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Heute oGTT
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Inka
Rang: Gastam 10.05.2007 16:33:29
Hallo!
Heute hatte ich einen Termin zum oGTT beim neuen Arzt. Nüchtern hatte ich einen Wert von 111 mg/dL und nach zwei Stunden 118 mg/dL.
Wie gehabt ist also von einer gestörten Glucosetoleranz die Rede. Aber im Gegensatz zu der ersten Ärztin, die mir ja gleich Metformin verpasst hat, meinten die hier jetzt, dass das alles halb so wild wäre. Ich soll gucken, dass ich nicht zunehme, mich vernünftig ernähren und ausreichend bewegen. Und in einem Jahr soll ich wiederkommen.
Ich finde ein ganzes Jahr ohne irgendwelche Kontrollen ziemlich lang. Zumal sich die Werte innerhalb des letzten Jahres deutlich verschlechtert haben. Ich werde also weiterhin ab und zu mal Bz-Tagesprofile machen, damit ich mitkriege, wenn sich was verschlechtert.
Ein "Problem" bei mir ist, denke ich, dass ich ja immer SS-Diabetes hatte. Da war es ja immer gleich sehr wichtig, dass was unternommen wurde, auch wenn die Werte nur geringfügig über den Grenzwerten lagen. Natürlich ging es da ja ums Baby und war deshalb so wichtig. Da das aber nunmal meine einzigen Erfahrungen mit Diabetes sind, habe ich das auch so verinnerlicht: "Hilfe, ich bin am Grenzwert, es muss sofort was unternommen werden!" Vielleicht bin ich deshalb etwas übervorichtig. Oder wie seht Ihr das?
Kann man eigentlich auch bei so geringfügig erhöhten Nüchternwerten schon Auswirkungen bemerken? Ich bilde mir das nämlich ein.
Tja, das war´s erstmal von mir. Ich wollte Euch nur mal berichten, wie´s bei mir so aussieht.
Liebe Grüsse!
Inka -
Jürgen
Rang: Gastam 10.05.2007 19:39:40
Moin Inka,
eigentlich wollte ich gerade hier den Text einstellen, mit dem mit Titel "AGEs Fortschritt & Pferdefuß" diesen Thread www.max1003.com/forum/viewforum.php?f=34 aufgemacht hab. Ich denke, er passt ganz gut auf Deine Frage. Aber das Ding hier schreibt mir was von ungültigem Text.
Bisdann, Jürgen -
Inka
Rang: Gastam 10.05.2007 20:28:51
Hallo Jürgen!
Na das ist ja mal wieder toll. Weisst Du, da erzählt man einem in der SS die ganze Zeit, dass man danach besonders aufpassen muss, weil die Gefahr besteht an Diabetes zu erkranken, und wenn man sich dann kümmert, dann interessiert´s keinen. Ich fühle mich auch irgendwie mit dem ganzen allein gelassen. Meiner Meinung nach sind 110 mg/dL nüchtern, wie ich sie ja in der Regel, einfach schon zu hoch. Kein Gesunder hat doch solche Werte, und je nach Literatur wird das ja sogar schon als Diabetes eingestuft. Und überall lese ich, dass bereits in der prädiabetischen Phase ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall besteht. Aber wenn man dann gerne was ändern will, wird einem lapidar erklärt, dass man sich nicht verrückt machen soll und das alles ja nicht so dramatisch ist.
Klar, ich habe bestimmt bessere Werte als viele Diabetiker, aber das heisst ja nicht, dass die Werte deshalb nicht verbessert werden könnten.
Liebe Grüsse!
Inka -
thomas2002
Rang: Gastam 11.05.2007 02:12:34
ich kann dir nur dringend raten, daß du selbsttätig deinen blutzucker kontrollierst. ausserdem die fettwerte im labor.
