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  • diesel

    Rang: Gast
    am 25.12.2006 07:53:56
    Hallo und allen ein frohes Weihnachtsfest.

    Ich bekam mit 47 Jahren TypI Diabetes. Das ist inzwischen 3 Jahre her. Mein Insulinbedarf war immer sehr gering, was die Einstellung nicht gerade einfach machte. Denn, die kleinstmögliche Abgabe mit dem Pen sind nun mal 0,5 IE. Seit Mitte des Jahres habe icheine Pumpe und die Einstellung ist wesentlich einfacher, weil kleine Dosen möglich. Hin und wieder (in der letzten Zeit) gab es mal so ein paar Tage, wo der Bedarf noch geringer war als sonst.
    Seit letzter Woche allerdings ist mein Bedarf , für mich, ungewohnt hoch. Ich bin ständig am Korrigieren und Basalrate hoch stellen. Jetzt kam mir die Idee, die Bauchspeicheldrüse hat noch einmal Insulin ausgeschüttet und nun ihre Insulinproduktion beendet. Wie lange kann die Remission dauern? Sind da 3 Jahre möglich?
  • WUn

    Rang: Gast
    am 25.12.2006 12:49:11
    Mein Diabetologe hat mir seinerzeit gesagt, dass er einen Typ-I Patienten hat, der seit zehn Jahren noch Restproduktion hat. Also möglich ist's schon. Meistens dauert's aber nur ein Jahr.... von WUn
  • Haschi

    Rang: Gast
    am 25.12.2006 16:26:00
    Hallo,

    ich habe auch einen geringen Insulinbedarf
    bei sehr niedriger Basalrate. Mit ein Grund für die Insulinpumpentherapie.
    Mit Langzeitinsulin würde ich oft unterzuckern.

    Es gibt ältere LADA-Typen, die eine jahrzehntelange Latenz , d.h. eine Unauffälligkeit ihres Diabetes besitzen und später auch noch sehr lange eine Eigenproduktion an Insulin aufweisen. Sozusagen eine ständige Remission. Ich freue mich eigentlich darüber, da sie mir sozusagen als Puffer dient , der vor unangenehmen Entgleisungen schützt.
    von Haschi
  • Claudia

    Rang: Gast
    am 26.12.2006 20:59:23
    Hallo!
    Ich denke, ich befinde mich auch noch in der Remissionsphase, mittlerweile seit 2 Jahren. Spritze auch sehr wenig (zu den Mahlzeiten mit 0,5 oder 0,75 BE-Faktor und insgesamt 12 Einheiten Basal). Das Problem mit der richtigen Einstellung und häufigem Unterzuckern bzw. Überzuckern kenne ich auch. Obwohl ich so wenig spritze, wundere ich mich manchmal schon über sehr hohe Werte(bis 600), wenn ich mich verschätze oder zu spät spritze. Ich kann jedenfalls ein Lied davon singen, wie unterschiedlich mein Insulinbedarf ist und könnte manchmal echt daran verzweifeln. Es wäre schön einfach, wenn es jeden Tag gleich wäre, aber der Mensch ist eben keine Maschine. Ich hatte auch vor einiger Zeit eine Phase, in der ich ständig bis 30 heruntergerauscht bin, aber ohne zu spritzen. Das ging über 3 Tage, und ich wusste überhaupt nicht mehr, was mit meinem Körper passiert; der Arzt übrigens auch nicht. Plötzlich hatte ich dann wieder 400 und musste von da an mehr spritzen. Im Nachhinein kommt es mir so vor, als wenn es ein letztes Aufbäumen der Bauchspeicheldrüse war.
    Was die Dauer der Remission angeht, würde mich auch interessieren, was andere für Erfahrungen gemacht haben.
    Ausserdem würde ich gerne mehr darüber erfahren, warum es einfacher ist, mit einer Pumpe eine bessere Einstellung zu erlangen.
    Für die letzten Stunden noch ein frohes Fest!
    Liebe Grüsse
    Claudia
  • diesel

