Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Wie lange dauert eine Insulineinstellung?
-
Sylvie
Rang: Gastam 29.01.2010 19:44:25
Hallo Zusammen,
ich bin 32 Jahre alt und seit 5 Jahren Typ 2 Diabetiker. Bisher wurde ich mit Metformin 1000mg, morgens 1 Tablette, abends eine Halbe, und Januvia therapiert. Mein HbA1C lag jahrelang um 7. Seit Nov 2009 ist mein HbA1c bei 9,4 und steigend und ich nehme unerklärlicherweise ab- 10 Klio die letzten 2 Monate. Erst habe ich mich über die verlorenen Klio`´s gefreut, mein Hausarzt nicht. Er hat mir gesagt das ich Insulin brauchen werde. Nun habe ich den Termin beim Diabetologe und mir ist Angst und Bange. SPRITZEN!!! INSULIN=UNTERZUCKER. Nun habe ich die Fragen wie so eine Einstellung abläuft und muß ich in eine Klinik dafür? Wie groß ist die Gefahr von Unterzucker, gerade am Anfang? Ich weiß mein Arzt sagt mir dies auch alles, aber ich möchte Erfahrungen von Betroffenen hören und nicht Ärtzte-Bla-Bla. Also klärt mich auf, jeder Kommentar ist willkommen. Freu mich und Danke im voraus.
Wenn ihr noch Fragen habt, fragt.
Ich weiß jede Hilfe zu schätzen.
Habe die Ehre
Sylvie -
Rudi
Rang: Gastam 29.01.2010 21:58:53
Hy Sylvie, je eher du Insulin spritzt, desto geringer wird die Gefahr von Spätschäden (Niereninsuffizenz, Augen-, Gefäss- und Nervenschäden...). Ein HbA1c von 9,4 und höher lässt diese sehr wahrscheinlich werden. Bei manchen erzeugt schon das Wort Spritze ein Grauen - aber inzwischen wird das Insulin mit Pens injiziert, deren Nadeln so fein sind... Also: keine Panik und "INSULIN = UNTERZUCKER" kann nur die Meinung von NichtINSULINERn sein. Jeder Mensch nutzt Insulin, die einen internes, durch den Körper reguliertes, Diabetiker externes, durch Abgleich von BZ-Messwerten, Insulinmenge und zugeführte KH reguliertes. Unterzucker (kurz: Hypos) sind nur subjektive Fehler im Abgleich. Da aber jeder anders ist und reagiert, haben die einen häufig Hypos, die anderen selten und manche nie! Kannst und wirst du aber alles lernen. Trotz ständiger Diskussion darüber, bleibe ich bei meiner Meinung: Hypos sind unangenehm, aber nicht so gefährlich, wie sie von Phobikern gern dargestellt werden. Kannst ja mal in Foren über erlebte Hypos verschiedener Leute nachlesen und wirst meine Meinung bestätigt finden. Wie deine Einstellung abläuft, kann ich nicht sagen, weiss nur, dass es sowohl ambulant, als auch stationär gemacht wird. Ich würde dir empfehlen, das Ganze im KH machen zu lassen, verbunden mit entsprechenden Schulungen. Und: Nicht bange machen lassen - es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Übrigens gibt es genügend Menschen mit DM die Jahrzehnte Insulin spritzen und ohne Spätschäden ihr Leben geniesen. Und ich denke, du hast deines noch vor dir... von Rudi -
Sylvie
Rang: Gastam 29.01.2010 22:27:33
Dank dir Rudi, ich werde deine Infos beherzigen. Ich habe auch keine´Lust auf Spätfolgen. Ich habe nur Angst vor dem Insulin und den damit verbundenen GEBOTEN. Man sollte ja sehr darauf achten, was man zu sich nimmt. Anmerkung: Ich trinke gerne mal ein Bier. Und esse sehr gerne gut.
Du verstehst?
Gruß Sylvie -
fgjtz
Rang: Gastam 30.01.2010 08:32:51
Klar verstehe ich das, die Zeiten der konventionellen Therapie mit festgelegten Zeiten und Mengen sind für Jüngere schon ewig vorbei. Somit schliesst das Eine das Andere nicht aus. Wie das richtig und gut funktioniert wirst du noch lernen. -
Helen
Rang: Gastam 30.01.2010 13:19:45
Hallo,
also bei einem Hba1c von 9,4 könnte ich mein leben nicht mehr geniessen und mein essen und bierchen schon garnicht! Ich spritze Insulin habe einen Hba1c von ca. 5 und geniesse mein leben ohne Einschränkungen und großen Ängsten vor Spätfolgen.
