Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Bluthochdruck mit 19
-
Stefanie
Rang: Gastam 16.08.2002 00:04:15
Ich habe ein Problem! Ich bin jetzt seit ca. 7 jahren Diabetikerin und komm damit eingentlich ganz gut zurecht. Meine HbA1c Werte sind immer in Ordnung gewesen und auch so hab ich mit dem vielen Spritzen keine Probleme! Aber jetzt wurde bei mir ein zu hoher Bluttdruck festgestellt. Ich wurde öfters gemessen und er nimmt sehr hohe werte an (bis zu 160/90)
ich bin jetzt in totaler Panik und weiß einfach nicht mehr weiter... Mein Arzt sagt das es von der Schilddrüse kommen kann (Überfunktion), welches auch die beste Lösung wäre. Dann bekämpft man nämlich die Überfunktion und der Blutdruck sinkt! (auch der rasende puls seien ein Anzeichen dafür)
Aber was mache ich wenn es nicht die Schilddrüse ist??? ich bin doch erst 19 und will nicht auch noch diese sehr nebenwirkungsreichen Blutdruckmittel schlucken... Ich bin total verzweifelt und hoffe das es doch die Schilddrüse ist. Wer kann mir helfen bzw. hat auch dasselbe leid???
Noch kurz zu mir: vor meinem diabetes war ich schon mal in behandlung wegen der Schilddrüse, ich bin sehr schlank 60kg bei 1.76, und kann sehr viel essen. Aber die sonstigen Symptome treffen alle nicht auf mich zu...
Ich bedanke mich schonmal im voraus
steffi von Stefanie -
Andreas
Rang: Gastam 16.08.2002 09:53:10
Hallo Stefanie,
der Blutdruck unterliegt vielen Einflüssen!
Leider ist es so, daß viele Ärzte ein Mittel gegen erhöhten Blutdruck verordnen, ohne nach der Ursache zu suchen. Wenige Messungen zu verschiedenen Tageszeiten geben Anlaß zur medikamentösen Behandlung. Auf die zahlreichen möglichen Nebenwirkngen solcher Medikamente möchte ich hier gar nicht erst eingehen, da sie dir offensichtlich längst bekannt sind.
Die Definition des Bluthochdrucks der WHO orientiert sich nur am 2. Wert (diastolischer Wert):
85-89=grenzwertig
90-104=mild
105-114=mittelschwer
>115=schwer
Der 1. Wert (systolischer Blutdruck) ist von der körperlichen Leistung und der psychischen Belastung abhängig. Wenn du mit dem Fahrrad gegen den Wind fährst, wären z.B. 200/100 nicht außergewöhnlich. Wenn du dich gerade mit deinem Freund gestritten hast und stocksauer bist, dann sind 180/100 normal. Wenn du sagst, daß du wegen deines Blutdrucks in totaler Panik bist, sind 160/90 sicherlich auch nicht außergewöhnlich.
Der Blutdruck ist also nicht immer gleich! Es gibt dann auch die sogenannte White-Coat-Hypertonie, bezogen auf den Arztkittel. Denn in Gegenwart des Arztes sind manche Menschen aufgeregter als gewöhnlich.
Entscheidend für eine medikamentöse Behandlung ist immer, daß der Blutdruck ständig erhöht ist!
Mein Tip: kauf dir im Drogeriemarkt für ca. 30 Euro ein elektronisches Meßgerät und leg es am Abend neben dein Bett. Wenn du dann am Morgen aufwachst, führst du liegend und in aller Ruhe eine Blutdruckmessung durch. Wenn bis dahin eine Funktionsstörung der Schilddrüse ausgeschlossen wurde, wirst du erleben, daß dein Blutsdruck mit großer Wahrscheinlichkeit annähernd 120/80 beträgt.
Also: keine Panik!
Herzliche Grüße
Andreas
-
Marga
Rang: Gastam 16.08.2002 09:56:07
Hallo Steffi,
der Blutdruck beim Diabetiker
sollte bei 120/70 idealerweise
liegen, sonst bleiben Folgeschäden
nicht aus.
Es kommt bei Diabetikern gar nicht
so selten vor, daß diese auch
Schilddrüsenprobleme haben und
die dann alles durcheinanderbringt.
Am besten konsultierst Du einen
Endokrinologen, um hier Klarheit
zu bekommen.
Alles Gute! von Marga -
Stefanie
Rang: Gastam 16.08.2002 14:20:14
Erstmal danke für die schnelle Antwort, aber dennoch bleiben ein paar Fragen offen!
Ich habe bis jetzt noch nicht regelmäßig kontrolliert aber seit es mir aufgefallen ist, öfters!
