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Metformin
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Thomas
Rang: Gastam 06.07.2005 15:32:56
Hallo,
seit Februar 2005 nehme ich bedingt durch einen HbA1c von 9 Metformin 850 morgens 1, mittags 1/2, abends 1. Zwar wurde damit bei mir bis Mai ein HBA1c von 6,4 erreicht aber die Nebenwirkungen sind so schlimm, daß ich sie auf Dauer nicht hinnehmen möchte. Magen/Darmkrämpfe, nächtliche Krämpfe im rechten Fuss (so schmerzhaft, daß ich schreien könnte) und meine Haut (ich habe Neurodermitis) wird auch nicht besser dadurch.
Mein Diabetologe sagt: entweder Metformin oder Insulin, was anderes gibt es nicht. Diese Aussage macht mich wütend weil es ja durchaus auch andere Tabletten gibt, die dem Diabetes begegnen.
Welche Erfahrung habt Ihr ?
Viele Grüsse
Thomas -
klausdn
Rang: Gastam 06.07.2005 18:15:07
hallo thomas,
ich nutze insulin, und wenn ich die wahl hätte zwischen tabletten und insulin, würde ich auch insulin wählen.
begründung: insulin fehlt mir-tabletten nicht.
mfg klaus von klausdn -
Frank
Rang: Gastam 06.07.2005 20:21:07
Hallo Thomas,
welche Medikamente für dich geeignet sind, ist abhängig von vielen Dingen:
Da du Metformin bekommst, gehe ich mal davon aus, du bist übergewichtig und organisch gesund.
Wie sehen deine BZ-Werte aus?
Produziert deine Bauchspeicheldrüse (noch) genügend Insulin ?
Was tust du so den Tag über (Bewegung) ?
Frank -
Oliver Fliesgen
Rang: Gastam 06.07.2005 23:29:54
Hallo,
die Frage ist, wieso Dein Arzt das sagt. Die Frage nach dem Übergewicht ist tatsächlich sehr bedeutend. Ich hatte voriges Jahr auch einen anfänglichen Hba1c von 9,3 (oder 9,4). Ich habe ein paar Monate Amaryl bekommen, meine Ernährung umgestellt und mit dem Sport angefangen. Amaryl konnte ich dann absetzen und habe jetzt einen Hba1c von 5,4. Ich nehme keine Medikamente mehr, bin aber auch erst 37 Jahre alt und habe 20kg abgenommen. Das klappt bestimmt nicht bei jedem, aber ich würde an Deiner Stelle eine zweite Meinung einholen. Unbedingt beim Diabetologen!
LG
Oliver von Oliver Fliesgen -
Henry Hammerhai
Rang: Gastam 07.07.2005 01:30:42
Hallo Thomas,
ich habe die gleichen Probleme mit den Fuß und Beinkrämpfen in der Nacht und am Tage gehabt.
Habe morgens eine 1000 Metformin mittags
eine halbe und abends wieder eine 1000 genommen. Parallel dazu Insulin 58 Einheiten einmal abends gespritzt.
Dann mich selber überzeugt, das Gewicht zu senken,
Habe gut 20 Kg runter und nehme seit ca.
14 Tagen kein Metformin mehr und konnte
meine Insulineinheiten auf 40 reduzieren und fühle mich erheblich wohler.
Da außer JO - JO zu spielen, ich nicht soviel
für Sport überhabe, mache ich jetzt längere Spaziergänge mit unserem Hund.
Lieben Gruß
Henry Hammerhai
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Thomas W
Rang: Gastam 07.07.2005 15:22:49
"Mein Diabetologe sagt: entweder Metformin oder Insulin, was anderes gibt es nicht. Diese Aussage macht mich wütend weil es ja durchaus auch andere Tabletten gibt, die dem Diabetes begegnen. "
Vergiss die Tabletten und freu dich das du Insulin kriegen kannst. Es gibt nix besseres für eine gute Einstellung bei passabler Lebensqualität.
Es gibt keinen Grund vor Insulin Angst zu haben. Bei den Tabletten bin ich mir da nicht so ganz sicher.
Gruß Thomas W.
