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  • Abaka

    Rang: Gast
    am 07.01.2003 03:23:35
    Hallo! Ich bin es wieder, Abaka. Ich wünsche allen ein gesundes Neues Jahr. Habe, glaube ich, ein neues Problem mit Peter. Als Spätfolge seines lange unbehandelten Diabetes hat er in den letzten zwei Jahren 4 Bypässe bekommen, ist im letzten Jahr erblindet und hat seit Dezember 2001 eine „Nekrose“ am Fuß. Ein wirklich sehr guter Diabetologe hat es geschafft, dass das Bein nicht abgenommen wurde. Seit fast einem Jahr kommt täglich eine Pflegerin, die den Fuß verbindet, fotografiert usw. Ein Ende war im Dezember abzusehen, die Wunde war nur noch sehr klein und wir hofften, in wenigen Wochen, er als jetzt als Blinder und ich als seine Mitentdeckerin der veränderten Welt, zu Fuß oder per Bahn und Bus die Welt auf neue Weise zu erkunden. Seit drei Tagen ist er sehr verändert, depressiv. Jetzt, um 1.30 h nachts, stand er plötzlich verzweifelt an meinem Bett: Der Fuß schmerzt wieder unerträglich, die Muskeln zucken und er findet keine Ruhe mehr. Genau das hatten wir zu Beginn des „diabetischen Fußes“. Wer hat Erfahrung? So war es vor einem Jahr auch schon einmal. Beginnt diese ganze Geschichte aufs Neue? Bricht da eine andere Stelle auf und was ist die Ursache für diesen Vorgang? Was steht uns noch bevor? Eure ratlose Abaka
  • Marga

    Rang: Gast
    am 07.01.2003 13:40:48
    Da ist natürlich in erster Linie der
    Diabetologe gefragt, evtl. einen
    Neurologen hinzuziehen, vermutlich
    starke Polyneuropathie, evtl. auch
    Charcot-Fuß?

    Ich weiß von manchen PNP-Patienten,
    daß sie Neurontin (Epilepsiemittel)
    verordnet bekommen.

    Bei PNP ist Alkohol tabu, nicht rauchen
    wäre auch angezeigt.
    Und die Insulineinstellung sollte
    sehr gut sein!!
    von Marga
  • Hella

    Rang: Gast
    am 07.01.2003 13:58:06
    Hallo Abaka,

    da hier nicht viel los ist, stelle ich den Text auch
    mal in dieses Sorum:

    http://www.gesundheit-pro.de/PGH/PGHF/pghf.htm?site=diabetespro

    Alles Gute für Euch! von Hella
  • Abaka

    Rang: Gast
    am 09.01.2003 03:55:05
    Du hast gut daran getan. Herzlichst Abaka
  • Hans

    Rang: Gast
    am 09.01.2003 18:26:19
    Hallo Abaka,

    die Krankengeschichte Deines Freundes Peter ist erschütternd. So sieht man/frau
    wieder, was ein schlecht eingestellter Diabetes bewerkstelligen kann.

    Das DFS(diabetische Fußsyndrom) ist leider
    zu einem hohen Prozentsatz Folge einer
    diabetischen Polyneuropathie(PNP) und diese wiederum eine Folge eines nicht erkannten, langjährigen oder schlecht eingestellten Diabetes.

    Das oberste Gebot, um die progrediente(fortschreitende) Krankheit PNP zu lindern, ist ein gut eingestellter Blutzucker(BZ) und zwar auf Normwerte.

    Nüchtern sollte der BZ 110 mg/dl und postprandial(1 bis 2 Stunden nach dem Essen) 150 mg/dl nicht überschreiten.
    Ein guter Diabetologe(Diabetesarzt) wird Peter zu diesem Therapieziel, das auch Neurologen fordern, sicherlich behilflich sein.

    PNP ist nicht heilbar, sondern nur die Symptome können behandelt werden
    und das Fortschreiten der Krankheit
    kann abgebremst werden.

    Das Antiepileptikum Gabapentin(Handelsname Neurontin) sowie Antidepressiva können hierbei hilfreich sein.
    Ich persönlich habe über 6 Monate erfolgreich Neurontin eingenommen und zeitweise die Krankheit vollkommen gestoppt, allerdings auch gleichzeitig mit Normwerten des BZ.

    Die Schmerzen bei PNP in den Extremitäten
    können unerträglich werden. Auf einfache Schmerzmittel reagieren Nervenschmerzen
    meistens nicht. Mit dem Wirkstoff Tramadol
    (Opioid) habe ich neben L-Dopamin(Parkinsonmittel) gute Erfahrungen gemacht. Die Nebenwirkungen sind erträglich und halten sich in Grenzen.

