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Angst um die Zukunft

  • sabine

    Rang: Gast
    am 21.10.2002 22:52:38
    Hallo!
    Auch ich bin neu hier.
    Ich bin mit der Erwartung eingestiegen,
    jemanden zu finden, der ähnliches empfindet
    wie ich in meiner Situation Partner eines
    Betroffenen.

    Mein Mann hat dieKrankheit bekommen,
    da waren wir gerade 3 Monate zusammen. Das ist jetzt
    7 Jahre her. Sehr viel Auf und Ab haben wir
    gemeinsam erlebt. Als gar nichts mehr half,
    die extremen Zuckerschwankungen in den
    Griff zu bekommen (morgens wahnsinnig hoch,
    am Tage oft Unterzucker), hat er sich vor einigen
    Wochen für die Pumpe entschieden.

    Wieder funktioniert es nicht, er zögert aber einen
    erneuten Krankenhausaufenthalt immer wieder
    hinaus mit dem Argument: ich muss es doch
    selbst erst einmal ausprobieren.

    Dabei hilft ihm seit Jahren eine Ärztin, die
    eigentlich Spezialistin auf dem Gebiet ist. Aber
    die Krankheit ist einfach nicht in den Griff zu
    bekommen. Auch andere Ärzte hat er schon
    zu Rate gezogen. Hilft irgendwie alles nichts.

    Zur Zeit ist es so, dass er sehr sehr oft in wahnsinnige
    Unterzuckerungen rutscht. Und dann Dinge
    sagt, die mir extrem Angst machen. Z.B. dass
    er sich eine Kugel in den Kopf jagen will. Dass
    alles so furchtbar schlimm ist im Leben. Dass
    er wahnsinnig wird. Und immer öfter kommt es
    vor, dass er aggressiv wird.

    Manchmal hab ich regelrecht Angst vor ihm in
    solchen Situationen. Ich versuche wirklich,
    immer für ihn da zu sein und bemerke eigentlich
    fast schon eher als er selbst, dass er in eine
    Unterzuckerung rutscht. Aber ich bin nunmal
    nicht immer da, wenn es passiert. Und ich kann
    ja auch nicht immer Schutzengel sein.

    Mir ist klar, dass er selbst einen Weg finden muss.
    Manchmal traue ich mich aber auch gar nicht
    mehr, was zu sagen. Es nervt ihn. Aber ich muss
    einfach eingestehen, dass unsere Beziehung
    sehr darunter leidet. Ich verkrafte das einfach
    nicht auf Dauer. Ständig lebe ich in Angst, es
    könnte wieder passieren. Beim Autofahren. Beim
    Ausgehen. Bei Besprechungen...

    egal, wann, wie wo - es kann so nicht weitergehen.
    Hat jemand ähnliches erlebt? Wer kann mir seine
    Geschichte erzählen?

    Über Feedback würde ich mich sehr freuen.

    Sabine
  • Abaka

    Rang: Gast
    am 22.10.2002 00:34:55
    Hallo! Das ist keine schöne Situation, die Du schilderst. Diese extremen
    Stimmungsschgwankungen traten bei meinem Mann auch auf bevor der Diabetes erkannt und
    behandelt wurde. In anderer Art zwar, aber er war mir oft völlig fremd. Nachdem der Zucker richtig
    eingestellt war wurde er wieder so friedlich und freundlich wie vorher und handelte wieder
    vernünftig. Ich habe herausgefunden, daß es nicht genügt, einfach zu irgendeinem Internisten zu
    gehen. Sucht euch einen Diabetologen. Du solltest auch einmal Rücksprache mit seinem Arzt
    nehmen und ihm eure häusliche Situation schildern und Deine Angst. Er wird sicher etwas
    unternehmen. Du selbst brauchst auch Hilfe. Es gibt Beratungsstellen für Diabetiker. Das nutzt
    natürlich alles nichts wenn Dein Mann nicht mitmachen will. Rede einmal ohne Aufgeregtheit mit
    ihm, ruhig und sachlich. Gib ihm zu verstehen, daß Du an seiner Seite bist. Bedränge ihn vor allem nicht, das ist nicht hilfreich. Halte die Ohren steif und sei lieb gegrüßt von Abaka
  • Marga

    Rang: Gast
    am 22.10.2002 11:03:10
    Hallo,

    die Pumpe ist noch immer das beste
    Hilfsmittel, um einen Diabetes gut
    zu behandeln. Könnte es sein, daß
    Dein Mann keine vernünftige Schulung
    bekommen hat? Kann ich mir
    eigentlich nicht vorstellen.

