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Fortsetzung 1-Stunden-Wert mit neuem Themenschwerpunkt
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www.diabetes-in-frage-und-antwort.de
Rang: Gastam 21.08.2007 15:30:03
Hallo LisaO :-))
Essig?! Sorry, da kann Anke nichts beitragen ;-) Aber sie ist neugierig geworden und wird es - mit leichtem Grausen und nicht vor morgen - einmal ausprobieren. Oder doch lieber den Apfelwein...?!
Hallo Helga :-))
Nein, ich sehe die Werte "nicht so eng", um das in deinen Worten zu sagen. Ich glaube, das sollte ich nach den zurückliegenen Postings noch mal näher erläutern:
Es ist völlig korrekt, dass man bei Werten über 140 mg/dl aufmerkt und Labors inzwischen korrekterweise jeden Nüchtern-BZ markieren, der über 110 mg/dl liegt.
In der Realität kann ich mich jedoch des Eindrucks nicht erwehren, dass gelgentliche Spitzen darüber kein akutes Eingreifen erfordern, sofern der Nüchternblutzucker stimmt (das ist wichtig!!) und sofern nach zwei, drei Stunden wieder eine normoglykämische BZ-Lage erreicht ist.
Natürlich darf man als Ärztin nicht einfach nach dem handeln, was man in seinem Patientenalltag "erfährt" oder festzustellen glaubt, sondern muss die Leitlinien im Hinterkopf haben. Das ist klar. Die setzte ich bei meiner Interpretationsfreiheit gegenüber den verschiedensten Angaben der verschiedensten weltweiten Quellen immer voraus. Schon rein aus juristischen Gründen wäre das ein Muss, wenn die Moral es nicht fordern würde.
Was du tun kannst, um die genannten Spitzen selber weitmöglichst zu senken:
Kohlenhydrate verwenden, die langsam ins Blut gehen, bzw. möglichst wenig Kohlenhydrate, die schnell rein gehen. Da findest du Listen zum sog. "glykämischen Index" im Netz, die über die Aufnahmegeschwindigkeit Auskunft geben.
Jede Bewegung erhöht die Insulinsensibilität des Körpers, so dass ein Verdauungsspaziergang o.ä. nach dem Essen zusätzlich dafür sorgt, dass die aufgenommenen Kohlenhydrate bald in die Zellen kommen udn nicht zu lange im Blut verweilen.
Hallo Jürgen :-))
Wenn du meine Website als Advertorial empfindest, bedaure ich dies. Ich habe auf dieser Website Basics zusammengefasst, die ich zuvor ein ums andere Mal jeweils neu im jeweiligen Beitrag beschrieben hatte. Das Feedback "meiner Diabetiker" hat mich bislang darin bestärkt, dass die Infos im Alltag hilfreich und verständlich seien. Was den Service anbelangt, so beruhigt es dich vielleicht, dass er inzwischen eingeschlafen ist. Der Versuch, die online-Beratung auszubauen und mich durch einen Halbtagsjob in der Klinik und einen Halbtagsjob in der Beratung zu finanzieren, ist daran gescheitert, dass sich zwar viele Diabetiker mit Anfragen gemeldet, jedoch weniger als die Hälfte auch ein Honorar entrichtet haben. Das war für mich nicht lohnend und ich habe nciht die Ambitionen, nicht erfolgte Zahlungen zu verfolgen - gegen die Konsumhaltung unserer Gesellschaft werde ich nich ankämpfen. Also habe ich mich von der Beratung wieder ab- und der klinischen Tätigkeit zugewandt.
Im Urlaub wie jetzt gehe ich jedoch weiterhin intensiv in die Foren, einfach weil mir das Spaß macht. Ich stell auch den Link rein, weil dortauf vielen Seiten Infos für alle Interessierten stehen, die weiterhelfen können. Ich würde zwar gern damit verdienen, denn auch mir ist die Ausbildung nicht kostenlos zugeflogen (und in schlimmen Zeiten früher hätte ich für einen alltagstauglichen Rat weiß Gott was gegeben) aber der Versucht ist wie gesagt gestrandet. Die privaten Anfragen, die z.Zt. auf die Forenbeiträge bei mir eingehen, beantworte ich übrigens wie eh und je kostenlos - und das ist auch OK.
Mit "Advertorial" tritt man mir allerdings ganz schön auf die Füße, denn ich finde, es wird weder meinem Engagement noch der Site mit all ihren zur Verfügung gestellten Infos für gerecht. Nun ja.
Es tut mir leid, dass du den typischen unbefriedigenden Weg eines Diabetikers gehen musstest, bei dessen Behandlung, Einstellung und Info sowohl Zeit als auch Bereitschaft fehlten, viel zu erklären und zur Selbstständigkeit zu "erziehen". Oder diese überhaupt erst einmal zuzulassen. Diesen Weg hab ich auch hinter mir und es macht madig ...
Ich finde es aber toll, welchen Wissenstand du dir erarbeitet hast. Hut ab!
So viel Eigeninitiative wird in Zukunft leider noch viel viel nötiger sein, weil die Behandlungssituation für Patienten udn Ärzte, wenn überhaupt etwas, ncoh unangemessener werden wird.
Deshalb sind diese Foren wichtig. Das ist ein enormer Infofluss, der durch Schulung, Klinik und ambulante Einstellung auf einer Basis von "begreifen" unter den heutigen Bedingungen dort einfach nicht erreicht werden kann.
herzliche Grüße @all, Anke. von www.diabetes-in-frage-und-antwort.de -
Helga
Rang: Gastam 21.08.2007 16:31:28
Liebe Anke,
ich weiß es auch sehr zu schätzen, dass Du Dein Wissen als Ärztin hier zur Verfügung stellst. Schön :-)
Wie siehst Du die von Jürgen gegebene Erklärung zur 2-Phasen-Insulinausschüttung:
Zitat Jürgen " ........dass die gesunde Insulinantwort auf jeden Glukoseeintrag in 2 genial aufeinander abgestimmten Phasen abläuft und dass weit im Vorlauf zu jeder BZ-Auffälligkeit in den noch immer dunklen Anfangszeiten der Entwicklung zum Typ2 die erste Phase abstirbt, werden die Betroffenen standardmäßig in keiner Weise darüber unterrichtet. Sie erfahren nicht, dass die zweite Phase zwar auch, aber nur verspätet das notwendige Insulin bereitstellen kann und dass das aber auch für die Glukose aus der Leber reichen muss, deren Ausschalten zu den Funktionen der gesunden ersten Phase gehört. Sie erfahren auch nicht, dass die zweite Phase alleine immer mehr Insulin ausgibt, als gesund beide Phasen zusammen in der selben Situation ausgeben würden. Sie erfahren auch nicht, dass dieser durch ein beständiges Zuviel an Insulin gekennzeichnete Zustand sich durch die gesamte Zeit zum und durch den Prädiabetes und auch noch Jahre in den diagnosereifen Diabetes hinein zieht. Sie erfahren auch nicht, dass..."
