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Weg vom Spritzen???

  • Lovely

    Rang: Gast
    am 30.11.2004 01:00:00
    In einem anderen Thread an diesem Board schreibt ein User "Weg vom Spritzen durch weniger Kohlenhydrate". Ich möchte die Aussage in diesem Beitrag einmal näher hinterfragen. Diabetes bedeutet, ganz allgemein ausgedrückt, dass das Hormon fehlt (oder nicht erkannt wird), welches für die Verarbeitung von Kohlenhydraten benötigt wird: Insulin. Bei "gesunden" Menschen wird das Insulin in der Bauchspeicheldrüse hergestellt, der Mensch bemerkt diesen Vorgang nicht. Diabetiker, deren Bauchspeicheldrüse kein Insulin oder nicht genügend herstellt, müssen das Hormon von außen zuführen, um überleben zu können. Natürlich ist es möglich, die ein oder andere Insulin-Dosis zu umgehen, wenn man keine Kohlenhydrate zu sich nimmt. Aber ist das der Sinn der Sache??? Kohlenhydrate sind ein fester Bestandteil einer gesunden Mischkost und das sind und waren sie seit Beginn der Menschheit. Der Mensch ist ein "Allesfresser", bei dem Fleisch nur dann auf dem Speisezettel stand, wenn die Jagd nach Fleisch erfolgreich war. Warum nun versuchen manche Menschen "vom Spritzen weg" zu kommen? Meine Theorie ist, dass diejenigen, die versuchen, "vom Spritzen weg" zu kommen, das Spritzen und damit den gesamten Diabetes nicht für sich akzeptiert haben. Vielleicht ist damit die Vorstellung oder Wunsch verbunden, dass sie nur noch ein "bisschen" Diabetes haben, wenn sie weniger spritzen müssen. Aber Tatsache ist, dass es ein "bisschen" Diabetes nicht gibt - genauso wenig, wie es ein "bisschen" schwanger oder ein "bisschen" Alkoholiker gibt. Es kann nicht gesund sein, den Diabetes zu verharmlosen bzw. so zu tun als hätte man keinen, indem man weniger Kohlenhydrate isst und damit auch weniger spritzt. Besser wäre in jedem Fall, zum Diabetes zu stehen, ihn zu akzeptieren und auch das Spritzen nicht als etwas schreckliches anzusehen, sondern als etwas sehr nützliches zum Leben. Wie denkt Ihr darüber? Gruß, Lovely
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 30.11.2004 20:09:31
    hallo lovely,
    nach meinen erfahrungen teile ich diese leute in drei gruppen.
    1. die absahner , die haben ihren blutzucker im griff, da sie seit drei wochen bio.muell aus den usa nehmen, die haben keinen dm, meist koennen sie es nicht mal schreiben,
    zu denen zaehle ich auch die "geheilten", von 100ie/d auf null nur wegen vollkornbrot und ein bisschen sport, die sind ganz schlimm weil fanatisch.
    2. die extremesser, die verzichten auf lebensqualitaet, und riskieren ihre nierenfunktion, nur um auf dreimal 3ie zu kommen. die sind auch nicht ansprechbar da sie meinen die loesung zu haben.
    3. die kraeuterglaeubigen, werden immer mehr, die meinen da es frueher keine pharmaindustrie gab sondern nur kraeuter geht das heute auch, dabei wird nur vergessen frueher wurde dann gestorben.
    3.a) die insulinbenutzer die noch ein bisschen zimt nehmen nach der devise, vielleicht ist was dran und schaden tut es nicht. wenn es die nicht gaebe, wuerde rund um die foren nicht soviel muell angeboten.
    darueber habe ich im novo forum gerade ein statement geschrieben.
    mfg klaus von klausdn
  • Ines

