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Diabetis ja/nein
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Melanie
Rang: Gastam 06.08.2007 22:21:00
hallo,
ich hatte als jugendlicher hohe bz werte, musste damals alle 3 monate zum glukosetoleranztest...sollte aber nur diät essen....ich bin schlank sogar eher untergewicht...nunja die ganzen jahre waren meine werte ok
nun hab ich blutbild machen lassen und da kam ein wert von 118 raus. da ich altenpflegerin bin hab ich dann spaßhalber auf der arbeit 1 std. nach dem essen (helles brötchen mit marmelade und nem kaffee) gemessen und bin fast vom stuhl gefallen 150 hatte ich...so heut war ich beim Hausarzt und hab ihm das alles erzählt da meinte er ich solle 4 wochen lang auf alles süsse verzichten und dann nochmal kommen....dann meinte er nach seinem urlaub in 3 wochen sollte man aufgrund meiner vorgeschichte nen antikörper test machen....eigentlich wollte ich das er mir ein paar teststreifen gibt damit ich mal tagesprofile machen kann, aber da kam nix....
mach mir halt schon nen bissl panik das ich vll. doch noch typ 1 sein könnte.....
was sagt ihr als experten dazu???
gruss melanie von Melanie -
Melanie
Rang: Gastam 06.08.2007 22:40:51
hab mir grad einige beiträge hier durchgelesen und denke das ich vielleicht noch einpaar daten dazu nehmen sollte...
also ich hab ne Schilddrüsenunterfunktion, nehme auch ThyroxJod 100/100, hab nen Kinderwunsch der unerfüllt is da ich zu wenig hormone für die eizellreifung entwickle...also spritze ich puregon....
ich bin 155 cm und wiege ca 43 kg, war mein ganzes leben lang noch nie über 50 kg....
lg melanie von Melanie -
Jürgen
Rang: Gastam 06.08.2007 23:50:13
Moin Melanie,
bei dem Prozess, der in einem weit fortgeschrittenen Stadium als Diabetes definiert ist, geht es nicht wirklich um entweder ich hab nicht oder ich hab, sondern darum, wie weit fortgeschritten dieser Prozess schon ist und wie weit man den dann mit möglichst eigenen Verhaltens-Mitteln noch wieder zurück gedreht bekommt und wie weit man ggf. Medis zur Hilfe nehmen kann oderund muss.
Der Prozessbereich, in dem Du dich gerade beschreibst, ist seit 2002 in den USA als Prädiabetes und behandlungsbedürftig definiert. Dabei ist zunächst einmal unerheblich, wie der zu hohe BZ-Verlauf im einzelnen zustande kommt. Er ist da und nicht gesund, und seit Du ihn in der Art kennst, wäre Deine vernünftigste Antwort darauf, ihn bis er da wieder von selbst bleibt, gezielt mit Deinem Verhalten auf max 140/120/100 mg/dl 1/2/3 Stunden nach dem Essen zu begrenzen.
Wenn man morgens mit > 100 anfängt, muss das nicht die Untergrenze für den ganzen Tag bleiben, und einige von uns senken ihren Nüchtern-BZ erstaunlich schnell mit nem Bonbon direkt mit dem Aufstehen. Andere essen erst dann BZ-Steigerndes, wenn ihr BZ wieder unter 100 gesunken ist. Und es gibt eine ganze Menge Erfahrungen, die besagen, dass der Nüchtern-BZ wieder wenigstens ein Stück weit sinkt, wenn man die Anstiege nach dem Essen entsprechend meiner Gebetsmühlenempfehlung oder besser begrenzt.
Bisdann, Jürgen -
Melanie
Rang: Gastam 07.08.2007 00:26:19
Hallo Jürgen,
ähm ich hab mal nen bissl gegoogelt und jeder Link erzählt mir das ein Prädiabetes mit Gewichtreduzierung und Bewegung zu bekämpfen is....hm...ich bin eher untergewichtig, bin 28 jahre alt, hab nen eher niedrigen Blutdruck...also eigentlich alles keine Risikofaktoren...lg melanie von Melanie -
thomas2002
Rang: Gastam 07.08.2007 00:40:34
teststreifen und meßgeräte gibt es auch ohne rezept in jeder (versand)apotheke.
www.medizinfuchs.de
test auf und behandlung des diabetes ist eher nicht die sache eines hausarztes, sondern die eines diabetologen. von thomas2002 -
Jürgen
Rang: Gastam 07.08.2007 01:16:55
Moin Melanie,
Du brauchst ja nicht mal zu googeln, um zu finden, dass Typ2 nur angefressen und angesessen sein soll ;-)
Ich wollte mit Prädiabetes nicht schreiben, dass Du dick bist, sondern dass in Teilen der Welt die BZ-Bewegungen, die Du beschreibst, schon als therapiemäßig zu begrenzen gelten. Und auch dabei dürfen wir getrost davon ausgehen, dass die Untergrenzen keine Versicherung gegen diabetische Langzeitschäden bieten.
Den Eiweißen, die mit höher als völlig gesunden BZs mehr als normal verzuckert und damit in ihren Funktionen behindert bis verändert werden, ist völlig egal, woher dieser Zucker stammt oder wodurch der verursacht wurde. Und wenn man deren Fehlfunktionen begrenzen will, empfiehlt sich, die Gelegenheiten zu reduzieren und den BZ flach & niedrig zu halten :-)
Bisdann, Jürgen -
Franziska
Rang: Gastam 07.08.2007 10:08:20
Hallo Melanie,
wenn ich Dich richtig verstanden habe, geht es Dir schon erst mal um eine vernünftige Diagnose und um Möglichkeiten zum Ansetzen.
