgeerkrankung auftreten und wenn du wegen solcher diagnose schon trennungsgedanken hast wie wirst du erst mit einem wirklich ernsten problem umgehen können/wollen
abschliessend will ich sagen: so eine frau braucht KEIN mann -
Anonym
Rang: Gastam 15.02.2008 11:53:31
Hallo,
sind diese Frustrationen die Du in Dir hast bereits die ersten Folgeerkrankungen deines Diabetes?
Du solltest in der Lage sein, bevor Du eine Antwort verfasst, Dir meinen Beitrag richtig durch zu lesen. Dann nämlich hättest Du gelesen daß mein/unser Hauptproblem NICHT der Diabetes sondern die GesaMTSituation ist.
Hast Du Kinder? Schön wenn ja, haben diese Kinder dann auch Erkrankungen die besonderer Behandlung bedürfen?
Autismus ist keine Grippe und mit Verbindung mit ADHS nun wahrlich kein Zuckerschlecken. Derzeit ist mein Sohn seit 2 Monaten in einer Kinderpsychiatrie, mein Mann muß ständig zum Arzt entweder wegen dem Diabetes, seinem Asthma oder weil er mal wieder sich nicht bewegen kann aufgrund der Bandscheibe.
Er war insgesamt 2,5 Monate insgesamt krank geschrieben, erst Bandscheibenvorfall, dann Asthma und zum Schluß bekommt er Diabetes diagnostiziert. Und das alles innerhalb von 2 Monaten.
Alles total easy, oder?
Der Gedanke an Trennung, bekommt in so einer Situation glaube ich fast jeder.
Fakt ist wie eh und je, daß ich mich mit dem Diabetes nicht abfinde und auch nicht werde, denn wenn ich es tun würde, dann würde ich meinem Mann aufgeben.
Wir werden nun die Stammzellentherapie in Anspruch nehmen und anschließend sehen wir weiter. Derzeit muß mein Mann nur sein Langzeitinsulin spritzen 7 Einheiten und tagsüber max. 2 Einheiten Analoginsulin insgesamt.
Wir haben unseren Weg gefunden den wir nun gehen möchten und damit kommen wir besser klar als alles sinnlos in sich reinzustopfen und demnach zu spritzen.
Solche Antworten wie Deine braucht kein Mensch, denn Du lebst nicht unser Leben.
Allen Anderen möchte ich für ihre Antworten danken!
VG
Anonym -
Hans
Rang: Gastam 15.02.2008 12:38:02
Hallo,
auch wenn es nicht in deine Lebensplanung passt, Diabetes vom Typ 1 ist bis auf weltweit wenige Fälle nicht heilbar.
Es wurden in Canada Inselzellen von Verstorbenen transplantiert und Kombitransplantationen von Niere und Bauchspeicheldrüse vorgenommen. Die Anzahl der Fälle ist aber sehr gering.
Im Bereich der Stammzellenforschung sind wir aber noch weit von Erfolgen entfernt.
Du solltest die Erkrankung deinen Mannes einfach akzeptieren und ihm helfen. Wenn dich das alles überfordert, dann suche nach anderen Möglichkeiten dein Leben zu führen.
Grüße von Hans
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Gina
Rang: Gastam 15.02.2008 21:42:41
Hallo Anonym!
Ich kann verstehen, dass du jetzt weglaufen möchtest! Ich habe auch eine schwerkranke Mutter und könnte manchmal auch einfach weglaufen, aber ich tue es nicht da so ein Verhalten egoistisch ist!
Liebst du deinen Mann?
Wenn ja, dann verlässt du ihn nicht!
Warum wirst du dich nicht mit dem Diabetes abfinden?
Du hast du doch auch mit dem Asthma und dem Bandscheibenvorfall abgefunden!
Das wird schon!!! Keine Sorge! Aller Anfang ist schwer!
Meine Mutter macht sich (meiner Meinung nach) auch immer zu viele Sorgen um mich und dadurch hat sie nur unnötig Stress!
Lass deinen Mann sich selbst um seinen Diabetes kümmern. Wenn er deine Hilfe braucht, sagt er dir das doch bestimmt, oder?
Hast du mit deinem Mann schon einmal darüber geredet, dass du mit seinem Diabetes nicht klarkommst? Ich denke, es ist sehr wichtig, dass ihr über eurer Ängste; Sorgen etc. mit einander sprecht! Nur so kann eine Beziehung gut funktionieren und bestehen bleiben!
