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  • Diana

    Rang: Gast
    am 16.02.2005 22:49:44
    Hallo!

    Ich (30) habe seit 4 Jahren Diabetes Typ 1 und mache mir schon Gedanken über die Zukunft (wie ihr alle wahrscheinlich).

    Aber für mich ist der Gedanke, blind zu werden, faulende Füße zu bekommen usw. nur zu ertragen mit der Option, daß ich das ganze selber beenden kann, wenn es mir zuviel wird.

    Bisher dachte ich immer, mit der ausreichenden Menge Insulin wäre das kein Problem.

    Jetzt erfahre ich aber, daß man evtl. an einer Überdosis nicht stirbt oder sogar noch durch geistige Schäden erst recht zum Pflegefall wird.

    Das hört sich jetzt blöd an, aber das war mein einziger Ausweg!

    Was soll ich denn machen, wenn das nicht mehr zur Wahl steht?

    Bitte nehmt dies nicht als Spinnerei und es besteht auch keine Gefahr, daß ich mir jetzt was antue, ich brauch das einfach nur als Absicherung für die nächsten 30 Jahre.

    Also, wenn irgendjemand weiß, wieviel Insulin man spritzen muß, damit man`s nicht überlebt, dann sagts mir bitte.

    Ich glaube icht, daß ich darauf eine Antwort bekomme, falls doch - danke!
  • ANONYM

    Rang: Gast
    am 17.02.2005 09:33:19
    Mir scheint, Du hast nicht nur das Diabetes-Thema, sondern psychische Probleme. Es gibt Psychologen, die sich mit solchen Diabetiker-Problemen auskennen. Ich selbst habe damit keine Mühe, obwohl schon einige Folgeschäden vorhanden sind, weil mein Diabetes zu spät erkannt wurde und dann noch Arztfehler hinzukamen.Dennoch genieße ich mein Leben ;-)

    Die beste Versicherung für Dich, das Leben auch mit Diabetes zu genießen, ist: Kompetent mit dem Diabetes umgehen, dann sind die Chancen für Folgeschäden schon stark eingeschränkt. Denk nur an ettliche prominente Diabetiker wie Peter Ustinov u.a., Was war das ein toller Lebenskünstler! Und auch der noch lebende, quicklebendige Konrad Beikircher! von ANONYM
  • Ines

    Rang: Gast
    am 17.02.2005 10:03:30
    Hallo Anonym,
    wie kommst Du denn darauf, daß gerade Du mit diesen Folgeerkrankungen der Diabetes betroffen sein wirst? Die treten höchstwahrscheinlich dann auf, wenn Du Deine Blutzuckerwerte nicht im Griff hast oder defensiv mit Deinem Diabetes umgehst, d.h. ihn einfach ignoriest.
    Davon gehe ich nicht aus, denn Du bist ja offensichtlich gut informiert über mögliche Folgeerkrankungen.
    Ich denke, wenn Du Deinen Blutzucker durch angemessene Insulininjektionen nach Anleitung eines guten Diabetologen in den Normbereich bringst - und das ist heutzutage ohne große Probleme und Einschränkungen möglich - dann wirst Du ein erfülltes Leben haben und ohne Spätfolgen klarkommen. Auch das Essen und manchmal auch Schlemmen ist so kein Problem, denn Du kannst ja durch angemessene Insulingaben darauf reagieren.
    Diabetes ist heutzutage kein Grund, um zu verzweifeln oder gar an Selbsttötung (und das schon mit 30!) zu denken.
    Ich selbst bin zwar erst seit August 04 betroffen, aber habe neben der Diabetes noch eine Autoimmunerkrankung der Lunge. Trotzdem sind mir solche Gedanken, wie Du sie momentan hast, nie in den Sinn gekommen.
    Meine Mutter ist jetzt 70 Jahre alt, hat seit Ewigkeiten Diabetes und leider , weil zu spät erkannt, Polyneurophatie und eingeschränkte Sehkraft wegen Netzhautablösung. Sie denkt noch lange nicht an den Tod, und glaub mir, sie lebt trotz ihrer Einschränkungen gerne.
    Aber wie gesagt, bei Dir muß es wegen der heute sehr guten Behandlungsmöglichkeiten des Diabetes gar nicht dazu kommen.
    Also geh offensiv mit dem Diabetes um - Du KANNST damit leben. Und wenn er Dir weiterhin solche negativen Gedanken eingibt, laß Dich psychologisch beraten. Manchmal helfen auch Selbsthilfegruppen, die es sicherlich auch in Deiner Umgebung gibt.
    KOPF HOCH, AUCH DU SCHAFFST DAS!
    Mit lieben Grüßen
    Ines

  • Lovely

    Rang: Gast
    am 17.02.2005 16:34:40
    Hallo Anonym.