Mich macht das sehr nachdenklich, denn das würde tatsächlich meine relativ überhöhten 1-Stunde-Werte erklären, aber kein Arzt interessiert sich dafür. So lange meine Nüchtern- und 2-Stunden-Werte sowie der HBA1c unaufällig sind, ist alles ok.
Nach Jürgens Ausführungen wäre aber doch gerade der 1-Stunde-Wert eine Marke für die Früherkennung einer BZ-Störung. Ich habe vorhin eine kleine Portion Hirsebrei mit 1 Trockenaprikose (als Zuckerersatz) und frischen Heidelbeeren gegessen. Nach 1 Stunde war der Wert 178, nach 1 1/2 Stunden 135, nach 2 Stunden 110.
Würde mich freuen, wenn Du dazu nochmal etwas sagen würdest. Danke, Anke :-))
Liebe Grüße
Helga
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Franziska
Rang: Gastam 21.08.2007 17:52:53
Hi Helga,
sorry bin auch nicht Anke, aber Du hast vollkommen Recht!!!
Du hast es auch schnell erfasst :-)))
Für uns ist es ein Glück -so seh' ich es dass wir es so früh erkannt haben und durch die jetzt bekannteren Methoden Sport, Ernährung UND 140-120-100 was tun können.
Warum das nicht immer so läuft? Ein Fass ohne Boden...
leider ist das bei vielen anderen Erkrankungen (Bluthochdruck, Schilddrüse, Arthrosen) genauso. Erst wenn's kaputt ist, weird versucht, 'notdürftig' zu reparieren...
Ich glaube dahin wird sich unser Gesundheitssystem auch mehr und mehr hinentwickeln: Nur wer sich damit intellektuell und praktisch auseinander setzen WILL, hat in Zukunft die Chance, länger gesund zu bleiben. Dazu geört auch, dass ich mal was zahle für die Dienstleitung Arzt (die bislang ja immer umsonst war..)
Ich finde es auch schade für Anke, dass ihre Hilfe nicht honoriert wird. Für einen RA oder Steuerberater wär' das kein Thema.
Für diejenigen, die sich in Zukunft auf das Gesundheitswesen komplett verlassen, ohne sich selbt zu bemühen, sieht es düster aus, da wird Dr. Prof. P.S. (auch) für sorgen, dass es nur noch das Minimalprogramm gibt.
LG
Franziska -
klausdn
Rang: Gastam 21.08.2007 20:03:08
hallo anke und alle anderen,
die insulinauschüttung, in phase ein und phase zwei, und das fehlen der phase eins als auslöser des dm hat unsere oberste diabeteskompetenz(oa im kh) genau so von einem symposium in kopenhagen mitgebracht und in unserer shg vorgetragen. und zwar aufs i tüpfelchen genau so.wie jürgen.
mit diagramm..
ausnahmen zb ererbte resistenze und ähnliches.
auch die behauptung mit dem streifen schokolade der bei gesunden 180 und mehr(die mein diadoc auch verbreitet hat) hat er als scherz? in einer vorlesung und nicht stimmend, beiseite geschoben.
ähnliches wurde vor 2 jahren schon von der grazer uniklinik gemeldet aber als nicht bequem beiseite geschoben.
vor über zwei jahren als ich mir das hemocue ersteigert hatte habe ich den gleichen test wie mette mit meiner familie --- mit dem gleichen ergebnis gemacht-- mein sohn hatte nach vertilgen von 1,5l cola 15be+doppelterportion kartoffelpamS10be, vom ausgang bz 70, für nicht ganz 5minuten 102. und 5min später unter 80.
mfg klaus von klausdn -
Jürgen
Rang: Gastam 21.08.2007 21:32:58
Moin Klaus,
völlig irre daran ist in meinen Augen, dass das Thema so in den Lehrbüchern für Innere Medizin steht, mit Diagramm und auch mit der ausdrücklichen Darstellung, dass mit nur der zweiten Phase nicht nur ausreichend Insulin für die gegessenen BE und die weiterlaufende Glukoseausgabe aus der Leber und eine wie auch immer bemessene so genannte Resistenz ausgegeben wird, sondern darüber hinaus immer ein bisschen mehr aktiviert als in der Summe tatsächlich gebraucht wird. Das einmalige Resultat heißt, wenn es dann in der passenden Größenordnung auffällt, ja auch nicht erst seit 2 Jahren reaktive Hypo. Und das über Jahre wiederholte Muster heißt Insulin-Mast, so hervorragend mit eigenem Insulin! Und wenn die Betroffenen, die ja bis dahin völlig gesund waren und nur völlig ungesund gegessen haben, endlich die Diabetes-DiagnoseSchwellen überschreiten, wird ihnen Ihr unmäßiges Gewicht als Ursache für die Diagnose vorgeworfen :-(
Sag mal, in Graz, war das nicht der Prof, der auch auf nem großen D-Diabetikertag damals bildhaft vorgeführt hat, wir Gefäße mit 100 noch sehr flexibel reagieren und mit 180 oder so nicht erst nach ner Stunde, sondern schon nach Minuten voll gelähmt?
Bisdann, Jürgen -
Helga
Rang: Gastam 21.08.2007 22:30:11
Hallo Klaus,
hallo Jürgen,
erst mal: ich bin sehr froh, dass Ihr immer wieder so vehement darauf hinweist, was den Knacks in der BZ-Automatik betrifft. Das mit dem Essen und der Bewegung ist klar. Habe mich heute schon mit Glyx-Listen eingedeckt, um mich da fit zu machen :-) Probiere auch die Tipps mit Essig vor dem Essen etc. aus.
Aber:
kann man wirklich sonst nichts tun, um die 1. Phase zu stärken, zu regenerieren? Man kann doch jedes Organ stärken, zumal wenn man eine Schwäche in einem frühen Stadium erkannt hat. Auch Herz und Nieren kann man stärken. Es muss doch etwas geben, was man tun kann, um eine solche Glucosetoleranzstörung wieder zu bessern??