Gib dir Mühe um eure Ehe und gib nicht einfach auf! Das wäre viel zu schade!
Viel Glück!
Gina -
Maria N
Rang: Gastam 18.02.2008 10:02:01
Hallo Anonym!
Bei uns in Kärnten hat letzte Woche Folgendes Schlagzeilen gemacht:
Eine Frau hat ihren Mann 10 Jahre lang aufopfernd gepflegt. Er
litt an Parkinson und seit einigen Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Außerdem hat sie sich um ihre pflegebedürftige Mutter, die im Nebenhaus bei ihrem Sohn lebt, gekümmert und auf 4 Enkelkinder geschaut.
Letzte Woche hat sie ihren Mann mit einem Kabel erwürgt und versucht, sich das Leben zu nehmen, indem sie sich schwerste Schnittverletzungen zugefügt hat.
Warum ich dir das erzähle? Weil alle immer der Meinung waren,sie schaffe alles ganz toll und sie bewundert haben.
Hilfe hat sie wohl kaum bekommen.
Von ihren Problemen sprechen und mal Zeit für sich selber haben war sicher auch nicht drin.
Wenn ich deine Geschichte lesen, von deinen Belastungen erfahre, kann ich dir nachfühlen, dass ein Tropfen das Fass zum Überlaufen bringen kann.
(Wobei Diabetes sich mehr als ein Tropfen ist).
Ich hoffe sehr, du findest jemanden, der dir helfen kann,
wenn auch nur durch zuhören.
Alles Liebe
MariaN von Maria N -
lol
Rang: Gastam 18.02.2008 11:17:24
der arme mann! ist krank und muss sich nu mit sonner tusse rumschlagen. tu deinem mann den gefall und verlass ihn! so hat er wenigsten die chance eine partnerin zu finden die ihn so nimmt wie er ist!!! bei sonne tussen stehn mir echt alle haare zu berge von lol -
Pia
Rang: Gastam 27.02.2008 11:47:27
Schade, dass Ihr das posting in so ein Klima begleiten lasst. Es solten sich die schämen, die hier den Mann mal aus der Ferne einfach so bedauern.
Wenn man in einer akuten Stressituation ist, verliert man auch ab und zu den Blick für die Richtung.
Für mich klingt hier etwas Anderes als das Diabetesproblem heraus. Ich vermute hier eine Frau mit 3 Kindern, eins davon mit einem 100%igen Pflegebedarf, dazu ein Lebenspartner mit Asthma und Bandscheibenproblemen und neuer Diagnose: Diabetes.
Für mich klingt dein posting nach einer Situation, in der von Deinem Mann KEINERLEI Unterstützung kommti n der familiären Situation , sondern er belastet dich zusätzlich, indem er von dir die Aufmerksamkeit einfordert, die Du für Eure Kinder aufbringen musst. Ist das so? Oder anders gefragt: Wer entlastet Dich wie? Wie entlastet Divch dein Lebenespartner? Eine Idee wäre, IHN kochen zu lassen für die Familie. Dann lernt er zugleich den Routinegebrauch für seinen Diabetes.
Für mich klingt dein Bericht, als müsstest du die Kräfte auch für deinen Mann mit aufbringen. Ist er eher ein lebensbejahender Mensch oder eher der Pessimist, der auf hohem Level leidet?
Bitte nicht böse sein, aber ich habe dein posting so empfunden.
Sollte es so sein, dass du allein die Kraft für euch beide trägst, dann kann ich dir nur raten, dich schnell zu trennen.
von Pia -
sunstorm
Rang: Gastam 05.03.2008 17:30:46
Hallo
Ich hab vor ein paar Monaten eine ganz wunderbare Frau kennen gelernt, die ebenfalls kurz vor unserem Kennenlernen die Diagnose Diabetes bekommen hat.
So stand ich nun, zwar nicht vorbereitet aber auch nicht unwissend was die Krankheit anbelangt, vor der Entscheidung, ob und wie das geht und ob und wie ich da helfen kann und mich einlassen will.
Die Antwort war schnell gefunden: Diabetes ist kein Todesurteil, keine Behinderung oder sonstwas, sondern nur eine kleine "Abweichung von der Norm".
Wir haben bisher viel zusammen über die Krankheit gelernt. Sind im Umgang damit lockerer geworden und lernen beide immerzu mehr darüber.
Lebensmittel werden jetzt, 5 Monate nach der Diagnose, schon nicht mehr abgewogen, sondern geschätzt. Und wir liegen eigentlich beide immer richtig mit den geschätzten Einheiten pro Mahlzeit.
