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Kunsttherapeutisches Experiment: Diabetes & Gefühle

  • Marion

    Rang: Gast
    am 23.06.2010 11:56:37
    Liebe ForenteilnehmerInnen,

    „Gefühle beeinflussen den Diabetes“ – eine hinlänglich bekannte Aussage und Tatsache. Je stärker die Gefühle sind –bewusst oder unbewusst- umso höher ist die Wahrscheinlichkeit von Blutzuckerspitzen nach oben und unten.
    Eine lästige Gegebenheit, die die Gefühle nicht unbedingt verbessert und zusätzlich körperlich sehr anstrengend ist. Ich weiß wovon ich schreibe, ich selbst bin seit 32 Jahren Typ 1.

    Zum Experiment:
    Unter der Grundannahme: Diabetes ist auch eine psychosomatische Erkrankung, also von der Seele auf den Körper projiziert (viele weitere Faktoren spielen aber meist auch eine Rolle), stelle ich folgende Behauptung auf:

    „Mit Hilfe der Kunsttherapie und anderen körpernahen Therapieformen, die in der Psychosomatik ihren Einsatz finden, können von Gefühlen ausgelöste Blutzuckerentgleisungen in ihrem Ausmaß vermindert werden.“

    Für diese Annahme möchte ich im Rahmen meiner Diplomarbeit ein kunsttherapeutisches Experiment durchführen, das die Selbsterfahrung der Gefühle beinhaltet. Erkennen – Verstehen – Verändern/ Auflösen

    Dafür suche ich interessierte TeilnehmerInnen mit Diabetes mellitus Typ 1 aus dem Raum Düsseldorf, die Lust auf Kreativität und Selbsterfahrung haben.
    Der Umfang: 8 Gruppentermine, 1 x pro Woche, ca. 1,5 Stunden, Start: Mitte-Ende August 2010

    Sollte sich meine Annahme/ Behauptung nicht so bestätigen, haben die TeilnehmerInnen hier eine tolle Möglichkeit von einer kunsttherapeutischen Selbsterfahrung zu profitieren.

    Hier eine kurze Erläuterung zur Kunsttherapie:
    Eine Methode, bei der zum therapeutischen Gespräch/ Reflektion, eine dritte Variante hinzutritt: die Gestaltung von Bild, Skulptur oder Collage.
    Der Prozess des Gestaltens, das Betrachten der Arbeit und das Gespräch darüber sind die Elementaren Bestandteile dieser Methode. Hierbei geht es nicht um das Hineindeuten von Dingen, sondern um die Reflektion/Spiegelung.
    Jeder kann dabei sein, „schöne“ Kunstwerke sind nicht gefordert. Sie sind nicht verboten, aber in keiner Weise gefordert. Man könnte sagen, dass es hierbei um „Ausdrucksmalen“ geht, das trifft es eher. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist: Zeit für mich selbst!

    Für Feedback oder allgemeine Fragen bin ich dankbar.
    Wer gerne an dieser Selbsterfahrung teilnehmen möchte, kann sich bei mir per Email anmelden: skulpturen@noira.de

    Vielen lieben Dank für das geduldige Lesen.

    Herzliche Grüße

    Marion Behrendt
    44 Jahre, Pumpenträgerin
    Architektin
    Freie Künstlerin
    Psychotherapeutin (HPG)
  • Robert B.

    Rang: Gast
    am 24.06.2010 10:06:17
    "...im Rahmen meiner Diplomarbeit..." ???

    Und an welchem Institut an welcher Hochschule soll das sein?

    Gruß, Robert von Robert B.
  • Marion

    Rang: Gast
    am 24.06.2010 10:51:10
    @ Anonym
    Ja, es ist natürlich nicht möglich einen laufenden biochemischen Prozess mit Hilfe der Kunsttherapie zu stoppen. Mein Ansatz geht dahin, dass diese Prozesse in dem Ausmaß gar nicht erst in Gang kommen, weil ich durch die Selbsterfahrung u. U. Kenntnisse gewonnen habe, die mich mit speziellen Situationen anders umgehen lassen. Ob im Zuge einer Hypo oder in alltäglichen Situationen.
    Sie schreiben ja selbst ...Kreativität...kann Aggressionen abbauen helfen...