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Oliver Fliesgen
Rang: Gastam 07.07.2005 18:11:38
Hallo,
bei manchen Leuten geht es ohne Tabletten und auch ohne Insulin. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man es mit Sport und Ernährung in den Griff bekommen.
Bei anderen können Tabletten helfen.
Und wiederum andere sind mit Insulin auf einem guten Weg.
Bei Tabletten kommt es auf die Wirkung an. Amaryl beispielsweise und ähnliche Tabletten lutschen die Bauchspeicheldrüse aus, treiben sie an, bis es gar nicht mehr geht. Dann muss man sowieso auf Insulin umsteigen. Vor Spritzen sollte man tatsächlich keine Angst haben. Machen ja Millionen und kommen ganz gut zurecht damit. Genau weiß ich das allerdings nicht, da ich gar nichts nehme.
Gruß
Oliver von Oliver Fliesgen -
Frank
Rang: Gastam 08.07.2005 01:06:15
Ich melde mich noch mal zu diesem Thema, insbesondere weil ich meine Insulinphase und -gläubigkeit hinter mir habe.
Ich kann aus eigener Erfahrung wirklich nur empfehlen, sich genau zu überlegen, ob der
Spritzweg wirklich der richtige ist.
Bei absolutem Insulinmangel (z.B. Typ 1) gibt es keine andere Chance, aber alle anderen sollte klar sein, dass Insulin nur die Wirkung der Störung bekämpft, nicht die Ursache. Ferner fördert Insulin die Gewichtszunahme.
Allerdings bequemer ist der Weg sicherlich schon.
Frank -
Hera
Rang: Gastam 08.07.2005 09:37:35
Insulin ist auf jeden Fall und auf längere Sicht die bessere Behandlung. Ich habe keine Gewichtsprobleme.
Diabetes ist halt eine Krankheit, mit der man intelligent umgehen muß. von Hera -
Oliver Fliesgen
Rang: Gastam 08.07.2005 15:17:59
und alle anderen, die nicht spritzen sind doof? Bei manchen geht es auch ohne Spritzen. Es gibt keinen goldenen Weg. Jeder Körper reagiert anders, muss auf seine eigene Art therapiert werden. Und wenn sich jemand fürs Spritzen entscheidet, ist das auch völlig ok.
Ich bleibe bei den Mitteln Ernährung und Sport und freue mich über einen Hba1c von 5,4. So lang es geht. Wenn es sein muss, werde ich auch spritzen.
Oliver von Oliver Fliesgen -
Ines
Rang: Gastam 08.07.2005 15:21:53
Hallo an alle,
mir geht es wie Oliver.
Und ob spritzen wirklich immer und insbesondere auch für Typ-II-Diabetiker richtig ist, möchte ich bezweifeln. Schließlich haben die meisten Typ-II-Diabetiker genügend eignes Insulin - die meisten haben eine Insulinresistenz. Dagegen kann man erfolgreich, zunächst mit Medikamenten, langfristig aber besser mit Ernährung und viel Bewegung angehen, wie Oliver bereits ausgeführt hat. Das jeder Mensch natürlich anders ist und anders reagiert, brauch ich an dieser Stelle nicht noch einmal ausführen. Ich bin sowohl Insulin alsauch Metformin los - ich bin froh darüber, auch wenn der Weg, dies zu erreichen der anstrengendere ist.
Gruß Ines -
Thomas
Rang: Gastam 10.07.2005 00:30:44
Hallo zusammen,
zunächst herzlichen Dank für Eure Beiträge.
Was für mich klar daraus hervorgeht ist das, was mir vor längerem schon klar geworden ist: Eigenverantwortung ist der beste Arzt.
Mir lief es doch ein wenig kalt über den Rücken als ich gelesen habe, daß Insulin das A und O ist. Ich persönlich neige eher dazu soweit zu kommen, daß ich auch keine Tabletten mehr brauche anstatt mich auf die Zeit zu konzentrieren in der es ohne Insulin nicht mehr geht. Ich kann nicht so "locker" damit umgehen nach dem Motto "Nehme ich halt Insulin, na und ?". Denn Insulin ist der Moment, wo es eben mit Tabletten nicht mehr geht, heißt: wo mein Körper die Insulinherstellung mehr oder weniger von alleine nicht mehr kann. Erfreulich finde ich das nicht.
