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Folgeversorgung Insulinpumpe ABGELEHNT
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Nadine
Rang: Gastam 10.08.2007 14:30:07
Hallo zusammen,
mir wurde gestern von meiner Barmer mitgeteilt, dass diese die Folgeversorgung meiner Insulinpumpe, aufgrund von schlechten BZ-Werten abgelehnt wird.
Ich (29) trage jetzt seit 16 Jahren die Insulinpumpe und meine Werte waren in den letzten 6 Monaten wirklich nicht gut, aber Besserung ist in Sicht.
Ich bin völlig am Ende und weiß überhaupt nicht was ich machen soll. Mit einer intensiven Spritztherapie kann ich meinen Job als Kreative in der Werbebranche nicht mehr ausführen.
Habt ihr damit Erfahrung und wisst ihr was ich tun kann?
Würde ein Wechsel der KK helfen und gibt es überhaupt noch Krankenkassen die einen wie "uns" aufnehmen??
Liebe Grüße,
Nadine von Nadine -
diesel
Rang: Gastam 10.08.2007 14:40:18
Hallo Nadine,
es tut mir Leid, dass die KK die Weiterverordnung nicht genehmigt hat.
Auch wenn es nicht deine Frage beantwortet, möchte ich etwas dazu anmerken: Versetze dich mal in die Lage der KK. Jeder muss sparen, und so auch die KK. Jetzt haben sie 16 Jahre für dich die Kosten der Pumpe von immerhin rund 3600,- ¤ plus rund 2000,- ¤ jährlich Kosten für´s Zubehör bezahlt. Und hat es etwas für dich (gesundheitlich) gebracht? Schlechte Werte, wie du selbst schreibst. Warum sollen die jetzt ihr Budget weiter stark belasten, ohne sichtbaren Erfolg. Naja, und Besserung in Sicht - warum erst jetzt? 16 Jahre war nichts Positives, aber nach 16 Jahren plötzlich? Klingt für die KK bestimmt nicht wirklich glaubwürdig.
Ich würde mit denen reden und versuchen die Argumente darzulegen. Vielleicht hats du ja noch eine Chance.
Viel Erfolg wünscht
Gerd von diesel -
Haschi
Rang: Gastam 10.08.2007 15:04:49
Hallo Nadine,
Widerspruch einlegen!
GKV wechseln kann man immer, wenn
bestimmte Fristen eingehalten werden, auch bei Diabetes.
Ob "die neue" jedoch die Insulinpumpe genehmigt, ist ungewiss.
Es wäre jedoch geradezu hanebüchen, wenn KK die sehr teure Pumpentherapie finanzieren würden, wenn sie voraussichtlich keinen medizinischen Vorteil gegenüber einer ICT bringt.
Mit der CSII, die die Betazellenfunktion am besten imitieren kann, sollte es in der Regel möglich sein, eine normnahe Stoffwechselführung zu erzielen.
Nun ist "das Kind in den Brunnen gefallen".
Helfen kann dir nur dein diadoc, eine medizinische Begründung für die Verschlechterung der Blutzuckerführung zu finden und eine Umstellung nach soviel Jahren unabsehbare Risiken diabetischer Komplikationen beinhaltet.
Deinerseits muss jedoch der feste Wille sein, normnahe Werte zu erreichen und bei eventueller probeweiser Bewilligung der KK zu beweisen, dass sich deine Einstellung
mit der CSII auch verbessert.
Also, Widerspruch einlegen mit ärtzlicher Begründung. von Haschi -
Nadine
Rang: Gastam 10.08.2007 18:40:47
Hallo Haschi,
danke für dein Feedback. Das beruhigt mich doch schon etwas.
Ich kann die Krankenkassen bis zu einem gewissen Punkt auch verstehen, dass teure Therapien bei keinem gesundheitlichen Vorteil eingestellt werden.
Nur ist es so, dass ich seid 16 Jahren mit der "großen Freiheit" leben kann und es aus emotionalen sowie lebensumständlichen Gründen (wie Berufswahl, Kinderwunsch etc) eine enorme psychische Belastung ist, sich wieder auf die Abhängigkeit der Spritztherapie und damit verbundenen Zeitenabhänigkeit einzulassen.
