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Diabetes?
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Maja
Rang: Gastam 31.01.2007 11:28:24
Hallo,
mein Freund ( 24) hat letzte Woche seine Blutwerte analysiert bekommen, wobei rauskam, dass sein Langzeitzucker etwas erhöht ist ( 6, 2). Sein Arzt hat ihm dann für einen Tag ein Blutzuckermessgerät mitgegeben und er sollte nüchtern sowie vor und nach dem Essen die Werte messen. Sie waren so:
nüchtern: 106
vor dem Essen: 125
nach dem Essen: 156
(die Werte vor uns nach dem Essen waren morgens, mittgs und abends immer ungefähr gleich, zwischendrin hat mein Freund aber auch mal gemessen und da waren sie auch mal 88).
Ich schreibe jetzt hier und hoffe sehr auf Antwort, weil mein Freund und ich uns garnicht auskennen mit Diabetes und Probleme haben, das was der Arzt sagt, genau zu verstehen...
Er meinte, es handelt sich wahrscheinlich um einen sich entwickelnden Typ-1Diabetes.
Was das ist haben wir jetzt schon rausgefunden und wir hoffen natürlich, dass es sich um eine Fehldiagnose handelt. Der Arzt will die Werte jetzt regelmäßig kontrollieren und wenn sie weiter so sind einen " Oralen Glucosetoleranztest" machen.
Die Frage, die ich jetzt habe: kann es sein, dass man bei einem sich entwickelenden Typ 1-Diabetes zwischendrin auch so gute Werte wie 88 hat? Ich weiß, dass man eh die Diagnose abwarten muss, aber das könnte natürlich noch ewig dauern und ich mächte nur wissen, ob es eurer Meinung nach gerechtfertigt wäre, sich Sorgen zu machen.
Vielen Dank schon einmal, beste Grüße!
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Haschi
Rang: Gastam 31.01.2007 12:06:28
Hallo,
der Arzt kennt sicherlich weitere Zusammenhänge , die ihn zu seinem Verdacht bewegten. Insofern ist ein oGGT sinnvoll.
Das grenzwertige HbA1c ist zur Diabetesdiagnose nicht geeignet. Die selbst gemessenen Blutzuckerwerte sprechen allenfalls für eine Glukosetoleranzstörung, bei der selbstverständlich auch normale Werte (z.B. 88) vorkommen können.
Aufschluss ergeben nur professionell durchgeführte Blutzuckermessungen, ggf. ein oGGT.
von Haschi -
Maja
Rang: Gastam 31.01.2007 12:47:30
Hallo Haschi!
Danke schonmal.. der Arzt meinte, er würde die Blutzuckerwerte jetzt regelmäßig kontrollieren und erst dann (wenn sie sich nicht bessern) einen Glucosetoleranztest durchführen..
Meine Frage war eigentlich die: Kann diese Glucosetoleranzstörung auch im Vorstadium eines Typ 1-Diabetes vorkommen? Wie entwickelt sich denn ein Typ 1-Diabetes, wenn er so früh erkannt wird? Ich dachte, bei diesem Typ wäre kein Insulin mehr vorhanden? Wie kann es dann sein, dass trotzdem auch gute Werte vorkommen? Oder entwickelt sich das auch erst mit der Zeit?
Entschuldigt, wenn die Fragen vielleicht etwas komisch gestellt sind, aber ich habe mich gestern das erste Mal mit diesem Thema befasst, habe nichts zur Entwicklung eines Typ 1-Diabetes gefunden und bin auch ein bisschen verwirrt..
Über Antworten würde ich mich freuen, Gruß Maja -
Haschi
Rang: Gastam 31.01.2007 14:37:19
Hallo Maja,
deine Frage und deine Irritation ist verständlich. In der Regel ist die Latenzzeit oder das Vorstadium eines Typ1-Diabetes auch recht kurz und symptomlos. Die Manifestation erfolgt eher plötzlich. Aber, es gibt halt auch Ausnahmen, bei denen sich der T1- Diabetes ähnlich wie der T2 langsam entwickelt, d.h. es kann trotz Schädigung eine jahrelang anhaltende Eigensekretion der B-Zellen bestehen , bevor diese vollkommen erschöpft sind. Mitunter ist die Diagnose bei solchen Diabetikern oder bei denen, die auf dem Wege dorthin sind, auch etwas schwierig, ob nun T1 oder T2.
Ich halte euch die Daumen, dass die Blutzuckerwerte sich normalisieren,
andere Symptome und damit auch eine Manifestation des Diabetes ausbleiben.
