Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Wie sieht die Realität aus?

  • Anonym

    Rang: Gast
    am 18.06.2006 17:44:09
    Hallo,

    wer wünscht/sehnt sich nicht nach einem Menschen/Partner an seiner Seite für die gemeinsamen Dinge im Leben zu teilen bzw. zu unternehmen.
    Wer glaubt noch daran, einen Menschen zu finden, der einem Diabetiker zeigt, daß nicht nur Kritik, ständige Nörgelei oder Frustration mit ihm das Leben schwer fällt.

    Habe ich auch nicht Recht auf ein klein bißchen Lebensglück bzw. darf ich auch mal sein so wie ich mag?
    Oder bin ich mit meinenm Diabetes ein Außenseiter als auch ein Miesepeter?
    Haben die Nichtdiabetiker es soooooo schwer, daß sie einen Diabetiker überhaupt nicht verstehen können?





    von Anonym
  • Hera

    Rang: Gast
    am 20.06.2006 10:18:29
    Mein Mann hat keine Probleme damit, mit mir als Diabetikerin (seit 1995) umzugehen - und das trotz erheblicher Folgeschäden.

    In der heutigen Zeit ist es ohnehin sehr schwer, eine/n PartnerIn zu finden, aber gib die Hoffnung nicht auf! von Hera
  • Nur

    Rang: Gast
    am 20.06.2006 15:58:19
    Du hast jede Menge Selbstmitleid -so wird das nix.

    Hier die ultimativen Lebens- und Beziehungstipps:

    1. Krankheit verstehen und in den Griff kriegen.

    2. Selbstbewusstsein stärken und eigene Persönlichkeit stärken.

    3. Nicht jammern - klotzen und machen.

    4. Ehrenamtlich engagieren, raus unter Leute.

    5. Mal einen Urlaub gönnen.

    6. Immer noch nicht jammern.

    7. Partner finden.

    8. Genau soglücklich unfd unglücklich sein wie jeder andere.

    9. Geschafft! Glückwunch!

    von Nur
  • Helmut

    Rang: Gast
    am 23.06.2006 02:22:05
    das waren super Tipps. Ich haette aehnlich geantwortet. Was hat man vom Selbstmitleid? Soll man damit bis an sein Lebensende leben? Das macht einen kaputt. Diabetes ist doch fuer uns normal, oder kann es jemand von Euch aendern. Also "ran an die Bulletten". Lasst Euch durch nichts aus der Bahn werfen. Es gibt immer eine Loesung fuer ein schoenes Leben.

    Gruss

    Helmut
  • Smika

    Rang: Gast
    am 23.06.2006 23:33:11
    Hallo Anonym!
    Ich habe Deine Mail und die Kommentare dazu gelesen. Natürlich bringt es nichts, Selbstmitleid zu haben. Trotzdem kann ich sehr gut nachvollziehen, was Du geschrieben hast. Ich fühle mich auch oft nicht verstanden, kann den Diabetes nicht akzeptieren und möchte einfach nur "normal" sein. Doch was willst Du machen, der Diabetes geht nie wieder weg, und Du musst lernen, damit zu leben. Du bist doch trotzdem ein wertvoller Mensch und hast ein Recht auf Glück. Mir persönlich hilft es, offen im Umgang mit anderen Menschen zu sein und darüber zu sprechen, wie man sich fühlt.
    Viele Grüsse
    Smika
  • Anonym

    Rang: Gast
    am 24.06.2006 13:22:41
    Hallo,

    erstmal herzlichen Dank für die Unterstützung.

    Es gibt eben nicht nur sonnige Tage im Leben eines Diabetikers, natürlich auch nicht im Leben eines Nichtdiabetikers.

    Aber ich habe manchmal das Gefühl, daß die Menschen genervt sind, wenn man in ihrer Anwesenheit erwähnt, daß es einem nicht so gut geht, weil z.B. eine Unter-bzw. Überzuckerung vorausgegangen ist, oder weil Stress und emotionale Gefühlstiefs auf den Diabetes schlagen.
    Ich gehöre nicht zu denen, die sagen, sie kommen super klar zurecht mit ihrem Diabetes.
    Aber manchmal kommt alles auf einmal, ich sitze dann zu Hause,bin den Tränen nahe,(auch wenn jetzt einige männliche Diabetiker meinen, was für ein Weichei ich sei, kann ich nur sagen, daß es doch menschlich ist)möchte einfach nur in den Arm genommen werden und das jemand bei mir ist der/die mich versteht.
    Ich habe keine Partnerin, und wünsche mir eine.
    von Anonym
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 27.06.2006 12:13:39
    Hallo Fagesteller.

