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Spritzplan?
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Erwin Weindl
Rang: Gastam 21.10.2007 20:47:32
Liebe Wissende Gemeinde,
bitte was ist bei euch in Deutschland die Therapie mit einem Spritzplan? Ich habe da so eine Ahnung/Befürchtung!
Wenig Arbeit für den Arzt bei gleicher Entlohnung, wenig Wissen für den Patienten bei schlechten Werten, oder?
Danke und liebe Grüße
Erwin von Erwin Weindl -
Gina
Rang: Gastam 21.10.2007 21:37:40
Hallo Erwin!
vllt hast du recht. ich habe von anfang an die ICT durchgeführt und somit keine CT erfahrungen. ein karnekschwester, welche auch diabetes hat, hat mal gesagt, mann käme mit der CT genau so gut zu recht, wie mit der ICT, wenn man sich an die therapievorschreiften halte. das wage ich zu bezweifeln. ich denke, die gründe kannst du dir selbst denken. ob das für den arzt weniger aufwand ist kann ich nicht sagen, aber ich denke eher nciht, denn bei der ICT muss der patient viel mehr eigenverantwortung tragen, im gegensatz zu der CT. so denke ich.
alles liebe,
Gina -
klausdn
Rang: Gastam 21.10.2007 22:24:29
hallo erwin,
eigentlich das gleiche wie es in austria, und der schweiz auch gemacht wird, etwas mehr als ct, aber für anfänger eine krücke bis zur ict schulung.
wobei in allen drei ländern bei vielen die mit ict (nicht wollen-nicht können-) überfordert sind , und damit einfach weiter arbeiten.
wenn ich molly richtig verstanden habe ist es in der ch sogar standard.
und fit in a ist ja auch noch nicht flächendeckend.
eingeführt. .
mfg klaus von klausdn -
Erwin Weindl
Rang: Gastam 21.10.2007 23:27:34
Lieber Klaus,
Danke erstmals, bei uns in A gibt es ein massives Stadt-Land gefälle. In Wien ist der Zugang zu einer ordentlichen Therapie normalerweise Standard. Da werden die Patienten sofort zu einer der versierten Kliniken überwiesen, am Land, wo meist die einzige Auswahl ein praktischer Arzt ist, ist es am schlechtesten. Da wird halt herumgedoktort. Eines ist aber ganz sicher, es wird besser.
Als abschreckendes Beispiel für einen Behandlungsbeginn kann ich mich nehmen, mit 18 wurde bei meinem Hausarzt T1 diagnostiziert und im Ambulatorium wurde ich mit Tabletten, und 10 BE und dem Rat eine Diätassistentin aufzusuchen abgespeist. das war aber 1979.
Ich hatte damals das Glück, dass die Mutter einer Freudin Primarärztin im Lainzer Krankenhaus war. Vielleicht ist dir das Lainzer oder wie es heute heisst Hiezinger
Krankenhaus in Wien aus der Geschichte der Insulinpumpe ein Begriff? Dort hat es bei uns 1981 begonnen. Damals wurden Patienten mit einer implantierten Pumpe ausgestattet. Heute sind das nur mehr ganz wenige.
Danke und liebe Grüße
Erwin von Erwin Weindl -
Jürgen
Rang: Gastam 22.10.2007 09:56:29
Moin Erwin,
Pläne, nach denen schematisch nach Ausgangs-BZ gespritzt wird, habe ich in den vergangenen 2 Jahren in der Selbsthilfe immer mehr gesehen, auch aus stationärer Einstellung und bei Betroffenen, die alle noch voll mental in der Lage und willens waren, ne richtige ICT/FIT zu lernen und zu machen. Und die Selbsthilfe-Kontaktstellen, die ich hier in der näheren und weiteren Umgebung kenne, sagen mir, dass sie ne ähnliche Bewegung zum Schema bei allen Therapien beobachten, die optimal halt ein bisschen erklärungsbedürftiger sind.
Entgegen den Empfehlungen aller namhaften fachärztlichen Diabetes-Gesellschaften finden wir anscheinend auch in D eine Praxisbewegung hin zu einem HBA1c um 8=gut. Nicht zuletzt, weil das der Durchschnitt aller INSULINER bei uns ist, sondern weil sich der mit den günstigsten Medis und vielfach ohne BZ-Messungen erreichen lässt und somit Kosten spart - wenigstens gegenwärtig.