    Deine Frage irritiert mich etwas. Man braucht kein Insulin, um sich umzubringen, es gibt tausend andere Möglichkeiten.

    Ich möchte jetzt nicht alles wiederholen, was Anonym Nr. 2 und Ines geschrieben haben, aber es liegen wahre Worte darin.

    Ich bin 35 Jahre alt und habe seit 32 Jahren Diabetes. Als ich Kind war, gab es weder Selbstmessungen noch "Blitz"-Insulin. Die Therapie bestand aus 2x tgl. Depot-Insulin....dass das bei einem Kind / Jugendlichen nicht funktioniert liegt auf der Hand. Ich habe dementsprechende Werte gehabt. Mal extremer Unterzucker, dann wieder so hoch, dass ich alle 10 Minuten trinken mußte und trotzdem das Gefühl hatte, bei lebendigem Leibe zu verdursten.

    Natürlich habe ich auch Angst vor Spätschäden, vor allem wegen dem, was ich oben beschrieben habe.

    Aber Spätschäden bekommt man nicht einfach so! Wer seinen Zucker im Normalbereich hält und sich "kümmert", der senkt seine Gefahr für Spätschäden drastisch!

    Ich habe trotz meiner 32 Jahre Zucker keinerlei Schäden. Eine winzige Augenhintergrundveränderung im letzten Jahr ist wieder vollkommen verschwunden.

    Schau nicht auf das, was passieren könnte, sondern handele so, dass es nahezu ausgeschlossen wird!

    Gruß,
    Lovely
  • Anonym1

    Rang: Gast
    am 18.02.2005 09:47:57
    Danke für eure Worte!
    Ich verstehe, warum ihr mir keine konkrete Antwort geben wollt.

    Und ich finde auch sehr nett, daß ihr versucht, meine Gedanken ins Positive zu lenken.

    Leider bin ich erstens nicht ein so positiv denkender Mensch, zweitens habe ich einige chronische Zusatzerkrenkungen, die gerade in dieser Kombination meine Lebenserwartung nicht unbedingt erhöhen.

    Zu der Frage, warum Insulin zum Leben nehmen, - weil ich zu allem anderen zu feige bin und weil es natürlich unbedingt entgültig sein muß. Wenn ich mich vom Dach stürze, bin ich vielleicht hinterher nur querschnittsgelähmt.

    Trotz allem geht es ja auch gar nicht um heute, sondern um irgendwann später.
    Und da würde es mir das Leben doch wesentlich leichter machen, wenn ich für später Gewissheit hätte.

    Ihr habt wohl auch Recht mit der Aussage, daß das nicht nur ein Problem des Diabetes ist. Und deshalb gehört das ganze hier vielleicht auch nicht hin.

    Trotzdem bedankt. von Anonym1
  • ANONYM

    Rang: Gast
    am 19.02.2005 09:22:18
    Du solltest unbedingt einen Psychotherapeuten aufsuchen! von ANONYM
  • Thomas

    Rang: Gast
    am 21.02.2005 17:43:12
    Also, so ganz verstehe ich die Frage nicht.

    JEDER insulinpflichtige Diabetiker weiß, dass er sich mit einer "Überdosis" in ernsthafte Gefahr bringen und sogar in den Tod spritzen kann. Was willst Du hören? 100 Einheiten, 200 Einheiten?

    Aber vielleicht überlebt man auch 300 Einheiten und behält eine Menge Spätschäden.

    Wie wäre es denn mal mit was anderem?

    Wenn es ernsthaft um einen selbstbestimmten Tod gehen sollte - und das hat mit Diabetes erst einmal gar nix zu tun- dann gibt es entsprechende Selbsthilfegruppen. Ich aber rate ab. Lass Dir mal lieber helfen. Das Leben ist schon ne prime Sache, eigentlich.

    Thomas


  • Diana

    Rang: Gast
    am 23.02.2005 09:31:18
    Ja, genau das wollte ich wissen. 500? 600? Ab wieviel gibst die Garantie?

    Das man sich mit einer Überdosis in Gefahr bringt, weiß ich auch, aber das war auch nicht die Frage.

    Den Tip mit der Sellbsthilfegruppe werde ich mir merken, aber bis dahin werde ich jetzt erst mal das Leben genießen.

    P.S.: Geht`s eigentlich niemanden ähnlich?
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 23.02.2005 22:24:02
    Hallo Anonym.

    Anscheinend nicht.