    Ja. Natürlich ist man genervt, wenn Leute ständig von Ihrem "Mir geht es nicht gut- keiner liebt mich"-Käse anfangen.

    NUR HAT DAS ALLES MIT DIABETES NIX ZU TUN!!!

    Es Schwertstbehinderte, die glücklich mit eigener Familie sind. es gibt Blinde, die ein Leben voller Engagement und Freude in einem Meer von guten Freunden leben. Es gibt totkranke Menschen, die ausgeglichen und zufrieden die letzten Lebensmonate verbringen.

    Was ich sagen will ist, dass es eine EInstellungssache ist, weniger eine Krankheitsfrage. Ich bin Typ1 Diabetier bin 40 ahre alt, verheiratet und habe zwe Kinder. Ich bin beruflich aktiv, habe einen riesigen Freundeskreis und mache ALLES, was Nichtdiabetiker auchso machen. Auch bei mir gibt es Hypos und Entgleisungen - und manchmal läuft es nicht ganz so gut. Aber der Diabetes spielt keinesfalls die Hauptrolle in meinem Leben.

    O.K., nichtalles sind so positiv drauf und haben vielleicht so ein persönliches Glück - das ist schon richtig. Aber dann muss man sich helfen lassen. Selbsthilfegruppe, Psychologe etc. Auf jeden Fall was MACHEN!

    Gute Besserung...

    Fuchs
  • Partnerschaft

    Rang: Gast
    am 27.06.2006 19:11:55
    Hallo! Ich bin jetzt seit einigen Monaten mit meinem Freund zusammen und er ist Diabetiker Typ 1. Am Anfang war es schon schwer das zu akzeptieren aber er war von Anfang an offen zu mir und ich dachte das ich es gut akzeptieren kann. Als ich dann die erste schwerere Unterzuckerung mitbekommen habe war das schon ein Schreck für mich, es ist doch was anderes wenn man es nur gehört hat wie das ist als wenn es dann passiert. Mittlerweile habe ich schon mehrere Hypos mitbekommen und meistens hat mein Freund es nicht bemerkt das er in Unterzucker kommt (Werte um die 30mg/dl!) u. ich habe es dann gesehn das was nich stimmt. Sehe das aber nich nur als positiv das ich ihm da helfe denn bisher mußte er ja auch ohne mich das meistern und ich möchte nich das die ganze Verantwortung auf mir liegt und das er sich irgendwann vielleicht bevormundet vorkommt von mir wenn ich sage er soll messen oder so. Auch im Bett gibt es manchmal Schwierigkeiten das will ich nicht verschweigen. Muß ehrlich sagen das immer mal wieder Phasen kommen wo ich daran zweifle ob ich es auf Dauer packen werde ihm mit meiner Kraft zur Seite zu stehen, aber auf der anderen Seite gibt es eben auch wieder andere Phasen wo ich es als Chance sehe das gerade durch Diabetes die Beziehung sehr innig werden kann und man sich vielleicht näher ist als andere Paare und ich sehe es auch so das mein Freund eben Jemand besonderes ist und die Diabetes ihn nochmal von den Normalos unterscheidet. Ich hoffe es hat Euch weitergeholfen mal einen Text von einer Nichtdiabetikerin zu lesen die momentan in einer Beziehung ist. Also lasst Euch nicht entmutigen (auch jeden gesunden Menschen kann jeden Tag eine Krankheit treffen) und stellt Euch im Leben nich in die Warteschleife sondern versucht gerade wegen der Diabetes Euch als Jemand besonderen zu sehen und das Leben ganz intensiv zu leben! :-)
  • Anonym

    Rang: Gast
    am 28.06.2006 02:11:59
    Hallo unbekannte Nichtdiabetikerin,

    Du hast mir aus der Seele gesprochen.
    Die Schwierigkeiten, die mit Diabetes entstehen können, machen die Beziehung nicht leicht und dennoch kann daraus eine sehr inniges Verhältnis entstehen, das daß Verständnis des Nichtdiabetikers fordert.
    Das ist ein großer Schatz.
    Es ist verständlich, daß Du nicht die volle Verantwortung übernehmen kannst, der Lernprozess liegt in der Abwägung und Umgang mit dem Diabetiker.
    Beide lernen dazu und die Gemeinsamkeit gibt Kraft es zu schaffen.
    Es bedarf auch psychologischer Einfühlung, dann zumindest habe ich bei mir festgestellt, daß ich akzeptiert werde.