ärzte sind ein sonderfall. einige scheinen sich nur an die daten aus ihrer studienzeit zu erinnern. auch die kontrolle der kosten läßt einige ärzte ihre entscheidungen unter konservativen gesichtspunkten fällen. im amiland oder kanada sind insuline teilweise frei verfügbar, afaik spanien auch. währe ich an deiner stelle, würde ich damit etwas experimentieren. du würdest warscheinlich nur geringe dosen benötigen, z.b. 5 ie je malzeit, da deine bauchspeicheldrüse gegenregulieren kann, sind bei den größen geringe gefahren. von thomas2002 -
Jürgen
Rang: Gastam 11.05.2007 12:57:54
Moin Inka,
so komisch sich das auch auf den ersten Blick liest, aber die Krankheit Diabetes mellitus ist in 9 von 10 Fällen eine medizinische Fiktion. Denn da steigt der BZ meistens über viele Jahre mit immer größeren Schwankungen immer höher und krankmachender an, und erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium dieses Anstiegs ist er seit 1974 als Krankheit definiert.
Es ist von daher rein sachlich absoluter Schwachsinn, wenn man sich in irgend einem Stadium dieses Anstiegs vorstellen soll, dass man diese Krankheit nicht kriegen könnte, wenn man in irgend einer Weise aufpasste. Denn den grundlegenden Defekt hat in Deinem konkreten Fall frau ja bereits, wenn der mit BZ-Kontrollen während der Schwangerschaft aufgefallen ist. Ebenso ist absoluter Schwachsinn, das krankmachende Potenzial an irgend einem Nüchternwert aufzuhängen. Denn die Medizin kennt genügend Beispiele für diagnosereife OGTTs bei nicht einmal als prädiabetisch geltenden Nüchternwerten.
Also fangen wir doch mal am gesunden Ende an: Gesund hält eine geniale Automatik den BZ immer und unter allen Umständen in einem relativ engen Bereich zwischen etwa 70 und 90 mg/dl mit ab und zu ein paar Minuten bis an 120 oder knapp darüber bei plötzlich sehr hoher Belastung. Und allgemein bekannt ist bislang nur, dass unser diabetischer Prozess uns am wenigsten krank macht, je mehr von unserem alltäglichen BZ-Verlauf wir Betroffene praktisch irgendwie manuell in dem engen Rahmen halten, in dem unsere BZ-Automatik den steuern würde, wenn sie eben nicht defekt wäre. Dabei ist nicht die Tageszeit wichtig, zu der der gesunde Rahmen unbedingt eingehalten werden muss, sondern egal wann am Tag ist die Dauer der Abweichungen in Stunden und Minuten und die Weite der Abweichungen in mg/dl oder mmol/l möglichst gering zu halten.
Und mit möglichst wenig Medis. Denn die wenigsten Zuckermedis sind gerade mal in ihrem BZ-senkenden Wirk?mechanismus? untersucht. Über die gesamte Wirkbreite kennt man bis heute bei keinem die biochemischen Prozesse, die damit in unserem Organismus auf Zellebene ablaufen - nicht einmal alle beim Insulin. Also bleiben uns als wirksamste Schlüssel
1. Uhr und Messgerät und fortlaufendes Protokoll, damit wir herausfinden, wann unser BZ sich wie weit außerhalb unseres grünen Bereichs bewegt und warum das so sein könnte (wenn wir einmal unsere Routine entwickelt haben, kann die Ausrüstung zwischen mehr oder weniger häufigen Stichproben in der Schublade bleiben :-).
2. Die Futterzusammenstellung, mit der wir mehr oder weniger intensiv experimentieren müssen, damit sie individuell zu uns und unserem Tagesablauf passt.
3. Die vermehrte Bewegung, die allgemein die Insulinempfindlichkeit steigert und direkt nach den Mahlzeiten zu den Zeiten des höchsten Insulinspiegels den BZ besonders deutlich senkt.
Bisdann, Jürgen -
Inka
Rang: Gastam 11.05.2007 13:35:44
Hallo Ihr Zwei!