    @ Robert
    Ich studiere am Institut für Kunst und Kunsttherapie in Bochum, eine private Schule. Staatliche Schulen sind in dem Berufsfeld rar gesät (2 in Deutschland), die auch hauptsächlich künstlerisch orientiert sind. Meine Ausrichtung ist tiefenpsychologisch. Das Experiment oder auch Projekt organisiere ich selbst. Sollte sich meine Annahme ansatzweise bestätigen, möchte ich gerne gemeinsam mit einer Universitätsklinik ein Projekt in größerem Umfang starten.
    Ich bin sozusagen mein erster Beweis, doch ich bin nicht allgemeingültig und es liegt mir sehr viel daran...vielleicht können ja andere Betroffene auch davon profitieren. Es gehört allerdings ein gutes Stück Bereitschaft dazu, mit sich selbst reflektiert zu "arbeiten".

    Viele Grüße,
    Marion
  • peter

    Rang: Gast
    am 24.06.2010 12:37:47
    es wäre nicht schlecht im interesse von allen,
    wenn der ausdruck -diplomarbeit- "nur" für eine wirkliche diplomarbeit verwand werden würde.
    das diplom so einer privaten schule ist nichts weiter als ein stück bedrucktes papier.
    damit kann man unwissenden imponieren, und damit werden laien oft abgezockt.
    zum glück gibt es inzwischen gerichturteile , daß man solche sachen nicht bezahlen braucht.
  • Meinung

    Rang: Gast
    am 24.06.2010 13:48:42
    Zitat:Unter der Grundannahme: Diabetes ist auch eine psychosomatische Erkrankung, also von der Seele auf den Körper projiziert (viele weitere Faktoren spielen aber meist auch eine Rolle), stelle ich folgende Behauptung auf:

    „Mit Hilfe der Kunsttherapie und anderen körpernahen Therapieformen, die in der Psychosomatik ihren Einsatz finden, können von Gefühlen ausgelöste Blutzuckerentgleisungen in ihrem Ausmaß vermindert werden.“ Ende.

    Du wolltest ja ehrliche Meinungen hören....und bitte auch nicht böse sein. Ich meine, dass die Grundannahme bereits falsch ist und zu weit hergeholt.

    Wie definierst du denn "von Gefühlen ausgelöste"? Was meinst damit?

    Definier mal in dem Zusammenhang bitte das Wort "Gefühle".

    Gefühle, Stress und Co. setzen doch auch nur biochemische Prozesse in Gang.
  • peter1

    Rang: Gast
    am 24.06.2010 13:59:07
    da diabetes t1 schon bei extrem jungen babys auftreten kann - damit die psychosomatische schiene ad absurdum geführt ist, lohnt es nicht darüber zu sinnieren.
    .
  • Marion

    Rang: Gast
    am 24.06.2010 18:50:15
    Ja, ich wollte Feedback und das ist auch gut so.

    Ich muss eingestehen, dass ich mich ein wenig missverständlich ausgedrückt habe, aber dafür ist es ja auch ein Forum :)) Vielen Dank also für die Schelte.

    Korrektur:
    Diabetes gehört in den Bereich der psychosomatischen Erkrankungen. Damit meine ich nicht unbedingt ursächlich (aber auch dazu gibt es durchaus Vertreter), sondern: Weil Gefühle (Psyche) nachweislich die Blutzuckerwerte im Körper (Soma) beeinflussen.

    Gefühle:
    Sie lösen den biochemischen Prozess aus. Insgesamt eine sehr sinnvolle "Einrichtung". Je weniger ich die Gefühle bemerke (unbewusste Gefühle), umso stärker der biochemische Prozess. Auf den Diabetes projiziert, rede ich von Blutzuckerwerten in extremen Ausmaßen, z.B. für mich persönlich vormals ab ca. 300 aufwärts oder auch abwärts - ohne technischen/ medizinischen Grund. Meistens aber aufwärts. In der Psychosomatik, die auch noch in verschiedene Formen (z. b. mit körperlichem/ mediz. Befund, ohne Befund, aufgrund einer körperlichen Erkrankung...) unterteilt, wird davon ausgegangen, dass sich nicht wahrgenommene Gefühle über den Körper mitteilen (es gibt etliche Studien und Literatur dazu), sozusagen als Symbol. Das ist dann der Ansatz. Wenn ich also meine Gefühle erkennen kann, vor allem die verdeckten/ unbewussten, kann ich anfangen, mit ihnen umzugehen.
    Ein Beispiel: Hat jemand Bluthochdruck ohne eine körperliche Begründung, steckt meist (nicht immer) eine verdeckte starke Wut oder Aggression auf irgend etwas oder irgend jemanden dahinter. Dann könnte erarbeitet werden, z. B. kunsttherapeutisch, woher diese Wut kommt, ob sie noch stimmt, kann sie "aufgelöst" werden...?