    Rang: Gast
    am 27.12.2006 09:56:46
    Hallo Claudia,

    schön, von jemanden zu lesen, der dasselbe "Problem" mit sehr geringen Insulinbedarf hat. Ich höre viele sagen: du hast es ja einfach, du brauchst ja nur geringe Mengen Insulin. Aber was ist daran einfach? Sicher, man kann es auch berechnen, aber wie soll man entsprechend spritzen? Jemand, der "normalen" oder einen hohen Bedarf hat, macht es sicher kaum Probleme, ob er z.B. 10 IE oder 11 IE spritzt. DEr Unterschied ist am Blutzucker kaum merkbar. Wenn wir aber laut Berechnung 10,5 IE spritzen sollen und uns entscheiden müssen zwischen 10 und 11 IE, macht das schon eine merkliche Änderung im Blutzucker.
    Damit zum letzten Absatz Deines Beitrags:
    Mit der Pumpe kann man diese als Beispiel angeführten 10,5 IE problemlos abgeben. Auch kann man 10,2 IE abgeben. Durch diese feine Dosiermöglichkeit kann man so besser auf diesen geringen Bedarf abstimmen. Genauso die Basalrate. Meine Basalrate liegt zur Zeit bei 8,62 IE. Über den ganzen Tag verteilt! Da sind Dosen von 0,125 IE/Std keine Ausnahme! Wie wolltest Du das mit einem Pen machen? Dank Pumpentherapie und sehr viel Diziplin ist mein HbA1c von 6,4 auf 5,3 gesunken, ohne Hypo!!!
    Ich kann nur bekräftigen: Die Pumpe gebe ich nicht mehr her! :-)
  • Haschi

    Rang: Gast
    am 27.12.2006 13:04:11
    Hallo,

    meine Basalrate total ist z.Z. runde 10 IE
    und meine IE/BE-Faktoren 1,5 - 0,9 - 1,2 bei relativ wenig körperlichen Aktivitäten.
    Beim Werkeln, Walken und Radeln deutlich niedriger.

    Die Vorteile bei niedrigem Insulinbedarf zu einer besseren Einstellung zu kommen mit einer Insulinpumpe liegt , wie schon beschrieben, in der Möglichkeit der kleinen Abgabemengen z.B. 0,1 IE/h oder 0,5 als Bolus. Wenn ich z.B. 140 mg/dl abends korrigieren möchte, erreiche ich dies mit 0,4 IE, um zu meinem Zielwert. zu kommen. Mit einer ganzen Einheit würde ich in den tiefen Keller rauschen.
    von Haschi
  • Claudia

    Rang: Gast
    am 29.12.2006 20:40:30
    Hallo!
    Ich wusste nicht, dass man mit der Pumpe so kleine Einheiten Insulin abgeben kann, aber es hört sich interessant an. Einen Wert von z.B. 140 wie eben beschrieben kann ich auch unmöglich herunterkorrigieren. Und wenn ich mal nur einen Apfel essen möchte, kann ich dafür nichts spritzen, weil eine einzige Einheit schon zuviel wäre, aber ganz ohne Insulin geht auch nicht, weil der BZ dann gleich um mindestens 50 ansteigt. und das nervt einfach!
    Meine Überlegungen gehen immer mehr dahin, ob eine Pumpe für mich geeigneter wäre, aber die kriegt man doch nicht so einfach, oder?
    Liebe Grüsse
    Claudia
  • diesel

    Rang: Gast
    am 29.12.2006 20:56:41
    Hallo Claudia,

    wenn es sein soll, korrigiere ich sogar einen Wert von125 runter.Mit Pumpe kein Problem. Wenn ich nachmittags einen Apfel mit 1,3 BE´s essen möchte, brauche ich dafür 1,3 IE. Mit Pen hätte ich die Wahl zwischen 1 oder 1,5 IE. Das erste zu wenig und das andere zuviel. Mit der Pumpe gebe ich die 1,3 IE und gut. Oder Früh, da ist mein BE Faktor 0,5IE/BE. Ich esse zwei Vollkornschnitten mit insgesamt 3,5 BE. Also spritze oder bole (von Bolus) 1,75 IE. Mit Pen völlig unmöglich! Aber genau die Menge ist Voraussetzung um einen guten Wert zu bekommen.