...........ich höre noch nicht auf zu suchen, ob man da nicht doch etwas tun kann. Die Schulmedizin hat nichts. Die interessiert sich nicht mal für meinen erhöhten 1-Stunden-Wert. Mit der kann ich erst wieder rechnen, wenn die Diagnose DM gestellt ist. Das kann es nicht sein.
Ich habe mir heute noch einen Termin bei einer chinesischen Ärztin gemacht. Die Traditionell Chinesische Medizin (TCM) hat einen anderen Ansatz und vielleicht auch Unterstützung in einer Phase, in der unsere Ärzte nur warten bis sie die feste Diagnose stellen können.
Liebe Grüße
Helga
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Twiggycat
Rang: Gastam 21.08.2007 23:48:59
Hallo Helga,
erstmal vielen Dank an Dich, daß Du das Thema des 1-Std.-Wertes hier angesprochen hast und auch mit Deinen weiteren Nachfragen verfolgst.
Mir ging/geht es ähnlich wie Dir. Gute Nüchternwerte, guter HBA1c über einen ganz langen Zeitraum. Aber wahrscheinlich genauso lange schon sehr hohe postprandiale Werte (1-Std.-Wert). Deshalb leider auch schon Folgeschäden.
Meine Erstantwort muß wohl schon sehr lange defekt sein. Das ist auch nach wie vor mein größtes Problem. Ansonsten habe ich Jürgens Ratschläge befolgt, die er mir vor über einem Jahr gegeben hat. Na ja, erst habe ich gedacht (der spinnt), das kann man doch gar nicht schaffen. Ich hab dann mein Geld anstatt in Zigaretten in Teststäbchen investiert, viele Löcher in meine Finger gebohrt und damit herausgefunden, was/wieviel ich zu welcher Zeit essen kann und wieviel Bewegung ich dagegen setzen muß/kann.
Ergebnis: seit über einem halben Jahr keinen Wert mehr über 140 mg/dl pp nach 1 Std. gemessen *freu*.
Mein Nüchternwert ist immer gleich so zwischen 85 - 90 mg/dl. Ich würde den so gerne für den Tag festhalten, aber da scheitere ich wohl nicht nur alleine dran. Hab mal versucht, ob das klappt, gleich nach dem Aufstehen einen Lauf über den Strand zu starten (ca. 20 Min). Frust...der Wert war 134 mg/dl. Will auf jeden Fall mal den Bonbon-Trick auf der Bettkante probieren.
Ich würde mich sehr freuen, wenn von all denen, die noch versuchen, eine Weile ohne Medis mit Bewegung und Ernährung ihren Diabetes in den Griff zu bekommen, hier öfter berichtet wird.
Grüße von der Insel
Ilona
von Twiggycat -
LisaO
Rang: Gastam 22.08.2007 09:23:13
Frage an klausdn und Jürgen
Wisst ihr noch wie dieser Professer aus ---------------------> Graz heißt.
Interessiert mich deshalb weil ich nur etwa 60 km von Graz entfernt wohne, und im Hinterkopf den Gedanken in mir trage bei einem Experten vorstellig zu werden.
Was ich im vorhinein weiß, das geht sicherlich nur mit Privathonorar.
LG
aus Lisa
von LisaO -
Pia
Rang: Gastam 22.08.2007 09:42:46
Moinmoin, ich habe leider die Textpassage nicht gefunden, in der es um Essig ging. Kann mir Jemand nur ganz kurz das mal erklären in 2 Sätzen? (Möglicherweise habe ich es übersehen?) von Pia -
LisaO
Rang: Gastam 22.08.2007 11:19:47
Gerne, liebe Pia!
Ich hab es probiert und bei mir klappt es.
1 Stamperl 2 cl Apfelessig senken bei mir den Wert um ca. 40 innerhalb kurzer Zeit.
Lauber empfiehlt den Essig einschl. Salat vor dem Essen. Ich trinke ihn, wenn mir der 1 Std. Wert nicht so passt, also sprich 1 Std. nach dem Essen.
Konkretes Beispiel:
BZ 155 --------- 1 Stamperl Essig -----------10 Minuten später ca. 110.
LG Lisa von LisaO -
Franziska
Rang: Gastam 22.08.2007 11:36:29
Ähhm....
wie hochprozentig muss der Apfelessig sein?
Kann man den ordentlich verdünnen?
Mir dreht's schon beim Gedanken den Magen um...
Danke und Gruß
Franziska -
www.diabetes-in-frage-und-antwort.de
Rang: Gastam 22.08.2007 12:26:22
Hallo Helga,
Roman auf Roman ;-) Nun, kurz fassen scheint gerade nicht gut möglich ... ich glieder die Antwort mal auf:
Zum thema "die Patienten erfahren nicht":
das Gesundheitssystem lässt leider nicht die Zeit, dass Arzt und Patient etwas so ausdiskutieren könnten, wie es nötig wär. Dafür müssten mehr Zeit - und weil die Kassen eine Beratung nun mal nicht entsprechend vegüten - andere Geldquellen her. Ich bedaure dies.
Viele Patienten wollen nicht verstehen, sondern sie wollen Anweisungen. Ich kann darüber nur staunen. Das sind alles Patienten, die z.B. aber auch nie eigeninitiativ in so ein Forum hier gehen würden. No chance. Das ist bei 9 von 10 Patienten der Fall, die vor einem sitzen. Man muss aufpassen, dass man den 10. dann nciht auch in diesem Topf wirft. Aber selbst, wenn man ihn als wissbegierig erkennt: ist meist keine Zeit da, darauf einzugehen. Ich bedaure dies.
Zu dem, was dich nachdenklich macht:
Es gibt wissenschaftliche Grundlagen, die für die Therapie eine Konsequenz haben. Über die sollte man mit intelligenten Patienten reden.
Es gibt wissenschaftliche Grundlagen, die für die Therapie keine Konsequenz haben. Weil eine Reaktion nicht erforderlich ist oder weil zum aktuellen Zeitpunkt eine adäquate Reaktion einfach nicht möglihc ist. Für die braucht man eigentlchi keine Zeit vergeuden.
Die Aufgliederung der Insulinausschüttung in zwei Phasen scheint mir für die Behandlung (Behandlung!) nicht relevant. Wer Interesse hat, möge sich näher mit Fachliteratur befassen und überlegen, ob und welche Konsequenzen das Wissen um diese Phasen für eine Therapie haben könnte.
Liegen eine Insulinresistenz und eine gestörte erste Phase der INsulinrsekretion vor, so ist das gemeinsam das höchste Risiko für die Entwicklung eines manifesten Typ-2-Diabetes.
Das weiss man.
