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Einschränkung im Polizei-, Feuerwehr- u. Rettungsdienst durch Diabetes?
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MIke
Rang: Gastam 19.05.2010 18:27:58
"ich bin selber seid 20 jahren typ 1 diabetiker.
ich bin begeisteter taucher, Motoradfahrer,sportschütze und jäger,"
Bin seit 40 Jahren Typ 1 Diabetiker, Motorradfahrer, Fallschirmspringer, GK-Sportschütze und ehemaliger US Soldat (12 Jahre US Army). -
Blume
Rang: Gastam 17.06.2010 19:51:12
Lieber Erich ich bin Diabetiker Typ 1 mein HB1C Wert liegt bei 7,3 und das ist für mich ein guter Wert.
Ich bin seit 2 Jahren im voläufigen Ruhestand. Im Dienst kam ich wegen der Schichtdienste und der fast täglichen Aufregung nicht unter Hb1C 9,5
Wenn ich das so lese, was Du schreibst dann beglückwünsche ich Dich. Du scheinst ein art super Diabetiker zu sein wenn alle so wären dann hätte man diese Krankheit voll im Griff.
Ich glaube Du hast das Zeug die Pension auf normaler Weise zu Erreichen.
Ich habe schon von Fällen gehört in denen Diabetiker ihre Krankheit so ausleben aber war überrascht über Deinen Text. Bitte denke daran dass nicht alle Menschen das so können wie Du.
Ein Beispiel für eine Unterzuckerung schlimmer Art möchte ich Dir noch kurz schreiben. Ich hatte im Dienst mein Bedarfsinsulin gespritzt denn ich wollte ein
Brot essen leider bildete sich beim insulinspritzen eine art Tasche unter der Haut und das Insulin gelang nicht in den Blutkreislauf als ich das bemerkte ( ich konnte auf Grund eines Einsatzes nicht gleich messen ) war mein Blutzucker auf 350 ml/dl das anschließende Spritzen brachte sinkenden Zucker aber das vorher gespritze Insulin kam nun nach mehren Stunden auch ins Blut und ich unterzuckerte bis auf 22 ml/dl und war nicht mehr Diensttauglich das sofort zugeführte Traubenzucker brauchte eine halbe Stunde um den BZW auszugleichen.
Seit ich nach 23,5 Jahren im aktiven Polizeidienst ausgeschieden bin ist alles besser geworden. Ich hoffe das Dir soetwas nicht passiert aber ich denke Du bist einfach ein Vorbild und eine Art super Patient den sich jeder Arzt und Dienstherr wünscht. Weiter so und alles Gute Gruß Guido -
Anonym
Rang: Gastam 10.08.2010 14:50:49
Um eines klar zustellen wenn du Polizist bleiben willst mit Diabetes 1 oder 2 muss du in der Dienstleitung ganz gute Freunde und Fürsprecher haben. Ein anderes ist deine Laufbahnbefähigung ( mD oder gD oder hD) bei den beiden letztgtenannten wird es für dich eigentlich keine Schwierigkeiten geben. Ansonsten hast du schlechte Karten.
Mittlerern Dienst gibt es wie Sand am Meer und da kann man auch auf solche Leute ganz gut verzichten. Für die anderen Laufbahnen findet sich immer ein Posten und da gibt es kaum Einschränkungen.
Ich habe vor ein paar Jahren diese Seite gefunden und habe eigentlich gestaunt das Erich mit der selben Krankheit und bei der selben Firma( BPOL/BGS) so viel Glück hatte. Mir war solche Glück nicht beschieden worden.Schluß letztendlich Umschulung zum Verwaltungsbeamten neue Dienststelle, finanzielle Einbußen, usw.
Da sieht man mal wieder, was der vom Grundgesetz her garantierte Gleichbehandlunggrundsatz in ein und der selben Firma wert ist ( das in einer Behörde die Recht unhd Gesetz garantiern und durchsetzen soll).
Aber wie gesagt das Ganze interessiert niemanden wenn du mittelerer Dienst bist.
MfG -
Gast
Rang: Gastam 27.11.2012 10:44:31
Hallo an alle,
Zunächst meine Frage an euch: Ich bin gerade mit der Beantragung einer Waffenbesitzkarte für eine 9mm Kurzwaffe zu Gange.
Beruflich bin ich Schießlehrer im Vollzugsdienst und daher auch Waffenträger. Hat jemand von euch Erfahrungen mit der WBK-Beantragung als Diabetiker Typ I??? Musstet ihr zusätzliche Gutachten, Bescheinigungen o.ä. einreichen? Vielleicht habe ich ja Glück und es schreibt sogar jemand aus Brandenburg.
Dann noch ein paar persönliche Anmerkungen:
Vielen Dank zunächst für die guten Beiträge zu den Themen. Ich selber bin wie gesagt Schieß- und Rechtslehrer. Und habe meinen Job bei der Polizei dank Diabetes verloren und bin nun bei einer andern Behörde gelandet.
Dass von allen, die hier schreiben nicht alle eine juristisch einwandfreie Lösung in der Tasche haben ist doch wohl klar, aber es geht hier ja auch um persönliche Erfahrungen (soviel zu denen, die hier etliches als QUATSCH bezeichnen!!!).
