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Rafting & Pumpe
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Longhi
Rang: Gastam 29.08.2006 18:48:51
Hallo,
für alle die es interessiert, hier mal ein kleiner Erfahrungsbericht über Rafting mit Pumpe:
Habe am Wochenende eine 6stündige Raftingtour gemacht (wirklich sehr empfehlenswert bzgl. Action- und Funfaktor!) und mich im Vorfeld schon dazu entschlossen, meiner Pumpe (Spirit) den Spaß auch zu gönnen.
Ich hatte mich deswegen vorher bei den Veranstaltern der Tour erkundigt, ob von deren Seite da irgendwelche Einwendungen bestehen. Nachdem ich die Funktion und das Wesen der Pumpe kurz erklärt hatte, wie groß, wasserdicht, usw., meinte der Mann am Telefon, von deren Seite wären prinzipiell keine Einwendungen da, Stöße, Schläge, gegen Felsen krachen, usw., wären möglich, jedoch nicht unbedingt, ich müßte in jedem Fall selbst für eine geeignete Unterbringung/Befestigung/Wasserdichtigkeit sorgen (Haftungen sowieso ausgeschlossen) und sollte am Tag der Tour meinem Guide die Sache noch mal nahe bringen, u. U. müßte man das vor Ort nach Augenschein entscheiden. In jedem Fall sollte ich Vorkehrungen für einen Plan B treffen, also Pen mitnehmen. Ich hätte in dem Fall aber nur Analoginsulin mitgenommen und alle 1-2 Stunen kleine Mengen gespritzt.
Am Samstag vor dem Einstieg ins Wasser wurden wir von Haus aus von unseren Guides befragt, ob irgendwer irgendwelche Allergien oder Krankheiten hätte, Medis benötigen würden, etc. Alle brav gemeldet (einer war noch gegen Insektenstiche allergisch) und die Medis dem Guide gegeben, also in meinem Fall Glykagon-Spritze, wasserdicht verpacktes (Ersatz-)Meßgerät und Traubenzucker. Meine Pumpe hatte ich einmal in so nen Duschbeutel und beides dann in eine wasserdichte Goretextasche (selbstgebastelt!) gepackt, und mit dem Sportgurt um den Bauch festgemacht. Das Ganze verschwand dann unter dem Neoprenanzug. In einer zweiten wasserdichten Tasche hatte ich mein (Haupt-) BZ-Gerät, Streifen + Stechhilfe und TZ, diese war ebenfalls am Sportgurt unter dem Neoprenzanzug befestigt. Um die Mitte rum war ich also gut aufgepolstert, sieht im Neoprenanzug dann auch recht "vorteilhaft" aus :-)
So, langer Vorrede kurzer Sinn: Die Sache lief insgesamt ganz prima ab, ein bißchen Wasser ist schon reingekommen in die Goretex-Tasche, da ja eine kleine Öffnung für den Schlauch da war, aber das war kein Problem, die Pumpe war ja noch im Duschbeute und hat definitiv dicht gehalten. Mit dem Katheter bzw. Pflaster lief's ebenfalls prima, das hielt gut (Tender von Accu-Chek), ich hatte zusätzlich noch mit einer wasserdichten Folie gesichert (Tegaderm), die ich in einer Pause mal gewechselt habe. Gestört hat mich weder die Nadel noch die Pumpe am Bauchgurt, weder beim Paddeln noch bei den Ausflügen ins Wasser oder beim Wiedereinstieg ins Boot beim raufziehen, einmal durfen (mußten?!) wir den Felsen rauf und sind aus 3,50 m Höhe in eine Gumpe gesprungen, auch da gab's keine Schwierigkeiten (außer ein bißchen Herzflattern vor dem Sprung... *g*)
Die Basalrate hatte ich nach dem Frühstück (8 Uhr, BZ: 105) auf 50 % abgesenkt, Bolus auch um 50 % gemindert, ins Wasser eingestiegen sind wir gegen 10.15 Uhr, Ausgangswert hatte ich 187. Die Werte fielen mit der Dauer der Tour stetig ab, kam ich unter 100 hab ich 1 - 2 BE's gefuttert, unter 70 gab's TZ. Bei der eingelegten Pause mit Brotzeit hab ich eine Wurstsemmel verdrückt, die ich bei einem Wert von 101 nicht abgedeckt habe. Bei Ankunft um 16.30 Uhr hatte ich einen Wert von 87, 2 BE's gegessen, um 18.00 Uhr war ich 99, um kurz vor 20.00 Uhr waren's dann 38 ! Naja, besser danach, als während der Tour.