    Leider wissen viele Ärzte zuwenig über PNP.

    Peter möge seinen Diabetesarzt auf o.a. Behandlungsmöglichkeiten hinweisen.
    Ein Versuch ist die Medikation allemal Wert.
    Und wenn die Schmerzen unerträglich werden, ist auch ein Opioid wie Tramadol,
    niedrig dosiert, akzetabel.

    Ich wünsche Euch alles Gute

    Hans!
  • Abaka

    Rang: Gast
    am 14.01.2003 22:37:00
    Hallo Hans! Danke für Deine ausführliche Darstellung. Ich habe Deine Mail kopiert, weil sie wichtige Informationen enthält. Wenn Dir noch etwas dazu einfällt ... Vor allem möchte ich gerne etwas über den Verlauf, die Prognose wissen. Der BZ ist gut eingestellt. Was erwartet uns im Ernstfalle trotzdem. Kann PNP eine unerträgliche Lebenssituation zur Folge haben, mit Schmerzen, die nicht mehr gelindert werden können? Müssen wir mit der Dosierung von Tramadol sehr vorsichtig sein um solchen Situationen (ich meine jetzt den absoluten Schmerzfall) begegnen zu können, oder gibt es Mittel die auch dann noch helfen. Gruß Abaka
  • Hans

    Rang: Gast
    am 18.01.2003 14:46:03
    Hallo Abaka,

    es freut mich, dass Du meinen Kommentar
    positiv aufgenommen hast.

    Das wichtigste habt Ihr ja nun schon erreicht, nämliche die gute, normnahe BZ-Einstellung. Ich fand erst dazu, nachdem ich mich in Literatur und Internet informiert und einen guten Diabetesarzt gefunden hatte.

    Leider wissen wir alle und auch die Mediziner nicht genau, wie die Krankheit
    bei jedem einzelnen verläuft.
    Ich hatte nach BZ-Optimierung und Einnahme von Neurontin -bei mir übrigens
    ohne Wahrnehmung von Nebenwirkungen-
    eine längere Phase von Beschwerdefreiheit
    ohne Analgetika(Schmerzmittel).

    In letzter Zeit haben sich aber die Mißempfindungen und Schmerzen etwas ausgedehnt in den Extremitäten und Gelenken. Diesen kann ich auch nur mit Tramal(Antidepressiva und herkömmliche Schmerzmittel wie Ibuprofen haben versagt) begegnen. Außerdem helfen mir in bescheidenem Umfang physikalische Anwendungen wie Fango und Thermalbäder, da typische Kälteempfindungen in den Extremitäten
    sehr unangenehm sind und somit gelindert werden.

    Novalgin, ein starkes Schmerzmittel, machte mich für die Dauer der Einnahme anläßlich einer OP(nichts mit Dm oder PNP zu tun) vollkommen schmerzfrei.

    Zur Dosierung von Tramal eignet sich am besten die Tropfenform. Hier gilt der Grundsatz soviel wie notwendig und so wenig wie möglich.
    Ich nehme 40 Tropfen bei einer Attacke,
    jedoch nie mehr als 120 Tropfen an einem Tag. Gegen Nebenwirkungen wie Verstopfung hat mein Arzt mir Paspertan
    empfohlen. Ermüdungserscheinungen sind wohl unvermeidbar. Das Suchtpotential ist jedoch geringer als man annehmen könnte. Ich kenne PNP-Patienten, die in einem längeren Zeitraum Tramal nehmen,
    ohne abhängig geworden zu sein. Bei gefährdeten Personen ist natürlich Vorsicht geboten.

    Natürlich gibt es noch stärkere Schmerzmittel, vor allem Morphine, als die Gruppe der Opioide.
    Ich bin auch noch permanent auf der Suche, die Krankheit erträglicher zu machen und vor allem um dauerhaft gegen das DFS gewappnet zu sein.
    Diesbezüglich seid Ihr ja offenbar gut versorgt.

    Leider kann die PNP sich neben der periphären Erscheinungsweise auch auf das autonome Nervensystem erstrecken, z.B. Herz, Darm und Blase. Deshalb ist eine engmaschige internistische
    Beobachtung immer erforderlich.

    Zum Schluß: Ausdauernde Bewegung
    wirkt sich bei mir immer positiv auf den Verlauf der PNP aus.

    Für heute alles Gute wünscht

    Hans!








  • Abaka

    Rang: Gast
    am 07.02.2003 01:57:51
    Hallo Hella, kannst Du mir bitte diese Seite noch einmal so anzeigen, daß ich sie nur anklicken muß. Ein neues Problem ist aufgetreten. Gruß Abaka