So schnell ging das, weil sie alleine lebt und niemand sich darum gekümmert hat, welches Essen auf den Tisch kommt. Sie hat das selber machen müssen.
Darum empfehle ich dir ebenfalls, deinem Mann die Verantwortung für die Essenszubereitung zu übernehmen, soweit es, wegen der Bandscheiben, für ihn möglich ist.
(Übrigens bin ich die mit den Schlimmen Rückenschmerzen in der Beziehung. Bei uns kommt also auch beides zusammen.)
Ich verstehe dennoch deine Gedanken an Trennung.
Nur, eine Trennung macht man nicht der Krankheit wegen. Genauso, wie man sich nicht der Krankheit wegen auf jemanden nicht einlässt.
Trennen tut man sich, wenn Gefühle nicht mehr stimmen, nicht mehr da sind.
Falls das so ist, dann würde ich mich trennen. Falls das aber nicht so ist, dann würde ich kämpfen wie eine Löwin. Um all das, was dir wichtig ist. Deine Familie, eure Zukunft, dein Glück.
Du musst nicht immer stark sein.
Ich weiss nicht, ob du das kannst und die Möglichkeit dafür hast, aber ich wünsche dir, dass du ein bisschen Verantwortung abgeben kannst. Das Kochen und Insulinsprizen und Essenwägen an deinen Mann, die Kinder vielleicht mal an die Grosseltern, Freunde, Bekannte.
Schau mal ganz für dich. Für ein paar Tage wegfahren, andere machen lassen.
Kann Wunder wirken und den Blick auf die eigene Situation weiten, ändern, verbessern.
So oder so wünsche ich dir und deiner Familie viel Glück.
Und das mit dem Diabetes, das kommt wirklich. Ich weiss es. Ich war schon mal dabei. ;-)
von sunstorm -
Pia
Rang: Gastam 06.03.2008 09:14:34
Hi sunstorm,
es ist Klasse, was du schreibst, aber ein Wegfahren mit 3 Kindern, davon 2 Kleinkinder und ein autistisches Kind, bringt keinen Erholungseffekt, im Gegenteil, denn eine nichthäusliche Umgebung macht Vieles noch komplizierter. Eine Mutter-Kind-Kur wäre vielleicht auch ne Variante, in der man sie entlastet. Ich hoffe, sie meldet sich irgendwann noch mal hier... von Pia -
Gina
Rang: Gast -
Ahmad
Rang: Gastam 11.03.2008 03:15:34
Hallo,
ich selbst bin 27 Jahre alt, habe Diabetes Typ I seit 4 Jahren. Bevor du über eine Trennung nachdenkst, erzähle ich dir ein paar Fakten.
Dank der heutigen Medizin ist man in der Lage Diabetes sehr gut zu behandeln. Mein Langzeitzuckerwert (HBA1-C) beträgt 5,9 also wie bei den normalen Menschen. Wenn man auf diese Krankheit nicht aufpasst, kann sie einen leicht fertigmachen. Ihr Mann soll sein Leben anders gestalten, sich gesund und ausgewogen ernähren, Sport regelmäßig treiben, weniger Stress und dabei sind Sie eine große Hilfe. Geben Sie nicht auf deswegen, Ihrer Kinder zuliebe! Haben Sie nicht bei der Hochzeit gesagt: Auf Gedeih und Verderb? Oder in guten und schlechten Zeiten?
Denken Sie mal daürber nach, es liegt in Ihrer Hand. Sie können viel bewirken...
Liebe Grüße
Ahmad -
pat
Rang: Gastam 11.03.2008 13:50:41
Alles gut und schön, aber wenn der Mann selbst möglicherweise nicht mitzieht, ist die Kraft der Frau irgenwann am Ende. Du hast schon von der Kraftanstrengung gelesen, die 2 Kleinkinder und ein ganztags zu betreuendes autistisches Kind erfordern, oder? Der Mann müsste sie entlasten. Kinder hat sie genug. -
Lulu
Rang: Gastam 24.03.2008 13:43:32
Ja, meine Liebe,
das ist nun wirklich ziemlich heftig, was Du durchmachst!!!
Selbstverständlich kann niemand Dich verurteilen, wenn Du angesichts deiner miesen Gesamtlage das Handtuch wirfst und
hoffst, Dich aus Deinem jetzigen Leben durch Flucht entfernen zu können in ein besseres Dasein.