    Ich hatte vor Jahren mal eine sehr schwere Depression mit der ich auch in ärztlicher Behandlung war. In dieser Zeit habe ich über Selbstmord nachgedacht als "allerletzte Rettung", falls wirklich nichts mehr geht. Der Gedanke an diese Selbstbestimmung war schon sehr erleichternd. Allerdings hatte meine depressive Situation nichts mit dem Diabetes zu tun und darum habe ich nie über Insulin als Waffe gegen mich selbst nachgedacht. (Wohlgemerkt: Ich spreche hier von Gedanken! Ich habe niemals etwas in die Tat umgesetzt. Und die Gedanken waren auch nur in der Zeit der Depression vorhanden.)

    Ich will damit sagen:
    Schau Dir an, warum Du diese Gedanken hast, bzw. warum Dir ein Plan für später JETZT so wichtig ist. Dafür muss es schließlich eine Erklärung geben. Und falls Du merkst, dass Du in einer schwierigen Situation bist, dann scheu Dich nicht, Hilfe anzunehmen von Ärzten, Therapeuten, Selbsthilfegruppen o.a.

    Gruß,
    Lovely
  • Hans

    Rang: Gast
    am 05.03.2005 10:47:50
    Hallo Anonym,

    die biologische Halbwertzeit von Insulin im menschlichen Körper liegt zwischen 4 - 8 Minuten, d.h. in dieser Zeit ist die Hälfte des Insulins nicht mehr wirksam.

    Mit Insulin Selbstmord zu machen ist allein aus diesem Grunde nur sehr schwer möglich.

    Das Schicksal der Bundeswehrärztin Christiane Bauer zeigt es mehr als deutlich.

    Christiane Bauer hatte sich eine sehr größe Menge Insulin i.v. gespritzt und zusätzlich noch andere Medikamente und Alkohol zu sich genommen. Nach 2 Jahren Koma ist sie dann verstorben.

    Depression und Diabetes korrespondieren leider häufig miteinander. Eine entsprechende Behandlung ist in deinen Fall bestimmt ratsam.

    Wir alle tragen erhöhte Lebensrisiken (Rauchen, Bewegungsmangel, usw.) in uns, so ist das Leben nun mal.

    Du musst auch lernen Theorien die sich als falsch erwiesen haben zu revidieren.

    Grüße von Hans
  • Monika

    Rang: Gast
    am 21.03.2005 00:11:16
    Lieber Leidensgenosse,
    mir geht es genau so wie dir. Auch ich denke sehr oft, daß ich all die dunklen Bilder nicht mehr aushalte. Und dann überleg ich mir, wie ich mich im geeigneten Augenblick wohl um die Ecke bringen könnte, elegant und ohne viel Aufhebens zu machen.
    Auch ich suche nach dem ultimativen Schalter, den man einfach umlegt und damit hat sich's. Licht aus.

    Ich habe mich schon vor Jahren an die Gesellschaft für Humanes Sterben gewandt und mich mit diesem Thema eindringlich beschäftigt. Aber das Ganze war damals so unappetitlich und finster, daß ich es habe sein lassen.

    Menschen wie Du und ich sollten uns ein wenig mit Buddhismus oder Ähnlichem beschäftigen und erkennen, daß die Bilder der Angst eben doch nur Maja, d.h. Täuschungen im Augenblick sind. Ersetzen wir sie doch mit besseren. Ich übe das schon seit geraumer Zeit und es hilft mir viel. So viel, daß ich es mitlerweile darauf ankommen lasse, was mit mir geschehen wird, ohne Panikatakken zu kriegen. D.h. daß ich kämpfe, mich so gut wie möglich gesund zu erhalten und hoffe, daß wenn meine Zeit gekommen ist, ich diesen Kampf wie viele andere aufrecht durchstehe.
    Und wer sagt denn, daß es so arg kommen muß für uns beide?

    Allerdings will ich alles tun, daß man an mir nicht ganz zuletzt herumexperimentieren wird. (Patientenverfügung etc.) und ich hoffe, daß der Gesetzgeber bald festlegt, daß ein Patient im finalen Zustand auch ein Recht auf einen eigenen Willen und größtmöglichste Schmerzbekämpfung hat, selbst auf die Gefahr hin, daß dies das Leben verkürzt. (Was Ärzte, die für das Leben kämpfen nicht gern einsehen wollen.)
    Ich wünsche Dir - uns allen die Kraft, die Dinge gelassen hinzunehmen, die wir nicht mehr ändern können.
    Übrigens gibt es mehr mitfühlende Ärzte, als du denkst.
    Und noch eins - das klingt reichlich zynisch - ist aber eine Überlegung wert. Wie lange glaubst Du, tragen die Krankenkassen noch die hohen Kosten für eine kostenintensive Behandlung einer überalterten Gesellschaft?
    Kann sein, daß man dann nichts dagegen hat, wenn wir schnellstens den Löffel abgeben, wie es der naßforsche FDP Politiker neulich schon mal angedacht hat.
    Guck Dir mal den Film Soylent Green an. Dann weißt Du, was ich meine. (Gibt's bei Amazon auf DVD)
    Anonyme Grüße
    und die allerbesten Wünsche
  • Christian Litz