    Rang: Gast
    am 01.12.2004 01:00:00
    Hallo Lovely, Weg vom Spritzen - ist das so unverständlich? Für Diabetiker Typ 1 ist das nicht möglich. Als Typ II-Diabetiker ist das Problem jedoch hausgemacht - jahrelanges ungesundes Essen und viel zuwenig Bewegung. Das Problem muß also offensiv angegangen werden. Beim Typ 2-Diabetiker liegt in den meisten Fällen eine Insulinresistenz vor, das heißt, der Körper produziert zwar, jedoch sind die Zellen nicht ausreichend in der Lage, das Insulin aufzunehmen. Außerdem - meist metabolisches Syndrom: Übergewicht gekoppelt mit Bluthochdruck und auch Zuckerablagerungen! in der Leber. Also ist es wichtig, den Körper wieder "in Schwung" zu bringen, das heißt vor allem Abnehmen und Bewegung. Das heißt nicht, daß man danach kein Diabetiker mehr ist, aber es kann heißen, daß zumindest nicht immer gespritzt werden muß. Gerade das Spritzen und die Gebundenheit an Zeiten ist für mich als Typ-II -Diabetiker die eigentliche Einschränkung, nicht das Essen. Bei Beschränkung von Getreideprodukten kann man sich durchaus gesund ernähren, nimmt ab ohne JoJo-Effekt und hat den Blutzucker bestens in Griff. Ist zwar richtig, daß der Mensch "Allesfresser" ist, aber seit wann kennt er denn Getreide? Sind 5000-10000 Jahre wirklich ein ein langer Zeitraum in der Geschichte des Menschen? Irgendwie wohl nicht. Und wer sagt denn, daß ausgerechnet "Mischkost" mit viel Getreideprodukten die gesündeste ist? Nicht umsonst haben viele Menschen, nicht nur mit Diabete, Probleme mit Getreideprodukten - ich denke da zum Beispiel an Leute mit Rheuma und Allergien. Nicht umsonst haben Ernährungswissenschaftler die gängige Ernährungspyramide auf den Kopf gestellt - auf diese Art der Ernährung bin ich durch meine Ärztin gekommen. Und noch mal: Es geht nicht um das Weglassen von Kohlenhydraten, sondern darum, kohlenhydratreiche Produkte - außer Obst und Gemüse - am wenigsten in den Speiseplan einzubauen. Durch viel Obst und Gemüse bekommt der Körper die Kohlenhydrate, die er auch am besten verarbeiten kann. Letztendlich muß jeder selbst wissen, was er tut - ich glaube aber, für Typ II-Diabetiker ist diese Art der Ernährung ein Weg. Außerdem sollte man sich mit den Dingen erstmal beschäftigen, ohne sie gleich sofort ad akta zu legen. Erst dann kann man sich ein objektives Urteil erlauben, Grüße von Ines
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 01.12.2004 14:44:19
    hallo ines ,
    nur weil man nicht fuer die logi diaet ist, heisst das noch lange nicht, dass man sich damit nicht beschaeftigt hat.
    ich habe auch die problematik angesprochen,
    falls du es noch nicht weisst, die meisten dialysepatienten sind diabetiker, und diesen eine eiweissueberwiegende diaet zu empfehlen wuede ich mich nicht trauen, auch wenn deine aerztin sie dir empfohlen hat, wer geht denn zur dialyse wenn die nieren nicht mehr arbeiten du oder deine aerztin.
    und deine meinung , dass ein typ2 ein uebergewichtiger gesunder ist, ist nachgeplappertes illustriertenwissen. oder sollen sich normalgewichtige dm t2 wie ich nen strick nehmen bloss weil sie nicht in dein schema passen, und davon gibt es eine ganze menge, die fallen nur nicht so auf.
    und wenn du mal rumstoeberst auf den verschiedenen seiten, wirst du auch finden , dass geforscht wird, dass erst die dm grundlagen da sind und erhoehtes gewicht die folge ist.
    tip fuer dich information nach allen seiten.
    wert oder unwert von diaetenn ist keine tatsache sondern glauben,
    mfg klaus von klausdn
  • Ines