Mir ist aber durch die Beiträge eines klar geworden: ich werde mir einen neuen Diabetologen suchen - Berlin ist gross.
Danke nochmals.
Thomas -
rudi
Rang: Gastam 10.07.2005 12:01:35
hallo thomas,
es geht nicht allein darum, ob du genug insulin produzierst.
das ganze system ist gestört, dann einfach mit tabletten oder insulin draufschlagen ist gang und gebe.
die aussage: metformin oder insulin finde ich laienhaft.
oliver ist das beispiel, dass es auch anders geht.
bei mir wird genug insulin produziert, nur kommt es zu spät an.
also esse ich weniger und öfter. mit viel bewegung ist dm zurückzudrängen.
wünsch dir einen guten diabetologen,
gruss rudi -
Frank
Rang: Gastam 11.07.2005 01:51:46
Hallo Thomas,
>Eigenverantwortung ist der beste Arzt.
ist eigentlich die Kernaussage.
Es gibt zwei Dinge, die man unterscheiden muss. Das sind absoluter und relativer Insulinmangel.
Leidest du unter absolutem Insulinmangel, hast du keine Chance. Du musst auf Medikamente, auch Insulin, zurückgreifen.
Liegt bei dir relativer Insulinmangel vor, d.h. du produzierst genug Insulin, was aber nicht angenommen wird, solltest du dich mehr um die Ursachen kümmern.
Der Insulinverbrauch eines gesunden Menschen liegt weit unter 100 Einheiten körpereigenem Insulin, meist sogar unter 50 Einheiten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Insulingaben, die das mehrfache der natürlich benötigten Menge ausmachen, auf längere Sicht gesund sind. Auch wenn man damit gute Glukosestoffwechsel-Laborwerte erreicht. Ein zu hoher Hormonspiegel ist nie gut.
Frank
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Babette
Rang: Gastam 11.07.2005 11:46:41
Hallo an alle!
Ich (seit einem Jahr Typ 2) kann nur bestätigen, was Oliver und Ines schreiben. Nachdem ich mich gesünder ernähre, auf diese Weise 20 kg abgenommen habe, mich (etwas) mehr bewege und so auf einem Hb1ac von 5,6 gelandet bin, nehme ich seit zwei Wochen kein Metformin mehr. Nach vier Tagen, in denen die BZ-Werte etwas schwankten - aber immer nur im grünen Bereich - liege ich jetzt unter 100 nüchtern und bis 120, selten 130 pp. Das klappt sicher nicht bei jedem, aber wenn die Voraussetzungen stimmen, geht es schon. Ich freue mich einfach darüber und genieße es, solange es geht!
Liebe Grüße!
Babette -
Babette
Rang: Gastam 11.07.2005 12:01:38
Da waren meine Finger wohl etwas zu schnell! Soll natürlich heißen: Hba1c
Babette -
paramedic
Rang: Gastam 16.07.2005 14:06:22
Hallo Thomas,
deine Bedenken gegen Insulinspritzen sind nicht unberechtigt. Falls du noch im Berufsleben stehst, sollte dir klar sein, daß Insulinpflichtige Patienten durchaus Einschränkungen im Straßenverkehr (Personenbeförderung) und im Bereich der Schichtarbeit hinnehmen müssen. Mein Arbeitsmediziner hat mir mitgeteilt, das ich meinen "geliebten" Schichtdienst aufgeben müsste für den Fall das ich spritze.
Ich hab es aber auch nur mit Tabetten im Griff. Durch Ernährung und Sport habe ich meinen Metformin Bedarf auf abends eine halbe Tabl. Amaryl gesengt mit dem Ziel bald das Zeug ganz ab setzen zu können. Auch wenn das viel Schweiss und eine grosse Überwindung des inneren "Schweinehunds" bedeutet hat, es hat sich für mich gelohnt.
Viel Erfolg von paramedic