Insulin spritzen tut nicht weh und du kannst fast alles essen, solange es du abdeckst. Alles andere wäre in deine Situation blödsinn! Ich würde sogar fast behaupten dass dein Hausarzt zu lange gewartet hat bzw verstehe ich garnicht warum man sich nicht sofort ab der Diabnose bei einem Diabetologen behandeln lässt. Seine Bremsbelege des PKW lässt man ja auch nicht beim Elektriker wechseln...
Wie lange die Einstellung dauert liegt an dir selbst. Bei manchen sinde es wenige Wochen und bei anderen dauerts ewig. Durch viele Schulungen und viele Infos hast du beste CHancen bald einen normalen Hba1c zu haben und dein leben weiter zu geniessen.
Viel Glück
Helen -
sdfsdf
Rang: Gastam 30.01.2010 14:30:50
"Ich trinke gerne mal ein Bier. Und esse sehr gerne gut."
Und das wird auch unter Insulin so bleiben.
Der Vorurteile sind es viele, aber in der Realität wirst du wahrscheinlich noch besser leben als jetzt. Der hohe HbA1c-Wert wird dir mehr Probleme bereiten als einige Unterzuckerungen, die du vielleicht erleben wirst. Und die man im Übrigen wunderbar vermeiden oder behandeln kann. -
Joa
Rang: Gastam 30.01.2010 15:09:31
Hallo Sylvie,
> Sylvie schrieb:
> Mein HbA1C lag jahrelang um 7.
> Seit Nov 2009 ist mein HbA1c bei 9,4
> und steigend und ich nehme
> unerklärlicherweise ab- 10 Klio
> die letzten 2 Monate. Erst habe ich
> mich über die verlorenen Klio`´s
> gefreut, mein Hausarzt nicht.
Die Symptomatik lässt den Verdacht zu, dass bei Dir nicht ein Typ 2 Diab besteht, sondern eine langsame Verlaufsform des Typ 1. Siehe LADA-Diabetes. Das wird wohl Der Diabetologe abklären.
> Er hat mir gesagt das ich Insulin
> brauchen werde.
Sieht eindeutig danach aus.
> mir ist Angst und Bange. SPRITZEN!!!
Ja, ja, da hat man erst mal richtigen Bammel vor. Aber nach ein paar Tagen ist das mindestens so normal und höchstens so lästig wie Zähneputzen. Und auch nicht schmerzhafter.
Bekommen sogar (gelegentlich) 5-jährige Kinder schon alleine auf die Reihe. :-)
> INSULIN=UNTERZUCKER.
Da haben fast alle Respekt vor. Zumindest erst mal. In aller Regel stellen Unterzuckerungen aber kein echtes Problem dar. Das lernst Du dann aber alles in einer Schulung. Und natürlich auch aus dem Internet.
> Wie groß ist die Gefahr von Unterzucker,
> gerade am Anfang?
Da Du noch eine relativ deutliche eigene Insulinproduktion hast, musst Du das Insulin nur ergänzend anwenden.
Wenn es mal ein Wenig zu viel ist, korriegiert das der Körper, indem er selbst einfach kein eigenes Insulin dazu gibt.
Das Risiko für Unterzucker ist also erst mal übersichtlich.
Und wenn Du lernst die Symptome für niedriege Zuckerwerte zu erkennen, lässt sich das sogar als Steuerungshilfe in der Therapie verwenden.
Sofern nicht allzu große Insulinmengen zu viel wirksam sind, also gröberer Therapiefehler gemacht werden, sind Unterzuckerungen in aller Regel recht unproblematisch.
Aber auch das wird alles in der Schulung erklärt.
Gruß
Joa
Typ 1
-
Sylvie
Rang: Gastam 30.01.2010 15:56:52
Hallo Zusammen,
erst mal vielen Dank an euch alle für die nützlichen Ratschläge und Erklärungen. Ich sehe jetzt alles nicht mehr so tragisch. Und ihr habt Recht damit, daß ich mich vermutlich wesentlich besser mit Insulin fühle, als es im Moment der Fall ist. Der ständige Überzucker ist zum Teil unzumutbar. Ständig müde, Druchfall und Übel. Macht das Leben nicht gerade einfacher. Und gegen zu hohe Werte kann man nichts akutes machen, außer nichts mehr essen und viel trinken+ bewegen(wenn man es noch fertig bringt).