Aber das muss man so hinnehmen, man kann das leider nicht verhindern :-((
Ein Therapiebedarf besteht jedoch erst dann, wenn´s manifest wird.
Aber man kann den Körper natürlich ein bisschen unterstützen, damit er sich mit der beginnend gestörten Insulinsekretion und - wirkung nicht so schwer tut.
Man kann sich möglichst viel Bewegen (Ausdauersport), damit die Insulinsensibilität verbessert wird. Das ist vor Manifestation eines Diabetes das Wichtigste.
Man kann ggf. vorliegendes Übergewicht aus gleichem Grund zu reduzieren versuchen.
Man kann auf Kohlenhydrate achten, die langsam anfluten, damit die Bauchspeicheldrüse nicht getriezt wird.
Essig? Noch nciht ausprobiert ;-) Man kann gucken, was die Bekannten schon alles BZ-senkendes ge- oder erfunden haben. Man sollte das möglichst mit Köpfchen tun :-))
ABER ganz wichtig: man darf auch immer daran denken, wie viel der Körper selber kompensieren kann. Er hält unglaublich viel aus. Das heisst nicht: setzt euch hin und futtert nud guckt bewegungslos zu, wie eure Zehen sich nach 30 Jahren hyperglykämischer Werte schwarz färben. Nein.
Sondern das heisst: tut, was sich in eurem Alltag tun lässt, damit es möglichst gut läuft, wenn es leider denn mal zum Diabetes gekommen ist.
Aber bekommt keine Panik, wenn es unter den anderen Alltagsanforderungen auch mal zu hohen Werten kommt. Wenn ihr in der Regel gut steht: packt der Körper das.
Trotz nicht zu leugneder Schäden an Gefäßen, Nerven, Nieren und Co. Die bleiben natürlich nicht gesund. Natürlich. Aber die bleiben oft bis zum Tod (und ich meine jetzt keinen verfrühten ;-)) funktionstüchtig. Da muss man sich nicht bei jeder BZ-ERhöhung, die über dem tiefgrünen Bereich liegt, auch ncoh Magenschmerzen andenken.
Und es heisst auch: keine Panik, wenn alle prädisponierenden Faktoren für einen Diabetes vorliegen. Wenn der 1-Std.-Wert nicht nur gemessen wird (...), sondern auch noch aufällig ist. Man kann aus dem Stand nichts Sinnvolles tun, um den Lauf der Dinge zu ändern. Man weiss, dass Diabetes kommen kann. Oft kommt er. Bei manchen auch nicht - manche Leute haben das über 10 Jahre. Deshalb muss man bei so einem Wert wirklich noch nicht gleich was machen. Ich freu mich über den Eintrag von Silke, die dieses Beispiel auch aus Patientensicht beschreibt - guckt noch mal in die letzten Einträge rein.
Also: alle Maßnahmen, die den BZ glätten, sind bei einem auffälligen 1-Std. Wert sicher nicht falsch. Natürlich nciht. Aber man MUSS nicht unbedingt etwas unternehmen. Nada. Und man KANN leider, was toll wäre, auch durch entsprechende Maßnahmen den Diaebtes nicht verhindern, wenn er denn kommen möchte :-((
Solange der HbA1c normal ist, hat man auch die Beruhigung: Glucose, die sich in einer kurzen hohen Phase angelagert haben mag, konnte wieder abgespalten werden, weil die Phase für bleibende Folgen nicht lang genug war.
Dann gibt´s keinen Grund, sich im Alltag einen Kopf zu machen ...
Also: no panic. Einfach gesund leben: etwas tun, was glücklich macht, die Kost nach Möglichkeit mediterran ausrichten, die Bewegung nicht vergessen....
Herzliche Grüße Anke von www.diabetes-in-frage-und-antwort.de -
Haschi
Rang: Gastam 22.08.2007 13:07:33
Danke Anke
für diesen großartigen Beitrag,
dem nichts hinzuzufügen ist.
von Haschi -
rudi
Rang: Gastam 22.08.2007 13:52:14
hallo anke,
chapeau für diesen beitrag
dass viele patienten nicht verstehen wollen, ist das hauptproblem.
sie sind zwar bereit anweisungen folge zu
leisten. nehmen ihre tabletten oder halten
ihren spritzplan ein.
jedoch mit dem essen und trinken machen
sie weiter wie bisher.
bewegung höchst selten bis garnicht.
ergebnis sie schwanken zwischen hohen und niedrigen werten. kommen in die praxis
und klagen über nächtliche unterzucker-
ungen, gewichtszunahme, nebenwirkungen etc.
sehen ihre forderung nach erfolreicher
behandlung nicht erfüllt.
wenn der patient nicht bereit ist durch eigene
information, seinen körper ein bisschen zu
unterstützen und mehr als einen schritt dem
arzt entgegen zu kommen, funktioniert nichts
richtig.
bin jetzt im sibenten jahr diabetiker typ 2, mit
noch keinen folgeschäden.
warum wohl, weil ich mich mit diabetes
beschäftigt habe, die störung angenommen,
durch verzicht gewinn erzielte.
von leuten wie jürgen, klausdn, haschi und vielen mehr, erfahrungen aufge nommen und
erfolgreich umsetzte.
mit ernährung, viel bewegung und etwas
chemie, hoffe ich weiter gut über die runden
zu kommen.
140/120/100 muss man sich als standard-
wert verinnerlichen, auch wenn man es nicht
immer exakt einhalten kann.
der versuch zählt.
genau wie ein nicht zu überschreitendes normalgewicht.
mein arzt meint ich wäre der kapitän und er
nur der lotse, wenn wir beide gut zusammen
arbeiten erleidet keiner schiffbruch.
gruss rudi -
Pia
Rang: Gastam 22.08.2007 13:56:03
Apppppelessig.....das klingt zwar gut, aber ich habe Bedenken, dass das so auf nüchternen Magen auf die Dauer die Magenschleimhaut angreift? von Pia -
klausdn
Rang: Gastam 22.08.2007 14:39:55
keine angst pia,
die magensäure=salzsäure ist stärker.
nur ist die zeit des glaubens an apfelessig eigentlich schon lange vorbei..
devise schad nicht--hilft nicht
dazu-
herz/niere sind organe,
die bsd ist eine drüse(sekret produzierend)
davon ist "insulin" nur ein absolut winziger bruchteil ,
auch glucogon der gegenspieler wird dort produziert
--aber hauptsächlich und in riesenmengen bauchspeichel, dieser ist zudem auch noch extrem agressiv und wenn er nicht produziert wird fehlt entscheidendes-
also nix mit training
und die tcm hat nach 6tausend jahren beim sterben der diabetike zuschauend, jetzt wo es insulin zum überleben für uns gibt, "guten rat" ???
mfg klaus von klausdn -
Jürgen
Rang: Gastam 22.08.2007 16:40:38
Moinmoin,
der Diabetes kommt nirgendwo hin, sondern beim Typ2 haben wir es mit einer langen und sich selbst verstärkenden diabetischen Entwicklung zu tun, die ab einer 1974 festgesetzten Höhe als Diabetes bezeichnet wird. In welchen einzelnen Fällen diese Entwicklung von selbst zum Stehen kommt, lässt sich erst im Nachhinein eben im Vergleich zur Mehrzahl derer ablesen, bei denen sie weiter gelaufen ist. Ganz ähnlich wie bei Rauchern: Wenn man's vorher wüsste, bräuchten nur gezielt die aufzuhören, die mit dem Rauchen eben krank würden.