Der Wille bessere Werte zu haben und auch an sich selbst zu arbeiten ist seit 1989 da und es gibt immer mal Zeiten bei mir und vielleicht auch bei anderen Genossen, wo es mal nicht so gut läuft.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir ein Leben mit Spritzen nicht mehr vorstellen kann.
liebe grüße
nadine
von Nadine -
Haschi
Rang: Gastam 10.08.2007 19:20:05
Auch der psychische Aspekt sollte beim Widerspruch berücksichtigt werden. von Haschi -
thomas2002
Rang: Gastam 10.08.2007 21:33:55
auch ältere tagebücher und hba1c einsenden. von thomas2002 -
www.diabetes-in-frage-und-antwort.de
Rang: Gastam 18.08.2007 23:53:21
Hallo Nadine,
das tut mir leid.
Am aussichtsreichsten - und unbedingt notwendig - ist ein gepfeffertes Attest vom behandelnden Arzt.
Es sollte enthalten, dass
* die schlechten Werte der letzten Monate vorübergehender Natur waren, weil I...I (gründe beruflicher/ gesundheitlicher/ privater/ was-auch-immer Natur anführen - möglichst dramatisch...)
* du eine hochmotivierte Patientin bist, die bereits in der Vergangenheit unter Pumpentherapie eine hervorragende Diabetestherapie geführt hat und dass ein erneutes sehr gutes Diabetesmanagement in absehbarer Zeit zu erwarten ist
* unter ICT eine markante Verschlechterung der Werte zu erwarten ist, da eine Pumpentherapie für deinen Beruf unerlässlich ist (Gründe anführen!! Irgendwas findet sich da immer...)
* vor der CSII ein ausgeprägtes Dawn-Phänomen vorlag, was sich nur unter CSII managen ließ
* vor der CSII Schwankungen vorlagen, die sich nur unter CSII managen ließen
* dein Beruf gefährdet ist, falls die CSII unterbrochen oder gar beendet wird
* eine rapide VErschlechterung der bestehenden Spätfolgen (falls welche bestehen...) zu erwarten ist, falls die CSII beendet wird
Es sollte Engagement und Motivation von Seite der Patientin im Attest betont werden und es sollte möglichst dramatisch formuliert werden (die Entscheidungsträger sitzen am Schreibtisch und fassen ihre Beschlüsse aufgrund schriftlicher Unterlagen!!) und es sollte der Kostenaspekt im FAll der zu erwartenden schlimmen Spätfolgen betont werden, falls keine Pumpe mehr bewilligt wird ...
Viel ERfolg! Herzliche GRüße Anke von www.diabetes-in-frage-und-antwort.de -
Nadine78
Rang: Gastam 19.08.2007 15:15:20
Hallo Anke,
vielen, vielen Dank für deine Anmerkungen und Hilfe. Mein Arzt und ich setzen gerade ein solches Schreiben auf, da mein schriftlicher Einspruch wahrscheinlich kein Erfolg zeigen wird.
Ich werd berichten, wie es ausging.
Dir ein schönes Wochenende noch,
Nadine von Nadine78 -
www.diabetes-in-frage-und-antwort.de
Rang: Gastam 20.08.2007 22:54:01
Hallo Nadine,
ich drück dir die Daumen!!
herzliche Grüße Anke von www.diabetes-in-frage-und-antwort.de -
silke
Rang: Gastam 22.08.2007 00:34:49
das thema interessiert mich sehr, da ich heute einen brief meiner alten kk erhalten habe die ihre pumpe zurückfordert und ich nicht weiß ob die neue kk sie genehmigt. ich habe mich sooooo sehr an sie gewöhnt und wilkl sie auf keinen fall hergeben.
ich drücke dir die daumen!!
lg. silke -
nadine78
Rang: Gastam 22.08.2007 16:01:17
Hallo Silke,
hast du die KK gewechselt und dabei noch die Pumpentherapie gehabt? Dann müsste dich die neue KK eigentlich mit der Pumpentherapie übernehmen.
Ich hoffe das geht gut für dich aus... Man, da hat man nicht schon genug sorgen und muß sich noch mit dem Gesetzentwurf der Gesundheitsreform rumschlagen.
Dir alles gute. -
silke
Rang: Gastam 23.08.2007 19:59:28
neue kk übernimmt die pumpe nicht!
muss neuen antrag stellen der wird bearbeitet und dann gehts weiter aber die pumpe (restlaufzeit 39!!! monate) muss ich zurück geben.
der ganze papierkrieg kotzt (sorry) mich jetzt schon an.
ich habe mir heute echt die ohren heiß telefoniert......
gruß silke -
Rolf Müller, Braunschweig
Rang: Gastam 18.11.2007 15:01:20
Hallo Nadine,
ich habe gerade Deinen Brief gelesen.
