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Nicht genug Messstäbchen

  • Jan

    Rang: Gast
    am 18.05.2007 10:51:25
    Hi@all

    ich bin 26 und seit meinem 13. Lebensjahr diabetiker. vor einiger zeit bin ich auf die intensivierte konventionell insulintherapie umgeschult worden (ICT). Weitherhin bin ich auch dem DMP-Programm (Disease-Management-Programme) beigetreten. eigentlich funktioniert alles prima bei mir. nur gibt es ein großes problem dass ich seit einiger zeit habe: ich komme einfach nicht mit der anzahlt meiner glucose-messstreifen aus. mein arzt darf mir pro quartal 600 streifen verschreiben. ich messe mindestens am tag 5 mal. morgens, zum frühstück, mittags, abends, spät abend. dies wären 5 messstäbchen pro tag. darin sind aber noch nicht einmal "unterzuckerungen" oder kontrollmessungen inbegriffen. meistens komme ich dann auf über 6-7 (oder mehr) stäbchen pro tag. da ein quartal ca. 90 tage hat und ich 600 stäbchen verschrieben bekomme darf ich maximal 6,5 stäbchen pro tag verwenden. und damit komme ich nicht aus. ich muss dauernd stäbchen aus meiner eigenen kasse zahlen damit ich "über die runden komme". das sehe ich einfach nicht ein. ich habe schon mit meiner krankenkasse (dak) telefoniert und diese sagt, dass sie nichts machen können und ich mir die streifen selber besorgen müsse. da ich im dmp programm bin bekommt die krankenkasse jährlich eine zusätzliche summe aus dem diabetes fond bezahlt die sie bei weitem nicht komplett für mich ausgibt. ich denke dass sie mich deshalb auch unterstützen können. ich finde das einfach nicht gerecht.
    habt ihr eine ahnung wie ich an mehr messstäbchen kommen kann?oder gibt es andere krankenkassen die evtl. die versorgung mit zusätzlichen messstäbchen unterstützen? oder habt ihr evtl. noch andere ideen?
    hoffe ihr könnt mir tips geben :o)

    gruß

    Jan
  • Pia

    Rang: Gast
    am 18.05.2007 11:33:13
    Lieber Jan,
    was sagt denn Dein Arzt dazu?
    Wenn eine engmaschige Messung erforderlich ist, sollte er Dir auch mehr verordnen können. Ich habe von meiner Ärztin immer mal welche aus der Praxis so bekommen.

    Wieso musst du jetzt im Moment so engmaschig messen? Oder tust du das immer? Das engmaschige Messen ist doch eigentlch nur in der Anfangszeit so?
    Ansonsten müssten doch 5 täglich reichen, oder? von Pia
  • Jan

    Rang: Gast
    am 18.05.2007 11:53:10
    mein arzt kann mir maximal 600 verschreiben. darüberhinaus muss er die kosten übernehmen. einmal hat er dies gemacht. aber nochmals geht nicht, was ich auch verstehe.
    ich messe eigentlich immer so engmaschig. 5 würden reichen wenn ich nur dann esse und nicht zwischendruch essen/messen würde.also wenn der tag super optimal laufen würde. aber ich will einfach nicht, wenn ich 5 mal am tag messe, dass mein zuckerspiegel zwischendurch hoch wird. dann mache ich lieber zwischendruch testmessungen.

    gruß

    Jan
  • Pia

    Rang: Gast
    am 18.05.2007 12:49:30
    Wenn der BZ-Verlauf "normal" ist über den Tag und du "nur" von Dir aus so oft misst, kann er sicher nicht mehr verordnen. Das kann ich nachvollziehen.
    Aber, wenn es medizinisch indiziert wäre, wegen BZ-Schwankungen, dann könnte er den Mehrbedarf auch begründen.
    Du schreibst, du hast seit dem 13. Lebensjahr schon Diabetes, dann bist Du doch ein Insulinprofi...Wieviel Mahlzeiten nimmst Du am Tag ein?
    Ich habe bei mir fesgestellt, dass der Blutzucker jeden Tag einen ähnlichen Kurvenverlauf hat, natürlich bei gleichen Esszeiten und keinen Zwischenfällen.

    Aber wart mal, bis Klaus, Jürgen und Haschi da sind, die haben sicher Tipps.
    von Pia
  • Jan

    Rang: Gast
    am 18.05.2007 14:06:17
    sicherlich habe ich ab und zu schwankungen die ich durch das häufigere messen gut eingedämmt bekomme. da ich die ICT mache esse ich nicht immer zu den gleichen zeiten gleich viel. das ist recht unterschiedlich. und wenn man etwas isst muss ich ja auch messen, denn ich spritze bestimmt nicht blauäugig ein paar einheiten :o)

    gruß

    Jan
  • Pia

    Rang: Gast
    am 18.05.2007 14:57:11
    Aber wie hast du es dann in den vergangenen Jahren gemacht?
    Ich würde, wäre ich du, einen Antrag an die Krankenkasse schreiben mit der Bitte um eine Einzelfallentscheidung, eine höhere Anzahl an Messstäbchen genehmigt zu bekommen. Ich habe gute Erfahrungen mit solchen Anträgen gemacht. Allerdings muss der Antrag nachvollziehbar den Bedarf begründen. Durch dich UND Deinen Arzt. Und da sehe ich Probleme..... von Pia
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 18.05.2007 15:27:23
    Moin Jan,

    1. die kranken Kassen zahlen alle anteilig in den Chroniker-Topf und dürfen sich dann für jeden nachgewiesenen Chroniker den Durchschnittsbetrag wieder zurücküberweisen, der mit irgendwo um 5 Mille wenigstens auf den ersten Blick schön groß aussieht. Damit soll ausgeglichen werden, dass manche Krankenkassen mehr Chroniker versorgen müssen, als andere. Aber wenn Du dagegen z.B. nur die Kosten für einen diabetischen Fuß rechnest, ist das Geld schon aufgebraucht. Will sagen, die schwimmen nun nicht plötzlich im Geld und es gibt auch nicht plötzlich mehr davon aus irgendwelchen neuen Quellen, sondern es wird nur unter den Kassen ein bisschen anders und u.U. gerechter verteilt.