Und es ist egal wann ich messe und wieviel Ruhe ich vorher hatte, der blöde Wert ist einfach zu hoch!
Ich weiß nicht wie ich mich dagegen wehren soll,..
Meine Untersuchung für die Schilddrüse ist nächste Woche, aber ich habe so ein dumpfes Gefühl das es nicht die Schilddrüse ist. Die Symptome sprechen einfch nicht dafür...
Und falls es doch die Schilddrüse ist... ist es schlimm Diabetes zu haben und eine Schilddrüsenüberfunktion???
Ich habe so große Sorgen und habe schon keine Lust mehr auf den Diabetes und auf die blöden Tabletten die ich nehmen müsste...
Und zu Andreas: was sagt mir der erste Wert??? Der ist bei mir ja extrem hoch?
Ach Fragen über Fragen...
Trotzdem danke für die Antworten!
Stefanie -
Andreas
Rang: Gastam 16.08.2002 17:52:03
Hallo Stefanie,
der erste Wert, also der systolische Druck, ist abhängig vom Erregungszustand.
Wenn du schon vor der Messung davon ausgehst, daß der Blutdruck wieder zu hoch sein könnte, dann besteht natürlich eine gewisse Erregung, die dann auch zu einer Erhöhung führt. Adrenalin erhöht Herzfrequenz und Blutdruck!
Aus meiner Sicht ist ein Blutdruck immer dann behandlungsbedürftig, wenn der zweite, der diastolische Wert, ständig deutlich über 100 ist, weil es sonst zu einer Schädigung der Nieren kommt.
Wichtig ist es immer, die Ursache für einen Hochdruck (Nieren, Hormone, Blutgefäße, Medikamente usw.) herauszufinden.
In fast 90 % aller Fälle lautet die Diagnose: essentielle Hypertonie. Also ein Hochdruck mit unbekannter Ursache! Aus meiner Sicht gibt es hier jedoch oftmals eine Ursache, nämlich eine psychische, die natürlich therapierbar ist.
Ich kann und will hier natürlich keine Ferndiagnosen stellen. Du mußt selbst über dich und deine Situation nachdenken und überlegen, ob nicht Streß als Ursache in Frage kommen könnte. Streß, den man vielleicht gar nicht als solchen erkennt, weil er längst zur Gewohnheit geworden ist oder Ereignisse aus der Vergangenheit, die dich keine Ruhe finden lassen. Diabetiker sind ja schließlich oftmals stressige Menschen! Ich selbst bin da ein sehr gutes Beispiel.
Herzliche Grüße
Andreas
-
Georg
Rang: Gastam 17.08.2002 10:32:02
Hallo Stefanie,
die bekannte UKPDS-Studie hat
gezeigt, daß Diabetiker einen besonders
gut eingestellten Blutdruck haben
sollten, um Folgeschäden an Herz,
Gefäßen, Nieren, Augen etc. zu
vermeiden.
Ich bin auch nicht "wild" drauf, Medikamente
zu nehmen, aber wenn es sein muß ...
Meine beiden RR-Medikamente verursachen
bisher keine spür- oder meßbaren
Nebenwirkungen. von Georg -
Stefanie
Rang: Gastam 17.08.2002 12:59:57
Nochmals danke für die ausführlichen Erklärungen. Ob sie mir weiterhelfen wird sich zeigen. Ich bin ein sehr unruhiger Typ, was heißen soll, dass ich mir andauernd Gedanken um irgendwelche Sachen mach. Das könnte natürlich ein Grund für den Bluthochdruck sein. Aber mein Arzt hat zu mir gesagt, dass wir den Blutdruck auf jeden Fall runterbekommen müssen, wenn nichts anderes geht auch mit Tabletten.
Ich bin denen gegenüber sehr skeptisch. Könnten Sie, Andreas, mir vielleciht auch sagen ob es nicht andere Möglichkeiten gibt. Das der Blutdruck runter muss ist verständlich, aber es muss doch noch andere Wege geben! Ich bin über Ihre Antworten sehr dankbar, da sie wirklich hilfreich sind.
Danke, Steffi! von Stefanie -
Erika
Rang: Gastam 17.08.2002 18:03:41
Hallo Stefanie,
daß dein Blutdruck runter muß ist klar. Trotz aller Ungeduld würde ich jetzt mal die Ergebnisse der Schilddrüsenuntersuchung abwarten. Hast du schon deine Nieren untersuchen lassen? Wenn nicht, unbedingt nachholen. Sollte sich wirklich keine Ursache finden, dann mußt du Tabletten nehmen. Es gibt keine andere Möglichkeit, den Blutdruck zu senken. Salzlos essen z.B. bringt überhaupt nichts! Ich nehme nun schon seit Jahren (fast 20) Tabletten gegen hohen Blutdruck und habe noch nichts von Nebenwirkungen bemerkt. Der Schaden, den Bluthochdruck in den Gefäßen anrichtet, ist weitaus schlimmer.