Weißt Du, ich habe seit meinem 8. Lj. Typ 1 -
Diabetes und zwar jetzt genau 62 Jahre lang.
40 Jahre machte ich die CT - Methode, dann die ICT-Methode und jetzt habe ich seit 1,5 Jahren eineInsulin-Pumpe.Meine Werte sind so gut wie noch nie vorher.
Das A & O ist eine gute Diabetes-Schulung und sehr gute Insulin-Einstellung. Ich hoffe, dass Du die schon vor Deiner Insulin-Pumpe hattest.
Sicherlich ist die Technik mit der Insulin-Pumpe viel einfacher, aber die Berechnung mußt Du immer noch selber durchführen. Leider ist das noch so.Ohne einer gewissen Disziplin wirst Du niemals eine gute und ruhige iabetes-Einstellung bekommen.Hast Du denn das richtige Insulin?
Ist Deine Basis-Einstellung richtig berechnet worden?
Wenn die Basis nicht stimmt, wirst Du niemals eine gute Einstellung bekommen.
Hast Du denn eine Diabetes-Schulung mitgemacht?Du schadest Dir selbst gesundheitlich, wenn du das nicht in den Griff
bekommst. Deine Nerven nehmen Schaden in der Länge des schleczht eingestellten Diabetes. Das muß nicht sein.
Ich hoffe, dass Du eine sehr gute Diabetes-Beratung hast. Ich gehe in eine Diabetes-Zentrum. Dort werden auch die Schulungen durchgeführt. Durch ein konsequentes Leben, kannst Du selber Spätschäden vermeiden helfen. Deshalb kann natürlich trotzdem immer noch irgendeine Krankheit auftreten. Wir sind ja keine Maschinen.
Ich würde mich sehr freuen, mal etwas von Dir zu hören. Z.B. welches Insulin Du spritzt und wie Du Deine Basis ausgerechnet hast.
Wie hältst Du es mit Deinen Mahlzeiten?
Bei einem Hunger-Stoffwechsel kann Dein BZ
leider negativ in die Höhe steigen, weil Dein Körper eine bestimmte Insulinmenge immer braucht. Bewegung muß eingeplant werden, etc.
Ich komme auf den Hungerstoffwechsel, weil Du schreibst, dass Du sehr viel Stress in Deinem Beruf hast.
Bitte schreibe doch mal ein bisschen wie Du so lebst, da kannst Du vielleicht schon selbst aufdecken, was Du ändern könntest, um Deine BZ-Werte zu verbessern.
Halte mit Deiner Insulin-Pumpe ebenfalls gewisse Regeln ein, dann bekommst Du auch gute BZ-Werte.
Wir
Typ 1 - Diabetiker müssen dankbar sein, dassBanting und Best das Insulin erfunden haben, sonst müssten wir immer noch mit der Diabetes-Krankheit verhungern und sterben.
Besitzt das Buch "Die Insulinpumjpentherapie im Alltag?" Es ist ein Handbuch für Anwender und Berater und wirklich sehr nützlich.
Herausgegeben vom Kirchheim-Verlag
geschrieben von Dr.med.Gina Lohmüller-Wiegelmann, Fachärztin für Innere Medizin und Diabetologie.
ISBN-13:978-3-87 409-408-5 und
ISBN-10: 3-87409-408-1
Am Freitag in der nächsten Woche gehe ich mal wieder zu einem Diabetes-Kursus, weil die Diabetes-Beraterin zu einem Kursus für Insulinpumpen-Anwender in Dortmund war.
Es wurde dort daüber gesprochen, warum der BZ bei der Insulinpumpe plötzlich entgleist und welche Ursache das haben kann.
Ich werde Dir dann nochmal alles berichten, was ich so zusätzlich erfahren habe. Vielleicht kann es Dir ja nützlich sein.
Also Dir wünsche ich alles Gute und Kopf hoch.
Alles was Du für eine gute BZ-Einstellung machst, machst Du für Dich.
Melde Dich bitte !
I von Rolf Müller, Braunschweig -
nadine78
Rang: Gastam 19.11.2007 17:22:43
Hallo Rolf,
magst du mir deine email-Adresse geben.