    Rang: Gast
    am 19.05.2006 18:12:32
    Hallo Anonym,

    ich bin 42 Jahre alt, seit 31 Jahren Diabetiker. Ich wurde noch mit Mischinsulin eingestellt, habe also, in der Pubertät und auch später, oft schlechte, richtig schlechte Blutzuckerwerte gehabt. Eigentlich müssten, denke ich, langsam die Spätfolgen, die Du ja auch so fürchtest, kommen. Meine Panik davor war und ist riesig. Aber: nichts.
    Allerdings, jetzt zu Deinem Hauptpunkt: in den vergangenen Jahren hatte ich oft depressive Anfälle, wirklich schlimme Momente. Ich habe schon angefangen, den Selbstmord zu planen und kam immer wieder auf die Methode: Überdosis Insulin, zurück. Ich bin dann zu einem Therapeuten, bin über ein Jahr zu den Gesprächen und heraus kam, und das sehe ich heute wirklich als Fakt an: die Depressionen hätte ich auch als Nicht-Diabetiker gehabt. Und die Selbstmord-Idee per Insulin ist ein Zeichen dafür, dass ich nie einen Selbstmord machen werde. Denn: es wäre die, auf den ersten Blick jedenfalls, einfachste Methode. Man hat das Zeug ja immer bei sich. Nur habe ich viel recherchiert und kam darauf, dass es so nicht funktionieren würde. Mir wurde mal von jemandem erzählt, der drei Ampulen spritze und seitdem im Koma in einem amerikanischen Krankenhaus vor sich hinvegetiert. Das Risiko nur noch schlimmere Spätfolgen zu haben, ist also viel zu gross. Wenn also Selbstmord, warum dann nicht richtig? Tja, und da kommt immer dieser eine Moment. Dazu hätte ich keinen Mumm. Es wäre, rein psychologisch betrachtet, nur mit Insulin gegangen, aber wie gesagt, das funktioniert nicht. Es gibt nur wenige Beispiele von Morden mit Insulin, und die auch immer nur bei älteren Menschen und vor allem bei Nicht-Diabetikern! Mit Insulin funktioniert es nicht, da bin ich sicher. Jetzt kannst Du Dir natürlich Gedanken machen, ob Du eine andere Methode machen willst. Und sei dabei ehrlich: Du willst es nicht, sonst hättest Du über die Methode schon nachgedacht. Deshalb: schau doch einfach, wie Du mit dem Diabetis klar kommst, mach das beste daraus und falls Du mal in der Gefahr bist, dass Dein Bein amputiert werden muss (was statistisch kaum noch passiert), fang an, nachzudenken. Vorher hilft es nicht.
    Grüsse
  • Li

    Rang: Gast
    am 02.08.2006 20:23:28
    hallo anonym!

    Ich bin kein Diabetiker und kann deine frage wie man sich im falle eines falles am besten umbringt trotzdem sehr gut verstehen! Ich habe auch oft schon darüber nachgedacht, obwohl ich wie gesagt weder Diabetiker, noch sonst irgendwie ernsthaft krank, noch depressiv bin. ich denke ich bin (wir sind) einfach realistisch. ich mache im moment ein praktikum im krankenhaus, und sehe menschen (dieabetiker und nicht-diabetiker) dahinvegetieren, so möchte ich nicht enden, und daher mache ich mir genau wie du gedanken darüber, wie man dies vermeiden kann.
    auch glaube ich dir, dass du die lösung nicht für jetzt suchst, sondern nur als absicherung, geht mir genauso. vermutlich lebst du sogar besser, freier, unbeschwerter wenn du endlich weisst was die lösung ist. ich glaub das haben die anderen, die hier was von "damit leben lernen" und psychotherapie schreiben nicht wirklich mitbekommen. (natürlich solltest du das tun, keine frage, aber das steht in keinem zusammenhang zu deiner ausgangsfrage.)

    wollte dir hier nur mal bekunden, dass es doch jemanden gibt der dich richtig verstanden hat und nicht nur lauwarme halb-psychologische ratschläge auf lager hat. allerdings weiß ich auch nicht wie und womit man sich am besten umbringt, aber ich werde das noch recherchieren, und das mit vollkommen klarem verstand, ohne depressive verstimmung oder psychotische sympthome ;o) falls dieses forum überhaupt noch aktiv ist, werde ich dir natürlich vom ergebnis meiner nachforschungen berichten.