Aber kein vernünftiger Mensch käme auf die Idee, die Raucher mit der Aussicht darauf zu beruhigen, dass ja gar nicht alle krank werden und dass man ja immer noch bei den ersten Krebsanzeichen aufhören könnte. - Ist natürlich bei den diabetischen Folgen gaaaaaaaaaanz anders. oder?
Bekannt ist, dass die damit verbundenen Folgekrankheiten-Risiken von Anfang der diabetischen Entwicklung an zunehmen und dass bisher keine Schwelle gefunden wurde, unter der signifikant weniger und über der signifikant mehr Schädigungen eintreten. Deswegen mag die Bezeichnung Manifestation im Zusammenhang mit dem Erreichen der Definitionshöhe formal zwar richtig sein, führt aber nicht nur die Betroffenen mächtig irre. Denn sie suggeriert analog zur Menge der allgemeinen Krankheitserfahrung, dass unterhalb der Manifestationsschwelle alles gesund sei.
Bekannt ist auch, dass bei allen mit dieser diabetischen Entwicklung zusammenhängenden krankhaften Folgeentwicklungen durchgängig ein Prinzip gilt: Der Aufwand, der zuvor noch ausreicht, um den Eintritt eines Schadens erheblich zu verzögern bis vielleicht sogar ganz zu verhindern, reicht danach oft gerade noch oder nicht einmal mehr bis zur Linderung der daraus entstandenen und weiter entstehenden Beschwerden.
Dieses Prinzip gilt offenbar ebenso für die diabetische Haupt-Entwicklung, und das bedeutet, dass die relativ kleinen Anpassungen des Alltags zum Erreichen eines zuverlässig gesund flachen & niedrigen BZ-Verlaufes schon dann, wenn der gerade mal kurz nach dem Essen höher ansteigen will, mit dem diagnostizierten Diabetes nicht einmal mehr zusammen mit Medis für einen annähernd so gesunden BZ-Verlauf ausreichen.
Vor diesem Hintergrund entzieht sich meinem Verständnis völlig, wie Haschi, der seinen BZ mit Hilfe einer Insulin-Pumpe (mehr Aufwand kann man kaum noch treiben) an einer noch kürzeren Leine hält, als ich das empfehle und mache, an Stellen wie dieser immer mit ausdrücklichem Beifall für das freie Laufenlassen bis zur Diagnose eintreten kann :-(
Bisdann, Jürgen -
Helga
Rang: Gastam 22.08.2007 20:03:57
Hallo Klaus,
nimm es mir nicht übel, aber Deine abfällige Bemerkung über TCM lässt vermuten, dass Du Dich weder mit TCM noch mit der Geschichte Chinas näher beschäftigt hast. :-(
Du schreibst: "und die tcm hat nach 6tausend jahren beim sterben der diabetike zuschauend, jetzt wo es insulin zum überleben für uns gibt, "guten rat" ???"
Wem hat die TCM 6-tausend Jahre lang beim Sterben zugeschaut??? Den Chinesen? Den Europäern? Uns?
1. Wer geht in Europa oder USA zum TCM-Arzt?
2. Es ist genau zu beobachten, dass das sogenannte metabolische Syndrom mit Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankungen, ein typisches Merkmal der westlichen Konsumgesellschaft, zunehmend in China auftritt und zwar genau seit der Orientierung Chinas nach Westen! Westliche Ernährung (Fastfood und auch Kuhmilchprodukte), westlicher Lebensstil und westliche Medizin. Dieser Trend ist in den Städten deutlicher als auf dem Land, wo traditioneller gelebt und gegessen wird.
3. Woher weisst Du, was TCM z.B. bei gestörter Glucosetoleranz bewirken kann? Ich habe nichts davon gesagt, dass sie Insulin überflüssig machen könnte. Es gibt Dispositionen und Vorstadien, in denen es verschiedene Ansatzpunkte geben kann. Unsere Medizin bietet mir in so einem Stadium keine Hilfe an. (Übrigens: meine Schwägerin hat ihre Schilddrüsenüberfunktion mit TCM geheilt. Sie stand schon vor der OP. Unsere westliche Medizin konnte ihr nichts mehr anbieten. Jetzt ist alles im Gleichgewicht.)
4. Warum muss eigentlich bei uns immer gleich abfällig über Dinge gesprochen werden, mit denen jemand persönlich vielleicht nichts anfangen kann? Es gibt mehr auf der Welt als die westliche Schulmedizin. Ist eigentlich kein Miteinander möglich?
Schade!
Grüße
Helga
-
Helga.
Rang: Gastam 22.08.2007 20:21:58
Liebe Anke,
danke Dir ganz herzlich für den tollen Beitrag!!
Auch wenn ich für mich aus diesem Forum mitnehme, dass meine BZ-Automatik leichter überfordert ist als andere, ich daher in jedem Falle auf meine Ernährung achte, möglichst viel Bewegung einbaue und auch für Entspannung :-) sorge, so hat Dein Beitrag und auch der von Silke sehr gut getan. Man gerät - gerade zu Beginn - schon leicht in Aufregung und da ist es gut, wenn die Lage auch mal wieder gerade gerückt wird.
Danke auch an Haschi und all die anderen, die mir mit Erklärungen, Tipps und eigenen Erfahrungen geholfen haben!!
@ Klaus: Apfelessig wirkt in seinem Spektrum auch ohne "Gläubigkeit". Man kann alles ganz einfach selbst testen.
Übrigens, es kommt wohl nur auf die Menge an und ob man die pur trinkt oder mit 2 Gläsern Wasser verdünnt, ist eine Frage des Geschmacks. Hauptsache er kommt in den Körper.