    2. die kranken Kassen entscheiden nicht selbst, was sie erstatten, sondern sie richten sich dabei exakt nach den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschuss, in dem zwischen Ärzten und Kassen entschieden wird, was unter welchen Bedingungen konkret erstattet wird und was nicht. Und wenn wir sehen, dass im europäischen Ausland z.T. 2 Streifen pro Tag bei ICT und Pumpe Standard sind und in USA die kostenfreie Verordnung vom Versicherungsvertrag abhängt, geht es uns mit etwa 5 pro Tag geradezu unverschämt gut. Ich gehe davon aus, dass wir in Zukunft auch hier bei uns für ICT und Pumpe weniger Streifen gestellt kriegen.

    3. Auch ich habe mal zum Leidwesen meiner Finger jeden Tag wenigstens 8 Löcher gebohrt. Das schien mir bei meinem Rahmen von nach Möglichkeit unter 140/120/100 mg/dl 1/2/3 Stunden nach jedem Essen absolut notwendig und an manchen Tagen noch viel zu wenig. Bis ich angefangen habe, mich vor jedem Messen zu fragen, was ich in der Folge dieser Messung tun werde. Weil ich zu den Mahlzeiten meistens in einem sehr engen Zielbereich ankomme und praktisch nie um 30-50 mg/dl darüber, mit denen eine Korrektur notwendig würde, lasse ich seitdem diese Messungen weg, denn mit ihnen würde ich ja weder anders spritzen noch anders essen. Und weil ich morgens nüchtern in dem Spielraum, den ich da messen könnte, auch meistens nicht anders spritzen und essen würde, lasse ich auch diese Messung weg.

    Wenn am Vormittagsverlauf etwas unregelmäßig war, messe ich stichprobig schon mal zwischen 11 und 12, weil das Mittagessen bei uns meistens erst gegen 14 Uhr stattfindet. Meistens verbinde ich das mit dem Spritzen für 1 Teil Obst, das dann bei 70 weniger und bei 120 mehr Insulin kriegt. Die erste einigermaßen regelmäßige Messung mache ich 1-2 Stunden nach dem Mittagessen.
    Eher 1 Stunde, wenn ich fürchte, zu wenig gespritzt zu haben, und wenn ich meinen BZ dann über seinem grünen Rahmen finde, spritze ich nach. Und wenn ich da nachgespritzt habe, schaue ich selbstverständlich je nach Größenordnung 1-2 Stunden weiter nach dem Erfolg.
    Eher 2 Stunden, wenn ich mehr als passend gespritzt haben und dann zu niedrig kommen könnte - um mir dann noch ein Plätzchen oder ein Bonbon gönnen zu können :-)

    Und so auch abends. Allerdings esse ich nur noch selten BZ-Bewegendes nach 20 Uhr, damit das Apidra dafür ausgewirkt hat, wenn ich so um Mitternacht schlafen gehe. So komme ich an regelmäßigen Tagen mit 3-4 Messungen aus.
    Engmaschiger messe ich immer dann, wenn ich bei den wenigen normalen Messungen auf einen unerwarteten Wert treffe, den ich mir mit den üblichen Toleranzen nicht erklären kann. Dann muss ich selbstverständlich herausfinden, woran das liegt. So schwankt z.B. mein Basalbedarf über die letzten Jahre in mehrmonatigen Wechseln um etwa 30%. Wenn es wieder mal von mehr zu weniger wechselt, fällt mir das daran auf, dass ich immer häufiger am späten Vormittag ein Teil Obst mit weniger Insulin essen kann. Klar schaue ich dann morgens nüchtern nach und auch um 2 bei der Nacht.
    Und mit solchen Sondermessungen komme auch ich dann locker im Durchschnitt auf 5 Piekse pro Tag.

    Bisdann, Jürgen
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 18.05.2007 17:21:32
    www.INSULINER.de
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  • Jan

    Rang: Gast
    am 18.05.2007 17:58:51
    vielen dank für die vielen antworten. :o)

    geht das denn wenn ich zu meinem hausarzt gehe und mir dort 2 pakete oder so verschreiben lassen würde.er würde mich dann zu meinem diabetologen überweisen und dort könnte ich dann die maximale menge von 600 stäbchen erhalten? also hätte ich dann ca. 700stk. würde ich damit durchkommen? oder sagt die kasse dann etwas?

    gruß

    Jan

  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 18.05.2007 18:09:25
    die Kasse meldet sich meines Wissens nur zu Dingen, zu denen sie gefragt wird. Wenn der Arzt Dir verschreibt, meldet sich die Kasse bei Dir eher nicht, sondern via Kontrollstelle/Kassenärztliche Vereinigung eher bei Deinem Dok.

    Konkret auf Deine Frage: probier es aus :-) von Jürgen