    alles gute bis dahin,
    Li
  • Friedrich M. Birk

    Rang: Gast
    am 05.08.2006 01:04:46
    Man merkt den Experten, der von der Problematik Diabetes die VOLLE Ahnung hat.

    von Friedrich M. Birk
  • Norbert Mattmüller

    Rang: Gast
    am 19.09.2006 21:02:33
    hallo anonym:

    Ich möchte sagen, dass ich Dich auch verstehen kann. Ich bin auch Diabetiker. Bei mir war das leider so, dass ich das lange Zeit nicht wusste. Mit 40 hat man mir den grossen Zeh am linken Fuss amputiert, eine Spätfolge des Diabetes. Bis dato wusste ich gar nicht was Diabetes ist. Das lag natürlich daran, dass ich so gut wie nie zum Arzt gegangen bin. Ich hege von Kindheit an ein abgrundtiefes Misstrauen gegen Ärzte aller Art. Auch ich befasse mich immer wieder mit dem Gedanken meinem Leben rechtzeitig ein Ende zu setzten, bevor ich diesen Monstern ausgeliefert bin und ein unwürdiges Dasein fristen muß. Ich habe mal kurz über die Insulinmethode nachgedacht und habe sie wieder verworfen, weil ich glaube, dass man sich auf diese Art keinen Gefallen tut. Ich bin zur Zeit damit beschäftigt, mir eine vernünftige Pistole zu besorgen. Von den Dingern gibt es auf unserer Welt ja genug. Es ist nur nicht so einfach sich danach zu erkundigen, ohne gleich mit terroristischen Bewegungen in Verbindung gebracht zu werden. Für mich ist das von allen Methoden die schnellste und sicherste, um aus dem Leben zu treten. von Norbert Mattmüller
  • Hardbody

    Rang: Gast
    am 22.09.2006 12:54:19
    Die Insulinmethode funktioniert. Ein Bekannter von mir, Oberarzt am Krankenhaus, hat sich zu seinem Fünfzingsten damit umgebracht. Ich kann Dich gut verstehen - habe auch schon oft darüber nachgedacht. Der Trick dabei ist, Du musst Dir eine Insulininfusion legen, damit das Zeug über einen längeren Zeitraum in den Körper geht - dann klappt's:-) Nur Spritzen ist zu gefährlich, dass es nicht reichen könnte. Dazu ein paar Dormicum und Du schläfst schon vorher ein und bekommst nichts mehr mit von Deinem Abgang. Viel Glück - aber denk dran! Überlege gut, bevor Du was machst, was man nicht mehr rückgängig machen kann.
  • pesi

    Rang: Gast
    am 06.06.2007 00:55:55
    Die Depressiven sind die wahren Realisten.
  • Helmut Eckel

    Rang: Gast
    am 16.07.2008 13:10:29
    an anonym - Verfasser:
    seit 14 Jahren bin ich selber Diabetes Typ2 krank (in der Zeit Tabletten), seit etwas mehr als einem Jahr nehme ich Insulin, mehrmals täglich und habe so meinen Zuckerhaushalt ziemlich im Griff.
    Was ich allerdings schwer beherrsche, sind meine Depressionen bzw. Angstzustände. Ob sie durch Insulin ausgelöst werden, ober aber durch die Vorgeschichte meiner 2 Bandscheibenvorfälle, kann ich nicht beurteilen. Auch ich habe mich bereits intensiv mit Suizidgedanken herumgeschlagen und durch lange Gespräche mit Therapeuten einigermaßen in den Griff bekommen, oder auch verdrängt.
    Wenn dann noch beruflicher Streß dazukommt, wird es wirklich kritisch. Dann kommen die negtiven Gedanken hoch, ich denke an den Freitod und auch an erhöhtes Insulin...
    Im Gespräch mit meinem Diabetesarzt wurde mir jedoch dringend von erhöhter Insulineinnahme abgeraten, weil vielfältige Folgeerscheinungen (durch gleichzeitige Medikamenteneinnahme über viele Jahre) eintreten könnten, die dann sogar bis zum Pflegefall gehen könnten. Also lieber nicht an den Insulintod denken !

    Durch lange Wanderungen in den Natur, intensiven Umgang mit Freunden - gemeinsam etwas unternehmen und dadurch abgelenkt sein - und Beschäftigung mit einem erfüllenden Hobby oder Freizeitaktivitäten, kriegt man dann doch wieder alles ins Lot.

    Selbstmord ist also keine Lösung, sie kann nur noch größere Probleme bringen, an die man zuvor niemals gedacht hat.
    Such die wirkliche Freunde, vielleicht in einer Selbsthilfegruppe von Diabetikern oder
    für Selbstmordgefährdete zu finden, laß Dir einfach von Menschen helfen die ähnliche wie Du denken.