Bisdann, Jürgen -
Maria
Rang: Gastam 22.10.2007 10:20:48
Guten Morgen!
Als ich heuer Fit geschult aus der Rehab (Aflenz/Österreich)zurück kam und mit meinem Hausarzt über anstehende Änderungen sprechen wollte,
hat der einen Blick auf mein Fit- Tagebuch geworfen und gesagt:"Ach, so schaut das aus. Diese Therapie ist viel zu aufwändig, das können Sie nicht durchhalten, da brennen Sie aus." Er gab mir gleich eine Überweisung in die Diabetes-Ambulanz. Ich habe ihn dann vertröstet und gemeint, ich würde zuvor den nächsten HbA1c - Wert abwarten. Der war dann 7, der folgende zu meiner Freude 6,4.
Nun habe ich einen Bänderriss und damit mehr Zeit als mir lieb ist.
Mein Hausarzt wollte wissen, ob ich endlich in der Ambulanz gewesen sei ( mein BZ - Tagebuch hat er keines Blickes mehr gewürdigt). Also ging ich mal in die Ambulanz, zumal ich aus
verletzungsbedingtem Bewegungsmangel mehr Insulin brauche und mir bestätigen lassen wollte, dass ich richtig reagiere.
Die Ärztin dort meinte, wie ich es mache sei bestens. Sie war erstaunt, als ich ihr von den Zweifeln meines Hausarztes berichtete und meinte, FIT sei doch seit Jahren Standart.
Mit meinem Hausarzt bin ich ansonsten sehr zufrieden, er nimmt sich viel Zeit für mich, aber bei Diabetes ist er nicht der richtige Ansprechpartner. Dabei denke ich, bei der hohen Anzahl von Diabetikern müsste es sich doch auch für praktische Ärzte auszahlen, sich extra schulen zu lassen und
dann so etwas wie den Ruf eines Diabetes- Experten zu erwerben. Die Bezeichnung "Diabetologe" gibt es in Österreich nicht.
Lieben Gruß
Maria -
Teilnehmer
Rang: Gastam 22.10.2007 12:44:04
Probier es aus,experimentiere, wenn Du schon länger Diabetes hast.
von Teilnehmer -
BARBRA
Rang: Gastam 22.10.2007 13:01:08
Hallo!
Spritzplan hatte ich nie einen
Wurde schon im KH auf Fit geschult und war dann wie Maria Rehab in Aflenz .Bestens auf Fit eingeschult.Kein Problem.Bis vor einem Monat als meine Werte durcheinandergerieten.Schwerer Infekt war der Grund.Mein behandelnder Diabarzt war leider nicht da,mußte mit einem anderen vorlieb nehmen und dieser meinte doch glatt-ich dürfe nicht selbst an meiner Insulidosis herumdoktern,sondern mich an ihn wenden und er passt das Insulin an.Dachte ich hör wohl nicht recht,als ich nachfragte warum er dass so machen will -hatte er keine passende Antwort.Mein Resumee-da geh ich nimmer hin.War echt schockiert.
lg
BARBRA
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Pia
Rang: Gastam 22.10.2007 13:43:46
Lieber Erwin,
diese Spritztabellen sind noch immer üblich. Ich habe auch so eine in die Hand gedrückt bekommen. Als Orientierung zu Beginn sicher ganz nützlich, bildete sie leider die Grundlage für jede weitere Sprechsstunde. Bevor ich Insulin spritzen durfte, musste ich eine zeitlang nur messen und aufschreiben, was ich esse, dann bekam ich die Tabelle und das Insulin.
Die Tabelle sieht so aus, dass je Bereich z.B. 3-5 mmol/l xx E. Insulin gespritzt werden sollen. Eigener Handlungsbereich ist nicht vorgesehen. Ich habe sie weggeschmissen nach Erstkontakt mit den Forumsusern hier.
Ich hatte Angst, der BZ würde ausflippen, wennich eigenmächtig ohne Absprache mit dem Diadoc auch nur 2E in eine Richtung eigenmächtig verändere. Ich war immer in 2 min wieder aus der Praxis. HBA1C angesehen, Spritztabelle geändert. Tschüss.