Mit einem lieben Gruss @ alle, -
Tommy
Rang: Gastam 03.02.2014 17:00:43
Hallo ich bin es der Tommy bin 35 und habe das schon seit 19 Jahren. Ich bin auf dem Bau großgeworden. Gibt kaum eine Maschiene, die ich nicht fahren kann. Beim Turmdrehkran Gab es keine Ausbildung zwecks Zucker. Ich hätte ja leicht sagen können bin Gesund. Das ist aber immer ne Frage der Versicherung. Sie machen das verständlicher Weise nicht mit. Bis jetzt im Bau hab ich das immer trotzdem gemacht. Ich find es schade das die Pfharmakonzerne den Fortschritt der Heilung mit Ihrem fielen Geld aufhalten. Sie sagen unserer Krankenkasse, was zu tun sei. Also weiter machen, auch wenn es kein Spaß macht mit solchen Ekoisten im hintergrund. Viel Glück -
Robin
Rang: Gastam 26.02.2014 00:21:35
Hallo zusammen, ich bin Robin 24 Jahre jung und habe seit nun mehr 15 jahre DM Typ I
und bin 2007 der FFw begrtreten und mit erfolg! Nun ja es gibt natürlich die kleine einschränkung mit der G26 (tragen von Atemschutzgeräten und arbeiten an Absturzgefährdeten stellen)
Mittlerweile bin ich Truppführer mit allen Ausbildungen die man dafür halt braucht inkl. Dienstzeit
und habe sogar mit 23Jahren meinen Personenbeförderungsschein gemacht und bekommen, also alles ne frage der Einstellung.
Jetzt mal eine Frage an euch: Ich will den nächsten schritt wagen und mich bei der BF bewerben hat da event. jmd erfahrung oder kennt ihr jemanden der mit Diabetes bei der Berufswehr ist?
(zur info hab nen Schwerb. Ausweis GdB: 50%, die Bundeswehr hat mich darauf hin abgelehnt)
Danke im Vorraus Robin -
am 20.10.2014 21:14:28
Hallo, endlich findet man mal ein passendes Thema. Zwar schon älter aber egal, vielleicht kann man dieses Thema ja wieder zum Leben erwecken. Also ich bin Hannes, 16 Jahre alt und habe schon seit über 13 Jahren Diabetes Typ 1. Ich besitze seit ca. 8 Jahren eine Insulinpumpe, wobei das ab und zu immer so ein Verhandlungsakt mit der Krankenkasse sein kann, da die BZ-Werte in dem Alter auch mal durch Wachstumshormone o.Ä. unvorhersehbar schwanken können. Trotzdem habe ich außer 1/2 Zwischenfällen im frühen Kleinkindalter noch keine Hypos mit Bewusstseinsverlust gehabt. Außerdem spüre ich das sofort, wenn der Blutzucker unter 60/70 mg/dl rutscht.
Nun rückt natürlich auch die Berufswahl nach dem Abi immer näher. Ich bin nicht der Typ für tagtägliche Büroarbeit und kann auch in meiner Freizeit trotz der "Krankheit" (die ich persönlich garnicht mehr als Krankheit ansehe) so gut wie an allem teilnehmen, wie jeder andere Mensch auch. Zudem sind wir doch alle nicht perfekt, im Normalfall hat jeder irgendwo eine und selbst noch so kleine Krankheit oder Macke. Deshalb finde ich das oft auch ziemlich erniedrigend, wenn man als Diabetiker als "behindert", "schwer krank" oder minderwertig angesehen wird. In den letzten Jahren hat sich so viel an der Diabetes-Therapie geändert, da brauch/darf man Diabetiker nicht mehr benachteiligen. Egal ob in der Berufswahl, Schule oder Sonstiges. Diese ganzen Richtlinien von wegen Diabetiker dürfen das und das nicht machen sind doch sowieso veraltet und wurden noch nicht aktualisiert.
Beispiel:
Wieso darf ein knapp 70-Jähriger, übergewichtiger, dauernd keuchender Busfahrer noch einen Schulbus fahren und bei einem Diabetiker würde es heißen, die Gefahr einer Unterzuckerung wäre viel zu hoch??? Da stimmt doch was nicht. Wer garantiert denn, dass der Busfahrer nicht jeden Moment einen Herzinfarkt bekommt oder im Straßenverkehr noch voll reaktionsfähig ist?
Zurück zur Berufswahl: Ich habe auch mal über die Berufsfeuerwehr nachgedacht. Werde auch höchstwahrscheinlich demnächst in den aktiven Dienst der freiwilligen Feuerwehr eintreten. Dort meinte einer mit bereits 26 Dienstjahren in der freiw. Feuerwehr zu mir, dass er selber auch kein Problem damit hätte wenn jemand mit Diabetes ein AGT wäre. Mit einziger Einschränkung, dass man denjenigen vielleicht nicht unbedingt z.B. bei einem Wohnungsbrand als Ersten in den Angriff schicken müsste. Jedoch ist das ja bei der Berufsfeuerwehr immernoch etwas anders. Man liest zwar auch von Einzelfällen im Internet aber hauptsächlich negatives, da sich die Berufsfeuerwehren auch immer nur die Besten rauspicken und wenn dann einer mit Diabetes ankommt wird der schon gleich aussortiert. Zwar liegt die Entscheidung auch hauptsächlich am Arzt, der die Erlaubnis zur G26.3 ausstellt, aber da reagieren die Ärzte angeblich auch immer verschieden.