Ich werde mich mal über LADA Diabetes informieren.
Übrigens finde ich dieses Forum erstklassig. Ich fühle mich gut aufgenommen und die Beiträge sind hilfreich. Hab das Forum zu meinen Favoriten.
Habe sicher noch mehr Fragen, also bis dann
Hatte die Ehre
Sylvie -
Sylvia
Rang: Gastam 31.01.2010 16:03:01
Hallo!
Ich bin auch gerade dabei, auf Insulin umgestellt zu werden, da es mir so ging wie dir (einige Zeit ein guter Wert, dann plötzlich viel zu hohe Werte ohne dass diese irgendwie erklärbar gewesen wären).
Ich mache diese Insulineinstellung bei/mit meiner Diabetologin, bzw. mit der Ernährungsberaterin (ambulant) zusammen. Bei mir dauert es nun schon einige Zeit, ich glaube, im November haben wir angefangen. Erst habe ich ja nur abends Insulin gespritzt, dann haben wir uns langsam zu den Mahlzeiten vor"gearbeitet". Immer ausprobiert, wann wie viel Insulin benötigt wird. Dadurch, dass ich das echt langsam steigere, ist es bei mir bisher nicht zu einer einzigen Unterzuckerung gekommen!
Ich hatte vorher ein Medikament, das heißt Glimepirid, da hatte ich schon hin und wieder Werte am unteren Limit (als ich noch gute Werte hatte). Durch das Insulin bin ich nun beim Essen viel flexibler, da ich je nachdem, wann und was ich esse, entsprechend Insulin spritzen kann und alles ist gut. Und am schlimmsten am Spritzen finde ich gar nicht das Insulin spritzen (das tut echt nicht weh, oft merke ich davon gar nichts und es ist bisher auch nur seltenst vorgekommen, dass da mal ein Blutstropfen zu sehen war - die Nadeln sind wirklich ultra dünn und auch nicht lang!) sondern es nervt einfach nur manchmal, dass man ständig vor der Mahlzeit messen und rechnen muss. Allerdings ist das mit der Zeit dann sicher auch irgendwann so in einem drin, dass man es einfach tut, ohne sich noch viel damit beschäftigen zu müssen. Ist am Anfang eben etwas mühsam.
Ich bin wirklich froh, dass ich das Insulin spritzen darf, weil ich jetzt zum einen bewusster esse (weil ich momentan alles aufschreibe, was ich esse) und schon so manches Mal Sachen wieder weg gepackt habe, weil ich gesehen habe, was da so drin ist (da habe ich vorher nicht so extrem drauf geachtet), aber dafür kann ich jetzt die Therapie meinem Tagesrythmus anpassen und muss mich nicht nach der Therapie richten. Und ich esse das, was ich esse, nicht mehr mit schlechtem Gewissen, weil ich eh schon hohe Werte habe.
Ich hoffe, dass du letztlich dich auch gut mit dem Leben mit Insulin anfreunden kannst und die Vorteile zu schätzen lernst. Jedenfalls ist das alles nicht so dramatisch, wie man sich das als "NichtINSULINER" oft vorstellt.
Alles Gute! von Sylvia -
Sylvie
Rang: Gastam 31.01.2010 22:16:09
Vielen Dank Sylvia, du bist offensichtlich genau in meiner Lage. Was du geschrieben hast macht mir Mut. Ich bin inzwischen sowieso gelassener geworden. Am Mittwoch habe ich meinen ersten Termin beim Diabetologen und bin zuversichtlich das alles Gut wird. Das habe ich hauptsächlich diesem Forum zu verdanken. Ich melde mich auf jeden Fall am Mittwoch Abend nochmal, da werde ich vermutlich jede Menge Fragen und Gedanken im Kopf haben.
DER BEGINN EINES NEUEN LEBENS, oder zumindest eines neuen Lebensgefühls. Ich habe jetzt nicht nur Diabetes(KRANKheit), sondern LEBE damit.
