Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Blutzucker messen
-
Susanne
Rang: Gastam 11.08.2005 11:43:40
Hallo Forum,
bei meiner 65-jährigen Mutter wurde vor einigen Wochen Diabetes diagnostiziert, sie muss jetzt Tabletten nehmen und soll regelmäßig ihren Blutzucker messen. Sie ist ziemlich verunsichert, wann, wie und wie viel sie messen soll. Ihr Arzt scheint keine große Hilfe zu sein.
Jetzt hab ich mal ein bisschen im Web gesucht und bin auf diese Aktion „Besser messen- Aktiver leben“ gestoßen. Hier ist von „situationsbezogener“ Blutzuckerselbstkontrolle die Rede, kann mir jemand etwas genauer erklären, was das bedeutet? Auf jeden Fall habe ich gleich mal ein paar Patientenbroschüren für meine Mutter bestellt.
Was meint Ihr, kann man die Tipps dieser Seite weiterempfehlen?
http://www.bessermessen-aktiverleben.de
Habt Ihr sonst noch Tipps, wo ich Infos finden kann?
Vielen Dank für Eure Hilfe
Susanne
-
Oliver Fliesgen
Rang: Gastam 11.08.2005 12:25:23
Hallo,
mit dem Messen kann man sehr viel über seinen Körper erfahren. Mir hat es am Anfang sehr geholfen, um zu kapieren wie meine Bauchspeicheldrüse in Kombination mit Tabletten auf alle möglichen Lebensmittel reagiert. Immens wichtig ist eine Ernährungsschulung. Deine Mutter sollte unbedingt einen Diabetologen aufsuchen und eine oder mehrere Schulungen besuchen. Dadurch werden die Zusammenhänge erst klar.
Gruß
Oliver von Oliver Fliesgen -
AG
Rang: Gastam 11.08.2005 13:57:22
Moin Susanne,
ich würde Deiner Mutter unbedingt empfehlen, daß sie in eine Diabetes-Schwerpunktpraxis geht. Sicher wird es in Eurer Nähe eine geben. Schau einfach mal oben bei Adressen nach, dort sind sehr viele aufgeführt.
AG -
thomas2002
Rang: Gastam 12.08.2005 15:10:07
hallo susanne,
erstmal einige lose gedankengänge meinerseits. du schreibst nicht, welche medikamente sie nimmt. sollte sie medikamente nehmen, die in die verdauung eingreiffen, wird sie warscheinlich die blutzuckergeräte und -streifen nicht verschrieben bekommen, obwohl sie da sinnvoll sind. bekommt sie medikamente, die die bauchspeicheldrüse ausquetschen, währe eine (medikamentenunterstützende) versorgung mit insulin zu diskutieren. hätte den vorteil, dass sich die bauchspeicheldrüse soweit erholt, dass deine mutter auch ohne behandlung eine zeitlang eine symptomfreie -also keine geheilte- diabetikerin ist.
das messen ist besonders in der anfangszeit sinnvoll, damit sie lernt, welche kohlenhydratquelle sie in welchen mengen verträgt. je nach glykämischem index - wie schnell wirken die kohlehydrate in vergleich zur glucose - ist das maximum des blutzuckerspiegels nach 1-2 stunden, bei besonders fettreichen mahlzeiten sollen es sogar bis 3 stunden sein.
also meine empfehlung ist, dass sie auf jedenfall nach dem essen sowie vor, während und nach der körperlichen tätigkeit ihren blutzucker misst.
die körperlichen aktivitäten sollten nicht wesentlich über dem gewohntem sein. wichtiger ist eine regelmässige gemässigte aktivität ab einer dauer von 30 min. das kann haushalt, schwimmen, ein spaziergang oder das ausführen eines haustieres sein. vorzugsweise sport, welche eher die kondition als die kraft trainiert. es ist wichtig, dass sie sich mit den symptomen einer unterzuckerung vertraut macht. als typ 2 mit restproduktion an insulin wird sie nicht in eine schwere hypoglycämie,- also auf fremdhilfe angewiesen - abrutschen, aber die syptome sind lästig. ein glas oder dose limo sollte da reichen.
ich habe so herausgefunden, dass ich mit 50g hafer und 20g rosienen morgens gut auskomme. und je nach nüchternspiegel ist auch eine banane drinnen. und ich verteile die nötigen kohlehydrate auf mehrere mahlzeiten. also auch ein stück obst zwischendurch, oder wahlweise ein gericht mit erbse, linsen, bohnen oder kartoffeln. aber selbiges muss sie für sich selbst austesten.
http://www.diabetesinfo.de/
http://www.einsteiger.diabetesinfo.de/
http://www.dsmd-faq.info/
http://www2.ratiopharm.com/de/de/dep/service_pub/infomaterial.cfm
http://www.lilly-pharma.de/gesundheit/diabetes/broschueren.jsp
http://www.hexal.de/
http://www.medworld.de/shop/?fachgebietid=280&fachgebiet=Fettstoffwechsel&startwert=1&fachgebiet=Fettstoffwechsel&id=ZKv1Q7Er8bmw0gL von thomas2002 -
Susanne
Rang: Gastam 22.08.2005 11:39:45
Hallo,
vielen Dank für Eure schnellen und ausführlichen Antworten. Ich habe meiner Mutter ans Herz gelegt, einen Diabetologen aufzusuchen, leider gibt es in ihrem Wohnort keinen.
Danke auch für die vielen Surf-Tipps!
Meine Mutter spritzt kein Insulin (wie ihre Tabletten wirken, weiß ich leider nicht), also besteht keine Gefahr einer Unterzuckerung? Sie fährt seit der Diagnose sehr viel Fahrrad, sollte sie denn dann auch vorher und nachher den Blutzucker messen, selbst wenn Sie nicht Insulin spritzt?
Viele Grüße
Susanne -
husky
Rang: Gastam 23.08.2005 13:01:41
Blutzuckermessen vor und nach sportlichen Aktivitäten ist nicht schlecht, da sieht sie dann, wie sich der Sport auswirkt und ob sie ggfls. vorher zusätzliche BEs zu sich nehmen sollte. von husky -
Oliver Fliesgen
Rang: Gastam 23.08.2005 20:01:32
Oder sogar während des Sports: z.B. verdünnter Apfelsaft etc. Jedoch mit Vorsicht.
Gruß
Oliver von Oliver Fliesgen