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  • Viel weniger Insulin in den Ferien?

    Rang: Gast
    am 14.08.2010 23:15:32
    Ein Phänomen, das mich seit meiner ersten Reise als Typ-1-Diabetiker vor etwa zwei Jahren erstaunt: Mein Insulinbedarf sinkt rapide, wenn ich in den Ferien bin.

    Beispiel:
    Ich hab 8 Tage in Nizza verbracht. Wunderschöne Gegend, wunderbares Essen. Natürlich voller Kohlenhydrate, ich spritz also wie gewohnt runter. Im Schätzen bin ich nicht so schlecht. Trotzdem lag ich nach 3, 4 Stunden immer grad so knapp bei 4 mmol/l oder drunter. Also hab ich fortan weniger gespritzt. 4 Einheiten Novorapid für eine Pizza. 3 Einheiten für ein komplettes französisches Frühstück mit Orangensaft und Konfitüre aufm Brot. Dazu muss ich sagen, dass ich am Morgen sowieso kaum Insulin brauch, ich kann also durchaus auch daheim ein Glas Orangensaft trinken, ohne zu spritzen. Aber diese Menge an KH würde meinen Wert fast schon zweistellig werden lassen, wenn ich daheim gleich viel spritzen würde.

    Anderes Beispiel:
    Kurztrip nach Rom. Italien, das Land mit wunderbaren Gerichten aus Teig. Also gabs oft Pizza, Pasta und dergleichen. Daheim sind das meine "Horrorgerichte", weil ich auswärts nie genau weiss, was in die Sauce gekippt wird und Pizza ist ja sowieso eine Achterbahn-Nahrung. Aber auch hier. Ein Wagenrad von Pizza gegessen, 6 Einheiten gespritzt (meine normale Dosis für eine normal grosse Pizza zu Hause), paar Stunden später munter Traubenzucker gelutscht, um die Hypo zu beseitigen.

    Kaum wieder daheim, ist alles wieder normal. Ich darf wieder fast die doppelte Menge an Insulin reindrücken, wenn ich dasselbe ess.

    Kennt jemand das Phänomen, hat jemand eine Erklärung dafür? Ich beschwer mich natürlich nicht, denn so sind die Ferien beinahe auch Ferien von der Krankheit. Spritzen muss ich zwar, aber ich komm mit viel weniger aus. Auch messen musste ich nicht so viel, weil ich ja weiss, dass die Werte gut sind.

    Wenn das so bleibt, frag ich mal bei der Krankenkasse, ob sie mir die Ferien nicht auch als Therapie bezahlen könnten ;)
  • asda

    Rang: Gast
    am 14.08.2010 23:16:25
    Und ja, das mit dem Titel des Themas hat nicht geklappt.

    Hätte "Weniger Insulin in den Ferien?" lauten sollen. Mea culpa.
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 15.08.2010 09:10:30
    Und wenn Du mal Deine Bewegungs-Profile zuhause und in Nizza vergleichst? von Jürgen
  • Silvana

    Rang: Gast
    am 15.08.2010 10:02:20
    Ich kenne dieses Phänomen auch. War in Thailand und da ging es mir echt gut. Hatte kaum Ausreißer und mein Zuckerspiegel war noch nie so gut eingestellt. Allerdings habe ich meinen Diabetologen vorher gefragt. Er sagte mir dass Insulin in Wärme besser und stärker wirkt und ich soll vorsichtig spritzen. Heißt lieber mal etwas weniger und das hat super funktioniert, während mein Zuckerhaushalt hier rauf und runter gallopiert.Also bloß nie am Nordpol Urlaub machen immer schön in den Süden wos warm ist. Ich glaube wir beide wandern zusammen aus, dann geht es uns gut :-)
    Schönes WE noch und lieber Gruß Silvana
  • peter

    Rang: Gast
    am 15.08.2010 11:16:37
    wenn das bei euch so ist , seid froh, in anderen foren jammern die gegenpole zu euch -> wenn es warm ist spinnt mein bz. und brauchen mehr insulin.
    von peter
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 15.08.2010 12:17:33
    Moin Peter,

    dass der BZ im Urlaub mit weniger Insulin zufrieden ist, bemerken auch Leute, die in kalten Ländern oder im Winter urlauben. Verwundern tut das nur diejenigen, die ihren BZ-Verlauf nach dem Essen nicht beobachten. Sonst würden sie sehen, dass der BZ schon weniger hoch ansteigt, wenn man sich in der Stunde nach dem Essen etwas bewegt. Dafür reicht vollkommen Shoppen oder die Besichtigungstour oder der Gang an den Strand oder die Schwimmeinlagen zur Abkühlung im Pool, alles, was den Kreislauf ein bisschen beschleunigt.

