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Diabetes - das Leben nach der Diagnose

  • Bea

    Rang: Gast
    am 02.03.2005 18:05:01
    Genau vor 1 Jahr ist bei mir Diabetes Typ 2 festgestellt worden. Ich sollte Metformin nehmen, aber konnte es nicht, weil ich tierische Angst vor den Nebenwirkungen hatte. Er sagte mir dann, dass ich mein Essverhalten ändern muss und ich nahm auch an einer Schulung teil.
    Sofort habe ich meine Ernährung umgestellt und auch pünktlich meine Termine wahrgenommen. Ich habe 7 kg runter und bin seit einigen Monaten auf diesem Stand, obwohl ich noch mehr abnehmen muss. Mein Arzt war zufrieden, mein Wert war von 7,9 auf 6 gesunken.
    Da ich aber nebenbei auch noch ein Seelenleben habe passierte folgendes: gleich zu Beginn der Diagnose mistete ich einiges aus z.b. Kleidung, damit mein Mann nach meinem Tod nicht so viel ausräumen muss (denn "ich würde ja sterben").
    Kurze Zeit später hatte ich mich aber gefangen.
    Ab Dezember, wo die leckere Adventszeit begann, konnte ich keinerlei Süßigkeiten widerstehen. Ich nahm mir vor den Dezember eben nicht so sehr auf meine Werte zu achten. In dieser Zeit passierte auch einiges was mich etwas mehr aus der Bahn warf. Ich leider übrigens seit Jahren an Ängsten und Depressionen. So war es dann wieder mal so weit. Ich nahm meine Psychopharmaka, womit es mir eigentlich besser gehen sollte. Nun haben wir schon Anfang März und ich achte immer noch nicht auf meine Werte, gehe nicht zum Arzt. Mir ist einerseits alles egal und ich bin froh wenn ich alles hinter mir habe. Andererseits denke ich oft, dass ich doch noch gar nicht sterben will. Wenn ich so weiter mache, dann sicherlich früher als würde ich besser auf mich achten. Ich habe mich im November letzten Jahres bei einer Psychologin angemeldet. Sie gründet eine Gruppe zur Coping-schulung und wollte mir dann Bescheid geben, wann es los geht. Aber ich möchte gar nicht an so einer Gruppe teilnehmen. Erst einmal geht es drei mal 3 Stunden, was ich ziemlich lange finde und dann natürlich sind da noch die anderen, deren Ängste und Befürchtungen sich auch auf mich übertragen könnten, das möchte ich vermeiden, denn es reicht mir langsam. Ich komme kaum noch klar. War schon 3 Monate nicht mehr arbeiten, bin fix und fertig. Sogar wenn ich mit dem Hund nur bis zur Ecke gehe, hab ich das Gefühl, ich wäre kilometerweit gelaufen undlasse mich anschließend nur noch auf die Couch fallen, was mir dann auch gut tut.
    DAs hat natürlich jetzt nichts mit dem Diabetes zu tun, aber es wirkt sich ja darauf aus weil ich ja mein Essverhalten nicht unter Kontrolle halten kann, es ist mir völlig entglitten. Zugenommen hab ich zum Glück nicht, aber ich weiß auch nicht wie mein BZ Wert ist, weil ich auch nicht mehr messe. Zu Anfang habe ich mir so ein Gerät gekauft und vielleicht zu gut drauf geachtet. Ich möchte gern Kontakt zu Leuten, denen es vielleicht auch so oder ähnlich geht. Aber trotzdem würde ich mich über jede Antwort freuen.
    Ich wünsche Euch allen alles Gute.
    Viele Grüße, Bea
  • Bea

    Rang: Gast
    am 02.03.2005 18:18:35
    Hier noch eine kleine Korrektur, ich habe mich mit meinem Absender vertan. Richtige Adresse lautet:

    Mitternachtwoelfchen@web.de

    Viele Grüße, Bea
  • Rudi

    Rang: Gast
    am 02.03.2005 21:20:38
    Hallo Bea,

    schön wieder mal was von Dir zu hören.
    Deine alten Adresse war nicht mehr erreichbar.
    Dass es dir nicht so doll geht, habe ich
    schon vermutet. E-mail ist unterwegs,
    würde mich auf Anwort sehr freuen.

    Viele Grüsse von Rudi
  • Anke S.

    Rang: Gast
    am 04.03.2005 14:46:42
    Hallo Bea,


    es tut mir leid, dass du zur Zeit so kämpfen musst. Dennoch freue ich mich sehr, dass du die Initiative ergreifst - das ist immerhin ein erster Schritt. Der wichtigste ... Respekt !

    Habe ich das richtig verstanden, dass du zur Zeit keine Medikamente für den Diabetes brauchst, sondern es vor einem Jahr durch dein Abnehmen geschafft hattest, auch ohne Metformin o.a. wieder in gute BZ-Bereiche zu kommen ?

    Nur nicht den Kopf hängen lassen, weil die Adventszeit eine unwiderstehliche Versuchung war ... das war nichts auf Dauer und ist nicht schlimm ! Schlimm ist nur, dass es nun schwer fällt, wieder normal Fuß zu fassen.

    Du schreibst, dass Depression und Ängste keine unbekannten Größen für dich sind. Du weißt dann sicher auch,
    dass die Sorge und Angst vorm Tod
    genauso wie die ungemeine Unlust, dich zu kümmern und Notwendiges anzupacken
    dich gemeinsam mit den Depressionen wieder verlassen werden ? Weißt aber auch, dass du dafür ganz fest gegen die Depression arbeiten musst und dass das (fast) nicht ohne professionelle Hilfe geht ?!

