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Dringend Rechtshilfe gesucht!!!!

  • Peter Martens

    Rang: Gast
    am 27.01.2006 18:59:23
    Hallo an alle Diabetiker,
    Ich hatte am Dienstag ein Vorstellungsgespräch bei einer Unternehmensberatung und habe dort meinen gut eingestellten Diabetes erwähnt. Nach einem Telefongespräch der Beraterin mit dem zuständigen Verkaufsleiter des potentiellen Arbeitgebers sagte sie mir, dass man mich aufgrund meines Diabetes Typ I NICHT einstellen würde. Ich dachte, ich höre schlecht!!! Heute bekam ich dann auf meine Anforderung eine Email mit diesem Text:

    "Ihr Vorstellungsgespräch am ******* in unserem Hause

    Sehr geehrter Herr Martens,

    wie gewünscht, teile ich Ihnen auf diesem Weg nochmals mit, dass wir Sie bedauerlicherweise aufgrund Ihrer chronischen Erkrankung nicht an unseren Kunden NORMA vermitteln können.
    Wir wünschen Ihnen bei Ihrer weiteren Suche nach einem adäquaten Arbeitsplatz viel Erfolg!

    Mit freundlichen Grüßen

    Andrea E*****

    Das schlägt dem Faß doch wohl den Boden aus!!!!!!! Nach dem Gespräch vorher war ich auch bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht, der dann meinte, dass bei Prozessen im Arbeitsrecht in der ersten Instanz beide Parteien Ihre Kosten selbst tragen. Das können bei mir bis zu 2000,- Euro sein. Ich frage mich jetzt, ob die Antwort, die ich bekam, ausreicht, um vors Arbeitsgericht zu gehen. Vielleicht ist ja ein Anwalt unter uns.
    Liebe Grüße,
    Peter
    von Peter Martens
  • Andreas

    Rang: Gast
    am 27.01.2006 19:47:31
    Hallo Peter!

    Zunächst wäre es wohl ratsam zu überlegen, ob man nicht Mitglied einer Gewerkschaft werden sollte, um in Zukunft einen Rechtschutz in solchen Angelegenheiten zu erlangen.

    Die Prozeßkosten werden nach dem Streitwert festgelegt, was in diesem Fall sicherlich nicht ganz einfach ist.

    Die wesentliche Frage, die hier zu stellen ist, bezieht sich jedoch auf den Sinn und Zweck dieser Klage. Möchtest du wirklich bei einem Arbeitgeber beschäftigt sein, der so eine Einstellung hat? Glaubst du wirklich, daß du dort erfolgreich arbeiten könntest? Ich könnte mir vorstellen, daß die Kammer ein Problem damit haben wird, deinem Antrag zu folgen.

    Herzliche Grüße
    Andreas
  • Peter Martens

    Rang: Gast
    am 27.01.2006 20:11:52
    Hallo Andreas,
    Ich würde sicherlich nicht auf Einstellung klagen, ein evtl. zustande kommendes Arbeitsverhältnis würde kurz und schmerzvoll sein; wohl aber auf Schadensersatz wegen Diskriminierung. Ich fühle mich stark diskriminiert, da ich als Diabetiker bereits für andere deutsche Retailer tätig war und es NIEMALS Beeinträchtigungen in meinen Jobs als Filialleiter gab. Und jetzt das...

    Peter von Peter Martens
  • weiss nicht

    Rang: Gast
    am 27.01.2006 23:44:01
    Klage-Androhung und Androhung der Publizierung der Vorgäne sowie Forderung eines Schmerzengeldes auf vorgerichtlicher Basis!!

    Sauerei das. Ruf die an und drohe den an, das Du den Vorgang allen Krankenkassen, allen Berufsggenossenschaften, allen Gerwerkschaften und allen Gesundheits-Foren im Internet miteiilen möchtest. Wenn Du möglichst laut am Telefon bist und dann noch entsprechende Mails hinterhertschickt und eben Klage androhst, kannst Du eventuell einen außergerichtlichen Schadensersatz erwirken.

    Diese Unternehmen hättes es verdient an den Pranger gestellt zu werden. Deutschlandweit!

    Die sollten für diesen Fehler zahlen!
  • Peter Martens

    Rang: Gast
    am 28.01.2006 12:35:18
    Also, laut am Telefon kann ich nicht :-), auch wenn ich sauer bin bis unter die Haarspitzen. Und wenn ich denen Klage androhe, dann wissen die gleich Bescheid und bereiten sich vor. Ich hab den Anwalt kontaktiert... mal sehen, was er am Montag zu der Email von der Tante sagt und wie hoch mein Schmerzensgeld sein würde. Es muß sich schon lohnen :-) von Peter Martens
  • Olli

    Rang: Gast
    am 28.01.2006 13:35:27
    Fragen nach Schwerbehinderung oder chronischen Krankheiten sind nur zulässig wenn sie die Arbeit behindern könnte. Das wäre eigentlich nur LKW-Fahrer, Pilot o.ä. Eine Erwähnung bei einem Vorstellungsgespräch bei Top Positionen wo belastbare Leute gesucht werden ist extrem ungeschickt. Bei einfachen Sachbearbeiterposten (sofern man nen Schwerbehindertenausweis) hat o.ä. könnte es allerdings von Vorteil sein.

