Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Keine Lust mehr
-
Jeyz
Rang: Gastam 26.03.2006 06:32:15
Hi,
bin jetzt seit einem halben Jahr Typ 1 Diabetiker. Meine Werte sind zu 99% immer in Ordnung und Unterzucker ist vielleicht 1 mal im Monat und dann nur leicht.
Dies schaffe ich allerdings nur weil ich mir enorm Mühe gebe. Am Anfang bin ich noch gut damit klar gekommen und dachte das es ja gar nicht so schlimm sei aber jetzt hat mich diese Krankheit soweit gebracht das ich ´´die Schnauze voll habe ´´
Ich musste meinen kompletten Lebensstil so umkrmpeln das ich mich gar nicht mehr selbst erkenne.
Ich bin mir durchaus bewusst das es zig Sachen gibt die weitaus schlimmer sind als Zucker und ich will auch nicht rumflennen.
Aber dieses ständige Werte kontrollieren, die Arztbesuche, die Gedanken die man 24 h am tag hat, das spritzen usw. ist zuviel.
Es ist mir nicht mehr möglich mich durch irgendetwas ablenken zu können. Wie als wenn sich mein Leben nur noch um mein Diabetes dreht.
Ich bin grade mal 20 Jahre alt und mein Leben kommt mir zerstört vor.
Dann hört und ließt man laufend etwas von Amputationen und sonstigen Folgeschäden.
Das kanns doch nicht sein oder ?
Bis jetzt war ich davon überzeugt das ich eine sehr starke Psyche hab, werde aber gerade eines besseren belehrt.
Viele liebe Grüße von Jeyz -
ANONYM
Rang: Gastam 26.03.2006 13:01:32
Vielleicht holst Du Dir mal psychotherapeutische Hilfe, es gibt Therapeuten,die auf Diabetiker spezialisiert sind.
http://www.diabetesindex.de/html/psyche.html
Vielleicht helfen auch die Bücher von Dr. Axel Hirsch, Diabetiker und Pschologe. von ANONYM -
Susanne
Rang: Gastam 26.03.2006 14:41:37
Hallo Jeyz!
Auch wenn ich nicht Typ 1 habe und in sofern besser dran bin: es ist nicht so wild. man wird vieles gewohnt. vor allem bei der Ernährung: man kann sich angewöhnen, schlecht und unregelmäßig zu essen, und man kan sich angewöhnen gesund und regelmäßig zu essen. Dein vorteil ist noch, dass du wahrscheinlich nicht mal abnehmen musst, sondern nur allgemein gesünder essen musst, und Du wirst sehen,d ass Du auf Dauer nicht mehr drüber nachdenken musst - weil es dann für Dich normal ist, mehrere MAhlzeiten zu bestimmten zeiten zu essen und Du vom geschmack her schon mehr gesunde sachen wählst, und nicht mehr so sehr von bewussten Überlegungen her. Auch an die richtigen Mengen gewöhnst Du Dich auf die Dauer. Es wird auch einfach wenn Du älter wirst, Du lernst ja selber was Du kochen kannst, und irgendwann hast Du so oder so nur gesunde Dinge in den richtigen MEngen in Deinem Programm, und das kannst Du ja alles austauschen.
Spätschäden: Wir wissen es nicht. MAg ja auch sein, dass es in den nächsten JAhren mit der Behandlung von Diabetes sehr gut voran geht und man doch heilmethoden findet, ob nun Stammzellen oder sonst irgendwas. vielleicht kann man irgendwann funktionierende Bauchspeicheldrüsen transplantieren oder so was. Oder Insulinpumpen, die man nciht außen am Körper trägt sondern im Körper, und die auch gleich das messen selber übernehmen, so dass der Unterschied zu gesunden minimal wird. Weil Du zum Beispiel nur noch alle paar tage Insulin in einen Tankstuzen am Bauchnabel füllen musst und sonst an gar nichts denken brauchst. Ind er Behandlung so vieler KRankheiten wurden ind en letzten JAhren so große Fortschritte gemacht, auch bei Diabetes, und es wird viel geforscht und man sucht Möglichkeiten. Es gibt Prototypen um den Blutzucker ohne piekserei zu messen, die vielleicht in ein paar JAhren serienreif sind. Und es gibt in den Supermärkten immer mehr fertiggerichte die gesund sind mit allen Nährwertangeben drauf die Du brauchst, vielleicht gibt es in drei JAhren schon einen Computer am Kühlschrank, in den Du einscannst was Du isst und der sagt Dir, ob Du abends noch drei oder vier BEs frei hast,weil er schon mitrechnet. und gleich noch per Funk Deinen Isulinpen auf die benötige Menge einstellt.
Wer vor 30 JAhren erkrankete musste noch auf Streifen pinkeln und mit viel Phantasie entscheiden, wie grün der Streifen jetzt geworden war. Messbar waren auf die Art nur viel zu hohe werte, und heute geht es viel einfacher gute Werte zu haben. Natürlich haben so die MEnschen die seit 30 JAhren krank sind Spätschäden - wie das aber mit jemand aussieht, der jetzt erkrankt ist? Wahrscheinlich sehr viel besser. Also versuch die Zukunft positiver zu sehen - auch wennes im Moment schwer fällt.
Susanne -
Jeyz
Rang: Gastam 26.03.2006 16:58:09
Wahnsinn wie schnell man durch ein paar e-mails wieder aufgebaut werden kann ;-)
Vielen Dank für Tips und Briefe. von Jeyz -
Milena
Rang: Gastam 27.03.2006 20:25:36
Mein Tipp: Rausgehen, Frühling gucken, neu verlieben - dann sieht die Welt eh schöner aus! :) von Milena -
Jeyz
Rang: Gastam 29.03.2006 13:27:34
Heiho
Scheint wirklich das beste zu sein.
Wenns jetzt noch aufhören würde zu regnen.
Sommer ich komme von Jeyz -
Daniela
Rang: Gastam 01.04.2006 14:51:37
Hallo,
da kann ich Dir eigentlich die Hand geben.
Ich habe dann noch die Zusatzoption "Insulinallergie" und das zehrt gewaltig an den Nerven.
Wichtig ist, dass Du gerade diese Phase akzeptierst und Dich trotzdem nicht unterkriegen lässt, jedem stinkt das, nur was hast Du als Alternative?
Heul ins Kissen, zerdepper altes Geschirr, aber lasse den Kopf nicht hängen :-)
Alles erdenklich Liebe und Grüße, Daniela -
Sabrina
Rang: Gastam 03.04.2006 13:45:42
kann ich gut nachfühlen. Aber ob du es glaubst oder nicht: diese schlimme Phase überstehst du. Ich habe jetzt seit 42 Jahren Zucker und spritze auch schon so lange Zeit. Vor allen in jungen Jahren, so wie du, hatte ich depressive, resignierende und traurige Phasen. Alles schmerzte mich, selbst jede verdammte Spritze, da ich keine Spritzstellen mehr nach 20 Jahren Insulinpflicht hatte. Aber bald ging es mir besser, auch die Qualität der Spritzen ist heutzutage super. Alles ist besser geworden und man ist auch mit der Therapie nicht mehr so wie vor 20 oder 40 Jahren total eingeengt, sondern freier. von Sabrina