Jürgens "Gebetsmühle" ist wichtig, aber auch Deine Beiträge, Anke, sind hier ein wichtiger Pfeiler. Es bringt Ausgewogenheit. Ich habe hier in den letzten Tagen viel gelernt und nehme wichtige Dinge mit!
Herzlichen Dank und
liebe Grüße
Helga
von Helga. -
klausdn
Rang: Gastam 22.08.2007 20:50:45
hallo helga,
dies ist ein forum,
du hast gefragt,
weshalb bist du beleidigt wenn du eine ehrliche antwort bekommst.
apfelessig war mal ne zeit lang mode genau wie himalaya salz dem nach kurzer zeit wunder nachgesagt wurden, bis dann bekannt wurde es kommt gar nicht aus dem himalaya sondern aus nem tagebaus in pakisatn, im verhältnis den halligkäse als appenzeller zu bezeichnen.
und apfelessig ist weiter nichts als durch essiigsäurebakterien von saft in essig -- hoffentlich.
was wurde über zimt gefaselt wunderdinge für diabetiker, was ist übrig , nichts(schrott-schädlich)
bei der untersuchung von tcm, sind sehr viele präparate durch weit überhöhte giftwerte aufgefallen,
von schwermetallen bis wirkliches gift, in belgien gab es todesfälle. bei einem entsprechenden wirklichen arzneimittel, wäre das zeug weltweit vom markt genommen.
die überwiegenden inhaltstpffe sind völlig sinnlos .keines dieser mittel wörde eine echte arzneimittelzulassung errreichen.
übrigens habe ich mich mit arzneimitteln speziell pflanzlichen wesentlich intensiever beschäftigt als du, das war nämlich mein beruf.
sofern ein arzt greifbar und bezahlbar ist geht in china keiner zum tcm .vertreter.
das problem dort ist die zahl und die bezahlung.
chinesen die genug kohle hatten sind schon lange bei westlichen wirklichen ärzten in behandlung.
mfg klaus von klausdn -
LisaO
Rang: Gastam 22.08.2007 21:43:19
Lieber schweigen und für dumm gehalten werden, als den Mund aufmachen und alle Zweifel darüber beseitigen............. :-)))
von LisaO -
Helga
Rang: Gastam 22.08.2007 22:04:06
Hallo Klaus,
Du bist ein klarer Anhänger der Schulmedizin und hast sicher auch Deine spezielle Geschichte, Deine spezielle Krankheitssituation. Insulin kann man nicht anders ersetzen. Du orientierst Dich streng nach dem, was wissenschaftlich beweisbar ist. Weisst, das es öfters schon mal vorkommt, dass chinesische Kräuter belastet sind. Weiter gehst Du nicht: welche Kräuter, woher, warum. Man kauft z.B. nicht in einem dubiosen Versandhandel irgendwelche Kräuter, o.ä.
Aber was ist mit den Skandalen der westlichen Schulmedizin? Wieviele Tote durch Arzneimittel? Dauerhaft Geschädigte, die ohne deren Wissen als Versuchskaninchen benutzt worden sind? Impfschäden? Ärztefehler? Schäden durch Profitgier? Lipobay wurde erst vom Markt genommen, als es öffentlich wurde. Die Firma wusste schon lange vorher um die Gefahren des Mittels. Gibt es das alles nicht? Es ließen sich Bücher darüber füllen. Durch Chinesiche Kräuter und Zimt (ist nicht "schrott-schädlich", auch da muss man differenziert hinschauen! Du bist doch aus beruflicher Seite her Fachmann, schreibst Du.) erleiden weniger Menschen Schäden als durch allopathische Mittel. Wieviele Nierenkranke nur durch Schmerzmittel? Es gibt immer 2 Seiten!
Nein, ich bin nicht beleidigt und habe auch nichts gegen offene Antworten! Ich stelle nur immer wieder fest, dass die eingeschworenen Anhänger der Schulmedizin nichts anderes zulassen und sehr schnell andere Ansätze schlecht machen oder belächeln. Dem gegenüber erlebt man die Freunde alternativer Therapien als wesentlich offener und aufgeschlossener und sie machen auch die Schulmedizin nicht nieder, sondern streben ein Miteinander an, das Ergänzungen zulässt. Ich diskutiere gerne kontrovers, aber nicht schwarz-weiß.
Schöne Grüße
Helga
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Jürgen
Rang: Gastam 22.08.2007 22:14:08
Moin Helga,
wir hatten die erste Typ2-Welle in D in der 2. Hälfte der 70ger Jahre, nachdem die Diagnose-Richtlinien von 1974 überall umgesetzt worden waren.
Wir hatten die nächste Typ2-Welle in D in der 2.Hälfte der 80ger Jahre, nachdem auch die meisten Hausarztpraxen endlich so ein Testgerät für den Fingerpieks hatten.
Wir hatten die letzte große Typ2-Welle in D ab etwa 95, seitdem einigermaßen flächendeckend mit den Nüchternblutuntersuchungen automatisch der Nüchterzucker mit bestimmt wird.
Die Typ2-Wellen, die regelmäßig dort in der Welt auftreten und veröffentlicht werden, wo die medizinische Versorgung mit der wirtschaftlichen Entwicklung fortschreitet, ist schlicht mit der breiteren Umsetzung der Untersuchungsmöglichkeiten erklärbar.
Bisdann, Jürgen -
Pia
Rang: Gastam 23.08.2007 12:22:15
Liebe Helga,
Zitat: Wieviele Nierenkranke nur durch Schmerzmittel? Zitatende.
Darf ich mal kurz einhaken? Vorab, ich finde, die Schulmedizin macht einen verdammt guten Job. Alternative Heilmethoden sind umstritten, weil es viel dabei gibt, was man nicht nachvollziehen kann. Auf beiden Seiten sind Menschen im Einsatz. Und hier wird es interessant......
Weißt du, warum es so viele nierenkranke durch Schmerzmittel gibt? Weil sie viel zu lange von Hausärzten, Orthopäden oder Neurologen mit herkömmlichen Schmerzmedikamenten zugekippt werden, anstatt sie in Schmerzzentren zu überweisen. Und das menschenverachtende dabei ist es, dass die Ärzte die Patienten IN VOLLEM BEWUSSTSEIN medikamentensüchtig machen. Patienten, die in Schmerzzentren kommen, sind überwiegend medikamentensüchtig, nieren- und lebergeschädigt und haben oft eine Odyssee von mehr als 20 Jahren hinter sich. Und die Ärzte verschreiben das Dreckszeug mit Codein und sagen nach 3 Monaten: Ach, wir müssten mal auf die Nieren achten und auf die Leber, ich kann Ihnen leider nichts mehr verordnen. DAS ist dann auch noch unterlassene Hilfeleistung.