    Alles Gute und vor allem helle Gedanken wünsche ich Dir auf Deinem weiteren Lebensweg und verzweifle nicht, es gibt viele Menschen wie Dich... DU BIST NICHT ALLEIN !!!

    PS: Du kannst mir gerne eine e-mail schicken von Helmut Eckel
  • Honoré de Balzac

    Rang: Gast
    am 10.10.2008 21:13:13
    Ich habe während mehreren Jahre für meine Familie einen Job gemacht, den ich ohne Familie nie gemacht hätte. Ich habe parallel dazu eine andere Arbeit gesucht, aufgrund der Arbeitsmarktsituation aber keine gefunden. Erschwerend kam dazu, dass meine Schwiegermutter an einem Hirntumor erkrankte und daran starb und zwar am gleichen Tag wie meinem jüngeren Sohne die krebsüberwucherte Niere (er war gerade 4 Jahre alt) herausoperiert wurde. Mein Sohn überlebte. Drei Jahre davor hatte mein Vater einen Hirnschlag und ist seither vollständig pflegebedürftig meine Mutter ist zudem ebenfalls an einer Immunschwäche erkrankt und muss ab und an mehrere Woche ins das Spital.
    Als ich schliesslich einen neuen Job gefunden hatte, mein Sohn sich von seiner schweren Krankheit erholte erhoffte ich mir für dieses Jahr (2008) erstmals seit mehreren Jahren ein gutes Jahr. Doch es kam anders. Bereits am dritten Januar eröffnete mir meine Frau, dass sie sich scheiden lassen wolle.
    Das war zuviel für mich. Ich wollte und konnte nicht noch einmal ein schwieriges Jahr durchgehen. Ich habe mir deshalb rund 180 Einheiten Insulin (NovoRapid) gespritzt in der Meinung, dass dies innert wenigen Minuten zum Tod führen wird. Dem war nicht so. Als nach rund 40 Minuten mein Sohn - ich hatte beide Jungs zu Bett gebracht - zu weinen begann und sich nicht mehr erholen konnte, habe ich einen Notarzt angerufen und den Selbstmord abgebrochen. Man hat mir dann hochkonzentrierte (bis 40%-ige Glukoselösung!) die ganze Nacht verabreicht. Ich spürte nicht einmal eine Unterzuckerung. Die Vene tat weh, wegen der hochkonzentrierten Glukoselösung aber sonst war nichts besonderes zu bemerken.

    Fazit: Es braucht verdammt viel Insulin und rechne genügend Zeit ein um daran zu sterben. Wieviel und wie lange, dass weiss ich nicht. Aber auf jeden Fall verdammt viel mehr als ich dachte.

    PS: Ich habe meinem Sohn versprochen, mich nicht umzubringen. Ich wäre aber froh, wäre ich tot.
  • simon

    Rang: Gast
    am 02.12.2008 19:26:59
    mann genau dasselbe denke ich auch :). bevor ich ein pflegefall, blind, oder sonst was bekomme gebe ich mir doch lieber im suff nen goldenen schuss oder ??? von simon
  • Angel

    Rang: Gast
    am 15.04.2009 23:50:40
    Ich habe auch schon drüber nachgedacht,mit einer Überdosis Insulin aus dem Leben zu gehen. Bin mir aber auch nicht sicher,wieviel von nöten ist,obwohl ich Krankenschwester bin.Sorry. Du bist nicht allein. von Angel
  • Angel

    Rang: Gast
    am 16.04.2009 01:57:53
    Als Diabetiker müßtest du sehr viel spritzen. Bestimmt 5 Flaschen und mehr! von Angel
  • Marcus Fink

    Rang: Gast
    am 25.05.2009 16:58:01
    Reicht nicht. Selbst ausprobiert.
    Selbst 15 Ampullen Novorapid haben fast nichts bewirkt. Ich war ein paar Stunden sehr schwach, dann war aber alles wieder normal.
    Marcus von Marcus Fink
  • Margitta Werban

    Rang: Gast
    am 05.08.2009 14:18:43
    Hallo
    Mir geht es genau so, ich freage mich welchen Sinn das Leben noch hat. Mit Insulin aber geht nichts ( Umbringen). Ich muß 5mal Spritzen und weis auch nicht mehr weiter, auch meine persöhnliche Lage ist nicht dazu geeignet weiter Leben zu wollen und KEINER hilft.
    Wenn ich nicht meinen großen Sohn hätte ich weis nicht was ich schon gemacht hätte.
    Aber vielleicht gibt es auch in Deinem Leben jemanden der Dich immer wieder versucht auf zu bauen, daß wünsche ich Dir.
    Was bei mir wird weis ich nicht nur soviel ich kann nicht mehr, mein ganzes Leben war ich nur Fußabtreter für meine Mutter und Bruder, meine Ehemänner waren auch nicht besser. Aber für meine Enkel muß ich wieder Stark sein aber warum? Ich wünsche Dir alles gute.
  • steffen