Erika -
Doro
Rang: Gastam 17.08.2002 18:16:04
Hi Stefanie,
ich bin zwar nicht Andreas ;-)
aber versuch's mal mit Sport! von Doro -
Andreas
Rang: Gastam 17.08.2002 18:40:50
Hallo Stefanie,
ich weiß, daß es viele Menschen gibt, die der Schulmedizin grenzenlos vertrauen. Das ist auch so in Ordnung und ich möchte hier niemandem widersprechen. Wenn du jedoch nicht zu denen gehörst und nicht alles akzeptierst, dann ist das auch in Ordnung. Jeder muß seinen Weg finden, mit seiner Krankheit umzugehen. Davon hängt schließlich der Therapieerfolg ab.
Zu den Ursachen: die Nieren müssen kontrolliert werden, denn sie regulieren den Blutdruck. Die Aorta muß im Ultraschall begutachtet werden. An hormonelle Störungen (Überproduktion von Aldosteron, Schilddrüse) muß gedacht werden.
Wenn dann am Ende alles nicht in Frage kommt, bleibt nur eine psychische Ursache, die natürlich therapierbar ist.
Gerade nach dem Lipobay-Unglück kann ich sehr gut nachvollziehen, daß sich Patienten gegen eine lebenslange Einahme von Tabeltten wehren. Es gibt immer alternative Therapiemethoden und die sollte man zumindest probieren. Wenn du bisher ausschließlich bei Schulmedizinern in Behandlung gewesen bist, dann werden sich hier sicherlich viele neue Perspektiven eröffnen.
Sport ist übrigens ein sehr guter Ausgleich zum Altagsstreß!
Herzliche Grüße
Andreas
-
Erika
Rang: Gastam 17.08.2002 22:10:16
Hallo Andreas,
mich würde interessieren, welche Alternativen zur Schulmedizin und Tabletteneinnahme es bei Bluthochdruck geben soll.
Erika -
Andreas
Rang: Gastam 18.08.2002 10:31:04
Hallo Erika,
was ich in erster Linie an der Schulmedizin kritisiere ist die Tatsache, daß immer wieder lediglich Symptome unterdrückt werden (wie leider auch so oft bei Diabetes), ohne überhaupt nach der Ursache zu fragen.
Wie ich schon erwähnte, lautet in fast 90 % der Fälle die Diagnose: "essentielle Hypertonie". Also ein Blutdruck, der sich selbst falsch reguliert, ohne das es eine Ursache geben soll? Wenn man dann diese Patienten betrachtet, dann sind es oftmals Menschen, mit einer gehörigen Portion Lebesangst, die durch jede Kleinigkeit in Streßsituationen geraten. Hier haben wir die psychische Ursache für den Hochdruck. Ich solchen Fällen kann man sich in die Hände von Psychotherapeuten begeben und natürlich auch selbst an sich und seinen Problemen arbeiten.
Weiterhin werden in der Alternativmedizin als Ursachen z.B. Cadmium aus Wasserleitungen sowie Störfelder durch Zahnersatz aus Metall diskutiert. Tatsache ist sicherlich, daß im Blut gelöste Metalle in den Nieren herausgefiltert werden. Somit wäre es naheliegend, daß es hierbei zu einer Funktionsstörung der Nebennieren mit erhöhter Aldosteronausschüttung kommen kann. Auch wenn solche "Thesen" mangels Beweisen nicht therapierelevant sein sollen, hindert uns nichts daran, hier einen Versuch zu unternehmen.
Abschließend möchte ich hier noch etwas erwähnen, das zum Nachdenken anregen soll: ich habe gelernt, daß der Blutdruck liegend und in Ruhe gemessen wird und so wird es auch in der schulmedizinischen Fachliteratur beschrieben. Folglich haben Messungen sitzend, aus einem Gespräch heraus, ohne daß es gelungen ist, den Patientenin in einen Ruhetonus zu versetzen, eigentlich keine Aussagekraft. Bei mir messen Ärzte nun schon seit fast 30 Jahren einen Blutdruck von 180/100. Nach der anfänglichen Aufregung weiß ich jedoch heute, daß diese Messungen unsinnig sind. Denn wenn ich wirklich ständig einen solchen Blutdruck hätte, müßte zumindest längst eine Herzvergrößerung nachgewiesen werden können.