Spiel das Ganze mal gedanklich durch: Wie sähe denn ein Leben ohne Deinen kranken Mann für Dich aus? Würdest Du ihn vermissen? Du musst jetzt niemandem darauf antworten.
Wie sähe Dein Leben ohne Deinen Mann und Deine Kinder aus?
Würdest Du die Rasselbande vermissen?Wer könnte sich liebevoll um sie kümmern? Wem könntest Du die Verantwortung übertragen, die Du dadurch, eine Mama zu sein auf Dich genommen hast.
In guten und in schlechten Tagen -----
Ist Deine Liebe groß genug das alles, was Du momentan erträgst weiterhin zu tragen?
Oder ist da nichts mehr? Nur Frust und Verzweiflung? Wenn dem so ist:
Handle nach D e i n e r inneren Wahrheit. Nur das bist Du Dir schuldig.
Was Dir zu schwer, oder unmöglich ist zu tragen, darfst Du abwählen. Da gibt es keine Instanz, die Dir was vorschreiben kann! Du bist nur Dir selbst verantwortlich. Und das ist kein Egoismus! Es nützt bestimmt keinem, wenn Du allein weiterwurstelst und dabei keinen Sinn in all Deiner Mühe mehr siehst, denn dann wirst Du über kurz oder lang ausflippen.
Damit ist keinem gedient!
Versuche Hilfen zu kriegen für die Bewältigung Deines Alltags, wenn Du Dich für die Familie entscheiden solltest.
Ansonsten plane Deinen Abgang mit Augenmaß!
Eines zum Trost, aller Anfang ist schwer, auch für Deinen Mann!
Wie schon einige hier so richtig sagten: Er ist groß genug mit seinen Krankheiten selbst fertig zu werden. Das müssen wir ja alle!
Rede mit ihm ehrlich! Mag sein, das hilft ihm, für sich selbst ein wenig mehr zu sorgen. Du musst nicht die ganze Welt auf Deinen Schultern tragen!
Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut, die richtigen Entscheidungen in Deinem Leben zu fällen, und auch mit all den Konsequenzen die sich aus Deinem Handeln ergeben zu leben, so oder so.
Willkommen im Club!
von Lulu -
anonym
Rang: Gastam 29.03.2008 17:14:37
Hallo an Alle!
Es ist einige Zeit vergangen und möchte mich bei euch noch mal melden.
Es ist wie es jemand hier geschrieben hat: Ich habe 3 Kinder um die ich mich kümmern muß, ein schwerkranker 8 jähriger Junge mit Autismus & AHDS 100% Schwerbehindert und 2 Kleinkinder.
Hinzu kommt jetzt noch mein Mann, der mir mit seiner Krankheit eine zusätzliche Hürde aufbaut.
Ich war und bin mit meinem Sohn schon beschäftigt genug nun habe ich noch meinen Mann den ich mit "pflegen" kann/darf.
Seine Werte sind wirklich toll, er hat nie zu hoch und hat auch noch nie unterzuckert. Alles schön und gut, aber:
Ich kann nicht eine einzigste Mahlzeit seitdem mehr genießen. Ich zähle nur noch BE´s, weiß was ich und die Kinder gegessen haben, wieviel mein Mann spritzen muß usw.. das ist wie ein Zwang diese Kontrolle. Aber das kommt daher, daß ich meinen Sohn auch permanent kontrollieren muß und das seit Jahren. Kontrolle ob die Haustür zu ist, ob der Wasserhahn zugedreht wurde, ob er das Messer weggeräumt hat, ect..
Dazu jetzt noch ob mein Mann sein Insulin gespritzt hat oder nicht (vergisst er nämlich teilweise auch :-().
Mich macht das wahnsinnig, ich würde gerne gelassener damit umgehen, kann es aber nicht.Nun werden sicher viele sagen, ist doch sein Problem, muß er mit klar kommen. Falsch, ich sehe das anders, wenn er sich nicht richtig um sich kümmertund ihm was passiert, stehe ich alleine da, nicht er.
In unserer Ehe hat es vor der Diagnose sehr stark gekriselt. Als ich dann einige Zeit nach der Diagnose nervlich nicht mehr konnte, hatten wir die große Aussprache.
Seitdem schleicht er nur noch um mich herum, erfüllt mir alle Wünsche ect. ect..
Aber irgendwie habe ich die Angst daß er das nur tut, weil er jetzt "krank" ist und Angst hat daß er verlassen wird.
