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Bitte Hilfe: warum fruchten meine Bemühungen nicht?

  • Elfie

    Rang: Gast
    am 17.07.2007 18:22:13
    Hallo,

    mich beschäftigt folgendes Problem. Seit 3 Monaten mache ich, um meine gestörte Glucosetoleranz/Nüchternglucose (Prädiabates) in den Griff zu bekommen, viel Ausdauersport (Jogging) und ernähre mich absolut BZ-freundlich. Schokolade, Kuchen, Weißmehl ist komplett gestrichen. Habe auch schon 5 Kilo abgenommen. Trotzdem merke ich leider keinen positiven Einfluß auf den BZ-Spiegel. Man hat mir gesagt, dass durch regelmäßige Bewegung die Insulinresistenz gebessert, die Sensibilität wieder erhöht würde. Ab wann sollte denn dieser Effekt eintreten? Müsste man nach 3 Monaten nicht schon eine Verbesserung spüren?

    Neben regelmäßigem Jogging mache ich auch immer ein bißchen Gymnastik für die Muskeln und bei Regen ein paar Einheiten auf dem Stepper. Dabei habe ich jetzt ein paar Mal fest gestellt, dass der Wert von z.B. 100 nach 15 Minuten Steppen auf 120 angestiegen ist. Was ist das denn?? Ich dachte, damit kannn ich den BZ absenken. Bin richtig frustriert. Bin auch dabei nach den Tipps von Jürgen und Klaus zu testen, mit welchem Essen ich die Werte gut unter 140 halten kann, etc..

    Morgens habe ich immer einen erhöhten Nüchternwert. (abends und nachts ist er sehr gut) Ich habe derzeit auch viel seelisch/nervliche Anspannung und Stress rundherum. Vielleicht liegt es auch daran. Wollte mich zu einem Kurs Autogenes Training anmelden. Je mehr ich merke, dass meine Bemühungen um den BZ nicht fruchten, um so mehr gerate ich in Stress, habe Angst, dass die Krankheit voll ausbricht! Ein Teufelskreis. Also für mein Nervenkostüm ist das nicht gut. Bin mittlerweile auch beim Messen immer schon ganz aufgeregt und zittrig, wie der Wert wohl ausfallen wird. Vielleicht treibt das den Wert auch noch hoch? Beim Arzt bin ich bei den Blutuntersuchungen auch immer total gestresst, habe dann auch z.B. Blutdruck 150/90 und Puls von 115, obwohl ich normalerweise ein echter "Niederdruckler" bin. Ich kann froh sein, wenn ich mal 110/70 habe, meist hänge ich bei 100/60. Langsam frage ich mich, ob die hohen Werte beim oGTT auch durch Stress zustande gekommen sind. Ich war die ganzen 2 Stunden lang völlig daneben aus Sorge um das Ergebnis.

    Bitte helft mir mit Informationen. Ich möchte gerne alles tun, um nicht zu Tabletten oder Insulin übergehen zu müssen. Zumindest so lange es geht hinauszögern. Mir ist wirklich kein Einsatz zu hoch, meinem Körper zu helfen, aber es kommt mir schon komisch vor, dass alle Bemühungen bisher mit Bewegung und Ernährungsumstellung nichts bewirken. Ist meine innere Aufregung die Ursache?

    Freue mich über Eure Tipps!
    Liebe Grüße
    Elfie

  • klausdn

    Rang: Gast
    am 17.07.2007 19:06:01
    hallo elfie,
    zuerst entspann dich, streß ist nur wenn er positiv gesehen wird nützlich.
    aber :
    daß der dm weggeht das liest du nur von ärzten und spinnern(wie lauber und konsorten).
    ja bei einigen wenigen wird der zeitpunkt? durch den ganzen tag rennen etwas verschoben,
    bei einigen nicht.(wobei der lauber noch nie gemerkt hat daß andere leute arbeiten müssen um nicht zu verhungern)
    daß durch sport der bz auch steigen kann haben wir vor kurzem hier auf diskussion gehabt.
    daß eine vernünftige gewichtseinstellung gut ist bestreitet niemand , trotzdem wird dadurch niemand gesund, und die sogenannten ideal/normalgewichte
    (egal ob mit broca oder bmi) sind sowiso schwachsinn. und durch nichts bewiesen sondern erfunden.
    meine empfehlung, schulterzucken wenns dich erwischt .... na und,. du weißt inzwischen so gut bescheid daß du rechtzeitig eingreifst und nicht wartest bis nen verschlafener doc aufwacht.
    so komisch wie es klingt viele die zb vorher angst vor dem insulin hatten sind hinterher wie erleichtert, denn mehr als 15-20 minuten pro tag braucht ein geschickter INSULINER nicht(insgesamt)
    also "ruhe ist die erste bürgerpflicht"
    und immer dran denken: du bist nicht allein.
    mfg klaus
    von klausdn
  • Johnny