Also erst mal: Handmessgeräte sind nicht so genau. Meines misst z.B. morgens nüchtern so zwischen 95 und 105, inzwischen war ich aber 3 x beim DiaDoc und hatte dort (mit Labor gemessen) nüchtern nur 80-88. Die Abweichungen können aber noch höher sein, bis 20% ist zugelassen. Dennoch kam bei mir beim OGTT dann doch eine leichte Glucoseintoleranz raus.
Also wäre ein zsätzlicher OGTT schon mal besser als nur hie und da zu messen.
Jetzt geht es ja wirklich-wie Jürgen schon sagt- nicht darum, ob man nach 2h bei 139 oder bei 141 mg/dl liegt, sondern darum, dass da was am Enstehen ist. Und ws dagegen tun.
Ich bin auch sehr schlank, abnehmen geht nicht mehr, aber ich habe jetzt zwei Dinge gemacht:
Ernährungsumstellung (z.B. nach www.logi-methode.de) da kommt kein Marmeladenbrötchen mehr drin vor, um eben immer unter 140 zu bleiben.
Dann bewege ich mich mehr, versuche am WE viel zu laufen und radzufahren und täglich eine Viertelstunde bis halbe Stunde zu laufen.
Tatsächlich sind sowohl die pp-Werte nun meist 2h danach höchstens 130.
Die Nüchtern-BZs sind durchschnittlich um 10 mg/dl gesunken, meist unter 100.
Das ist schon mal was.
Dann mache ich noch was, gleich werde ich gesteinigt und höre 'müsli, Müsli..':
Ich nehme Diastabol (Miglitol) zum Essen (in etwa das Gleiche wie Glucobay oder Acarbose).
Das verzögert die KH-Aufnahme um einige Zeit und ich kann auch mal eine Kartoffel zum Mittagessen haben oder auch mal ein halbes Stück Obstkuchen, die BZ bleiben trotzdem unter 125 und ich habe keine Blähungen!! Null! Man muss aber wohl langsam anfangen. Für mich ist das erst mal eine Lösung, mal sehen wie lange.
Ansonsten: Thyroxin nehme ich auch, inzwischen weiß ich, dass das auch BZ erhöht. Also immer auf den TSH achten, und wichtiger auf die freien Werte, dass diese nicht über der Norm sind. Ohne komme ich nicht klar, da ich sonst imStehen einschlafe, aber ich achte drauf, dass ich mich nicht in eine Hyperthyreose schieße.
Gruß
Franziska
P.S. BZ-Messgeräte kriegste bei den meisten großen Firmen geschenkt, wenn Du da anrufts (Roche, Bayer, Berlin-Chemie usw) und kaufst Streifen in der Apotheke oder beim Versand.
P.P.S. Wenn Du zum OGTT gehst, sollen sie gleich auch Antikörper auf Typ I (GAD, IA2 usw) bestimmen.
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Molly
Rang: Gastam 07.08.2007 11:29:12
Msus jetzt auch noch mals was fragen. Heute morgen einen BZ von 185 ! Das gibt es bei mir hie und da auch wenn ich am abend vorher ganz vernünftig gegessen haben. Ca. 2-3 Stunden später dann 114-118 d.h. so vor dem Mittagessen wieder alles plaetti. Das bleibt dann bis abends, wenn ich dazwischen nichts aber gar nichts esse, evt. 1/2 Apfel. Das ist für mich die schwierigste Zeit, zwischen 13.00 und 19.00.
Wir essen meisten ca. 20.00 Uhr bis dahin bin ich schon halbwegs verhungert und nasche dann... Meine Frage ist, würdet Ihr dann nicht Morgenessen sondern nur Spritzen ? Ich habe dann eben einen Riesenkolldampf...
Gruss Molly -
Haschi
Rang: Gastam 07.08.2007 11:40:07
Hallo Melanie,
es kann zwar eine abnorme Nüchternblutglukose ( im Blutplasma 110 -125 , im Vollblut 90 - 109 mg/dl) oder eine Glukoseintoleranz ( pp 140 bis 199 mg/dl ) bestehen, aber sich keinerswegs um einen Prädiabetes handelt, wie er vorzugsweise bei der Entwicklung eines Typ2-Diabetes symptomatisch ist.
Es ist sehr empfehlenswert, einen Diabetologen aufzusuchen, um eventuelle Störungen professionell abklären zu lassen(z.B. Antikörper).
Zur Diagnose ist die Blutglukoseselbstkontrolle ungeeignet. von Haschi -
Jürgen
Rang: Gastam 07.08.2007 12:47:37
Moin Haschi,
wahrscheinlich passen die beschriebenen Beobachtungen egal mit welchem Gerät in kein Diagnose-Schema.
Trotzdem macht jeder erhöhte BZ sein Stück weit krank, egal weswegen er erhöht ist. Und wenn man schon das Glück hatte, die ungesunde Erhöhung zu entdecken, wäre man doch dumm, wenn man sie nicht gesund senken wollte! Und Franziska hat toll beschrieben, wie man sich in so einem Fall konkret zielführend verhalten kann :-)
UND Prädiabetes ist ausschließlich über die BZ-Werte definiert. Das Übergewicht wird lediglich assoziiert.
Bisdann, Jürgen