    Rang: Gast
    am 26.10.2009 01:14:09
    moin mein guter habe das gleiche problem tip von mir reichlich basisinsulin eine volle pennladung reichlich schnaps [das hindert deine leber daran glukose auszuschütten] und wenn du genug getrunken hast haus du dir am besten noch an humalog rein was du kannst so sollte es klappen mein guter viel spass und schreib obs geklappt hat gruss tante ddr
  • helen

    Rang: Gast
    am 03.07.2010 01:54:39
    genug ihr moralapostel!er hat eine frage gestellt hier die antwort :insulin (rapid 600 oder mehr)intravenös und nicht subcutan !
  • Heinz

    Rang: Gast
    am 05.09.2010 00:47:13
    Hallo Du hast mein volles Verständniss.
    Alle reden von durchhalten und versuchen mit schönen Worten das Problem des verloren sein, und des Schmerzes wenn man zum Schluss alleine und einsam seine Menschenwürde verloren auf sich gestellt einsam die Freude am Leben verloren hat
    nicht nachvollziehen können.
    Weil sie am Leben kleben. Da sage ich nur.
    Es gibt ein Leben nach dem Tod.
    Alles Gute
  • benji m.

    Rang: Gast
    am 22.12.2010 14:34:26
    Ich lese hier so durch die Seiten...eigentlich net lehrreich oder gar informativ...

    Mich würde das (aber nur zum Zweck der allgemeinbildun bitte ...)
    interessieren...

    Ich habe auf Grund meines Sportes über einen längeren Zeitraum mit Insulin gedopt...Habe auch mit meinem Arzt gesprochen, da ich eigentlich abartig viel davon genommen habe...hat mich weit gebracht war einige male auch sehr arg, weil mir ur schwindelig wurde und so weiter...

    Mal angenommen ich würde mir jetzt weis ned....ne ganze Packung davon oder mehrere Packungen von schnell wirkendem Insulin reinjagen, in folge dessen würde mir schwindelig ich würde einpennen und würde ins koma fallen (soweit ich das richtig verstanden habe)
    Wäre es überhaupt möglich den Körper durch eine derart hohe menge an insulin in einen derartigen unterzucker zwingen, dass ich daran sterbe? wenn das überhaupt ginge, wie sieht denn des bitte aus? Wie gesagt habe lange zeit genommen, sehr viel genommen, hat mir viel gebracht und lt. letzter untersuchung habe ich keine körperlichen schäden davongetragen.

    Nur um es auf den Punkt zu bringen, möchte ich nur wissen ob das möglich ist oder wie das dann aussehen muss...

    greez.o0
  • VittatusREX

    Rang: Gast
    am 14.01.2011 22:26:11
    Hallo erst einmal,

    ich (M Anfang 30) habe mir eben alle Berichte durchgelesen und bin auch der Meinung, dass Jeder von uns selber entscheiden dürfen sollte, wann man einfach nicht mehr kann. Die Gründe sich mit einem selbstgewählten Todeszeitpunkt zu beschäftigen sind sehr vielfältig und alle verdienen Respekt. Ich selber habe versucht mir mit Anfang 20 das Leben zu nehmen. Mein gesamtes Leben war bis dahin eine einzige traurige Aneinanderreihung von schmerzhaften Erlebnissen psychischer Natur. Auf die ich gerade nicht weiter eingehen möchte :-(.
    Für mein weiteres Leben hat sich dieser Gedanke nie wirklich ganz verabschiedet, dass mir viel Leid erspart worden wäre, wenn ich nicht mehr existieren würde. Dazu stehe ich noch immer.
    Seit kurzem weiß ich das ich HIV positiv bin, erfahren habe ich es in einem Zeitraum in dem ich mich wegen meiner pessimistischen Haltung zum Leben behandeln lassen wollte...
    Antidepressiva & Beruhigungsmittel machten alles nur noch schlimmer. Ich verlor die Kontrolle über mich. Was blieb aus dieser Zeit ist die Einstellung, dass MIR Ärzte nicht wirklich helfen konnten, einen wirklich überzeugenden Sinn im Leben zu finden.

    ABER: Solange wir noch krabbeln können, wird es auch noch schöne Momente geben, für die es sich lohnt zu Leben. Der wichtigste Grund aber für mich ist, dass ich die Menschen die ich Liebe und denen ich das Herz zerreißen würde, wenn ich gehe, keinen Grund geben möchte selber nicht mehr an das Leben zu glauben.

