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Spritz-Eß-Abstand

  • Andreas

    Rang: Gast
    am 10.08.2007 12:22:54
    Hallo,

    wie funktioniert das mit den BZ-Werten und Spritz-Eß-Abstand?
    Bei welchem Wert wie lange warten oder nicht?
    Bei Analoginsulin.
    Finde meine Tabelle dazu nicht mehr.

    Gruß

    Andreas
  • Barbara

    Rang: Gast
    am 10.08.2007 12:48:44
    hallo Andreas der SEA hängt vom Insulin ab. Es gibt schnellwirksame Insuline wie Novo Rapid,da brauche keinen SEA ,denn das wirkt sofort.
    Also da muß man etwas näheres wissen.
    Bis dann
    Barbara
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 10.08.2007 13:48:06
    Moin Andreas,

    der Spritz-Ess-Abstand ist idealer Weise die Zeit vom Spritzen bis zum messbaren Einsetzen der BZ-senkenden Insulinwirkung. Die ist auch bei schnellem Analog-Insulin nicht Null, sondern eher 10-20 Minuten und bei manchen Leuten zu manchen Tageszeiten wie bei mir zum Frühstück sogar etwa ne Stunde.

    Ich kenne 2 Möglichkeiten, den eigenen SEA zu finden.
    1. mutig: A) messen, z.B. 120 B) für z.B. eine Scheibe Brot=2BE spritzen C) bei Analog-Insulin alle 5 Minuten messen D) essen, wenn der BZ z.B. 100 erreicht. Die Zeit zwischen A und D ist dann der passende SEA :-)
    2. konventionell:
    A) passende Insulinmenge finden. Die passt, wenn der BZ nach dem normalen Spritzen und Essen nach dem Auslauf der Insulinwirkung (Analog etwa 3 und Human etwa 5 Stunden) wieder die selbe Höhe wie beim Spritzen erreicht. Wenn weniger, dann war zuviel, und wenn mehr, dann war zu wenig gespritzt.
    B) bei der Gelegenheit auch den wahrscheinlich höchsten BZ etwa 1 Stunde nach dem Essen messen. C) für den SEA zur selben Tageszeit beim selben Futter den Spritzzeitpunkt jeweils 5 Min weiter vorziehen und dann die BZ-Spitze nach ner Stunde beobachten: Wenn sie nicht mehr weiter sinkt, ist dann, oder wenn vorher schon vor dem Essen Unterzucker eintritt, ist kurz davor der optimal mögliche SEA erreicht.

    Mit dem passenden SEA können wir also dafür sorgen, dass die BZ-senkende Wirkung des Insulins möglichst genau mit der BZ-steigernden Wirkung unseres Futters zusammen fällt und dass sich die beiden Bewegungen ideal praktisch gegenseitig aufheben und den BZ möglichst wenig und kurz ansteigen lassen :-)

    Bisdann, Jürgen
  • Haschi

    Rang: Gast
    am 10.08.2007 19:03:16
    Hallo Andreas,

    mit Tabelle meinst du sicher eine solche, die den Blutzuckerwert vor dem Essen zum Kriterium für den SEA nimmt, beispielsweise bei 120 mg/dl 30 min, bei 100 mg/dl 15 min und bei 80 mg/dl kein SEA. Kann u.U. sinnvoll sein.

    Fakt ist, dass die externen Insuline im Unterhautfettgewebe individuell unterschiedlich absorbiert werden, in den Bluttkreislauf gelangen und zu wirken beginnen. Das eigene Insulin wird unmittelbar in die Blutbahn der Pfortader abgegeben. Die Kohlenhydrate in den Speisen lassen auch unterschiedlich langsam oder schnell den Blutzucker ansteigen. Ziel einer Insulintherapie soll natürlich sein, Insulinspiegel und Blutzuckeranstieg zur Deckung zu bringen.
    Dies gelingt jedoch nicht immer vollkommen.

    Wichtig ist, dass zwei Stunden nach dem ersten Bissen der Blutzuckerwert möglichst
    weniger als 140 mg/dl beträgt und keine Hypos auftreten. Ist dies der Fall, ist deine Insulinmenge und der Spritzzeitpunkt richtig gewählt. Sinkt der Blutzuckerwert erst später, war der SEA wohl zu niedrig. Ist er nach drei Stunden immer noch zu hoch, war die verabreichte Insulinmenge sicher zu gering.

    Im Grunde genommen muss jeder seinen richtigen Spritzzeitpunkt zu dem betreffenden Insulin und der Kost durch Erfahrung ermitteln.
    Viel Glück beim Austüffteln.
    von Haschi