Ach, es ist total verfahren, ich habe immer noch seeehr viele Tage, bei jedem Essen und jedem Spritzen an dem meine Laune echt in den Keller geht.
Wird das besser werden?
Wie lange hat es bei euch gedauert. Ich habe nur langsam wirklich die Bedenken, daß ich mich damit nie abfinden kann, und was dann?
LG
anonym -
Ojima
Rang: Gastam 29.03.2008 23:52:50
Hallo,
auch wenn es für Dich unglaublich klingen mag, im Moment zumindest, Du lernst das und Du gewöhnst Dich daran die Verantwortung an Deinen Mann abzugeben.
Ich kann Dir vollkommen nachempfinden....
Mein lieber Mann wurde vor langer Zeit mit dem Notarzt ins Krankenhaus gefahren, mehr tot als lebendig. Es war eine Minute vor Zwölf für ihn...... Seit diesem Ereignis nimmt er ein Medikament, um zu verhindern, dass er nochmals im Sterben liegt. Die ersten Monate habe ich ihn auch permanent überwacht, ob er auch ja seine Medis genommen hat.Ob er seine Ernährung korrekt einhält . Auch ich hatte Angst ihn zu verlieren..... Amüsanterweise hat sich alles etwas umgekehrt: ich habe DM bekommen und mein Mann macht sich mittlerweil Sorgen um mich, obwohl das eigentlich Quatsch ist. Ich schaue da selber drauf. Wir haben uns jetzt darauf geeinigt: jeder kümmert sich um seinen Kram. Und was soll ich sagen....es funktioniert. Kein Partner ist für den Anderen und sein Verhalten verantwortlich. Sage aber bitte einmal Deinem Mann in aller Deutlichkeit , dass Dir sein Umgang mit seinem DM mißfällt und Du Dir Sorgen um eure gemeinsame Zukunft machst. Das Recht dazu hast Du. Schon wegen euren gemeinsamen Kindern, die haben ein Recht auf einen unversehrten Vater. Ich habe meinem Mann noch ganz andere Dinge an den Kopf geworfen, die man hier nicht schreiben darf, auch wegen unserer Kinder. Nur soviel dazu....es hat bei meinem Mann Wirkung gezeigt, er bemüht sich.... er braucht ab und an mal einen Schubs/Knuff.....so sind die Männer halt....die meinen das noch nicht einmal böse, sind nur etwas Gedankenlos ab und an. Also Kopf hoch....das bekommst Du im Laufe der Zeit geregelt.....und noch ein Tip: hole Dir bitte professionelle Hilfe, rede mit Deinem Doc, vielleicht auch mit seinem Diadoc, damit Du weißt wie du die jeweiligen Situationen bewältigen kannst.
Damit Du nicht auf der Strecke bleibst.
Denk auch an Dich!
Alles Liebe für Dich und viele Grüße Ojima -
Pia
Rang: Gastam 31.03.2008 11:55:42
Hi Ojima,
das war ein tolles posting! Respekt.
Liebe Anonym,
das ist schön, dass du dich wieder meldest.
Ich kann nur zustimmen, was Ojima geschrieben hat.
Auch, wenn dein Mann grad "umdichrumschleicht", nützt das nix für eure derzeitige Situation.
Es gilt, im Gespräch bleiben. Ich habe mir so überlegt, wie du vorgehen würdest, wenn eines Deiner Kinder an DM erkranken würde...(Was wir nicht hoffen.)
Du würdest sicher jegliche Unterstützung geben, ABER auch darauf achten, dass es im Umgang mit dem DM selbstständig wird.
Diesen Status musst du wahrscheinlich auch für deinen Mann ansetzen.
Und vielleicht auch ganz klipp und klar sagen:
Ich finde es gut, dass du das und das tust, ABER, wenn wir es nicht lösen können, dass du dich ganz allein um den DM kümmerst und vor allem mich nicht entlastest, wird meine Kraft auf Dauer nicht reichen für 5 Personen und ich werde mich von dir trennen.
Ich hatte ja schon mal gefragt, ob und auf welche Weise dein Mann Dich entlastet?
Und bin immer noch von der Idee überzeugt, dass ER das Kochen komplett übernehmen sollte. Was passiert denn, liebe Frau Anonym, wenn du irgendwann nicht mehr kannst und auf der Schnau.. liegst. Schon im Sinne der Kinder MUSST du das angehen. Ich wünsch dir alles Liebe und Gute von Herzen. Und keine Scheu, dich hier zu melden.
von Pia