    Rang: Gast
    am 17.07.2007 19:26:23
    Hallo,

    das Problem, dass mein Blutzucker ansteigt, wenn ich morgens/vormittags nichts esse, habe ich auch! Eigentlich sinkt er doch, oder nicht? Man soll ja auch vor der Blutuntersuchung 8 bis 12 Stunden lang nichts gegessen haben. Höre von "Gesunden", dass ihnen ohne Essen dann leicht schummerig wird und sie unbedingt einen Bissen essen müssen. Weiß jemand, WARUM der BZ Mittags höher ist als am Morgen, wenn man bis dahin gar nichts gegessen? Ist das bei Euch allen so? Muss man deshalb morgens zumindest einen Bissen essen?

    Aller Anfang ist schwer ----- danke
    herzliche Grüße
    Johnny
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 17.07.2007 20:28:14
    hallo jonny,
    der bz wird vonn so vielen sachen beeinflußt, die bei jedem unterschiedlich auftreten und wirken.
    deshalb schreiben wir ja immer "nur" die eigene erfahrung zählt,(und wenn der doc sagt bei allen ist das so vergiß es)
    um einige.
    nach oben: streß(cortisol,adrenalin) cortison(tabs, spritzen, ev nhalieren)
    und essen kohlenhydrate, abe geringer und später auch eiweiß, fet ??+-
    "und"die insulin empfindlich/unempfindlicjhkeit.
    je höher der bz desto unempfindlicher
    je länger die letzte mahlzeit(über 7-8h) her ist.
    (nach mehr als 7h fasten brauche ich 2! ie mehr)
    wenn alle glykogenreserven ausgeschüttet werden,
    leber ca 50g, muskeln ca 400g, dann kanns schon knallen.
    auch allgemein wird ja gerne nicht erwähnt:
    praktisch die hälfte des insulins(egal ob eigen oder gepritzt) wird von der leber verbraucht.
    insulin hat eine halbwertzeit von ca 4,5minuten,
    im blut(dann ist die hälfte weg, 4,5 minuten später davon die hälfte, usw) deshab gehen auch bei vielen die "hypos" wenn sie sich ruhig in den sessel schmeißen von selbst weg.(ist nicht nur die leber)
    und ca 40% der glucose wird vom gehirn(das benötigt kein insulin-eigen/gespritzt) verbraucht.
    -- genau umgekehrt wenn die glykogenspeicher leer sind(nach arbeit/sport) und niemand was böses denkt, dann fällt plötzlich der bz.(meist wenn man nicht damit rechnet.
    daher - der beste arzt ist der aufmerksame patient selbst..-
    mfg klaus von klausdn
  • Elfie

    Rang: Gast
    am 18.07.2007 00:44:07
    Hallo Klaus,

    danke Dir erst mal. Du schreibst

    "meine empfehlung, schulterzucken wenns dich erwischt .... na und,. du weißt inzwischen so gut bescheid daß du rechtzeitig eingreifst....."

    Ja, Du hast natürlich sachlich betrachtet recht, aber so leicht ist das halt nicht, wenn man Angst hat. :-((

    Dass man auch im Anfangsstadium gar nichts tun können soll, klingt nicht tröstlich. Ich möchte es trotzdem noch versuchen.