Und wenn doch, immer daran denken:
Es gibt Schlimmeres.
von Haschi -
WUn
Rang: Gastam 31.01.2007 16:21:50
Hallo Maja,
wenn es sich um einen T1-Diabetes im Frühstadium handelt, dann werden sich die BZ-Werte innerhalb weniger Wochen sichtlich verschlechtern.
Dann ist Handeln angesagt: Je früher eine Insulin-Therapie begonnen wird, desto länger dauert normalerweise die Insulin-Restproduktion.
Eine Möglichkeit wäre auch ein Anti-Körper-Test (GAD). Sind Antikörper vorhanden, ist es klar. Werden keine Antikörper nachgewiesen, kann's trotzdem Typ I sein.
Irgendwo habe ich gelesen, dass es in D auch Versuche bei neu manifestierten Diabetikern gibt, mittels Injektionskur (nein, kein Insulin) die Betazellen möglichst lange zu erhalten...
Auf alle Fälle: Viel Glück! von WUn -
Maja
Rang: Gastam 31.01.2007 17:23:48
Vielen Dank schonmal!
Solche weiteren Test wird der Arzt wohl erst durchführen, wenn die Werte weiterhin schlecht sind.. wir hoffen natürlich sehr, dass die Werte vielleicht nur stressbedingt so hoch sind? Kann das denn sein oder können "Gesunde" überhaupt nicht solche Werte erreichen?
Wahrscheinlich wird man jetzt wirklich einfach abwarten müssen.. es ist nur gerade eine sehr schwierige Situation, weil alles noch so unsicher ist..
und ich merke, dass es meinen Freund sehr mitnimmt, nicht wissen zu können, was jetzt auf ihn zukommt.
Auf jeden Fall nochmal danke und viele Grüße, Maja
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Michaela
Rang: Gastam 31.01.2007 21:43:09
Hallo Maja,
das was Du geschrieben hast hört sich fast so an wie bei mir. Ich bin 29 Jahre alt und bei mir wurde jetzt auch ein Diabetes Typ 1 LADA festgestellt. Meine Werte sind auch nicht so hoch aber in meinem Blut wurden Antikörper festgestellt. Insulin produziert meine Bauchspeicheldrüse zur Zeit aber noch selbst genug. Mein Langzeitzucker lag bei 7,3 %.
Bei mir hatte man auch erst Typ 2 vermutet.
Mein Diabetologe hat mir auch von dieser Impfkur erzählt und versucht für mich einen Platz bei einer Studie zu bekommen.
Ich drücke euch die Daumen das es keine Diabetes ist.
LG
Michaela
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thomas2002
Rang: Gastam 01.02.2007 11:35:44
hallo maja,
die werte nach dem essen sind wahrnehmbar erhöht. ich würde an eurer stelle den arzt bitten, so frühr wie möglich sowohl auf antikörper als auch den c-peptid test zu machen. der c-peptid kann einen typ 2 dm anzeigen. bei einen verdacht auf einen 1er ist es meiner meinung nach grob farlässig, nicht sofort mit der insulintherapie zu beginnen. die lage kann sich bei einem 1er dramatisch ändern. von thomas2002 -
Haschi
Rang: Gastam 01.02.2007 14:23:35
Hallo Maja,
nun lasst euch nicht verrückt machen, insbesondere nicht, bevor es eine ärztliche Diagnose gibt.
Leicht erhöhte postprandiale Blutzuckerwerte nach kohlenhydratreicher Kost sind nicht pathologisch und kommen auch bei Stoffwechselgesunden häufiger vor.
Bei dramatischer Änderung der Stoffwechsellage ist natürlich Handeln geboten, aber kein verantwortungsbewusster Arzt wird den zweiten Schritt ( z.B. C-Peptid- o. Antikörperbestimmumg) vor dem ersten
( Diagnose Dm) tun.
von Haschi -
Maja
Rang: Gastam 01.02.2007 15:18:47
Hallo!!
Danke nochmal euch allen! Mein Freund hat jetzt am Montag einen Termin für den oralen Glucosetoleranztest.. hoffentlich wissen wir danach mehr. Ich werd dann mal Bescheid sagen, was dabei rauskam. Gestern hat er ein Messgerät mit nach Hause gekriegt und sollte regelmäßig messen.
Die Werte waren zimelich schwankend, nach dem Essen war der höchste Werte 166, vor dem Essen so um die 120 und gegen abend nur noch 88..
Komisch, sind das jetzt Werte, die also auch ein Stoffwechselgesunder haben kann? Und warum sind sie gegen abend wieder so gut?
@ Michaela: Ja, das hört sich ja echt ziemlich ähnlich an. Was genau ist denn Typ 1 LADA?? Vom Alter her könnte es ja auch passen.. Ich werde mich hier auf jeden Fall nochmal melden um Bescheid zu sagen.
Danke und viele Grüße, Maja