Vielen, vielen Dank an alle.
Ich hoffe in ein paar Wochen kann ich das Gleiche für jemand anderes tun.
Liebe Grüße
Sylvie -
Frage
Rang: Gastam 01.02.2010 09:04:59
Hallo Sylvie,
du isst immer mal gern und gut, schreibst du. Darf ich dich etwas fragen bitte? Als deine Hausarzt deinen Diabetes mit Metformin behandelte, warst du da in dem Glauben, dass es die Tablette schon richten würde oder hat er dir auch etwas darüber gesagt, dass du in deinem Essen auf Kohlehydrate achten sollst?
Ich stimme meinen Vorschreibern zu, dass dein Hausarzt viel zu lange mit Metformin herumgedoktert hat. Aber nicht der Aussage, dass man weiteressen kann , als wär nix.
Man muss keine Diäten halten, ABER auf den Gehalt an Kohlehydraten achten. Wenn du das tust, kannst auch gern und gut essen, nur eben KH-arm.
Angst vor Insulin SPRITZEN ist unbegründet. Das BZ-Messen am Finger tut mehr weh als das Piecksen mit dem Insulinpen.
Übrigens, Gewichtsverlust unter Metformin kommt schon vor.
Mach dich nicht verrückt, geh es in Ruhe an und deine Fragen werden dann imAlltag kommen, step by step.
Gutes Gelingen. -
BArbra
Rang: Gast -
Sylvie
Rang: Gastam 01.02.2010 13:04:16
@Frage: Ja, es war wohl so. Ich habe etwas naiv gedacht, die Tabletten werden es schon richten. Mein Lebensgefährte kocht bei uns. Er hat sich schon mit der Ernährung bei Diabetes beschäftigt- meist war ich die treibende Kraft, die umbedingt "ungesunde" spricht kohlenydratreiche Kost wollte. Wie gesagt "naiv". Mein Freund meinte, es ist meine Sache- er ist kein Kindergärtner! Ich hoffe diese Zeilen beantworten deine Frage an mich.
Mittlerweile denke ich anders--Zwangsläufig/Lernfähig. Meine Gesundheit ist mir dann doch wichtiger. Das Problem war, das ich mich nicht richtig krank gefühlt habe, ist zwischenzeitlich auch nicht mehr so--das hat leider erst geholfen.
Liebe Grüße
Sylvie -
@Sylvie
Rang: Gastam 01.02.2010 14:06:57
@Barbra: Die Frage meinst du nicht ernst oder? Du bist doch ein alter Hase.
-----------
Liebe Sylvie, DAS ist das Heimtückische bei Diabetes. Er tut nicht sofort weh. Manche gehen zum Arzt, wenn sie Schmerzen in den Beinen haben oder schlechter sehen, als frühzeitig erkannt kann man das nicht bezeichnen.
Du, dein Partner hat Recht, wenn er sagt, er ist nicht deine Kindergärtnerin. SEI FROH, das er SO drauf ist. Stell dir vor, er verfiele ins andere Extrem und würde dich ständig begängeln und bequaken.
DAs Erste, womit ICH begann nach der Diagnose Diabetes, ich habe beim Einkaufen auf die Rückseite der Lebensmittel geguckt und nachgesehen, wieviel Zucker da wirklich drin ist. Und ich habe in der Anfangszeit nur das gegessen, von dem ich die Kh pro 100g im Kopf hatte, ist sicher lächerlich.
Je weniger KH in deinen Lebensmitteln sind, umso weniger Insulin musst du spritzen. Und ja keine Produkte aus dem Diätregal kaufen, die sind unnötig.
Wenn du im Archiv stöberst, such mal nach den Angaben von Jürgen zu den Werten, die man 2/3h nach dem Essen möglichst haben sollte. Und dann heißt es austesten,
messen, essen, messen, gucken, obs passt. Und bloß nicht meinen, dass der BZ nicht steigen, wenn man NICHTS isst, denn deine Leber produziert Zucker.
Fang erst mal an, dann sehen wir weiter..
Gutes Gelingen.
von @Sylvie -
BARBRA
Rang: Gastam 01.02.2010 15:52:04
Entschuldigung!
Hab mich verlesen! Das KH sparen bezog sich ja auf Metformin -ups ! Nicht auf Insulun sppritzen.
lg
BARBRA