    Rang: Gast
    am 01.12.2004 16:00:33
    hey, hey Klaus,

    ich weiß gar nicht, warum Du Dich so aufregst.
    Hab ich gesagt, daß Leute mit Nierenschäden
    Diäten machen sollen?
    Ich habe hier schlicht und einfach meine Meinung gesagt, die natürlich insbesonders auch auf mich zutrifft. Das heißt nicht, daß ich alle anderen Denkweisen ausschließe.
    Ich bin auch kein Guru, der anderen was aufdrücken will, was nicht gut für sie ist. Das muß ja schließlich jeder für sich wissen.
    Du drückst mich hier in eine Schublade, in die ich nicht gehöre!
    Außerdem kannst Du sicher auch nicht abstreiten, daß viele Typ-II-Diabetiker, mit den von mir beschriebenen Problemen zu kämpfen haben.
    Für die war der eigentliche, ursprüngliche Eintrag, aus dem dann diese Diskussion erwachsen ist.
    Ich glaube jedensfalls nicht, daß ich der Realität entrückt bin - stehe mit beiden Beinen voll im Leben.

    Grüße vom Kräutermütterchen!
    (oder was auch immer)
    von Ines
  • Ines

    Rang: Gast
    am 01.12.2004 16:22:03
    PS @ Klaus,

    ... und wirkliche Argumente, die mich vom Gegenteil überzeugen könnten, hast Du auch nicht gebracht ...
    aber vielleicht war das ja auch gar nicht gewollt. von Ines
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 01.12.2004 16:45:17
    hallo ines,
    ich wollte, und will keinen ueberzeugen, weshalb ich mich aufrege? das ist ganz einfach:
    alle reden vom dicksein , von der krankheit selbst wird kaum gesprochen, und wenn um so einen spinner wie fliege zum erhrendiabetiker zu machen . alle reden von dicken t2ern die duennen werden uebersehen
    ich habe mehrere experten auf den foren gefragt incl meiner aerzte, ist das dicksein der ausloeser fuer dm? von allen !! kam die antwort wir wissen es nicht. ich habe einen bmi von 24 und spritze taeglich um 30 ie. wenn das immer wieder propagierte abnehmen helfen wuerde waehre ich froh, nur bei duennen tut das spritzen mehr weh,
    und ich glaube auch nicht wenn man einem dicken dmler sagt nimm ab , dass es hilft.
    nach allen erfahrungen wird man durch diaeten,
    appetithemmer usw dicker und nicht duenner, und vor allen dingen nicht gesund.
    viele gruesse klaus von klausdn
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 01.12.2004 17:43:11
    Hallo Ines.

    <<< Durch viel Obst und Gemüse bekommt der Körper die Kohlenhydrate, die er auch am besten verarbeiten kann. >>>

    Also Obst statt Getreideprodukte - Wo liegt hier eine Einsparung von Insulin? Ob man nun einen großen Apfel oder eine ganze Scheibe Brot isst, die Insulinmenge hierfür ist dieselbe und spritzen muss man, daran führt kein Weg vorbei.

    Die Aussage <<< Nicht umsonst haben Ernährungswissenschaftler die gängige Ernährungspyramide auf den Kopf gestellt >>> muss im übrigen äußerst kritisch beurteilt werden, denn es sind nur sehr vereinzelte Personen, die die normale Ernährungspyramide auf den Kopf stellen, meistens auch genau die Menschen, die selbst gerne Fleisch essen, also keine Vegetarier sind. Es ist aber keine allgemein gängige Meinung, Kohlenhydrate auf ein Minimum zu beschränken. Aber das nur am Rande.

    Die eigentlich wichtige Aussage Deines Postings ist der folgende Satz: <<< Gerade das Spritzen und die Gebundenheit an Zeiten ist für mich als Typ-II -Diabetiker die eigentliche Einschränkung, nicht das Essen. >>> Dieser Satz steht für Deine Akzeptanz Deines Diabetes. Du verteidigst Deine "Diät" auf das Höchste, nur um weniger Spritzen zu müssen, und das auf Kosten der Gesundheit. Es mag Dir ja derzeit gut dabei gehen, aber die Eiweiß-Vergiftung auf lange Zeit gesehen ist ein Faktor über den Du Dir im Klaren sein mußt. Die Nieren leiden unter einem hohen Eiweiß-Konsum und gerade die Nieren sind auch eines der Organe, die für die sog. Spätschäden des Diabetes an oberster Stelle auf der Liste stehen. (Siehe hierzu auch Antwort von Klaus.)