Deutschland ist in der Schmerztherapie am Ar.... der Welt, sorry.
Dabei ist es lange bekannt, dass eine ordentliche Therapie mit Opiaten oder Morphinen sicher eine Abhängigkeit vom Medikament, so wie ich auch vom Insulin abhängig bin, aber keine Suchtgefahr birgt.
Die Welt lacht uns aus und ich habe mich vorgestern für diese Patientin in Deutschland gefreut, die auf Grund der Diagnose MS Cannabis in der Apotheke erhalten darf. Such mal im Internet Pro und Contra Cannabis zusammen, du wirst überrascht sein, wie wenig du zu Contra Cannabis, aber wieviel zu Pro Cannabis findest. Von diesem ganzen freiverkäuflichen Schmerzmittelmist will ich gar nicht erst reden.
So, auch mir wurde Akupunktur und weiß der Geier was alles angeboten gegen meine Schmerzen. Und ich sage dir: Es war alles sauteuer und gebracht hat es nichts, außer fetten Rechnungen für die Alternativmediziner.
Deshalb verlasse ich mich lieber auf Schulmedizin, solange man die Situation geplagter Patienten ausnutzt, um damit einfach nur Kohle zu machen. von Pia -
Helga
Rang: Gastam 23.08.2007 15:35:02
Liebe Pia,
auch ich sehe die guten Seiten der Schulmedizin und verteufele sie nicht!!
Alternative Medizin wird oft als Abzocke hingestellt. Schau Dir doch aber mal ganz genau das Menschenbild und die Weltsicht der Schulmedizin an. Dort findest Du doch erst recht in großem Stil die Profitgier und das ohne Rücksicht auf das Wohl der Patienten. Allerdings muss man da schon mal intensiver hinter die Kulissen der Forschung und Pharmamedizin schauen. Sich auch mal anschauen, wenn man über neue Forschungsstudienergebnisse berichtet wird, WER diese Studie in Auftrag gegeben und WER sie bezahlt hat! Heute kann sich kaum ein Forschungsinstitut freies Forschen auf eigenen Kosten erlauben. Warum werden bei uns Mittel aus der Naturheilkunde verboten, die man in anderen Ländern kaufen und dort z.B. bei Bluthochdruck helfen? Hast Du schon mal überlegt, was für ein enormer Wirtschaftsfaktor die Millionen chronisch kranker Bluthochdruckler sind? Warum werden so vielen Frauen völlig unnötigerweise Gebärmutter und Eierstöcke entfernt, wenn sie über 40 sind?? Ich finde es auch Abzocke, wenn ein Orthopäde einer 88-jährigen Frau mit kleiner Rente, die bei vielen Stürzen noch nie einen Knochenbruch hatte, dringend eine Knochendichtemessung für 87.- EUR anrät. Ich finde, man soll natürlich die Schulmedizin nutzen, wo sie Sinn macht, aber auch kritisch und informiert mit ihr umgehen, um für sich selbst ein guter Berater zu sein! Ich habe viele Ärzte kennen gelernt, die mit "Angst machen" arbeiten und das erlebe ich z.B. bei Naturheilkundlern nicht.
Du schreibst: "Weißt du, warum es so viele nierenkranke durch Schmerzmittel gibt? Weil sie viel zu lange von Hausärzten, Orthopäden oder Neurologen mit herkömmlichen Schmerzmedikamenten zugekippt werden, anstatt sie in Schmerzzentren zu überweisen."
Und? ist das nicht Handeln von Schulmedizinern? Die Ärzte wissen doch ganz genau, was sie mit ihren Dauerverschreibungen anrichten. Wenn Du Dich als Patient nicht selbst informierst und Deine Behandlung mitbestimmst, kannst Du unangenehme Überraschungen erleben, wie z.B. "plötzlich" kranke Nieren.
Ich möchte es nochmal klar stellen, damit hier kein Mißverständnis aufkommt: Ich sehe die guten Seiten der Schulmedizin, aber auch ihre negativen. Ich verteufele sie nicht, aber nutze auch ergänzende alternative Methoden. Ich kenne so viele Menschen persönlich, die durch andere Therapien Hilfe gefunden haben, als sie von der Schulmedizin nichts mehr zu erwarten hatten. Warum soll das nicht gut sein?
Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die nur der Schulmedizin folgen mögen. Es ist auch einfacher, denn "man lässt sich behandeln" und im anderen Fall muss man sich selbst auf die Socken machen und sich infomieren und mit allen Möglichkeiten vertraut machen und Entscheidungen treffen. Das ist sehr aufwendig. Ich ziehe es vor, jeweils neu zu entscheiden, was mir gut tut und mich nicht ausschließlich in die Schulmedizin fallen lasse.
Liebe Grüße
Helga -
Pia
Rang: Gastam 23.08.2007 15:52:53
Liebe Helga,
Zitat: Sich auch mal anschauen, wenn man über neue Forschungsstudienergebnisse berichtet wird, WER diese Studie in Auftrag gegeben und WER sie bezahlt hat! Zitatende.
Das is wohl wahr. Von einigen Studien mag man gar nicht glauben, dass sie überhaupt an Patienten gemacht wurden und nicht nur am PC geschrieben.
Und wie du bereits sagtest, hinter der Schulmedizin und auch hinter den alternativen Heilmethoden stehen mehr oder weniger engagierte Menschen.
Dass man als Patient sich selbst informieren muss, ist auch nicht alltäglich. Der "brave" Patient oder der mit Respekt vor der Diagnose wird alles das tun, was der Arzt sagt. Sogar ich Dussel haben brave jede verordnete Einheit Insulin gespritzt und artig wieder 8 Wochen gewartet bis im nächsten Termin die Diadoc das Basal 2 E. höherschraubt. Und manches mal bin ich mir nicht recht sicher, ob der Arzt mir gegenüber einen informierten Patienten überhaupt möchte, denn der könnte unbequehm sein und anstrengend, weil er Arbeit macht, aber er könnte auch besser kooperieren. Ich habe in manchen Facharztrichtungen zeitlang auf eher die "alten weisen Doktoren" geschworen, z.B. aber letztens mich bewusst für die "Jugend" entschieden (Hautarzt) und war ziemlich begeistert, weil sich ne Menge getan hat. Es kommt eben immer auf das "gerüttelt Maß" an. von Pia -
Der Zuckerschlumpf
Rang: Gastam 23.08.2007 17:00:41
Nur mal ein Gedanke:
Wenn die Pharmaforschung eine Pille gefunden hätte, die jeder Diabetiker nur ein einziges Mal einnehmen müsste und er wäre seinen Diabetes los....................
