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Ist Metformin wirklich sinnvoll?
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annet002
Rang: Gastam 01.03.2005 17:03:56
Hallo,
Ich bin 35 Jahre alt
Im Juli 2004 kam ich mit einem BZ von 575 mg/dl und einem Gewicht von
132 kg ins Krankenhaus. Therapie lautete Früh und Abends
Basal (NPH) und zu den Mahlzeiten Humalog. Ich fing an
meine Ernährung umzustellen und viel Sport zu treiben. Meine BZ-Werte
besserten sich, so dass ich immer weniger Einheiten spritzen brauchte.
Im Oktober 2004 hatte ich 25 kg abgenommen und brauchte nur noch das
Langzeit Basal. im Dezember 2004 hatte ich 32 kg runter und brauchte
auch das Langzeit auch nicht mehr. Mein Nüchternzucker liegt bei 86
mg/dl und nach dem Essen steigt der BZ nicht über 130 mg/dl. Jetzt
haben wir März 2005 und ich habe insgesamt 43 kg abgenommen. Mein
HBA1C Wert ist 5,0. Nun will die Ärztin (Diabetologin), daß ich zur Nacht 1/2
Tablette Metformin nehme, damit meine BZ-Werte nicht schlechter werden, wirksameres Insulin produziert wird
und das Abnehmen leichter geht.
Kann mir jemand sagen, ob das überhaupt nötig ist. Wenn ich doch
meinen Zucker mit der Ernährung stabil halte, dann muß ich doch nicht
noch Tabletten nehmen. Ich bin verunsichert, möchte aber auch nichts
falsch machen! von annet002 -
Lilo
Rang: Gastam 02.03.2005 09:11:49
Ich würde erst mal weiter beobachten, ob die guten Werte so bleiben. Idealgewicht liegt offenbar noch nicht vor. Metformin würde ich persönlich nicht schlucken.
Es ist wirklich toll, daß Du so viel abgespeckt hast. Das sollte allerdings nicht zu schnell gehen, kann später zu Gallenkoliken führen, habe ich kürzlich gelesen.
von Lilo -
Anke S.
Rang: Gastam 02.03.2005 12:14:15
Hallo Annet,
die Antwort ist nicht ganz einfach, denn deine Ärztin wird sicher ihre Gründe zur Metforminverordnung haben - als Diabetologin hat sie eine sehr intensive und lange Ausbildung bzgl. der Diabetestherapie hinter sich.
Allerdings ist Metformin ein Mittel, dass man weniger vorbeugend nimmt (wie z.B. Insulin gegeben werden kann, um die Restkapazität der Bauchspeicheldrüse zu schonen), sondern vielmehr konkret dann, wenn es den BZ tatsächlich senken soll.
Dein genannter Wert von 130 mg/dl liegt auch minimal über der Obergrenze.
Nachdem du allerdgins so phantastisch Gewicht und hohe BZ-Werte reduziert hast (Glückwunsch, das fordert wirklich Respekt ab !!), spricht nichts dagegen, dass du unter Beibehaltung der jetztigen Lebensweise auf AntiDiabetika verzichten kannst. Dein HbA1c von 5,0 zeigt schließlich auch eine gute Langzeiteinstellung.
Am ehesten empfiehlt sich wohl , der Diabetologin noch einmal ein paar Minuten Gesprächszeit abzuringen ;-). Konkret würde ich auch fragen, was (ohne medikamentöse Therapie) gegen eine weitere zu erwartende Absenkung des wie gesagt immer noch leicht erhöhten Wertes nach dem Essen spricht - denn du bist mit Gewicht und BZ-Werten schließlich auf einem absteigenden Ast :-)).
Viele Grüße und weiterhin alles Gute ! Anke von Anke S. -
annet002
Rang: Gastam 02.03.2005 12:51:58
Hallo Anke,
vielen Dank für deine Antwort. Genauso sehe ich das auch und ich werde mit der Ärztin nochmal reden. Ich weiß nun seit 8 Monaten, daß ich Diabetes habe...das ist noch nicht sooooo lange. Ich habe mich zwar schon sehr viel belesen und einen guten Weg für mich gefunden, aber andere Erfahrungswerte und Meinungen sind auch sehr interessant.
Die Ärztin meinte auch, daß durch Metformin wirksameres Insulin produziert würde. Das hört sich ja alles gut an. Meine Angst sind nur die Nebenwirkungen, mit denen ich bei anderen Medikamenten auch schon zu kämpfen hatte.
Mein Vertrauen zu Ärzten ist sowieso nur noch begrenzt, denn was man mit mir vor meiner Einweisung ins Krankenhaus gemacht (bzw. nicht gemacht) hat, ist schon unfassbar.
Jaaaaa Anke, was hab ich nicht all die Jahre vorher probiert um abzunehmen. Nichts hat funktioniert oder der wirkliche Ehrgeiz fehlte. Nun......wo ich Angst um mein Leben hatte, sitzt der Schreck schon sehr tief. Der Essensplan, den ich vom Krankenhaus mitbekam, hat mir sehr geholfen, den kann ich auch gut variieren und beim Sport mach ich nur das, was mir auch spaß macht und das ist vorrangig "schwimmen"
Vielen Dank für dein Interesse
LG Annett von annet002 -
Rudi
Rang: Gastam 02.03.2005 21:31:37
Hallo Annett,
Metformin senkt nicht den Blutzucker, aber es wirkt gegen die Insulinresistenz.
Erleichtert enorm das Abnehmen und wenn man es verträgt, verhindert es zu Anfang dass sich Diabetes manifestiert.
Jedes Medikament hat Nebenwirkungen, wenn es jedoch im Vorfeld etwas verhindert, ist es sinnvoll.
Wünsche Dir, dass Deine Werte so bleiben.
Viele Grüsse Rudi -
Anke S.
Rang: Gastam 04.03.2005 14:33:29
Hallo Annett,
oh je - das klingt, als hättest du bereits einiges durchlitten ... das tut mir leid !
Auf alle Fälle freut es micht sehr, dass du nun so erfolgreich dabei scheinst, dein Gewicht zu senken und neue Aktivitäten in den Alltag aufzunehmen :-))) Das schaffen nicht alle.
Zum Metformin noch ganz kurz:
das ist ein Mittel, das
* die Aufnahme von Glukose aus dem Darm etwas hemmt (so dass der BZ nach dem Essen nicht so schnell ansteigt)
* die Insulinempfindlichkeit der Zellen erhöht (das bedeutet, das Insulin bleibt zwar das gleiche, aber die Zellen reagieren besser darauf)
* die Blutfette (und davon besonders die "schlechten" sog. Triglyzeride) senkt und beim Abnehmen hilft
Nachdem aber bei jedem Mittel neben der Wirkung immer auch eine Nebenwirkung vorhanden ist ,
(beim Metformin sind das mögliche anfängliche Verdauungsstörungen und eine mögliche Übersäuerung des ganzen Stoffwechsels v.a. in körperlichen Stress-Situationen),
sollte tatsächlich auch immer eine Nutzen-Risiko-Abwägung getroffen werden.
Nach dem Motto "so viel wie nötig aber so wenig wie möglich" ;-))
Viele Grüße Anke von Anke S.