    ...


    von Anonym
  • Partnerschaft

    Rang: Gast
    am 28.06.2006 11:59:02
    Das freut mich das ich mit meinem Beitrag genau das ausgesprochen habe was Du auch meinst denn es ist halt einfach so das nicht alles friede freude Eierkuchen sein kann sondern das Probleme und Ängste, Unsicherheiten eben auch dazu gehören. Am wichtigsten finde ich das beide Partner den Schritt schaffen das es kein Tabuthema ist und das man ganz normal darüber reden kann wie über andere Sachen auch. Die Gradwanderung zwischen zu viel und zu wenig ist da allerdings nich ganz einfach und ich kann leider auch noch nich über lange Erfahrungswerte sprechen da wir noch nich so lang zusammen sind. Aber ich möchte jetzt mal den vergleich wagen es mit Treue oder Eifersucht zu vergleichen. Wenn man vertrauen in den anderen Menschen hat dann kann man ihn auch gehen lassen und sein eigenes Leben in der Beziehung auch noch leben lassen und genauso ist das mit dem Diabetes man muß es dem Partner zutrauen und dem Partner vertrauen denn ansonsten läuft es nicht. Weiß jetzt nich ob das überhaupt einer verstanden hat wie ich das meine. Wenn mein Freund aus dem Haus geht kann ich mir nich die ganze Zeit Gedanken machen ob er jetzt Unterzucker auf der Arbeit bekommt,...genauso ist das mit der Eifersucht und der Treue wenn der Freund aus dem Haus geht und man nicht dabei ist muß man vertrauen sonst klappt die Beziehung nicht und genau dieses Vertrauen ist es das auch in einer "Diabetesbeziehung" grundlegend ist finde ich. Denn man sollte nicht vergessen das der Partner das Diabetes ja meistens schon vor der Beziehung hatte und da auch alleine klar kam und warum sollte er denn in einer Beziehung jetzt plötzlich nich mehr den Diabetes selbst regeln, man kann helfen aber nicht die Verabtwortung abnehmen. So das war ein langer etwas wirrer Beitrag von mir! ;-)
  • Elke

    Rang: Gast
    am 12.08.2006 09:48:52
    ... naja, sagen wir es mal so, die Realität sieht eher bescheiden aus. Glaube, dass nach über 40 Jahren mit Insulinpflicht sagen zu können. Wichtig ist, sich positive Ziele im Leben zu setzen, man kann klein anfangen und am allerwichtigsten ist, man muss sich darauf freuen können. Jeder hat Hobbys, daraus kann man schon einmal etwas machen. Hab mir jetzt auch vorgenommen, immer freitags schwimmen zu gehen, da es der einzigste Tag in der Woche ist, wo ich um 15:00 Arbeitsschluss habe (bin immer noch voll berufstätig!! Hab auch die Absicht, es zu bleiben, auch wenn bzw. ich es bis 70 gesundheitlich nicht schaffen kann). Und ehrlich, auf diesen Nachmittag freue ich mich sehr, in der Hoffnung, die Woche geht schnell rum. Natürlich lernt man beim Hobbyfröhnen andere Menschen kennen, das ist der nächste Punkt, sein Leben zu positivieren. Jetzt mache aber nicht den Fehler, und suche sie bei Diabetikern, auf Diabetikertreffs, -Messen u.sonstigen. Misch dich unters Normalvolk, denn der Zucker hat dich ja schon in dieses Negativloch gerissen. Du solltest versuchen, dich nicht bzw. dein Leben nach dem Diabetes auszurichen, sondern anders herum, du musst ihn kontrollieren, nicht er dich. Ach so, und dann hab ich mir noch einige Dinge für ein behaglicheres Wohnen vorgenommen, auch das gibt mir Kraft und ein Wohlgefühl, schließlich gibts mehr im Leben als Diabetiker zu sein.
    Viel Erfolg!
  • Wolfgang Krämer

    Rang: Gast
    am 22.10.2006 16:02:52
    Deine positive Einstellung in allen Ehren! Die Realität ist allerdings oft anders. Psychische Probleme und dies hat nichts mit Selbstmitleid zu tun, werden oftmals nicht registriert geschweige denn, ernst genommen. Nachholbedarf ist längst überfällig!!
    Das Du es offensichtlich geschafft hast mit dem Problem Diabetes umzugehen sei Dir gegönnt andres geartete Fälle sollte man allerdings ebenso zur Kenntnis nehmen.

    Es grüßt

    Wolfgang von Wolfgang Krämer
  • edmund

    Rang: Gast
    am 24.10.2006 12:20:15
    Gabe dir voll und ganz recht!!!
    Habe gleich geartete Probleme die von fast niemanden ernst genommen werden. von edmund