    Bestimmt wäre es - nach deinem gelungenen ersten - ein guter nächster Schritt, mit der Psychologin baldmöglichst (!!) einen Termin auszumachen. Plane keine Gruppensitzungen, wenn dir jetzt nicht danach ist. Das kann später immer noch kommen, vorrangig steht aber sicher nun, erst einmal die kleinsten Hürden zu nehmen und überhaupt etwas zu tun.
    Wenn du die Psychologin kontaktierst und ihr schilderst, dass du nicht zuletzt wegen guter BZ-Werte sofort ihre Hilfe brauchst, wird sie dir sicher kurzfristig einen Termin geben. Sag ihr, wie dringend es ist oder bitte deinen Mann, den ersten Termin für dich auszumachen.

    Dass allein das Gassi-Gehen so müde macht, kann Stimmung sein, kann aber auch an evtl erhöhten BZ-Werten liegen - die können zusätzlich sehr müde und antriebslos machen und den Teufelskreis so unterstützen.
    Und nocheinmal: keine Sorge - hohe Werte sind zwar natürlich nicht gut. Aber wirklich gefährlich werden sie erst nach einer langen "zu hohen" Zeit. Der Körper hält viel aus und selbst wenn er von Dezember bis März unter einem schlechten BZ gelitten hätte, kannst du das folgenlos wieder kompensieren.


    Ich wünsche dir, dass du schnell wieder einen Weg findest !

    Viele Grüße Anke
    von Anke S.
  • Ines

    Rang: Gast
    am 04.03.2005 16:55:51
    Hallo Bea,
    und noch etwas ist ganz wichtig zu wissen: Diabetes beeinflußt die Psyche, bei manchen Menschen ganz massiv - meine Mutter hat auch mehr oder weniger immer unter Angst und zeitweise unter Depressionen zu leiden. Ich sehe da einen direkten Zusammenhang mit der Diabetes. Du brauchst Dich deswegen überhaupt nicht zu schämen oder Dir Vorwürfe zu machen.
    Kleine Ausrutscher bei der Ernährung sind nur sehr menschlich und irgendwie auch nicht ganz zu vermeiden, so daß Du die Freßattacken gern vergessen kannst und ohne diese Belastung und Gewissensbisse nach vorne schauen solltest.
    Es geht immer weiter - und ich denke die Unterstützung Deines Mannes hast Du, die Deiner Psychologin wirst Du sicher bald in Anspruch nehmen.
    Ich wünsch Dir alles, alles Gute auf dem Weg.
    Ines
  • Bea

    Rang: Gast
    am 06.03.2005 00:58:34
    Hallo Rudi,

    dass Du auch noch hier zu finden bist :-).

    Schön, dass Du Dich bald meldest. Werd natürlich auch antworten.
    Schönes Wochenende.

    Bea
  • Bea

    Rang: Gast
    am 06.03.2005 01:01:57
    Hallo Anke,

    herzlichen DAnk für Deine Antwort.
    Du hast richtig verstanden :-) ich nehme (noch) keine Medikamente wg. Diabetes.

    Wie lang hast Du es und wie gehst Du damit um?

    Schönes Wochenende, Bea
  • Bea

    Rang: Gast
    am 06.03.2005 01:03:56
    Hallo Ines,

    vielen Dank für Deine Antwort. Unter Ängsten und Depries leide ich schon seit über 20 Jahren.
    Diabetes wurde erst letztes Jahr festgestellt, wobei ich sagen muss, dass ich vorher etwa 3 Jahre nicht bei einem Arzt war. Wie lang ich es jetzt genau habe weiß ich nicht. Wie gehst Du damit um?

    Viele Grüße, Schönes WE,
    Bea
  • Anke 2

    Rang: Gast
    am 08.03.2005 13:19:07
    Hallo, Bea
    ich habe Deine Postings gelesen und, da ich ebenfalls unter Panikattacken und Diabetes leide, würd mich mal interessieren, wie Du diese beiden Gebiete "angehst." Du schreibst, dass Du 3 Jahre nicht biem Arzt warst, hattest Du NIX oder - kennt man ja als "Paniker" - konntest du nicht hin?
    Wie gehst Du mit dem Bewußtsein, Diabetes zu haben, als Angstpat. um? Okay, normalerweise nimmt man diese Diagnose zur Kenntnis und handelt danach, stellt seine Eßgewohnheiten um, muß evtl. Pillen schlucken - doch bei psychisch "angeschlagenen " Menschen sieht die Sache ja immer noch etwas anders aus. Dieser verflixte Teufelskreis, diese Angst, die einen daran hindert, die Sache nüchtern anzugehen, dieses dauernde Chaos im Kopf mit dem inneren Aufschrein " NEIN, nicht noch mehr !! " kann ein "normaler" Diabetiker, der zwar auch eine gewisse Umstellungsphase durchmachen muß, wohl nicht nachvollziehen.Wie gehst Du damit um?
    Was machst Du gegen die Ängste - kannst Du, so ohne weiteres zum Arzt - auch einen Diab. Facharzt aufsuchen? - und wie hast Du dich in Bezug auf die angesprochene Therapie entschieden?
    Kurz - in wie weit haben Angst, Panik und Diabetes Dein Leben im Griff?
    würd mich freuen, von Dir etws zu hören. Mach`s gut - Anke 2
  • Bea

    Rang: Gast
    am 10.03.2005 14:24:57
    Liebe Anke 2,

    leider hast Du Deine mailadresse nicht angegeben, sonst hätte ich Dir geantwortet. Es wäre nett, wenn Du mir zu meiner schreibst, dann antworte ich Dir gern ausführlich. Würde mich freuen, denn ich glaube Du hast mich verstanden :-)

    Liebe Grüße, Bea