Erfolg der Therapie: ein ansteigender HBA1C-Wert bis über 12%.:-(( von Pia -
Erwin Weindl
Rang: Gastam 22.10.2007 19:14:57
Hallo ihr lieben,
danke für eure Infos obgleich mir dabei überl wurde. Es ist leider so, dass Kosten eine Rolle spielen und man als Neuling auch Glück braucht einen Guten Arzt zu haben oder ihn zu bekommen. Am Anfang hat man meist einen Schock bei der Diagnose und ist irgendie gelähmt. Eines ist aber leider auch sicher, nicht jeder Diabetiker ist vom geist. Potential in der Lage eine FIT oder CSII anwenden zu können. Und würden die alle gleich an eine Stoffwechselabteilung überwiesen werden gäbe es ziemlichen Stau. Vielleicht ist das ein gewollter Test, dass Patienten die Standardtherapie alleine überwinden müssen um den Zugang zu einer optimalen Therapie zu erlangen.
LG Erwin von Erwin Weindl -
Molly
Rang: Gastam 24.10.2007 11:13:21
Hallo Erwin
Muss dazu doch nochmals sagen, dass wir in unserem Freundes-Umkreis Diab. II alle Spritzpläne haben. Mein Schwager der seit 30 Jahren nach diesem Plan lebt, einen Wert von 5.2% hat, ich letzte Woche einen Wert von 6.4% habe. Mit der Zeit spritzt man natürlich 2-4 E mehr bei einer Zwischen-verpflegung etc. Man wagt mit der Zeit schon mehr zu spritzen. Trotzdem hört sich das ja bestens an im Forum, aber ich schaffe es nicht, da ich dauernd unterwegs bin, pendle, und auch nicht die Möglichkeit habe, alles auf die Waage zu stellen, da ich sehr viel im Restaurant esse. Ich halbiere dann halt die Portionen. Klar kann man noch bessere Werte erreichen, aber bin im grossen und ganzen zufrieden. (Ausser mit meinen Boböchen, aber das haben die anderen auch.)
Freundlicher Gruss aus der Schweiz
Molly -
Erwin Weindl
Rang: Gastam 24.10.2007 13:15:25
Liebe Molly,
danke für die Info. Aber das heist ihr habt zusätzlich die Möglichkeit mit einem schnellwirkenden Insulin zu korregieren oder?
LG Erwin von Erwin Weindl -
Molly
Rang: Gastam 24.10.2007 13:25:27
ich passe sehr mit dem Essen auf.
Wenn es passiert, dass ich ca. 3 -4 Stunden nach dem Essen hoher Blutzucker habe, reguliere ich nur wenn er über 10 ist. Er fällt von selber wieder runter.
Aber wenn ich sagen wir ein Zvieri esse, 1 Stk. Kuchen oder so, dann spritze ich 4 E.
Gruss Molly
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Pia
Rang: Gastam 24.10.2007 16:07:53
Lieber Erwin, du kannst doch mit dem Kurzzeit-Insulin auch nach dem Essen noch korrigieren. von Pia -
Erwin Weindl
Rang: Gastam 24.10.2007 22:25:11
Liebe Pia,
ich habe das Essensinsulin vom Basalbedarf getrennt. D.h. ich schätze das was ich esse, spritze dafür, und sollte ich mich verschätzt haben korrigiere ich mit Kurzzeitinsulin abhängig davon wie hoch ich bin. Ich muss aber bedenken, wenn ich kurz hintereinander 2 oder mehrmals esse dass ich auf die Überlappungen meiner Nahrungsaufnahme achte. Also wenn ich z.B. um 12h 4 BE esse und um 13h nochmals 3 BE werde ich um 14h etwa 160 BZ haben und diesen nicht korrigieren. Esse ich um 12h 4 BE und habe um 14h noch immer 140 werde ich auf MEINEN Zielwert von 80 korrigieren. Bei mir senkt eine Einheit Insulin den BZ um 30, d.h. ich spritze um den BZ zu korrigiern nachträglich 2 IE.
Ich hoffe das Beispiel ist nachvollziehbar.
Liebe Grüße
Erwin von Erwin Weindl