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Nüchternwert - sorry ist länger geworden
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Kerstin
Rang: Gastam 23.06.2007 15:54:49
Hallo,
ich schreibe hier heute zum ersten mal.
während meiner ersten schwangerschaft (entbunden im September 2006) wurden bei mir erhöhte zuckerwerte gemessen, ich musste kein insulin nehmen konnte es mit diät in den griff bekommen.
jetzt neun monate später habe ich bei meinem hausarzt einen gesundheitscheck machen lassen. der nüchterzucker lag bei 112mg. es wurde dann ein ogt gemacht wo ich nach 2 stunden (ich durfte allerdings nach hause und ein glas wasser trinken) 117mg hatte.
da ich jemand bin der sich gerne wo reinsteigert und gleich angst bekommt hab ich dann ein paar tage mich kaum getraut zu essen. bin dann auch mal am vormittag nüchtern zur apotheke gefahren und hatte bereits einen wert von 117mg. war aber auch schon 4 stunden wach.
nun meine frage, kann es sein dass der körper dann selbst zucker ausschüttet wenn der körper aktiv wird und keine kh zugeführt werden? daher der hohe zucker?
ich versuche mich eh gesund zu ernähren und min. 3 mal die woche powerwalken für eine stunde.
zudem hab ich vor einer woche die pille abgesetzt kann dies durch hormonumstellungen zu schwankungen führen?
die werte nach dem essen sind eigentlich ok.
was kann ich tun um den nüchternwert niedriger zu bekommen?
vielen dank im voraus und sorry für dieses lange posting!!!
kerstin von Kerstin -
Jürgen
Rang: Gastam 23.06.2007 17:14:28
Moin Kerstin,
gesund wacht der Mensch mit 60-80 auf, hat ne halbe bis ne Stunde nach dem Essen von viel Stärke oderund Zucker für ein paar Minuten vielleicht um 120, nie über 140, und ist spätestens 2 Stunden nach dem Essen zurück um 80.
Als Diabetes ist seit 1974 nüchtern über 125 und 2 Stunden nach oGTT-Testwasser über 200 definiert. Die Definition ist medizinisch willkürlich und wahrscheinlich damals nur deswegen so gesetzt, weil das Größen waren, die sich mit den damaligen Mitteln bestimmen ließen. So gab man damals das Nüchternblut ins Labor im nächsten Krankenhaus, und die positive Urinprobe 2 Stunden nach dem Trinken kündete von wenigstens 200.
Inzwischen wissen wir längst, dass wenigstens in der oberen Hälfte dieses Niemandslands zwischen gesund und Diabetes, die seit 2002 in den USA als Prädiabetes bezeichnet wird, der Blutzucker zum Krankmachen völlig ausreicht. Und deswegen achten proaktive Diabetiker darauf, dass sie 1/2/3 Stunden nach jedem Essen unter 140/120/100 mg/dl bleiben.
Viel Spaß mit Deinem Schreihals! Jürgen -
Haschi
Rang: Gastam 24.06.2007 15:32:48
Hallo Kerstin,
die Diagnosekriterien des Diabetes ( z.B. nüchtern im Vollblut 110 bzw. 126 mg/dl im Blutplasma) bedeuten, dass bei diesen Werten auch regelmäßig Glukose über die Nieren als Harnzucker mit dem Urin ausgeschieden wird ( = süßer Durchgang) und die sich so zeigende Stoffwechselstörung nicht mehr spontan umgekehrt werden kann. Die Referenzwerte für Gesunde liegen zwischen 60 und 100 mg/dl und nach dem Essen maximal bei 140 mg/dl.
Orale Antikonzeptiva(Pille) beeinflussen mitunter den Blutglukoseverlauf, da sie in das Hormongeschehen eingreifen.
Es kann auch sein, dass infolge Zuckerausschüttung der Leber aus ihrem Speicher und gleichzeitigem Insulinmangel die Blutglukosewerte bei körperlichen Aktivitäten steigen.
Lobenswert ist, wenn du auch grenzwertige Testergebnisse ernst nimmst. Anlass zur Besorgnis besteht jedoch noch nicht, wenn auch abnormale Nüchernblutglukose im prädiabetischen Bereich wie die Glukoseintoleranz nach dem Essen auch höhere Risiken für Gefäßschäden bedeutet.
von Haschi -
Jürgen
Rang: Gastam 24.06.2007 16:06:48
Moin Hans,
Glukose im Harn gibt es in der Regel erst ab Blutzucker über 160-180! Sicher nachweisbar im Urin erst um 200, und zwar zwei Stunden nach dem oralen Input.
Genau deswegen wurde 1974 diese Schwelle so gesetzt, denn sie ließ sich damals als niedrigste in einer normalen Arztpraxis mit einiger Sicherheit bewerten.
Die Bezeichnung zuckersüßer Durchfluss ist älter als alles Wissen über den Blutzucker und seine Form und Funktion bzw. Fehlfunktion. Wer deswegen heute noch glaubt, dass die krankmachende Wirkung erst anfängt, wo der Zucker mit dem Harn gewissermaßen durchfließt, glaubt vielleicht auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet ;-)
Bisdann, Jürgen -
Pia
Rang: Gastam 25.06.2007 14:39:50
Liebe Kerstin,
das war auch mein großer Irrtum, dass der Blutzucker nicht steigt, wenn man nichts isst.Ich kanns nicht so gut erklären wir die Jungs..
Wenn man wach wird, wird auch die Leber wach und wenn sie nichts kein "Futter" bekommt, produziert sie aus Langeweile Zucker und bei Diabetikern mehr als sie soll...
Viel Freude an dem "Windelpupser". von Pia -
Inka
Rang: Gastam 27.06.2007 18:52:22
Hallo Kerstin!
Ich hatte dreimal SS-Diabetes mit Insulinpflicht und habe jetzt ähnliche Werte wie Du. Das ganze nennt sich gestörte Glucosetoleranz, Prädiabetes oder abnorme Nüchternglucose. Die Ärzte werden Dir vermutlich alle erzählen, dass die Werte ganz normal sind, ausser Du gerätst an einen, der mal zugibt, dass Du Dich im Graubereich zwischen Gesund und Diabetes bewegst. Allerdings kann man hier ausser Ernährung und Bewegung auch nicht grossartig was machen. Man sollte das Ganze aber im Auge behalten.
Was jedoch noch wichtig wäre: Du schreibst ja, dass Du die Pille abgesetzt hast. Plant Ihr ein weiteres Baby? In dem Fall würde ich das Ganze mit einem guten Diabetologen besprechen, denn meine Diabetologin meinte, dass man in diesem Fall bereits mit Insulin einstellen würde, denn auch die leicht erhöhten Nüchternwerte können die Empfängnis und Frühschwangerschaft negativ beeinflussen.
Liebe Grüsse!
Inka