Herzliche Grüße
Andreas -
Erika
Rang: Gastam 18.08.2002 13:47:45
Hallo Jürgen,
vielen Dank für deine Informationen. Da ich eher als junger Mensch stressgeplagt war und sich der Hochdruck erst entwickelt hat, als ich so um die 40 war, glaube ich nicht an Stress als Ursache. Meine Nebennieren wurden auch untersucht und arbeiten offenbar normal. So kann ich leider für mich nichts profitieren.
So einen Blutdruck wie du schreibst, könnte ich für mich nie akzeptieren. Da halte ich mich dann doch lieber an die Tabletten.
Trotzdem vielen Dank!
Erika -
Erika
Rang: Gastam 18.08.2002 15:23:02
Hallo Andreas,
es sollte natürlich "Andreas" und nicht "Jürgen" heißen - sorry. Ich weiß gar nicht, wie ich auf Jürgen komme.
Erika -
Andreas
Rang: Gastam 18.08.2002 16:02:14
Hallo Erika,
ich sagte ja bereits, daß jeder für sich eine akzeptable Lösung finden muß und ich hoffe, daß sich hier niemand angegriffen fühlt, wenn ich von meiner Lösung berichte.
Ich akzeptiere meinen Blutdruck, weil er für mich normal ist! 180/100 sind für mich, in einer Arztpraxis gemessen normal. Wenn bei mir eine Langzeitmessung durchgeführt wird, finden ganz normale Ruhephasen statt und wenn ich Beta-Blocker nehme, ändert das nichts an meinem Blutdruck. Man kann nichts ändern, was physiologisch ist!
Mich würde so ziemlich jeder (manchmal sogar auch ich selbst) als äußerst ruhig, ausgeglichen und psychisch belastbar bezeichnen. Wenn ich jedoch hinter meine eigene Kulisse schaue, dann ist es eigentlich genau das Gegenteil.
In unserem Körper geschieht nichts ohne Grund!
Ich möchte mich hier nicht weiter zu einer Diskussion hinreißen lassen, da ich es für unseriös halte, per Internet Therapievorschläge zu erarbeiten. Wer sich mit Alternativmedizin beschäftigt, wird ohnehin nach einem geeigneten Therapeuten suchen und wer der Schulmedizin vertraut, der soll hier keineswegs verunsichert werden.
Herztliche Grüße
Andreas -
Doro
Rang: Gastam 18.08.2002 19:56:06
Hallo Andreas,
hoher Blutdruck mag sicher bei
manchen Menschen psychisch
bedingt sein.
Dein Vertrauen in die Psychotherapie
in allen Ehren, es gibt sicherlich
gute. Da ich eine Reihe von schwer
psychisch Kranken kenne, mußte
ich lernen zu akzeptieren, daß
für viele keine Hilfe möglich ist,
leider.
von Doro -
Andreas
Rang: Gastam 18.08.2002 21:03:58
Hallo Doro,
sicherlich sollten wir uns davor hüten zu glauben, daß wir schwere psychische Erkrankungen heilen könnten, zumal uns als Medikamente auch hier wieder nur solche zur Verfügung stehen, die Symptome unterdrücken.
Wir haben jedoch eine gute Chance, Menschen ihre Angst zu nehmen, die letztendlich für viele psychosomatische Krankheiten verantwortlich sein kann.
Gerade hier im Diabetes-Forum möchte ich deutlich darauf hinweisen, daß inzwischen auch aus schulmedizinischer Sicht Streß und Depressionen für eine diabetische Stoffwechsellage verantwortlich sein können und deshalb sage ich, daß wir immer nach der Ursache suchen müssen.
Herzliche Grüße
Andreas -
Reimar Worch
Rang: Gastam 19.08.2002 12:01:47
Hallo, Stefanie, ich bin 58 Jahre und seit 1983 Diabetiker Typ I, nicht einstellbar. Mein Blutdruck haengt immer so bei 140/75. Ich hab das auch mit der Schilddruesenueberfunktion, hatte ich aber schon vor Diabetesausbruch, wobei ich davon ausgehen muß, dasss ich als Kind schon Diabetiker war aber nach 1945 wer wußte schon was davon? Ich bin regelmaessig beim Roentgenolöogen und lass meine Schilddruese untersuchen. Da ist ne Entzuendung mal staerker mal schlechte. Mit meinen Medikamenten zum Blutdrucksenken fahr ich ganz gut. Es ist sicherrlich so, das da beides zusammenspielt. Geh mal regelmaessig zuum Roentngenologen und lass das untersuchen. Die machen das mit einer Ueberweisung des Hausarztes. von Reimar Worch