Deine Fragen und dein Interesse finde ich sehr nett, aber zu spezifisch um die Antworten hier der ganzen Welt mitzuteilen.
Liebe Grüße,
Nadine von nadine78 -
Ludger
Rang: Gastam 28.12.2008 15:55:51
hallo...
ich bin pumpenträger seit 10 jahren ...diabetes habe ich bereits seit 50 jahren.
meine bzw haben sich eindeutig verbessert, seit ich die pumpe trage, andererseits steigert sich nun die furcht in uns, sollten mit einführung des gesundheitsfond, die kassen die kosten nicht mehr übernehmen.
für mich ist das vergleichbar mit ... man würde den ministern keine leibwächter mehr bewilligen.
die insulinpumpe hat die träger mit sicherheit intensiver am leben teilnehmen lassen, als ohne pumpe.
diabetes ist eine "gefühlskrankheit", habe ich schon als kind festgestellt.
ein kindergarten - und schulfreund, dessen werte um einiges besser waren, als meine, starb schon vor über 25 jahren.
mein arzt sagte immer zu mir, wenn du leben würdest wie der jochen, DANN könntest du auch 10 .. 15 oder gar 20 jahre alt werden.
ich war 40 mal im krankenhaus, um meine bzw-entgleisungen wieder einstellen zu lassen--- seit ich die pumpe habe .. nicht einmal.
die insulinpumpe ist kein "markenprodukt" zum angeben, es ist, zumindest für mich, eine lebensbereicherung, die für nichtdiabetiker selbstverständlich ist.
vor allem auch für heranwachsende jugendliche ist es eine besondere wichtige freiheit ... nicht heimlich verschwinden zu müssen.. falls der wert etwas höher ist, um dem erst unwissenden partner zu verheimlichen, dass man diabetiker ist.
nun drückt man einfach auf den knopf und lächelt seine (r) liebsten trotzdem dabei an und fühlt sich sicher.
eine potenzstörung zu erklären.. als junger mann sowieso, ist deprimierend.
doch durch die pumpe -- gut und sicher eingestellt, läßt solche vorfälle kaum noch zu.
auch das berufsleben verlief viel besser und reibungsloser, als vor der pumpe.
ich selber habe mir in meinem leben ca. 55 000 spritzen geben müssen .. das möchte ich nicht gerne wieder anfangen müssen.
kurz vor einführung des gesundheitsfond, drücke ich allen diabetikern die Daumen, dass die kassen die kosten, auch für das zubehör, weiterhin übernehmen.
gruß
ludger
von Ludger -
karen Hube
Rang: Gastam 18.01.2009 21:36:56
Hallo, mein Mann trägt seit 8 Jahren eine Pumpe, hatte 2 Tage vor Weihnachten auch eine Ablehnung bekommen. Wir haben Widerspruch eingelegt. Seine Ärztin hat auch noch die Notwendigkeit bescheinigt auch wegen seines Berufes als Schornsteinfeger. Allerdings waren seine Werte nur geringfügig schlecht. Er hat vor 8 Jahren einen Vertrag von seiner Krankenkasse bekommen über die Bereitstellung eines Hilfsmittels (Pumpe), der unbefristet war. Ich würde auf jeden Fall Widerspruch einlegen!! Mann hat ja nichts zu verlieren.
Bei meinem Mann kam vor einigen Tagen die Zusage. Wir haben den Verdacht, dass erst mal grundsätzlich eine Absage kommt, nur um zu sparen.Wir drücken die Daumen.
K. u. A. Hube von karen Hube -
nregling
Rang: Gastam 19.01.2009 11:14:42
Hallo Zusammen,
ich kann allen nur Raten sich nicht nur auf die Ärzte und Bescheinigungen zu berufen oder beruhen.
Schreibt Beschwerdebriefe und Hilfaufrufe direkt an Roche und setzt eure Krankenkasse cc. Der medizinische Dienst entscheidet "Hopp oder Top", ohne auch nur im geringsten das menschliche Schicksal, dass hinter dem Antrag steht zu beachten oder zu hinterfragen.
Es ist eine Schweinerei, wie mit den Menschen die für ihr Schicksal nichts dafür können umgegangen wird. Anstatt uns ein normales und "freies" Leben zu ermöglichen, werden wir noch bestraft dafür, dass wir krank sind.
Darüber sollte die Presse mal berichten, vielleicht ändert sich dann was!
Liebe Grüße und alles Gute!