    Du schreibst an Johnny:

    “ je höher der bz desto unempfindlicher
    je länger die letzte mahlzeit(über 7-8h) her ist.
    (nach mehr als 7h fasten brauche ich 2! ie mehr)
    wenn alle glykogenreserven ausgeschüttet werden,
    leber ca 50g, muskeln ca 400g, dann kanns schon knallen.“

    Ich weiß nicht, ob ich das jetzt richtig verstanden habe: je länger man nüchtern ist, um so mehr steigt der BZ an, weil Glykogenreserven ausgeschüttet werden?
    Also dann wäre der Zeitpunkt für den Nüchternwert 8 – 12 Stunden nach der letzten Mahlzeit ja fast schon ein „Stresswert“. Da ich oft erst ab 14 Uhr anfange zu essen, sollte ich das dann wohl ändern, wenn ich Deine o.a. Ausführungen richtig deute?

    Was sagst Du (oder auch andere) zum psychischen Stress? Kann die Stresssituation, Erwartungsangst die Werte verschlechtern? Habe gerade in einem anderen Thread zum Thema Angsterkrankung zwei unterschiedliche Meinungen gelesen. Jürgen meinte, bei einem Gesunden würden die Werte nicht messbar ansteigen, Hans hielt dagegen, dass das ja Zweck der Stressreaktion sei, den Blutzucker zu erhöhen (Kampf und Fluchtleistungen optimieren) und dass ja sonst Gesunde „benachteiligt“ wären, wenn bei ihnen der erhöhte Blutzucker immer sofort wieder reguliert würde. Was stimmt denn nun?

    Danke für all die wertvollen Informationen! Ich bin durch die Beiträge hier sehr sensibilisiert worden.

    Liebe Grüße
    Elfie


  • Pia

    Rang: Gast
    am 18.07.2007 09:20:09
    Hi Elfie,

    ich kann das nicht so gut erklären, aber ich kann dir bestätigen, dass der BZ ziemlich hoch reagiert auf: negativen Stress, auch grippale Infekte und z.B. auch Schmerzen.
    Ich habe auch einen direkten Zusammenhang mit BZ und Blutdruck beobachtet. Entweder es war Beides oben oder Beides unten.
    Ich halte die Hinausschieberei oder Herumdokterei der Hausärzte mit Tabletten für unverantwortlich uns auch in den meisten Fällen sinnlos. Lass dich zu einem Diabetologen überweisen. Wovor hast du genau Angst? Vor dem Spritzen? Du wirst darüber lachen, wenn du den kuliartigen Pen siehst und die feinen Nadeln.
    Ich bin lange dem Irrtum erlegen, wenn du nix isst, geht der BZ runter. Falsch gedacht.
    Der Leber ist es shit egal, sie produziert trotzdem Zucker, und wenn du nix isst, dann tut sie das aus" Langeweile" (bildlich gesehen. Ich hatte so hohe Werte, dass ich schon Bilder vor mir sah: meine Leber, Zuckerwürfel spuckend...). Also gib ihr was zu tun...eine halbe Scheibe trocken Brot gleich morgens.
    Mit dem Sport habe ich die Diskussion so verstanden: gute gemütliche Bewegung senkt den BZ, anstrengender Sport kann ihn erhöhen. Du bist ein eigenverantwortlicher Mensch, du bewältigst das.
    Schieb es nciht hinaus. Wenn der HBA1C erst mal in die Höhe abgeflogen ist, ist es harte Arbeit, den wieder runter zu bekommen.. von Pia
  • Haschi

    Rang: Gast
    am 18.07.2007 11:28:27
    Hallo Elfie,

    deine Beunruhigung wird sicherlich auch von einer gewissen Ungeduld genährt und erhöht den Stress. Selbst deine häufigen Blutglukosetests beunruhigen dich und generieren wiederum Stresshormone, die Antagonisten des „guten Insulins“.

    Deine Lebensweise – Ernährung und körperliche Aktivität - ist vorbildlich und bewahrt dich voraussichtlich noch lange vor einem manifesten Diabetes mit unausweichlicher medikamentöser Behandlung. Nur Geduld!

    Du schreibst nichts von einer Normalisierung oder Abnahme des Körpergewichts oder des Blutzuckerlangzeitwertes. Diese Parameter sind maßgeblich für deine gesundheitlichen Aspekte.