Den Bolus für's Abendessen hab ich auch noch mal um 50 % gekürzt, die Basalrate dann ab 24.00 Uhr auf 70 % hoch gestellt und erst am nächsten Morgen zum Frühstück wieder auf 100 %. Die Werte waren am späten Abend und am Morgen gut bei rund 100, ohne Ausreißer nach oben oder unten.
Fazit: Alles gut gelaufen ohne große Ausrutscher nach unten und gar nicht nach oben (auch dank einiges an Zusatz-BE's), ein Leben auf Pump ist auch im Nassen möglich und wir hatten einen wirklich tollen Tag auf, im und unter dem Wasser mit viel Spaß, Fun und Action!
Schöne Grüße, Longhi -
MaD
Rang: Gastam 04.09.2006 23:24:05
Da sieht man es mal wieder! Mit der entsprechenden Vorbereitung ist einges möglich! :0) von MaD -
Anita
Rang: Gastam 08.09.2006 16:50:04
Hallo,
War auch im August beim Rafting in Lofer (Österreich) (Wo warst Du? Allerdings habe ich mein Pumperl abgemacht und habe meinen Pen und Testgerät in der wasserdichten Tonne der Guides mit. Nach ca. 90 Minuten Rafting und ca 120 Minuten ohne Pumpe (musste sie ja im Umsetzfahzeug, das uns am Ausstieg abholte lassen) kamen auch wir zum "Gumpenspringen", was ich aber bleiben liess, und mir lieber in der Zwischenzeit den BZ gemessen habe und mit 1 Einheit korrigiert habe (Ausgabgswert bei Pumpenabnahme: 160 mg/dl , bei Gumpenspringpause: 200mg/dl) nach einer weiteren halben Stunde waren wir am Ausstieg. Beim Anlegen der Pumpe (nach ca. 3 Std.) war der BZ dann bei 180 mg/dl. Habe nicht korrigiert denn die sportl. Betätigung wirkt ja nach und das Humalog wirkte auch noch. Nach weiteren 2 Std. war er wieder ideal.
Hätte theoretisch noch ein 2tes mal Raften können, das war mir dann aber nicht ganz geheuer, da ich erst seit Anfang Juli Pumpi bin und nichts riskieren wollte. (Darum habe ich sie auch abgelegt, denn ich habe auch noch keine Krankenkassenzusage auf Kostenübernahme, dann ist das nmit Ersatzgerät, bzw. Zweitgerät auch nicht so einfach)
Welche Pumpe hast Du?
Mal sehen, nächstes Jahr ist es sicher wieder zum Raften (Es war dieses Jahr schon das 3x, nur eben das erste mal mit Pumpenproblematik)
Grüsse, Anita
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Longhi
Rang: Gastam 10.09.2006 14:16:55
Hallo Anita,
wir waren in der Nähe von Lofer, aber noch auf deutscher Seite, in Fronau (bei Bad Reichenhall). Wir sind aber mit dem Bus zuerst nach Österreich rüber gebracht worden, haben dort ins Wasser eingesetzt und sind auf der Saalach wieder nach Fronau zurück, ca. 19 km.
Ich hab mir im Vorfeld schon gedacht, ohne Pumpe wär's sicher einfacher, aber ich wollte es dann trotzdem ausprobieren. Der Aufwand war jetzt nicht so groß. hört sich wahrscheinlich nach mehr an, als es war, und es hat super geklappt. Ich neige leider dazu, schnell Keton zu bilden und das wollte ich unbedingt vermeiden. Ich spiele z. B. Volleyball und bei Training / Spielen lege ich die Pumpe immer ab. Dauert das mehr als 1,5 - 2 Std., passiert's mir oft, daß ich Keton habe (+ und ++). Und da die Tour 5 - 6 Stunden dauern sollte, wollte ich mich auf der sicheren Seite wähnen und mir das ganze nicht durch eine Keto vermiesen lasssen. Was ja dann auch sehr gut geklappt hat!
