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  • Doris

    Rang: Gast
    am 21.03.2007 02:29:34
    Mein Arzt sagte ich hätte Diabetes.
    Mein Wert ist bei 9,8.
    Mein Leben ist mir nicht so wichtig.
    Mein Mann nervt, ich solle zum Arzt.
    Meine Familie nervt.
    Mein Körper ist eine einzige Krankheit.
    Meine Seele ist zerrüttet, bin ewig deprimiert.
    Mein Leben ist so ein Scherbenhaufen, daß mir alles egal geworden ist.
    Vor einigen Jahren wurde ich mißbraucht und kann seit dem nicht aus dem Haus.
    Keine Therapie hat geholfen.
    kein Medikament.
    Ich soll Medikamente nehmen, aber ich tus nicht.
    Ich möchte zu meinem toten Kind und kann noch nicht.
    Der Diabetes ist für andere wichtig, die mich bei sich haben wollen.
    Für mich ist es ein Lichtblick, weil ich dann zu meinem Kind kann.
    von Doris
  • Pia

    Rang: Gast
    am 21.03.2007 09:38:36
    Liebe Doris,

    ich wurde mit 26 beinamputiert, hatte keine andere Wahl. Es war 1986 nach einem Unfall, irgendein Idiot fegte mich von der Straße. 3 Jahre versuchte man, das bein zu erhalten, 75 % vom Schienbeinknochen lag frei, ich konnte rundherum sehen...1989 wurde ich amputiert, die Entscheidung musste ich selbst dazu treffen..Ich hatte über 20 Jahre starke Schmerzen, keiner konnte helfen.
    Ich muss Vollzeit arbeiten.

    Was erwartest Du hier? Warum hast du hier geschrieben? Keiner kann dich zum Insulinspritzen zwingen..Der Diabetes bringt aber leider keinen schnellen Tod. Wenn du darauf hoffst, solltest du dich auf einen langen Leidensweg einrichten, möglicherweise mit Beinamputation, Blindheit oder Dialyse. Hast du das so in der Planung? Alle Achtung..Jeder ist für sein eigenes Leben selbst verantwortlich. Auch Du. von Pia
  • ANONYM

    Rang: Gast
    am 21.03.2007 10:50:41
    Doris,

    du kannst selbst viel für die Wende in deinem Leben tun, hol dir Hilfe beim Psychotherapeuten und bei kompetenten Ärzten. Denk vor allem an dich!! von ANONYM
  • Pia

    Rang: Gast
    am 21.03.2007 13:13:18
    So wie sie geschrieben hat, hat sie ja wohl schon Therapien hinter sich. Wobei man ja so aus der Ferne die Situation eh nicht beurteilen kann. Aber bekannterweise baut ja Druck auch Gegendruck auf. (Der Mann, die Familie). von Pia
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 21.03.2007 15:25:12
    Liebe Doris,
    deine Zeilen sind ein großer Hilferuf ! Deine Familie liebt dich, nehme diese Liebe erst einmal für dich wahr und an. Den ersten Schritt hast du schon getan und erfahren, du warst beim Arzt und er hat dich informiert, dass du Diabetes hast. Wenn dir dein Leben nicht wirklich wichtig ist, und du bei deinem Kind sein möchtest, dann denke darüber nach, dass es auch dort evtl. nicht schön oder vom dauernden Glück geprägt sein könnte? Denn sehr oft sind Wünsche, die sich einem erfüllen, nicht von dem geprägt, wie man es sich vorgestellt hat. Dein Unglück zwingt dich zu Wünschen, die du nur mit Zwang erreichen kannst, nämlich zu sterben. Tue dir das jetzt nicht an.
    Versuche bitte, hier und jetzt zu leben. Dieses Leben hast du nur einmal und zwar begrenzt, das "Danach" aber ist endgültig für immer und ewig.
    Du hast hier und jetzt eine feste Bestimmung und eine Aufgabe. Denke auch daran, Diabetes ist kein allzu schneller Tod, es sei denn, du fällst irgendwann einmal ins Koma. Doch die, die dich lieben, werden dich nicht im Koma sterben lassen, erst recht nicht die Ärzte.
    Es gibt Hilfe, du musst sie aber annehmen, um etwas an Lebensbejahendes aufnehmen zu können. Dazu gehört auch, Medikamente zu nehmen. Wer sich körperlich schlecht fühlt, kann sich seelisch überhaupt nicht bzw. nie erholen, du fällst immer mehr in ein tiefes Loch.
    Ich weiß, dass es dir alles schwer fällt, du bist zu sehr verzweifelt. Aber dieser Hilferuf hat mich stutzig gemacht und gesagt, "helft mir bitte, ich weiß nicht weiter!"
    Fange an, dich erst einmal physisch zu stärken, alles weitere wird dann seinen Weg finden. Viel Glück.
    Sabine
  • Pia