    Mein Tipp:
    Nur weiter so und der Erfolg wird sich zeigen. Bei abnormer Nüchternglukose oder gestörter Glukosetoleranz, jedoch weitgehend funktionierender Insulinsekretion, sollte man nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen, sondern dem Organismus auf natürliche Weise
    Zeit und Gelegenheit geben, die Störung zu kompensieren.
    von Haschi
  • Elfie

    Rang: Gast
    am 18.07.2007 15:33:50
    Hallo Haschi,

    danke für Deine lieben Worte!

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    Du schreibst nichts von einer Normalisierung oder Abnahme des Körpergewichts oder des Blutzuckerlangzeitwertes. Diese Parameter sind maßgeblich für deine gesundheitlichen Aspekte.
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    Doch, ich hatte geschrieben, dass ich inzwischen 5 Kilo abgenommen habe. Bei 1,65 wiege ich jetzt 54 Kilo. Der HbA1c-Wert war letzte Woche 5,1.

    Dein Beitrag hat mir wirklich Mut gemacht! Ich hoffe, dass ich auch die Angst-Reduzierung schaffe und dann vielleicht wieder bessere Werte habe. Ich spüre ja selbst wie ich vor dem Messen aufgeregt bin.

    Liebe Grüße
    Elfie
  • Elfie.

    Rang: Gast
    am 18.07.2007 15:58:12
    Hallo Pia,

    vielen Dank für Deine Informationen zu Stress und BZ-Anstieg auch, wenn man nichts isst. Das ist alles ganz wichtig für mich, zu lernen.

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    Wovor hast du genau Angst? Vor dem Spritzen?
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    Nein, das überhaupt nicht. Ich kann gut zuschauen, wenn mir Blut abgenommen wird und habe mir auch selbst schon homöopathische Mittel Subkutan gespritzt. Es ist die Angst, das alles nicht zu packen und dann doch Spätfolgen (Augen, etc.) zu bekommen. Der Blutzucker ist so ein wechselhafter Wert und den ständig im Auge zu behalten und gegenzusteuern.

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    Mit dem Sport habe ich die Diskussion so verstanden: gute gemütliche Bewegung senkt den BZ, anstrengender Sport kann ihn erhöhen.
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    Danke, das ist doch eine klare Zusammenfassung.
    Und danke für die Hilfe! Im Moment treibt der Stress alle Werte noch zusätzlich hoch. Beim oGTT war ich fix und fertig, Pulsrasen. Vielleicht wäre er sonst besser ausgefallen.

    Liebe Grüße
    Elfie

    von Elfie.
  • Pia

    Rang: Gast
    am 19.07.2007 12:01:22
    Lieber Haschi,
    was meinst du? Sollte ein Gespräch mit einem Diabtologen nicht auch möglich sein, ohne dass man mit Insulin und Pen wieder heraus spaziert oder impliziert der Gang zum Diadoc gleich in jedem Fall: Jetzt gibts Insulin? Ich halte rein persönlich ein Gespräch beim Diabetologen für die Leute, die sich grenzwertig bewegen (Wobei ein HBA1C von 5,1 % ja außerhalb jeglicher Diskussion ist für Diadoc, aber grundsätzlich?) für oft besser als die gut gemeinte Tabletten-Hausarzttherapie. von Pia
  • Haschi

    Rang: Gast
    am 19.07.2007 12:53:51
    Hallo Elfie,

    sorry, hatte das „Wichtigste“ , Gewicht und HbA1c übersehen. Gratulation zu den guten Werten. Wenn diese so bleiben, sind Ängste wegen Diabetes überflüssig.

    Hallo Pia,

    selbstverständlich sollte und werden auch die meisten Diabetologen, Patienten ohne Pen und Insulin aus der Praxis lassen, wenn diese Medikation nicht notwendig ist.

    Ein Gespräch mit Aufzeigen der unterschiedlichen Möglichkeiten von Therapien ist mit und ohne Medikation allemal nützlich. Sollte den docs von den GKV nur besser honoriert werden.
    Es soll ja auch Patienten geben, die vom Diabetologen von der Hausarztmedikation wieder „entwöhnt“ werden.
    von Haschi