Vom Raften war ich sehr begeistert, es war mein erstes, aber sicher nicht mein letztes Mal! Es war zwar teilweise anstrengend (den Muskelkater danach möcht ich mal nicht erwähnen *g*), aber so ein Spaß, wie ich selten gehabt hab!
Einige von uns haben tags darauf noch das Canoyning mitgemacht, da war ich nicht mit dabei, was ich nach den Erzählungen meiner Freunde im Nachhinein aber sehr bereue. Die haben so sehr davon geschwärmt, wie toll das war, mit den Gumpensprüngen, abseilen, durch die Schlucht durch, natürliche Wasserrutschen hinunter..., ich denke, da bin ich beim nächsten Mal dann auch mit von der Partie :-)
Ich bin seit Anfang des Jahres Pumpine und hab die Accu Chek Spirit.
Evtl. hätte ich sie bei einer kürzeren Tour auch abgelegt, aber 6 Std. war mir dann doch zu lang, ich wollte da eben nix riskieren und mein kleiner "Wuffi" (dauernd treu an meiner Seite und geht auch an der Leine...) hat's ja brav mitgemacht, kein Wasser geschluckt und sich keine Blessuren zugezogen :-)
Ich fand's ganz gut zu erfahren, was man der Pumpe so alles zumuten kann.
Gruß, Longhi -
Anita
Rang: Gastam 15.09.2006 21:11:27
Hallo Longhi,
...dann bist Du mit Sicherheit dasselbe Teilstück wie ich gefahren, nur noch etwas weiter. Unsere Guides haben aber gesagt, dass es sich kaum rentiert noch weiter zu fahren, da es nach unserer Ausstiegstelle nur noch recht gemütlich dahinplätschert. Übrigens waren unsere Guides unsere eigenen mit Sondererlaubnis für Österreich, Glaube nicht, dass uns die ne Story von der nackten Sau erzählen, da sie nicht kommerziell arbeiten.
Übrigens: Ich war dort mit den Jugendtreffs unseres Landkreises (ich bin Leitung eines solchen ugendtreffs). Die Ausrüstung und Guides (mit Sonderprüfung f. österreich. Gewässer - braucht man für Österreich) und Zeltausrüstungen stellte die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises.
Wie kommst Du zum Raften?einfach zufällig irgendwo entdeckt? Kommst Du aus Bayern, vielleicht sogar Oberbayern?
Grüsse, Anita -
Longhi
Rang: Gastam 16.09.2006 23:57:05
Hallo Anita,
da hatten Eure Guides schon recht, das letzte Stück ging recht "gemütlich" dahin, die Strömung nahm uns viel ab. Was aber noch durchaus lustig war, da wir uns mit den anderen Booten einige Wasser-Battels lieferten und noch versuchten, durch Gewichtsverlagerungen im Boot eine etwas niedrige Brücke über den Fluß zu entern. Leider hatte die Saalach dafür etwas zu wenig Wasser!
Und wir konnten uns zum Abschluß noch am Anblick der wirklich herrlichen Landschaft erfreuen. Ich liebe das Eck bei Bad Reichenhall / Berchtesgaden da unten, auch der Ösi-Seite haben wir schon einige Besuche abgestattet (Taxenbach kennt uns gut *g*). Bislang war wir zumeist zum Wandern drunten, aber künftig werden wir wohl öfter auf dem Wasser wandeln. Außerdem würden wir auch gerne mal auf die Salzach.
Rafting wollten wir schon immer mal machen, wir gehen des öfteren Paddeln, also Kanu und Kajak ( auf der Vils und Donau), das gefällt uns recht gut, aber wir wollten gerne mal was mit mehr Nervenkitzel und Aktion haben, wofür sich das Raften ja als hervorragend geeignet herausgestellt hat :-)
Bin auch aus Bayern, zwar nicht aus Oberbayern, aber ein anderes "Ober" kann ich doch anbieten: Oberpfalz! ;-)
Schönen Gruß, Longhi -
Anita
Rang: Gastam 20.09.2006 16:48:36
Hallo Longhi,
... dann kommen wir regional gesehen aus annähernd der selben Gegend. Ich komme aus dem Lkr Passau, und abeite in Regen im Bayr. Wald. Wir waren also als Truppe aus dem Lkr. Regen unterwegs. Das Berchdesgadener Gebiet kenn ich insofern einigermassen, da ich jede Menge Verwandtschaft in Traunstein, Freilassing, Berchdesgaden, Salzburg.... habe.