Da man ja für die Berufsfeuerwehr sowieso eine handwerkliche Ausbildung oder Studium braucht, frage ich mich wirklich ob man überhaupt das Risiko eingehen kann, wenn es schon große Probleme bei der Einstellung von Diabetikern gibt. Trotzdem kann man an den aktuellen Richtlinien nichts ändern, wenn es niemand mit Diabetes versucht. Irgendwann müssen die Berufsfeuerwehren sowieso ihre Regeln lockern, wenn die unbedingt eine Frauenquote von über 5% haben wollen oder keine "perfekten" Leute mehr finden.
Wie denkt ihr über das Thema und was könnt ihr so an gemachten Erfahrungen berichten?
Wäre mal sehr interessant, Erfahrungen Anderer hier zu lesen.
MfG Hannes -
am 21.10.2014 07:13:25
Lieber Hannes
Deine Überlegungen haben sehr viel Richtiges an sich. Ich bin der Überzeugung, dass bei der Risikoabschätzung die Situation des einzelnen Diabetikers individuell betrachtet werden muss. Das Auftreten von Hypoglykämien ist tatsächlich sehr unterschiedlich. Auch bei der Hypowahrnehmung gibt es wesentliche Unterschiede. (Ich bin seit rund 25 Jahren Diabetiker T1 mit Insulin. Nach wie vor habe ich eine sehr ausgeprägte Hypoempfindung, auch ein schnelles Absinken des Blutzuckers merke ich sehr schnell. Bisher ist es noch nie zu irgendwelchem Zwischenfall gekommen).
Ich gehe mir die einig, dass der Ausschluss von Diabetikern bei einigen Berufen überdacht und individuell angepasst werden sollte. Der Lösungsansatz kann aber meines Erachtens nicht darin bestehen, dass zB. Bei der Berufsfeuerwehr Diabetiker nicht als Erste an den Brandherd geschickt werden sollen. Wenn ein Diabetiker diesen Beruf ausübt, soll er ihn auch ganz normal, wie alle Anderen ausüben.
In meinem engeren Bekanntenkreis gibt es einen Diabetiker, welcher seit 8 Jahren bei einem Rettungsdienst arbeitet, bisher völlig komplikationslos. Ein weiter Kollege arbeitet bei einer körperlich stark geforderten Sondereinheit der Polizei (bei ihm trat der Diabetes auf, als er bereits bei der Polizei arbeitete). Er erfüllt seinen Polizeidienst ohne jegliche Einschränkungen, wie jeder Andere auch.
Zwischenzeitlich sind auch mehrere Spitzensportler bekannt, welche mit einem Diabetes leben und so zeigen, dass auch mit Diabetes sehr vieles möglich ist.
Leider kenne ich aber auch Diabetiker (einer davon ist Lastwagenfahrer), welche kaum mehr eine Hypowahrnehmung besitzen und so tatsächlich eine Gefahr darstellen können.
Ich vertrete die Meinung, dass beim heutigen Wissen um Diabetes und mit den modernen Insulinen die Situation wirklich überdacht werden muss.
Solange es nach wie vor Diabetiker gibt, die aufgrund des Diabetes (ohne Folgeerkrankungen) einen Schwerbehindertenausweis mit einer möglichst hohen GdB anstreben, kann nicht verübelt werden, wenn der Diabetes als Behinderung definiert wird.
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am 21.10.2014 10:44:06
Hilfreich zur individuellen Diabetes-Bewertung wäre dann allerdings schon, wenn die Medizin den Diabetes nicht ausschließlich als schwere chronische und sich selbst verschlimmernde Krankheit darstellen und den Grad der Verschlimmerung an der notwendigen Medikation festmachen würde.
Ideal wäre in meinen Augen die Darstellung der gesamten möglichen Bandbreite von der leichten und unabhängig von der Medikation voll gesund leistungsfähig ausgleichbaren Behinderung bis hin zur schweren sich selbst verschlimmernden und Gesundheit und Leistungsfähigkeit zunehmend einschränkenden Krankheit.
Damit die Allgemeinheit und z.B. auch der "Beamtengesetzgeber" die Möglichkeit der voll gesund leistungsfähig ausgleichbaren Behinderung ähnlich real auf den Schirm bekäme, wie diabetische Prommis, die im Zuckerschock in ner Pfütze ersaufen, müsste sich die Medizin allerdings auch zur systematischen Anleitung (lehrgangsmäßig aufbereitet, was sich Erich wie im Eingangsbeitrag selbst erarbeitet hat) zum voll gesunden Behinderungs-Ausgleich öffnen.
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Dank an die Medizin, die ihr Wissen längst demokratisch mit uns allen teilt ;)