    Ich möchte nicht die Verantwortung tragen, für die Depressionen der Menschen die mich lieben.

    Und doch kann ich diesen Wunsch einfach nicht mehr da zusein nicht abstellen. Mal ist er stark und gelegentlich auch ganz weg und dann bin ich glücklich, dass es mir doch so gut gehen kann.

    Hätte ich nicht die Menschen, die ich nicht verletzen möchte, dann wäre ich wahrscheinlich schon lange unter der Erde.

    Ich sehe mich als echter Lebenspessimist der schon aus Trotz versucht das beste aus dem Leben zu machen!

    Wenn bei mir alle Lampen durchbrennen, dann würde ich mich mit einer Überdosis Drogen benebeln und bei Minus-Graden in den Park legen und den letzten Rausch genießen... Oder im Badezimmer grillen... bei ein paar guten Flaschen Wein :-).

    Ich wünsche allen die dies Lesen, genügend Erinnerungen an gute Zeiten und die Einsicht, dass auch wenn wir Angst haben, es noch viele weitere schöne Momente geben kann bis wir ohnehin sterben müssen.

    Und denkt bitte an die Menschen, die Ihr in Depressionen stürzt, wenn ihr zu früh geht.

    Wenn sie sehen, dass wir aus dem letzte Loch pfeifen, werden sie vielleicht Verständnis dafür haben, dass wir die letzten Leidensmomente nicht auskosten wollen.

    Aber bis dahin wünsche ich jedem, jeder und mir noch viele gute Momente (und unserem Umfeld mit uns).

    Auch wenn ich am liebsten nicht mehr Leben möchte, kenne ich die Gründe und bin auch von Ihnen überzeugt es möglichst spät zu beenden.

    Ich könnte jetzt noch so viel schreiben..
    Schaut euch um. Kinder durch eine Selbsttötung alleine zulassen fände ich extrem traurig....

    Ich wünschen allen viel Mut und gute Momente!






  • Gast

    Rang: Gast
    am 01.05.2011 16:45:20
    Gast schrieb:
    Ich habe während mehreren Jahre für meine Familie einen Job gemacht, den ich ohne Familie nie gemacht hätte. Ich habe parallel dazu eine andere Arbeit gesucht, aufgrund der Arbeitsmarktsituation aber keine gefunden. Erschwerend kam dazu, dass meine Schwiegermutter an einem Hirntumor erkrankte und daran starb und zwar am gleichen Tag wie meinem jüngeren Sohne die krebsüberwucherte Niere (er war gerade 4 Jahre alt) herausoperiert wurde. Mein Sohn überlebte. Drei Jahre davor hatte mein Vater einen Hirnschlag und ist seither vollständig pflegebedürftig meine Mutter ist zudem ebenfalls an einer Immunschwäche erkrankt und muss ab und an mehrere Woche ins das Spital.
    Als ich schliesslich einen neuen Job gefunden hatte, mein Sohn sich von seiner schweren Krankheit erholte erhoffte ich mir für dieses Jahr (2008) erstmals seit mehreren Jahren ein gutes Jahr. Doch es kam anders. Bereits am dritten Januar eröffnete mir meine Frau, dass sie sich scheiden lassen wolle.
    Das war zuviel für mich. Ich wollte und konnte nicht noch einmal ein schwieriges Jahr durchgehen. Ich habe mir deshalb rund 180 Einheiten Insulin (NovoRapid) gespritzt in der Meinung, dass dies innert wenigen Minuten zum Tod führen wird. Dem war nicht so. Als nach rund 40 Minuten mein Sohn - ich hatte beide Jungs zu Bett gebracht - zu weinen begann und sich nicht mehr erholen konnte, habe ich einen Notarzt angerufen und den Selbstmord abgebrochen. Man hat mir dann hochkonzentrierte (bis 40%-ige Glukoselösung!) die ganze Nacht verabreicht. Ich spürte nicht einmal eine Unterzuckerung. Die Vene tat weh, wegen der hochkonzentrierten Glukoselösung aber sonst war nichts besonderes zu bemerken.

    Fazit: Es braucht verdammt viel Insulin und rechne genügend Zeit ein um daran zu sterben. Wieviel und wie lange, dass weiss ich nicht. Aber auf jeden Fall verdammt viel mehr als ich dachte.

    PS: Ich habe meinem Sohn versprochen, mich nicht umzubringen. Ich wäre aber froh, wäre ich tot.


  • Gast

    Rang: Gast
    am 01.05.2011 18:30:18
    Was soll eigentlich das sinnlose Kopieren 2 Jahre alter Texte - Langeweile? Ist mir schon mehrfach aufgefallen, das hier offensichtlich eine(r) nicht weiss, was er mit seiner Zeit anstellen soll. Recht schade und ärgerlich!