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insulinpumpe und marathon ???
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petra
Rang: Gastam 03.02.2005 00:01:25
hallo zusammen,
hat jemand erfahrung mir marathon laufen ( halbmarathon) und insulinpumpe, zusatz be´s etc...
danke
petra -
Anke
Rang: Gastam 05.02.2005 16:09:48
Hi Petra,
mit Marathonläufen direkt habe ich es bislang noch nicht probiert ;-) , kann als ebenfalls begeisterte Sportlerin (Karate und Ausdauersportarten) aber reinen Gewissens das Buch "Diabetes-und Sportfibel, mit Diabetes weiter laufen" von Ulrike Thurm und Bernhard Gehr, Kirchheim-Verlag, empfehlen. Ulrike Thurm ist Marathonteilnehmerin und Pumpenträgerin und gibt wirklich gute Tips weiter ...
Viel Spaß und viele Grüße, Anke -
Diawolf
Rang: Gastam 20.02.2005 15:48:56
Aus langjähriger Sporterfahrung zunächst mit konventioneller Therapie kann ich folgendes sagen:
Leistungssport unter Kurzzeitinsulin ,wie es in der Pumpe verwendet wird, ist äußerst schwierig in den Griff zu bekommen.Schon nach kurzer Zeit sinkt ,trotz verminderter Basalrate, der Zucker steil ab-vorausgesetzt, daß er vorher optimal lief und das ist ja das Alltagsziel.
Es hat nun ja auch keinen Sinn den Zucker durch irgendwelche Manipulationen vor dem Sport in die Höhe zu treiben ,damit schadet man mehr als es nützt.Desweiteren sollte man auch an die einige Stunden anhaltende Nachwirkung des Sports denken, die in ihrem Verlauf auch verfolgt werden muß.
Ist der BZ dagegen vor dem Sport schon zu hoch ,ist es genauso schädlich ,sich solch hoher Belastung auszusetzen, da die Stoffwechselprozesse in den Zellen eben nicht optimal ablaufen.
Anders sieht es mit Verzögerungsinsulin aus. Durch den allmählichen Abbau tritt nicht so schnell eine Hypo. auf -allerdings Marathon und ähnliche Sportarten würde ich damit auch nicht machen.Als Diabetiker ist man solchen Extremen nicht gewachsen.
Fazit nach wirklich langer Erfahrungszeit:
Leichter Sport ,wie z.B.Radfahren,Schwimmen,Wandern,etc.undden nicht zu lange aber regelmäßig, trägt erheblich besser zu einer guten Stowechseleinstellung bei.
Es werden heute verschiedene Sachen, auch was die Ernährungsweise betrifft ,schöngeredet ,die auf lange Sicht eher schaden.
von Diawolf -
Ralf
Rang: Gastam 22.02.2005 13:23:16
Hallo
Ich bin schon einige Marathons gelaufen
dieses Jahr kommt der erste mit Pumpe.
Bisher hatte ich die Basalrate gesenkt
und einen Wert von über 200 am Start angepeilt.
Während des Wettkampfes dann Cola
und 2 Kontollen.
Ich würde dir auf alle Fälle raten deinen Magen im Training zu testen und selber
mit den Mengen die du benötigst zu experementieren.
Über den Veranstalter kannst du bestimmt erfahren was an Nahrung angeboten wird.
Zur Sicherheit kannst du auf der Rückseite der Startnummer den Diabetes und Hilfemassnahmen aufschreiben.
Viel Erfolg
Ralf
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Anke S.
Rang: Gastam 23.02.2005 13:11:23
Hallo Diawolf,
Vorsicht :-) !
Gerade für Leistungssport empfiehlt sich die Pumpentherapie, da der BZ durch die ausschließliche Gabe von Kurzzeitinsulin wesentlich besser (!) steuerbar ist als unter Mitverwendung von Basalinsulin.
Der Grund ist einfach: das Basalinsulin wirkt, wenn es erst einmal gegeben ist, über Stunden. Die Basalrate der Pumpe kann man dagegen jederzeit dem Insulinbedarf neu anpassen und auf diese Weise auch etliche Zusatz-BE "einsparen".
Zwar ist es auch mit Pumpe nicht leicht, die richtige Kombination aus Basalratensenkung und Zusatz-BE zu finden und es braucht entsprechend viele Versuche, bevor der auf die Bewegung abgestimmte körpereigene Bedarf ausgetestet und gefunden ist.
Doch wenn man dieses eigene Schema als Pumpenträger erst einmal gefunden hat, ist durchaus kein schlechter (hoher) Ausgangswert notwendig, um den Sport mit einem guten Wert und ohne Hypoglykämien beenden zu können.
Beispiele gibt es in o.g. Buch von Ulrike Thurm einige zu lesen.
Dass es klappt, kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen.
Viele Grüße Anke von Anke S. -
Diadoro
Rang: Gastam 25.02.2005 20:15:38
Hallo petra,
Marathontraining und -lauf ist IMHO nur mit Insulinpumpe zufriedenstellend machbar. Die Basalrate kann individuell abgesenkt werden, KHs während des Laufes gut zugeführt werden. Gewohnte KH-haltige Getränke können mittels Trinkrucksack (z. B. Camelbak) mitgenommen werden, falls die Getränke des Organisators, die meist unterschielich konzentriert zurechtgemixt werden, nicht behagen. Ich esse während des Wettkampfes Gummibärchen und/oder Squeezygel.
Da man ja länger für einen Marathon trainiert, kann man in den Trainingsläufen genügend ausprobieren, was für einen gut ist. Man muss eben am Anfang etwas öfter messen und dann beim Laufen ggf. die Hyposymptome neu kennenlernen.
Ich habe immer an der gleichen Stelle meiner Lauf-Kleidung ausreichend Glukosegel, Gummibärchen und Squeezy deponiert, damit meine Trainingskollegen mir helfen können, wenn es sein muß (mußte bisher nie).
In meiner Pumpe befindet sich ein Kurzzeitanalog-Insulin, meine Pumpe wird unmittelbar vor Laufbeginn für 2,5 h abgestellt, BZ auf ca 170 mg/dl gebracht, nach ca 1 h KH haltiger Tee (1 BE/500 ml), nach 2h Gummibärchen: 1 BE/h, nach 3 h 1 BE/ 1/2 h + Squeezy 1/h. Gemessen wird nach ca 2 h und immer, wenn ich mich nicht gut fühle.
Beachtet werden muss, dass ich eine besonders hohe Insulinempfindlichkeit habe und meine Basalrate nur ca.0,2 iE/h ist! Gruss Diadoro