    Weil Bewegung bei vielen zuhause nicht regelmäßig zum Tagwerk gehört und weil sich die meisten der Wirkung auf den BZ gar nicht bewußt sind und die nur mit ausgesprochenem Sport erwarten, klagen sie eben zuhause häufig über spinnende oder gar Spring-BZs.

    Bisdann, Jürgen
  • aweawse

    Rang: Gast
    am 15.08.2010 21:50:15
    Das mit der Bewegung hab ich mir auch überlegt. Aber dann hätt ich diesen Effekt ja auch, wenn ich hier mal einen Spaziergang mehr mach. Daran glaub ich aber nicht, weil ich bin weder daheim noch in den Ferien ein Bewegungsfanatiker. Aber ganz ausschliessen kann ichs natürlich nicht.

    Das mit der Temperatur hingegen schliess ich aus, weil ichs auch im kühlen Berlin so erlebt hab.

    Jedenfalls, ich freu mich natürlich.
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 15.08.2010 22:38:50
    Naja, da werden wohl einige Faktoren zusammen arbeiten ^^
    Temperatureinfluss gibt es definitiv, Schwimmen gehen im Pool macht da auch ne Menge, Bagatellbelastungen wie einfaches Gehen kommen hinzu, außerdem kocht man in anderen Ländern anders :-)
    Diese Liste ist zu ergänzen...

    LG, Daniela
  • dfcdf

    Rang: Gast
    am 18.08.2010 09:28:07
    Ist natürlich schon so, dass eine dünne Römer Pizza weniger Teig enthält als eine normale hier.

    Und wenn man statt des Tellers Pasta hier in Frankreich Crèpes isst, kann man sich auch noch nen süssen Belag erlauben, ohne dieselbe Menge KH reinzuschaufeln.

    Fänds halt toll, wenn ich das irgendwie hier auch hinkriegen würd.
    Meine Werte sind gut, daran liegts nicht. Aber ich hab das Gefühl, ich könne mehr essen und müsse dafür weniger spritzen.
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 18.08.2010 11:58:56
    Geh doch einfach mal in Gedanken den Tagesablauf im Urlaub durch und vergleich den mit hier: Ich bin mir recht sicher, dass der im Urlaub sehr viel mehr und viel breiter über den Tag verteilte Bewegungsanteile enthält. Nicht Joggen, aber z.B. recht zügig nach dem Frühstück aufstehen und was unternehmen und ebenso nach Mittag- und Abendessen. Und dazwischen wird auch sehr viel weniger gesessen, denn das ist langweilig. Sitzen kann man schließlich lang genug zuhause :-) von Jürgen
  • Barbara

    Rang: Gast
    am 18.08.2010 12:42:31
    ich glaube viel mehr, daß man im urlaub unbeschwerter ohne Stress lebt und das sich auf den Zucker auswirkt.
    ich merke es , daß mein Zucker sehr viel besser geworden ist auch mein Blutdruck, da ich mir meinen Ellenbogen durch einen Sturz gebrochen hatte und meinen nicht mehr versorgen konnte
    und ins heim mußte. Ich will damit sagen , zu
    mindest bei mir seelische Faktoren eine große
    Rolle spielen auch der tägliche Stress.
    Natürlich anderes Klima und essen spielt auch eine Rolle. von Barbara
  • asdasd

    Rang: Gast
    am 19.08.2010 00:27:47
    "Und dazwischen wird auch sehr viel weniger gesessen, denn das ist langweilig."

    Sag das nicht, Jürgen. Wir hätten da unten pausenlos essen können, weils so gut war ;)

    Aber stimmt schon. Natürlich beweg ich mich mehr als wenn ich am Morgen aufsteh, ins Büro fahr und dann den ganzen Tag am Pult sitz. Aber so arg mehr ... naja, reicht halt wohl schon.

    Und den psychischen Aspekt darf man sicher auch nicht ausser Acht lassen. Als es mir mal recht schlecht ging, war mein Zucker auch immer um 6 mmol/l rum, obwohl ich ganz normal gespritzt hab.
  • Meinung

    Rang: Gast
    am 19.08.2010 14:22:03
    Dass der BZ nicht nur vom Futter abhängt, ist klar inzwischen.

    Negativer Stress z.B. kann den BZ nach oben jagen, auch Krankheit oder einfach Klimawechsel.

    Und ich denke, Barbara hat den Hauptgrund genannt für die niedrigeren Werte im Urlaub.

    Man ist gelassener und relaxter.. Und das macht gute Werte.. von Meinung