Lieben Dank für Eure Antworten!
Bei mir ist es eigentlich so, dass ich so gut wie nie vor den Mahlzeiten unter 90, selten unter 95 mg/dL liege und morgens nüchtern eben meist so um die 110 mg/dL. 2h nach dem essen liege ich meist so um die 90 mg/dL. Mit den Mahlzeiten klappt das also schon noch ganz gut, aber der "Grundlevel" scheint mir auf einem zu hohen Niveau. Generell würde ich von dem, was ich so aus den SS weiss, ein paar Einheiten Basalinsulin spritzen, das müsste dann doch eigentlich wirken.
Ich finde das Ganze schon echt schwierig. Da bekommt man immer gesagt, man soll darauf achten, und wenn man es dann tut und doch deutlich ungesunde Werte hat, wird das so abgetan. Ich fühle mich da ganz schön allein gelassen! Wie gut, dass es wenigstens Euch gibt! :-)
In der Praxis gestern war übrigens noch eine andere Patientin, die auch einen oGTT nach SS-Diabetes gemacht hat, und die hatte nüchtern 105 mg/dL und nach 2h 145 mg/dl und der haben sie das gleiche gesagt wie mir. Dabei ist der 2h -Wert ja auf jeden Fall im diabetischen Bereich.
Ich denke, ich werde jetzt erstmal weiterhin selbst messen, auf meine Ernährung achten, weiterhin ordentlich bewegen (was mit mit einem 18 Monaten alten Quirl nicht wirklich schwer fällt) und dann im nächsten Quartal mal wieder einen anderen Arzt aufsuchen. Irgendwann wird sich vielleicht ja mal einer finden, der das nicht so einfach abtut. Und bis dahin nerve ich Euch immer mal wieder! ;-)
Liebe Grüsse!
Inka -
thomas2002
Rang: Gastam 11.05.2007 13:54:54
hallo inka,
bitte bleibe dran. und achte auch nicht nur auf den hba1c, sondern auch auf die fettwerte. ich würde an deiner stelle zumindest auf die jährliche spieglung durch den augenarzt nicht verzichten.
wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du nur mit den nachtwerten ein problem. eine packung insulin könnte 2-3 monate reichen. von thomas2002 -
Pia
Rang: Gastam 11.05.2007 14:35:24
Ach, Inka-Maus,
aber siehste mal, wie relativ Begriffe wie DRINGEND und EILIG sind.
Welche Spätfolgen vermeinst du denn zu bemerken?
Du kannst ja bei deinem Hausarzt die Laborwerte immer mal checken lassen.
von Pia -
Emily
Rang: Gastam 11.05.2007 16:15:35
Hallo Inka
Ich kenne das Problem des auf die leichte Schulter nehmen der Ärzte sehr gut. Meine Werte im oGTT sind alle nicht gut, der Wert nach 2 h sogar bei 190mg/dl. Trotzdem sagte mein Arzt klipp und klar: Sie haben keinen Diabetes. Seltsam nicht? Ich achte halt auf die Ernährung und messe ab und zu mal. Außerdem plagen mich öfters Unterzuckerungen, so das ich sobald ich Hunger verspüre was esse. Ansonsten muß ich Ende Juni wieder hin, mal sehen was da raus kommt, vor allem wie der HbA1c Wert ist.
Dir rate ich auch, viel Gemüse und Obst, Vollwertkost und ausreichend Bewegung.
Ich hatte übrigens während meinen beiden Schwangerschaften keine Probleme mit den BZ Werten ,erst jetzt.
Alles Gute für dich von Emily -
Jürgen
Rang: Gastam 11.05.2007 16:33:40
Moin Emily,
wenn Du so isst, dass Du nach dem Essen zu keiner Zeit über 140 kommst, wirst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch keine Unterzuckerung bekommen :-)
Bisdann, Jürgen