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Ist der Lauber-Verein eine Sekte oder ein AOK-Abkömmling?
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Pia
Rang: Gastam 05.09.2007 12:19:09
Da hier oft von der Lauber-Methode gersprochen wurde, musste ich jetzt auch mal googeln, hui.. da gruselt es mich aber beim Lesen wirklich:
Zitat: Diabetes: eine Chance für ein besseres Leben! Lifestye-Diabetes (auch Diabetes Typ2 genannt) ist eine Zivilisations-Krankheit. Weil über 80% der unter 60-jährigen die Stoffwechselstörung ohne Medikamente besiegen können und zwar durch eine regelmäßige Messung des Blutzuckers, eine gemüsebasierte Saisonalküche sowie durch regelmäßige kontinuierliche körperliche Bewegung - die Lauber-Methode! Weil das Wort „Krankheit“ statt aktiver Aktienten passive Patienten produziert, die keine eigene Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen. Darin liegt auch der Kardinalfehler der Disease Management Programme (Krankheitsverwaltungsprogramme) der Krankenkassen. Weil „Krankheit“ automatisch die bequeme Ausflucht Medikament assoziiert, eine Vollkaskomentalität, die dazu führt, dass der Lifestyle-Diabetes, von dem bald zehn Millionen betroffen sind, mit über 20 Milliarden Euro einer der größten Kostenblöcke des Gesundheitssystems ist. Zitatende.
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Das ist aber ein gefährliches Gemisch. Es werden gepaart simple Erkenntnisse über gesundes saisonbedingtes Gemüse und Fisch + gesunde ausgewogene gediegende Bewegung mit der Information, dass Diabetes 2 ohne Medikamente auskommt und Diabetes "besiegt" werden kann, also ausgeheilt. Natürlich aber NUR begleitend zu ärztlichen Therapie. Ja, was denn nun?
Ich halte die Informationen für gelinde gesagt gefährlich. Herr Lauber erzählt uns, was schon jedes Kind weiß, suggeriert aber, dass man später nur morgens eine BZ-Messung benötigt (empfiehlt gleichzeitig dann aber dennoch die Bestimmung des HBA1C aller 3 Moinate- na gottseidank) und obwohl er betont, dass es NUR ergänzend zur ärztlichen Therapie ist, suggeriert er doch, dass man den Arzt eigentlich nicht braucht und unterstützt damit die Angst derer, die lieber eher nicht zum Diabetologen gehen möchten, weil sie Angst vor Insulin oder dem Spritzen haben. Und es wird vermittelt, dass sogar der Hausarzt nicht erdorderlich ist, und man sich doch eher einem Verein anschließen sollte, weil es ja doch SOOO einfach ist...
Für mich klingt das einfach nach Verein, Sekte, sorry, einfach Schrott. Aber das ist mein ganz persönlicher Eindruck und kann falsch sein.
von Pia -
rudi
Rang: Gastam 05.09.2007 15:16:57
hallo pia,
dein eindruck ist richtig.
das einige was man von lauber übernehmen kann, ist viel bewegung wenn man dazu in der lage ist.
viel gemüse? bei der chemischen belastung?
alles andere soll nur dem zweck dienen, seine mittelchen an die frau/mann zu bringen.
geheilt wird damit keiner, nur gutgläubigen das geld aus der tasche gezogen.
gruss rudi
? wie geht es dir mit actos ? -
Pia
Rang: Gastam 05.09.2007 17:22:25
Danke, lieber Rudi, mir gehts gut, am Freitag wird der nächste HBA1C-Wert bestimmt, wennse mich ins Labor lässt. Keine spürbaren Nebenwirkungen, das Kleidchen passt auch inzwischen besser. von Pia -
rudi
Rang: Gastam 05.09.2007 21:25:07
hallo pia,
schön zu hören, dass es dir gut geht.
bestimmt wird sich der hba1c weiter nach unten bewegen.
meiner ist unverändert bei 6,2, trotz absetzen des glitazon vor vier monaten.
es hat offensichtlich nicht richtig gewirkt.
vermissen tu ich es nicht.
mein doc schwärmt von byetta und januvia, spricht von einer wende im diabetes management.
wünsch dir weiterhin einen normnahen bz-verlauf.
gruss rudi
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Pia
Rang: Gastam 06.09.2007 10:29:53
Lieber Rudi,
von Byetta hatte meine Hausärztin auch geschwärmt. Sie ist auch so ne "Aufgeschlossene und Gute" wie dein Doktorchen. Aber 6,3 % ist doch ein guter Wert erst mal. Aber du bist sicher auch so ein "Streberchen" wie ich, dass man doch als Fernziel einen Fünfer erreichen könnte.