Grüsse,
Anita -
Longhi
Rang: Gastam 21.09.2006 09:57:36
Hallo,
... uuhh, da sind aber noch ein paar regionale Ressentiments Oberpfalz vs. Niederbayern dazwischen :-D
Ne, schmarrn beiseite ;-)
Ich bin im Landkreis Regensburg beheimatet und das Berchtesgadener Land ist mir heimlich, still und leise ans Herz gewachsen, als ein Ex-Freund in Bad Reichenhall seinen Wehrdienst ableistete und dann - weil's ihm so gefallen hat - gleich da unten blieb. Zu der Zeit war ich oft unten und auch heute fahren wir noch gerne runter. Is ja auch eine schöne Gegend!
Wie steht ihr zum Rafting? Betreibt ihr den Sport ernsthafter und schon seit längerem?
Grüße, Longhi -
Anita
Rang: Gastam 21.09.2006 17:55:18
Hallo Longhi,
Also: ich persönlich bin vor 12 Jahren das erste Mal geraftet (in Imst bei Insbruck auf dem INN (imster Schlucht), damals als Vereinsausflug des Judoclubs. Dann war Raftingpause bis vor 4 bzw. 3 jahren. Vor 5 Jahren habe ich in Regen zu arbeiten begonnen und nach einem halben Jahr kamen wir im Arbeitskreis der Jugendtreffs und Kommunale jugendarbeit (beratend) darauf, eine derartige Gemeinschaftsaktion zu machen. Das hat dann so gut eingeschlagen, dass es als feste Aktion geblieben ist. Im ersten Jahr konnte ich allerdings aus privat-organisatorischen Gründen dann nicht mitfahren, aber die letzten 3 Mal war ich immer dabei, und das werde ich mir auch für die nächsten Jahre nicht nehmen lassen, insofern ich dann noch da arbeite.
Wir haben dahingehend das Glück, dass die gesamte Rafting-Ausrüstung (Rafts, Paddel, Sicherungsmaterial, Neoprens, Schwimmwesten,...), die Guides und auch die Campingausrüstung komplett von der Kommunalen Jugendarbeit gestellt wird, und auch finanziell unterstützt wird. So konnten wir das Raftingwochenendemit An-/Abreise, Rafting, Zelten und Verpflegung komplett für 30,--Euro anbieten.
Wenn man nun bedenkt, dass man auch zu Hause etwas zwischen die Zähne braucht, ist das doch wirklich "geschenkt".
Grüsse, Anita -
Longhi
Rang: Gastam 22.09.2006 09:33:48
Wow, das ist wirklich ein fairer Preis! Wenn man bedenkt, daß wir für die große Tour am Samstag allein schon 55 Euronen gezahlt haben - obwohl ich das eigentlich auch nicht recht teuer fand. Da kann man in anderen Gegenden (z. B. Südtirol) einiges mehr ausgeben.
Ich finde es klasse, daß bei Euch so viel Arbeit und Angebot für Jugendliche stattfindet, vor allem, das, was ihr auf die Beine stellt, ist etwas, das wirklich Spaß macht und von vielen jungen Leuten auch mit Begeisterung angenommen wird und nicht etwas, wo sie schon vorab das große Gähnen bekommen. Das ist oftmals das Problem bei Veranstaltungen, die für junge Leute organisiert werde: Es interessiert 80 % der Jugendlichen nicht.
Es ist aber sicher auch nicht allgemein üblich, daß die Arbeit so gut finanziell unterstützt wird, da habt ihr echtes Glück. Bist Du in den Jugendtreffs beruflich involviert oder in Deiner Freizeit?
Gruß, Longhi -
Anita
Rang: Gastam 22.09.2006 23:26:33
Hallo Longhi,
ich bin die Hauptamtliche Leitung des Jugendtreffs in Regen. Arbeite 19,25 Std/Woche, das ist ungefähr die Hälfte der Wochenöffnungszeit. In der Zeit, in der ich nicht im Treff bin, sind geringfügig Beschäftigte da, die dann den Laden schmeissen.
Grüsse, Anita