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Starke Schwankungen
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Katja
Rang: Gastam 02.10.2003 14:49:21
Hallo erstmal!
Mein Freund (23) hat seit 15 Jahren Diabetes, und er kam auch immer ganz gut damit klar.
Wir sind jetzt seit einem halben Jahr zusammen, und in der Zeit musste ich schon 3x aus einer schweren Hypo holen (Glukagenspritze).
In letzter Zeit hat er aber so starke Schwankungen, dass er sich nicht mehr logisch erklären lässt.
Z. B. haben wir gestern abend "ganz normal" gegessen und er hat wie immer das gespritzt, was er dafür braucht.
Vor dem zuBettgehen hatte er 190, da hat er sich 2 Einheiten gespritzt. Seine Spritzen haben 50 Einheiten mit insgesamt 0,5 ml Insulin. Nachts um 3 macht er immer Kontrollmessungen, da hatte er dann 85. Da hat er ca. 1,5 BE gegessen.
Früh halb sieben hatte er auf einmal 335 (!).
Wir können uns das nicht erklären.
Hat jemand vielleicht ein paar Ratschläge oder Erklärungen dazu?
Ich weiß, Ferndiagnosen sind immer etwas ... , aber vielleicht kann mir jemand von euch ja helfen?!
Danke euch im Voraus. von Katja -
Andreas
Rang: Gastam 02.10.2003 20:31:58
Hallo Katja!
Ich möchte hier einmal auf den von dir geschilderten Fall eingehen.
Ich weiß jetzt nicht, von welchem Insulin er 2 Einheiten gespritzt hat und wann ihr zu Bett gegangen seid. Entscheidend wäre die Frage, ob von diesem Insulin nach der Messung um 3 Uhr noch eine Wirkung zu erwarten gewesen wäre. Wenn nicht, dann waren die BEs bei einem Wert von 85 ml/dl völlig überflüssig. Nach 3 Uhr steigt der Zucker durch Hormonausschüttungen wieder an.
Wenn es nicht die BEs waren, die den Zucker am Morgen so hoch ansteigen ließen und wenn grundsätzlich immer ein erhöhter Morgenzucker meßbar ist, sollte ein Dawn-Phänomen abgeklärt. Das ist eine Ausschüttung von Somatotropin, wodurch dann der Zucker ansteigt. Außerdem sollte abgeklärt werden, ob eine erhöhte Cortisolausschüttung vorliegt.
Bei erhöhtem Morgenzucker wäre auch ein Versuch mit Novo Semilente als Basalinsulin ratsam.
Der erste Weg führt also zum Diabetologen, ohne dessen Hilfe die Fragen sicherlich nicht beantwortet werden können.
Herzliche Grüße
Andreas -
Diana
Rang: Gastam 03.10.2003 02:45:39
Hallo Katja,
ich kann Andreas nur Recht geben.
Ich bin früher jeden Morgen mit hohen Werten aufgestanden, bis mir mein Diabetologe das "Semilente" vorgeschlagen hat.....
Das Insulin wirkt tatsächlich Wunder. Die Werte morgens sind nun meist okay.
Laß Deinen Freund doch mal seinen Diabetologen danach fragen.
Gruss ! Diana -
Daniela
Rang: Gastam 05.10.2003 01:52:24
Die 335 sehen sehr nach Gegenreaktion nach Unterzuckerung aus.
Kann passieren, solange er von alleine aufwacht ist da ja noch ok.
Aber er sollte mal versuchen die Insulintherapie umzustellen, kann ja nicht sein, dass er nachts um 3 messen muss.
Empfehlenswert für einen stark schwankenden Insulinbedarf ist die Pumpentherapie!
Macht euch mal auf dem Weg zum Dia-Doc ;-) von Daniela -
Hannah
Rang: Gastam 17.10.2003 10:16:24
Hallo! Ich würde den 190er-Wert abends vor dem Schlafengehen so lassen, damit die Nachtruhe nicht durch ständige Korrekturen gestört wird. Nach Deinen Schilderungen geht der BZ Deines Freund um ca. 100 nachts herunter. Die Erfahrung hat es ja gezeigt. Warum also erst runterspritzen, wenn er dann noch mal essen muss nachts. Zu viel Therapie ist auch nicht gut. Seit es die ICT gibt, häufen sich auch die Schwankungen. Durch das ständige Korrigieren und Nachspritzen weiß man in spontanen Situationen gar nicht mehr so recht, was nun noch wieder alles zu beachten ist (Bewegung etc.).
Der hohe Morgenwert kann entweder eine Gegenregulation anzeigen oder eine erhöhte Hormonausschüttung wegen der gestörten Nachtruhe (Adrenalin, Cortisol) Der Hormonhaushalt gerät schnell aus den Fugen, wenn die innere Ruhe nicht gegeben ist.
Weniger ist manchmal mehr!
Viel Erfolg!
Hannah