Ich bin erst mal sehr froh, dass ich auch mittlerweile stabile! gute Werte habe. Und jetzt bin ich dabei, über feintuning, die noch runterzukloppen. Mein Vorteil ist, dass ich vom Tramadol und Lyrica tagsüber gar keinen Hunger mehr habe und mich von Leitungswasser, Tee und Kaffee und Saft ernähre. Ich schraube grade am Saftbolus, aber vooorsichtig, nicht dass ich mich abschieße...Nur der Morgenwert geht mir noch gehörig auf den Docht, der ist zu hoch, da muss ich noch dranrumschrauben, weiß aber nicht so Recht, wo ich da ansetzen soll. Muss mich noch mal belesen, ich habe in Erinnerung, dass das auch Thema hier war.
Ich glaube auch, dass von Pia -
Ronny
Rang: Gastam 08.09.2007 03:29:48
Hallo Pia,
also wenn man Lauber in die "Sekten"-Ecke stellen möchte, da gruselt es mich aber!
Lauber geht eben aktiv seine Krankheit an und überlässt sie nicht nur dem Arzt. Lass ihn doch! Was hat das mit Sekte zu tun???
Du bist anscheinend von der 100%-Schulmedizin-Fraktion und siehst in Lauber & co. eine Gefahr. Warum? Es kann nur gut sein, wenn man sich (natürlich neben einer ärztlichen Diagnostik) selbst auch mit ergänzenden Methoden um seinen Diabetes kümmert und nicht nur mit Mittelchen, die Onkel Doc verordnet.
Gruß, Ronny -
Jürgen
Rang: Gastam 08.09.2007 12:44:45
Moin Ronny,
Hans Lauber ist mit seinem Umgang mit seinem Diabetes nach dem Muster Messen-Essen-Laufen ein nachweisbar großer persönlicher Erfolg gelungen. Dabei wird vor dem Essen gemessen, um zu sehen, wie viele KHs in den eigenen gesunden Rahmen passen, wenn man sie anschließend abläuft, dann werden die gegessen, und dann wird eben gelaufen. Und viele, die dieses Schema übernehmen konnten und können, können sich ebenso nachweisbar auch an ihren Erfolgen freuen - mit einer wichtigen Einschränkung: die selbe Laufleistung zur selben Zeit hat bei 10 verschiedenen Diabetikern 10 durchaus weit auseinander liegende Ergebnisse. Das heißt, wenn Hans Lauber keine Medis mehr braucht, kann Franz Müller mit der selben Laufleistung zwar weniger, aber immer noch Tabletten nehmen müssen und Rolf Schneider zwar weniger, aber sogar immer noch Insulin spritzen, damit deren Blutzucker ebenso im grünen Bereich verläuft.
Was nun Ernährungsergänzungen betrifft, so ist die Werbung immer stärker als die Wirkung. Das bedeutet nun nicht, dass sie unbedingt immer wirkungslos wären, sondern dass sie einfach keine mit jeder Einnahme wenigstens über eine Zeit verlässlich nachweisbare Wirkung entwickeln.
Trotzdem kann man durchaus die persönliche Erfahrung machen, dass es einem mit der Einnahme eines Mittels besser geht, und man kann von dieser Erfahrung berichten. Aber jedes verallgemeinernde Wirkversprechen ist zumindest moralisch verwerflich.
Nun hat sich auch beim Hans Lauber mit seiner erfolgreichen Geschätstätigkeit der Kern, also das Laufen, verselbständigt und findet veröffentlicht längst ohne Messen statt, obwohl die Ausrichtung an den eigenen Messwerten unabdingbar für Laubers Erfolg war und ist. Und Laufen gilt als DAS Heilmittel für den Typ2, obwohl es auch bei Hans Lauber nachweislich nicht geheilt, sondern nur den Grad des Behandlungsbedarfs ein Stück weit zurück gedreht hat und obwohl die meisten von uns diese Laufleistung aus den verschiedensten Gründen nicht nur nicht bringen wollen, sondern einfach nicht bringen können. So gehe ich z.B. wegen erheblicher Gehbehinderung infolge Polio als Kleinkind an 2 Stöcken und kann nicht nur von den Kilometern, sondern auch von den Zeiten, die Hans Lauber auf seinen Beinen verbracht hat, allenfalls träumen.
Und ähnlich ist es mit der Verselbständigung der Nahrungsergängzungen, die dem erfolgreichen Buchautor geschäftsmäßig zur Erweiterung des Angebotes angeboten werden. Das ist schlichtes Merchandising: Dabei wird hier von allen Beteiligten darauf gebaut, dass der gute Name des Läufers eben auch die Mittel verkauft - und die Rechnung geht ganz offensichtlich auf :-)
Hans Lauber verdanken wir übrigens, dass Typ2 als Lifestyle-Diabetes so breit getreten worden ist, dass ihn heute sogar Ärzte als selbst verschuldet vertreten, obwohl kein noch so dicker und sesshafter Mensch ohne Defekt seiner Bauchspeicheldrüse zum Diabetiker wird und obwohl bisher kein einziger Beleg dafür vorliegt, dass ein solcher Defekt gewichtsbedingt entwickelt würde :-(
Bisdann, Jürgen -
Horst
Rang: Gastam 08.09.2007 23:01:32
Hi Jürgen,
"....obwohl kein noch so dicker und sesshafter Mensch ohne Defekt seiner Bauchspeicheldrüse zum Diabetiker wird ...."