Glaubt Ihr wirklich, diese Pille würde auf den Markt kommen???????????
Es geht um Milliarden, die durch DM-Tabletten, Insulin, Spritzen, Pumpen und nicht zuletzt die teuren BZ-Messtreifen in die Kassen kommen!
Profit spielt eine unverschämte Rolle in einem Bereich, in den Profit nicht hingehört: in der Medizin. Leider geht der Trend dahin, dass Schulmedizin ein Geschäft ist, munter weiter. Krankenhäuser müssen nun ihre OP-Zahlen veröffentlichen, damit Patienten sich ein Urteil über deren Routine machen können. Schön und gut. Zu was führt das?? Zu Unmengen unnötiger OPs, damit man stattliche Zahlen vorweisen kann und das Konkurrenzkrankenhaus aussticht.
In der Schulmedizin geht es leider nicht in 1. Linie um das Wohl des Patienten.
Auch ich bin für aufgeklärte Patienten, die sich selbst entscheiden, was - wann - wo. Auch manchmal ohne die Schulmedizin, auch manchmal mit.
Der Zuckerschlumpf
-
thomas2002
Rang: Gastam 23.08.2007 17:08:22
also schulmedizin vs traditionelle medizin. wenn ich mitten im busch bin, und ein problem habe, muß ich zur kräuterfrau gehen, in der hoffnung, daß sie etwas mehr als voodo kann, und zwar soviel mehr, daß ich das nächste hospital erreiche. für mich der große nachteil der kräutermedizin ist, daß die wirkstoffe sehr abhängig von jahreszeit und ort des wachsens abhängig ist. bei einer pille/ampulle weiß ich, wieviel drinnen ist. ich weiß aber auch, daß ich mich mit einem pfefferminztee etwas beruhigen kann.
die sache mit dem essig. laboressig ist so um die 100%, haushaltsessig solide unter 10 %, also bitte vorm zusammenmischen etwas den taschenrechner quälen.
der behandelnde arzt und der mündige patient ist auch so ein thema. ein patient, der sich in ein thema eingelesen hat, kann bei einem verständigen arzt offne türen einrennen. oder er glit sehr schnell als querulant. den menschen geht es wie den leuten, wer suchet der findet.
wann soll wie behandelt werden et al.
da sehe ich es genau so wie jürgen. wenn man erkannt hat, daß man auf den besten weg ist, zu erkranken, kann man warten, bis die gesündesten auch erkrankt währen, oder man versucht so früh wie möglich gegenzusteuern. da hilft es m.m nach nicht, zu sagen, die werte sind zwar auffällig, aber sie haben ja noch kein dm. aber es hat sich keiner die mühe gemacht, eine gegenrechnung aufzumachen, wieviel dm mit einer blutwäsche hätte verhindert werden können. statt dessen kleben wir dank unser aller ulla noch fester am staatsfetischismus.
gruß von thomas2002 -
Pia
Rang: Gastam 23.08.2007 17:41:29
Genau, Thomas,
wennich zum Arzt gehe und habe Magenschmerzen und frage: Könnte daran liegen, das ich...
bringe ich den Arzt möglicherweise in eine Richtung, die möglich wäre, aber am Ende nicht die Ursache meiner Beschwerden ist.
Am besten ist es, sich so weit es geht, zu informieren, dann den untertanen Patienten zu geben und hie und da in einem Nebensatz ein Fräglein einzuwerfen, sich aber den Laienstatus tunlichst zu erhalten.
Ich gehe auch gern mit einem Zettel in die Praxis, auf dem ich mir meine Fragen notiere und sage dann: Das muss ich tun, damit ich nix vergesse. So erwecke ich den senilen Patienten;-) Nee, aber das ist wirklich so. Aus der Praxis raus, Mensch, du wolltest doch noch das und das fragen..
Bei meiner Hausärztin und im Schmerzzentrum ist das anders, da habe ich den Eíndruck, wir bewegen uns auf gleicher Augenhöhe.
Aber bei einem Arztbesuch in neuen Sphären sollte man doch erst mal sondieren. Und den Arzt suchen lassen... von Pia -
Bernd B.
Rang: Gastam 24.08.2007 01:13:13
Hi Pia und andere,
*wennich zum Arzt gehe und habe Magenschmerzen und frage: Könnte daran liegen, das ich...
bringe ich den Arzt möglicherweise in eine Richtung, die möglich wäre, aber am Ende nicht die Ursache meiner Beschwerden ist.*
So beeinflussbar sollte ein guter Arzt nicht sein. Auch wenn man ihm die eigenen Vermutungen sagt (was oft wirklich auch wichtig sein kann), wird er trotzdem seine fachliche Diagnostik machen. Außer er ist wirklich nicht sehr zuverlässig und korrekt, spart sich gerne Arbeit und eigenes Nachdenken. So einen Arzt würde ich wechseln.
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Zum Thema "Alternative Medizin":
Ich habe in einem älteren Thread gelesen, dass z.B. Hans Lauber als Spinner betitelt worden ist. So etwas finde ich allerdings auch nicht gut. Was ist daran "Spinner", wenn sich jemand so aktiv mittels Sport, Ernährung und Kräutern etc.. darum bemüht, seinen BZ im guten Bereich zu halten?? Wer maßt sich an, Versuche anderer zu verurteilen? Lauber ist zudem bisher ja wohl sehr erfolgreich mit seinem Weg und ohne Medis. Jeder Mensch hat seinen Weg und alleine das sich um seine eigene Gesunderhaltung zu bemühen ist schon besser als sich nur dem Onkel Diadoc "auf die Liege zu legen" und Rezepte in Empfang zu nehmen. Also, warum Lauber als Spinner hinstellen? Es gibt auch andere als den ureignen (schulmedizinischen) Weg.
Ich plädiere auch für mehr Toleranz und gegenseitigen Respekt vor den jeweils individuellen Wegen!!
Bernd
von Bernd B. -
LisaO
Rang: Gastam 24.08.2007 06:09:51
Liebe Helga!
Alles was von Dir in diesem Tread bisher gesagt wurde, findet meine Zustimmung. Ich wollte mich schon einigemale in die Diskussion einbringen, aber ehrlich gesagt fehlt mir im Moment die Zeit dazu.
Bernd B bringt es auf den Punkt. Toleranz und gegenseitiger Resekt für den jeweils individuellen Weg sind angesagt.
Mit lieben Grüßen
LisaO