    In aussichtslosen Fällen hilft evtl.
    noch Doc Teupe

    http://home.t-online.de/home/dietzm/gsite3-4.htm

    Nicht wenige Diabetiker haben Probleme,
    ihre Krankheit anzunehmen. Es gibt
    Psychologen/Psychotherapeuten,
    die sich auf Diabetiker-Probleme
    spezialisiert haben

    http://www.diabetes-psychologie.de/pt_fuehr.htm

    Alles Gute!

    von Marga
  • Reinhard

    Rang: Gast
    am 22.10.2002 12:48:45
    M.E. kommen zwei Ursachen in
    Frage:Entweder, wie Marga schon
    vermutet, psychische Gründe, dann
    sollte Dein Mann sich fachliche Hilfe
    suchen.

    Wenn es um Wissensprobleme geht,
    schlage ich Dir, daß Dein Mann sich
    an die diabetische newgroup
    wendet:

    de.sci.medizin.diabetes

    Dort sind etliche Pumpis aktiv, die
    über reichlich Erfahrung und Wissen
    verfügen und gern antworten.

    Noch zwei Anmerkungen:
    Jeder Diabetiker, speziell Typ 1er,
    ist gehalten, vor jeder Autofahrt
    den BZ zu messen - im eigenen
    Interesse und dem der anderen
    Verkehrsteilnehmer.
    Wenn er möglicherweise durch
    einen Unfall negativ auffällt, könnte
    sein Führerschein gefährdet sein.

    Hohe Schwankungen im BZ, besonders
    aber Unterzuckerungen, gefährden
    die Augen! Deshalb ist es umso
    wichtiger, daß Dein Mann für
    Normalisierung der Werte sorgt.
    Ins Krankenhaus braucht er dafür
    nicht, ein erfahrener Diabetologe
    weiß Rat.

    von Reinhard
  • Feuerpferd

    Rang: Gast
    am 25.10.2002 02:16:32
    Hallo Sabine,

    Deine Rat-und Hilfesuche,die Du in deiner Erzählung mitteilst hat mich sehr bewegt.
    Ich bin ebenfalls Diabetiker,seit 16 Jahren,habe auch schon starke Schwankungen erlebt und war auch darüber verzweifelt,warum mein Diabetes manchmal solche Sachen mit mir anstellt.

    Diese starken Zuckerschwankungen,die Du erwähnst können mehrere Ursachen haben. Ich bin zwar kein Arzt,aber im Laufe meines "Diabeteslebens" habe ich vieles dazu gelernt.Ein Diabetiker ist wie ein eigener Arzt,da er auf die Körperwahrnehmungen eher achten sollte als ein Nichtdiabetiker.

    Meine Fragen:

    1.Wurde,als der Diabetes bei Ihm festgestellt wurde ein Glukosetest durchgeführt,daß heißt,ob die Bauchspeicheldrüse überhaupt noch Insulin (Restinsulin)produziert oder ob sie schon total "hinüber" ist,also funktionslos?Denn wenn Sie selbst noch Insulin produziert,und er noch dazu spritzt,dies vielleicht eher eine Hypoglykämie verursachen kann?
    2. Hat er vielleicht ein Magenproblem,sodaß die Nahrung nicht richtig ins Blut aufgenommen werden kann und somit das Insulin ohne "Gegenspieler Glukose" die starke Unterzuckerung hervorruft?
    3.Hat er einen Beruf,der sehr stressig oder arbeitsintensiv oder sogar Schicht arbeitet,sodaß der Diabetes durcheinander gerät?