Vielleicht bekommt aber die Bauchspeicheldrüse leichter einen Defekt, wenn man zu dick und zu träge ist?
Klar gibt es immer Ausnahmen, aber Typ 2 zählt nun mal zu den typischen "Zivilisationskrankheiten". In Kriegszeiten oder Nachkriegszeiten waren die Leute dünner und gesünder. Ich bin selbst betroffen, aber fühle mich nicht beleidigt, wenn man Typ 2 als "Wohlstandkrankheit" bezeichnet, denn es ist schon etwas dran. Und ich arbeite dran...............:-)
Horst -
Jürgen
Rang: Gastam 09.09.2007 02:47:16
Moin Horst,
der Defekt der Bauchspeicheldrüse tritt meistens lange vor der Gewichtszunahme ein, und normal nehmen die Betroffenen, die bis dahin ganz normalgewichtig waren, dann genau mit diesem Defekt zunehmend zu. In den Jahren vom Einsetzen des Defektes bis zum Überschreiten der Diagnoseschwellen steigt der BZ immer höher und krankmachender an.
Mit dem passenden Verhalten kannst Du Deiner Bauchspeicheldrüse allerdings helfen, den Defekt so gut wie möglich auszugleichen und ein Fortschreiten dieser Entwicklung zu verlangsamen, zu stoppen und vielleicht sogar ein Stück weit zurück zu drehen :-)
Dass es den Typ2 im Krieg noch nicht gegeben hat, trifft zu. Denn der wurde erst 1974 so definiert, und zwar absolut willkürlich. Es gab und gibt keinen medizinischen Grund für die Auswahl der Definitionsgrößen.
Den Blutzucker messen so wie wir das heute tun kann man erst seit Mitte der 80ger Jahre. Und ich kenne allein aus meiner Bekanntschaft 2 Fälle von damals jungen Leuten unter 30, die der Arzt noch vor 10 Jahren noch nach Hause geschickt hat, obwohl sie BZs an die 300 hatten. In beiden Fällen war die ärztliche Auskunft, dass sie keinen richtigen Diabetes hätten, gemeint war Typ1, und dass sie für Altersdiabetes noch zu jung waren.
DIABETES TYP2 HAT ES IMMER GEGEBEN. ER WAR NUR NICHT DEFINIERT UND WURDE NUR NICHT DIAGNOSTIZIERT.
Erst seit Mitte der 90ger Jahre wird bei den normalen Nüchternblutuntersuchungen hier in D der BZ routinemäßig mit bestimmt.
Und wenn Du einmal nach der Gesamtzahl der Herzinfarkte schaust, wird Dir auffallen, dass die zwar in den vergangenen Jahrzehnten munter angestiegen ist, aber nicht halb so schnell wie die Zahl der Diabetiker. Will sagen, wenn wir wirklich einen solchen Zuwachs an Neuerkrankungen hätten, wie die veröffentlichte Meinung uns glauben machen will, dann hätten die Herzinfarkte in dem Maße wie die Diabetes-Diagnosen zunehmen müssen!
Bisdann, Jürgen -
Pia
Rang: Gastam 12.09.2007 15:02:13
Lieber Ronny,
ich lass Herrn Lauber ja,aber ich halte die Suggestion, dass Diabetes - auch noch NUR durch Ernährung- HEILBAR ist, für ein gefährliches Märchen. Denke an die vielen Leute, die sich sehr lange beim Hausarzt mit Tabletten aufhalten, weil sie Angst vorm Insulinspritzen haben.
Und wenn so lese, mit welchen Metallen und Pestiziden das Gemüse mutmaßlich belastet sein soll, ich weiß nicht...und nicht Jeder hat einen Garten.
Und auch ich könnte auf Grund der Amputation diese Laufleistung NICHT erbringen.
Die Bezeichnung Lifestyle-Diabetes ist für mich eine Einstellung, nämlich, dass Jeder selbst dran schuld ist, der Typ 2 bekommt, weil er dick ist. Ich finde die Schulmedizin gut und bin zum Beispiel von Akkupunktur nicht überzeugt. Zumindest teile ich den Glauben nicht, dass man heute Akkupunktur gegen alles und Jeden einsetzen kann. Ich bin Schmerzpatient und habe da so einige Nadeln schon gepikst bekommen....hier werden außer den Nerven sicher eher die Selbstheilungskräfte stimuliert.
@Horst. Bitte nicht nicht das Klischee bedienen, Dicke bekommen Diabetes und nur Ausnahmen waren vorher schlank. Insulin ist ein Hormon und das regt die Fetteinlagerung des Bauchfettes an.
Zumindest hat mir das die Diabetologin so bestätigt. Und wenn die, die richtig hohe Dosen spritzen müssen, werden dir die massive Gewichtszunahme in kurzer Zeit auch bestätigen.
Und so wie Jürgen schon sagt. Heute hat die Diagnose
von Pia