    Warum hast du das denn erwähnt? Da würd ich im Leben nicht drauf kommen bei nem Vorstellungsgespräch! von Olli
  • Peter

    Rang: Gast
    am 28.01.2006 18:17:56
    Ich hatte mich für die Position eines Filialleiters dort beworben und hatte in den Jahren davor auf gleichen Poditionen keine Probleme bei anderen Arbeitgebern, denen ich das vorher sagte. Ich war zu vertrauensseelig. Jetzt habe ich die Quittung... aber DIE werde ich mir vornehmen. von Peter
  • Heiko

    Rang: Gast
    am 28.01.2006 19:23:51
    Das Arbeitsamt sagte einmal zu mir, ich wäre dazu VERPFLICHTET, mein Diabetes bei einem Vorstellungsgespräch zu erwähnen. von Heiko
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 28.01.2006 19:29:25
    hallo,
    was irgendein mensch vom arbeitsamt sagt ist doch völlig wurst. fagen nach der gesundheit außer bei solchen berufen wie olli erwähnt hat sind rechtlich nicht zulässig.
    oder ist noch nicht bekannt daß sogar fragen nach schwangerschaft nicht zulässig sind, und deshalb auch bei bedrängen falsch beantwortet werden dürfen.
    was erwähnt werden muß ist ein sb ausweis, denn der hat ja folgen für den ag.
    daher ist ein sb ausweis außer ev. für den öffentlichen dienst, nur hinderlich irgendeinen job zu bekommen.
    mfg klaus
    von klausdn
  • Peter

    Rang: Gast
    am 28.01.2006 19:45:30
    Also, soweit ich weiß, kann eine ausgewiesene Schwerbehinderung (Ausweis) im Gegenteil dazu führen, dass der Arbeitgeber Geld spart, es also von Vorteil ist, dass er "SB-Leute" einstellt. von Peter
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 28.01.2006 21:29:44
    hallo peter ,
    vergiß es das sind erzählumgen die haben selbst vor 40jahren nicht gestimmt, ausnahme zb. pförtner bei körperlicher behinderung, aber das gilt nicht für stoffwechselkranheiten.
    das blöde daran ist doch daß allenthalben publiziert wird : oft krank, wenig belastbar, müssen regelmäßig spritzen und essen sonst fallen sie um.
    wir wissen daß das nicht stimmt, aber wissen es die anderen ?
    nein, oder hast du noch nicht die blöden berichte im tv über dm gesehen, da wird andauernd vom umfallen gefaselt.
    mfg klaus
    dagegen müssen wir zeigen daß es anders ist ! von klausdn
  • Peter

    Rang: Gast
    am 29.01.2006 02:01:34
    Hallo,
    Ich werde wohl etwas unternehmen, mache es aber davon abhängig, was der Anwalt sagt. Wie ich vorher schon angedeutet habe... es muß sich auch ein bißchen lohnen bzw. will ich keinen nennenswerten Verlust haben. Ich denke, am Montag weiß ich mehr. von Peter
  • Susanne

    Rang: Gast
    am 29.01.2006 15:55:17
    Hallo!

    Ich würde auf jeden fall mal mit der zuständigen gewerkschaft reden,w as die dem Ganzen an chancen einräumen. Ich denke, viel zu holen wird nicht sein.

    es war schon sehr ungeschickt das zu erwähnen - als ich mich mal im Frühjahr mit Heuschnupfen um eien Stelle beworben habe wurde ich sogar deswegen abgelehnt - wegen einem simplen Heuschnupfen! Man wollte sich wohl niemand antun, der ab und zu schnieft. Und in letzter Zeit habe ich das Gefühl, meine Bewerbungen werden abgelehnt weil ich im gebärfähigen Alter und verheiratet bin - offenbar wird meine Bewerbung dann sofort aussortiert. Aber da kann man auch nciht viel machen... nächstes Mal: bloß den mund halten!