    Es gibt noch weitere Möglichkeiten,welche von einem Facharzt abgekärt werden sollten,ein Internist wäre da ein guter Ansprechpartner.
    Eine Alternative wäre ein Klinikaufenthalt,der den Diabetiker schult.Hierfür gibt es Kliniken,die nicht dieses typische Krankenhausklima haben.Da gibt es z.B. welche mit Kursen/Schulungen für Diabetiker,mit gemeinsamen Kochen,frühstücken,Unternehmungen außerhalb der Klinik.
    Erkundige Dich mal beim Arzt oder der Krankenkasse.

    Ich hoffe,Dir ein bißchen weitergeholfen zu haben.

    "Das Feuerpferd"

  • Feuerpferd

    Rang: Gast
    am 25.10.2002 02:16:32
    Hallo Sabine,

    Deine Rat-und Hilfesuche,die Du in deiner Erzählung mitteilst hat mich sehr bewegt.
    Ich bin ebenfalls Diabetiker,seit 16 Jahren,habe auch schon starke Schwankungen erlebt und war auch darüber verzweifelt,warum mein Diabetes manchmal solche Sachen mit mir anstellt.

    Diese starken Zuckerschwankungen,die Du erwähnst können mehrere Ursachen haben. Ich bin zwar kein Arzt,aber im Laufe meines "Diabeteslebens" habe ich vieles dazu gelernt.Ein Diabetiker ist wie ein eigener Arzt,da er auf die Körperwahrnehmungen eher achten sollte als ein Nichtdiabetiker.

    Meine Fragen:

    1.Wurde,als der Diabetes bei Ihm festgestellt wurde ein Glukosetest durchgeführt,daß heißt,ob die Bauchspeicheldrüse überhaupt noch Insulin (Restinsulin)produziert oder ob sie schon total "hinüber" ist,also funktionslos?Denn wenn Sie selbst noch Insulin produziert,und er noch dazu spritzt,dies vielleicht eher eine Hypoglykämie verursachen kann?
    2. Hat er vielleicht ein Magenproblem,sodaß die Nahrung nicht richtig ins Blut aufgenommen werden kann und somit das Insulin ohne "Gegenspieler Glukose" die starke Unterzuckerung hervorruft?
    3.Hat er einen Beruf,der sehr stressig oder arbeitsintensiv oder sogar Schicht arbeitet,sodaß der Diabetes durcheinander gerät?

    Es gibt noch weitere Möglichkeiten,welche von einem Facharzt abgekärt werden sollten,ein Internist wäre da ein guter Ansprechpartner.
    Eine Alternative wäre ein Klinikaufenthalt,der den Diabetiker schult.Hierfür gibt es Kliniken,die nicht dieses typische Krankenhausklima haben.Da gibt es z.B. welche mit Kursen/Schulungen für Diabetiker,mit gemeinsamen Kochen,frühstücken,Unternehmungen außerhalb der Klinik.
    Erkundige Dich mal beim Arzt oder der Krankenkasse.

    Ich hoffe,Dir ein bißchen weitergeholfen zu haben.

    "Das Feuerpferd"

  • Sabine

    Rang: Gast
    am 13.11.2002 23:09:10
    Vielen Dank für die guten Worte,

    es tut einfach gut, zu "reden"!
    Mein Gordon wird eigentlich von Anfang an von einer Diabetologin betreut, deren Mann sogar Diabetes hat und die Pumpe verwendet. Trotzdem klappt's irgendwie nicht. Vielleicht hängt das wirklich mit der Einstellung zusammen... ich meine jetzt die psychische!

    Naja. Wir schauen nach vorne und werden das in den Griff bekommen... wenn nicht, frage ich Euch nochmal! Okay?

    Danke nochmal und liebe Grüße
    Sabine
  • Weber

    Rang: Gast
    am 13.02.2007 18:30:18
    Mich würde interessieren, wie die Zuckerschwankungen behoben worden sind.Bei mir sind es stark ansteigende Werte unmittelbar nach dem Sprtzen und dem Frühstück ( bis weit über 200) und starkes Absionken bis zur Unterzuckerungen nach dem Mittagessen. Kein Arzt konnte mir erklären, wodurch das verursacht wird - noch, daß die Veränderung des Insulins oder/und der Spritzplan etwas verändert hätte..
    Vielen Dank für jede Nachricht.
    Pekka