    Gerd
  • Haschi

    Rang: Gast
    am 30.12.2006 18:31:24
    Hallo,

    ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen.

    Die Kriterien für eine Insulinpumpe sind
    außer einer schwer einstellbaren Blutzuckerführung eben auch ein sehr niedriger Insulinbedarf.
    Erfahrung in der ICT sollte auch bestehen und der diadoc muss eine gute Begründung schreiben. Häufig wird der Erstantrag von den GKV abgelehnt. Widerspruch einlegen.
    Bei der weiterhin angespannten Finanzlage der GKV kann es durchaus sein, dass künftig weniger Insulinpumpen genehmigt werden.

    Einfach mal unverbindlich Probe tragen!
    Manche Ärzte haben sogenannte Kommisionspumpen für diesen Zweck oder der Hersteller stellt eine Pumpe zeitweise zur Verfügung.
    von Haschi
  • Marion

    Rang: Gast
    am 30.12.2006 18:45:59
    Hallo,

    auch ich freue mich, dass es doch wohl einige gibt die, wie ich auch, einen sehr niedrigen Insulinbedarf haben.
    Auch ich profitiere inzwischen von der Insulinpumpe und würde sie nicht mehr hergeben. Allerdings muß ich zur Antragstellung sagen, dass dies alles meine Diabetikerpraxis gemacht hat. Ich selber habe lediglich irgendwann von der Kasse den Bescheid bekommen, dass die Pumpe genehmigt wurde. Alle Anträge wurden direkt von der Praxis gestellt. Wenn ich hier so die Beiträge über die Antagstellung lese habe ich unwahrscheinliches Glück mit meinem Arzt.
    Fragt doch mal nach, ob Euer Arzt dies nicht auch machen kann.

    Ach ja, eine Frage habe ich noch. Korrigiert Ihr wirklich einen BZ von 125 bzw. 140 runter?
    Auf die Idee bin ich noch nicht gekommen.

    Liebe Grüße und einen guten Rutsch wünscht Euch

    Marion
  • diesel

    Rang: Gast
    am 30.12.2006 18:48:34
    Hallo Haschi,

    gerade bei der angespannten Finanzlage der GKV sollten doch eigentlich mehr Insulinpumpen verordnet werden! Wenn man bedenkt, was für enorme Kosten durch eine gute Diabeteseinstellung, unter anderen in folge einer Insulinpumpe, gespart werden könnten!!! Überlege hier nur mal, was eine Krankenhausbehandlung, infolge eines durch schlechte Einstellung des Diabetes, bei Herzinfarkt oder Schlaganfall, oder lebenslange Dialyse kostet. Da sind die Kosten und Folgekosten für die Insulinpumpe Kleinigkeiten!
    Übrigens, meine KK, die AOK Land Brandenburg hatte einmal beim Doc wegen der Werte vor und während des Probetragens nachgefragt, und dann im November 2006 die Genehmigung erteilt. Das liegt sicherlich auch zum Teil an die Bründung des Arztes.
    Vor einem Jahr das KH in Potsdam eine Pumpe wegen meines geringen Insulinbedarfs abgelenkt. Da würde ich das mit Pumpe nie hinkriegen, so die Aussage des Chefarztes der Abteilung! Ein dolles Ding. Aber das KH Potsdam ist ja für die Superkompetenz in allen Dingen bekannt.

    Gerd


    PS: Allen einen guten Rutsch und viel Gesundheit im Jahr 2007!
  • Claudia

    Rang: Gast
    am 30.12.2006 20:05:30
    Hallo Marion!
    Zu Deiner Frage des Herunterkorrigierens: Nein, solche Werte kann ich gar nicht herunterkorrigieren. Ich kann nur in Einser-Schritten spritzen und würde dann total unterzuckern, obwohl der Korrekturfaktor 40 bzw. 80 zur Nacht sein soll. Ausserdem freue ich mich sogar, wenn ich bei 140 oder 125 am Ende der Insulinwirkung lande und nicht wie so oft bei 200 oder noch höher.

    Liebe Grüsse und einen guten Start ins neue Jahr wüscht
    Claudia