    <<< Also ist es wichtig, den Körper wieder "in Schwung" zu bringen, das heißt vor allem Abnehmen und Bewegung. >>>

    Das ist absolut richtig. Und richtig ist auch, dass man den Typ2 Diabetes beeinflussen kann, zumindest in den Anfängen. Hier kann es durchaus auch passieren, dass man eine Zeit lang tatsächlich nicht mehr spritzen muss, wenn man einige Kilos abgenommen hat. Aber der Diaetes bleibt trotzdem. Niemand weiß, wie lange der Diabetes schon vorher bestanden hat und wie "ausgelutscht" die Bauchspeicheldrüse schon ist. Und selbst bei gesunder Ernährung, Abnehmen und viel Bewegung kommt es fast immer über kurz oder lang zu dem Punkt, an dem das ausschließliche Spritzen (ohne Tabletten) unumgänglich ist. Das Spritzen kann also durch positive Beeinflussung des Diabetes nur aufgeschoben, nicht aber aufgehoben werden.

    Gruß,
    Lovely
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 01.12.2004 17:53:39
    Hallo Klaus.

    <<< ich habe einen bmi von 24 und spritze taeglich um 30 ie. >>>

    Wie lange besteht Dein Diabetes schon?
    Bist Du mit Tabletten angefangen?

    Du scheinst nach allem, was ich bisher von Dir las, nicht wirklich in das normale Typ2 Schema rein zu passen.

    So um 30-40 IE spritze ich auch, BMI müßte ich mal ausrechnen (170cm, 68 kg - also normal). Ich bin allerdings Typ 1 seit 32 Jahren, seit meinem 3. Lebensjahr.

    Könntest du mir mal den Link für das "Novo-Forum" geben, das Du mal erwähnt hast? Ich habe es leider nicht gefunden.

    Gruß,
    Lovely
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 01.12.2004 18:16:50
    hallo lovely,
    zur frage: nein ich brauchte keine tabletten nehmen, habe mit ct angefangen 3*20 mischins 50/50 , hatte ich versucht etwas zu drosseln ist aber durch die wirkzeit etwas problematisch.
    vor 4 monaten in einer schulung (sehr informativ, jeden tag mit arztl. abschlussbesprechung) auf freiwilliger basis!!!!
    ganz wichtig , dann steht man auch dahinter, auf ict mit sehr viel selbstbestimmung umgestellt. wir waren 4 damen 2 herren alter im schnitt um 55, begleitung durch partner war ausdruecklich erwuenscht, dauer 8tage von 8,30-14°°. incl restaurantbesuch(jeder hat selbst bez) zwecks be schaetzung in praxis(sehr nuetzlich), u. spritzen.
    ich bin seitdem zeitlich garnicht eingeschraenkt.
    und spritze am tage nur wenn ich esse.
    morgens mit faktor 1,5 , musste mit beratung, selbst gefunden werden, sonst nur be ,
    aufteilung in essen u obst= 3+1=6 morg.
    4-6+2= 6-8 mit, 4+2-3=6-7 abend.
    basis 90-110 = 9 ie, 110-130 =10 ie darueber mit korrektur.
    habe aber auch viel negatives ueber schulungen gelesen, allerdings auch von aerzten die hba1c von 10,8 fuer normal befanden.
    zu 2. wenn du bei googel diabetes eingibst
    erscheint zuerst .-diabetes.de- das ist das forum von novo nordisk gespons. da findest du auch katja , seit ueber 40j dm t1 , ich sage immer was katja nicht weiss, ist nicht wert gewust zu sein. es geht etwas ruhiger dort zu aber die beitraege sind meist ueberlegter.
    mit herzlichen gruessen klaus von klausdn