    Rang: Gast
    am 21.03.2007 15:46:02
    Liebe Sabine,

    Das hast du lieb geschrieben....
    Wenn man an Wiedergeburt glaubt, könnte es eng werden.....
    Den Verlust des Kindes zu erleben, ist glaub ich so ziemlich das Allerschlimmste für eine Frau.
    Ich hoffe, Doris liest hier mit oder meldet sich noch mal. Ich wollte sie fragen, ob sie in einem Trauerkreis war und trauern konnte/durfte.....ich glaube, sie bräucht unbedingt Gleichgesinnte, was das Kind angeht....ich hoffe, sie hat wenigstens eine sehr enge Freundin..
    von Pia
  • Inka

    Rang: Gast
    am 21.03.2007 20:34:50
    Hallo Doris!
    Ich habe selbst drei KInder verloren, deshalb weiss ich, wie es Dir da geht. Ich denke, es wird nie wieder gut werden, der Schmerz und die Trauer werden nicht vergehen, aber sie verändern sich und man lernt damit zu leben. Trotzdem gibt es auch noch schöne Dinge im Leben, wenn man diese zulässt und bereit ist sie zu sehen. Mir hat damals eine Therapie sehr geholfen, als ich nur noch Dunkelheit und kein Licht mehr sah.
    Ich denke Deine Familie möchte doch nicht, dass Du Dich behandeln lässt, um Dich zu ärgern oder so, sondern weil sie Dich lieben und Du ihnen wichtig bist!
    Ich kann verstehen, dass Du zu Deinem KInd willst, aber ich denke nicht, dass dies der richtige Weg ist. Zum einen wird es lange dauern und es wird sicher kein schöner Weg. Und erwartest Du eigentlich, dass Deine Familie Dich auf diesem Weg dann begleitet?
    Hast Du mal versucht mit Deinem Kind darüber zu reden, auch ob es das möchte, dass Du Dein Leben für es aufgibst? Glaubst Du nicht, dass Du Deinem KInd damit eine grosse Last aufbürdest, auch wenn es tot ist, aber kann es so in Frieden ruhen?
    Vielleicht denkst Du doch nochmal über eine Therapie nach, vielleicht brauchst Du auch am Anfang medikamentöse Unterstützung. Es gibt auch viele Selbsthilfegruppen oder auch Internetforen zum Thema Verlust.
    Ich hoffe, Du findest eine Weg für Dich!
    Liebe Grüsse!

    Inka
  • Pia

    Rang: Gast
    am 22.03.2007 09:13:56
    Liebe Inka,

    weißt du, was man in Internetforen oft erlebt? Da schreibt Jemand, wie dunkel sein Leben ist, 20 Leute - so wie auch du - machen sich wirklich echte Gedanken und wollen helfen und der "Betroffene" liest die Seite eh nie wieder. Es war ihm halt nur mal so eben... von Pia
  • Lisa

    Rang: Gast
    am 22.03.2007 10:39:29
    Liebe Pia, du siehst das vollkommen richtig. Man sieht, du hast eine Menge Erfahrung mit den hellen und den dunklen Tagen. Mein Respekt. LG Lisa
  • Pia

    Rang: Gast
    am 23.03.2007 10:30:35
    wer hat das nicht... von Pia