    Susanne
  • Peter

    Rang: Gast
    am 29.01.2006 19:28:49
    Susanne,
    In welchem Land leben wir denn eigentlich? In einer Demokratie, wo Freiheit und Toleranz Trumpf sind? Oder haben wir jetzt die Zeiten wieder wie vor 70 Jahren, als Kranke in Läger aussortiert wurden?
    - Bloß nicht älter als 35 werden... gibts keinen Job mehr
    - Bloß nicht -wie in deinem Fall- ins gebärfähige Alter kommen... gibts keinen Job mehr
    - Bloß kein Diabetiker sein... usw. usw. usw.
    Ich schwöre Dir, wenn der Anwalt sagt, dass Aufwendungen und Erträge für einen Prozeß sich mindestens die Waage halten, dann krieg ich Norma dran... und bei Erfolg gehe ich auch weiter, z.B. Internetforen, Zeitungen etc. , damit möglichst viele Leute erkennen, daß die Menschen, die in solchen Firmen das Sagen haben, eigentlich Schweine sind. von Peter
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 29.01.2006 20:32:09
    hallo peter,
    eigentlich wundere ich mich sehr, daß dir das jetzt erst auffällt.
    nur !! das sind nicht nur firmen, die können wegen der arbeitslosigkeit sowieso aus dem vollen schöpfen.
    der staat macht es doch vor:
    du kannst ohne grund/begründung zum idiotentest geschickt werden, ohne alkohol, da braucht nur dein nachbar anonym bescheid sagen beim amt, er weiß
    daß du dmler bist , und bist seltsam gefahren.
    dagegen kannst du nicht klagen,.. nichts. ohne bekommst du die pappe nicht wieder, und wenn du motzt , bekommst du auflagen, jedes jahr bescheinigung der guten bz kontrolle(400e)
    wenn wir treffen vom sovb haben bekommst du sachen zu hören da denkst du sowas gibt es nur in bananen republiken ! wir sind weiter !
    mfg klaus
    ps , wir müssen zeigen, wir sind genauso leistungsfähig wie alle anderen, nur noch intelligenter ;-))) von klausdn
  • Scholle

    Rang: Gast
    am 05.03.2006 13:08:58
    Hallo,

    Genau aus diesen Gründen haben wir Deutschland verlassen.
    Ich habe ca. 50 Vorstellungsgespräche gehabt (damals noch kein Diab) und ich habe auf Grund einer kleinen Tochter keinen Job gefunden. Jetzt hab ich noch Diab (Typ1) und traue mir nich vorzustellen, ob ich je einen Job finden würde.

    Hier in Irland ist es völlig anders. Der potenzielle Arbeitgeber fragt, wann man denn arbeiten könnte. Sagt man zB Montags, Mittwochs und Donnerstag Vormittag, dann wird in den meisten Fällen darauf Rücksicht genommen.
    Ich arbeite wieder als Koch, trotz Diab, zwar mit der Vorraussetzung, daß ich Hypos zu vermeiden hab, aber alle anderen Mitarbeiter haben vom Chef eine Kurzanweisung für eventuelle Notfälle bekommen.
    Ich werde trotzdem nicht als "Kranke" gesehen, aber es gibt mir persönlich ein sehr beruhigendes Gefühl, daß die anderen wissen, was sie zu tun haben, wenn`s doch mal daneben geht. ( Wird zB auch bei einer jetztigen Schwangeren mit häufigen Kreislaufproblemen gemacht)

    Hier herrscht eine große Toleranz und gegenseitige Hilfe, das macht das arbeiten und leben angenehmer.

    Ich bereue in keinster Weise das ignorante, geldgeile (sorry) Deutschland verlassen zu haben, obwohl die medizinische Versorgung und Betreuung nicht mit Dtl. vergleichbar ist.

    Liebe Grüße von hier oben
    Scholle
  • Peter

    Rang: Gast
    am 05.03.2006 13:25:13
    Hi Scholle,
    Ja, Toleranz ist in Uk auch ziemlich groß. Aus dieser Sache mit der Bewerbung bei Norma habe ich gelernt, dass ich meinen Diabetes bei den von mir bevorzugten Berufen nicht mehr angeben werde. Der Anwalt übrigens, zu dem ich Kontakt hatte, hatte sich geweigert, mir kostenlos darüber Auskunft zu geben, wieviel Schmerzensgeld ich vor Gericht erstreiten könnte. Ein solches Verfahren würde bis zu 2000 Euro in der ersten Instanz kosten und die müßte ich selbst tragen. Deshalb mußte ich wissen, ob es sich lohnt. Er schrieb, er könnte mir nur noch gegen einen Vorschuß von 200 Euro helfen... soviel zum Thema "Geldgeilheit in Deutschland" :-(
    Somit hat sich für mich die ganze Sache erledigt, weil die Klagefrist ausgelaufen ist.
    Aber ich will ja aus anderen Gründen zurück nach BRD von Peter
  • Dr. Karl Röttel

    Rang: Gast
    am 11.07.2006 04:39:18
    Ich bin bestürzt über das verhalten von NORMA,. Denn in unserer Filiale sitzen brave Mädchen und dort kann man auch fast wie in einem Emma-Laden einkaufen.
    Wie soll das weitergehen mit "Deutschland", wenn in den meisten Ketten (von Lidl hörte ich noch Schlimmeres) nur noch nach Profit für die bereits Reichen entschieden wird?
    Kann jemand eine Lebensmittelkette nennen, die sich "normal" verhält? Vielleicht könnte man durch Werbung für eine seriöse Firma etwas bewegen?
    Die meisten Menschen wollen doch das Anständige, sind bloß zu dumm oder uninformiert, dies zu unterstützen.
    Gruß
    Karl von Dr. Karl Röttel