    So dann die Annahme meines Projektes:
    Weniger starke verdeckte Gefühle - weniger extremste Blutzuckerwerte

    Habe ich die Fragen halbwegs beantwortet in dem kurzen "Abriss" bei dem komplexen Thema?
    Ich hoffe dieses Mal ohne Missverständlichkeiten.
    Wirklich vielen lieben Dank für die Fragen, Kritiken und Meinungen, sie sind sehr hilfreich.

    Viel Grüße,
    Marion


    Am Rande:
    Zum Diplomthema:
    Ein Diplom ist eine (Abschluss)arbeit, bei der wissenschaftlich gearbeitet wird. Ob an einer staatlich zugelassenen Institution oder privat, hat nicht unbedingt etwas mit der Qualität der Arbeit und der Kompetenz des "Diplomanden" zu tun. Es ist mir aber überhaupt nicht wichtig, von "Diplom" zu schreiben, ab sofort nenn ich mein Projekt wissenschaftlich erarbeitete Abschlussarbeit :-)

    Zum Baby/ Kleinkind:
    Ganz allgemein: Jedes Baby, auch wenn noch so klein, hat Gefühle und auch ein Baby kann Stress haben
  • Astrid

    Rang: Gast
    am 25.06.2010 02:03:30
    Hallo Marion,...

    ...du hast deinen Therapie-Ansatz an dir ausprobiert und warst erfolgreich?
    Das äußert sich wie? Weniger Insulin?

    Also mein BZ ist wenig gefühlsmäßig beeinflußt. Ich merke das immer daran, daß ich mit meiner Einschätzung meines BZ meilenweit danebenliege, z.B. habe ich das Gefühl mein BZ geht nach oben, dabei bleibt er ganz konstant im Normbereich, oder umgekehrt.Kann da bei mir keine wirklichen Zusammenhänge finden.
    Bin seit 2 Jahren Typ 1.

    mfg von Astrid
  • Joa

    Rang: Gast
    am 25.06.2010 22:02:24
    Sehr geehrte Frau Behrendt,

    könnten Sie freundlicherweise klarstellen, auf welcher Grundlage sie berechtigt sind, die Berufsbezeichnung

    ----- Psychotherapeutin (HPG) ----

    zu verwenden?

    Nach § 1 Abs. 1 des Psychotherapeuten Gesetz (Psych-ThG) ist die Verwendung der Berufsbezeichnung:

    "Pychotherapeut"

    geschützt und nur in sehr engem Rahmen zulässig:

    | Die Bezeichnung "Psychotherapeut" oder
    | "Psychotherapeutin" darf von anderen Personen
    | als Ärzten, Psychologischen Psychotherapeuten
    | oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
    | nicht geführt werden."

    Ich denke, dass da auch das Bestehen einer Heilpraktikerprüfung nach dem Heilpraktikergesetz (HPG) nichts ändert.

    Mit freundlichem Gruß
    Joa

  • peter

    Rang: Gast
    am 26.06.2010 12:35:18
    die voraussetzung um diese "prüfung" zu machen ist -hauptschulabschluss- weiter nichts.
    es ist ein multiple choice test der beliebig oft wiederholt werden kann. und eigentlich nur den zweck hat, patienten mit "echten" krankheiten zu erkennen und dann zum "echten" arzt zu schicken.
    hp gelten auch mit erfolgreicher "prüfung" als medizinische laien, daher sind sie nicht bei unsinn zu belangen. - daher braucht man unsinn auch nicht zu bezahlen-(unerbringlichkeit einer leistung)
    -die jährlichen fragen/antworten der hp "prüfung" findet man regelmäßig im netz.-
    was gerne verschwiegen wird, hp gibt es erst seit der nazizeit, da die ärzte an der front gebraucht wurden. als der krieg vorbei war ist nur vergessen worden sie wieder abzuschaffen.(in der brd/a)
    woanders gibt es sowas nicht. - scharlatane schon. von peter