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Hilfe, gestern Diabetis festgestellt
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am 12.07.2011 08:58:56
Hallo
bei einer Routine Blutuntersuchung wurde bei mir gestern festegestellt, dass ich wohl Zucker habe. Gut, über kurz oder lang war es nur ne Frage der Zeit (beide Eltern Diabetiker, ich hatte in der Schwangerschaft Diabetis, Übergewicht, ect)
Ja, mein HA hat mir so garnichts dazu erzählt, nur, dass ich halt Sport machen sollte, Gewicht reduzieren und Ernährung umstellen. super....
Mein Langzeitzucker lag bei 6,8. Das is zu hoch, ich weiss, aber halt auch noch nich ZU hoch.
Mein Nüchternwert heut früh lag bei 134. DAs is jedenfalls zu hoch.
Ich weiss nicht, soll ich mich einem Diabetologen vorstellen?? Ich bin so überfordert gerade, obwohl ich in der SS die Insulinpflichte Diabetis hatte. Aber irgendwie kommt da nix mehr.
Ich habe beschlossen den Kampf aufzunehmen, einen extrem harten Kampf. Aber ich habe keine Lust mit 34 Jahren schon Zuckerkrank zu sein. Ich weiss, dass es nie wieder weg geht, aber ich habe die Möglichkeit JETZT zu handeln um nich mit 40 schon Insulin spritzen zu müssen. Ausserdem wollen wir noch ein 2. Kind.
So und nu kommt auch meine Frage wieder. Ist es denn möglich, dass ich ne Insulinresidenz habe? Ich mein, würde zumindest erklären, warum wir über 2 Jahre versuchen schwanger zu werden. Ja, natürlich is alles abgeklärt worden von Fachärzten, und beide, mein Mann und ich auch, sind voll Zeugungsfähig. Nur hat noch keiner mal darüber nachgedacht, dass ich doch diese Insulinresidenz haben könnte.
Ach man..... mir wäre schon geholfen, wenn mir hier jemand mut zusprechen könnte.........
Danke fürs Zuhören...... -
am 12.07.2011 11:22:32
Nur Mut - wenn du richtig mit deinem Diabetes umgehst, dann ist das alles gar nicht so schlimm. Du musst aber von vornherein etwas mehr tun, als dein Arzt für dich machen könnte.
Dein Hauptziel muss es sein, deinen BZ fast so zu führen, wie er bei gesunden verläuft. Dazu musst du deinen BZ messen und die Ernährung darauf ausrichten. Hier ist eine Anleitung nach der du dich ganz gut richten kannst. Keine Angst, du musst nur am Anfang sehr oft messen. Nach spätestens einem halben Jahr bekommst du ein Gefühl dafür, wie sich der BZ bei den einzelnen Speisen verhält und brauchst nur noch gelegentliche Kontrollmessungen.
Wenn du gerne Rezepte, Anleitungen und Austausch zu einer sinnvollen, gesunden und auch genussvollen Ernährung haben möchtest, dann kann du dir auch mal LOGI und dieses Forum ansehen.
Nachdem der erste Schock vorüber ist wirst du schnell merken, dass der richtige Umgang mit deinem Diabetes gar kein so harter Kampf sein muss. Du musst zwar dein Leben lang bestimmte Sachen berücksichtigen, aber der Verzicht bringt oft auch die Entdeckung neuer und schönerer Sachen mit sich. Entspanne dich und gehe es ruhig und besonnen an - die Zeit hast du.
LG Rainer -
am 12.07.2011 12:39:36
Moin Schnecke,
vor 40 Jahren wurde zum Diabetiker ernannt, wer morgens nüchtern mehr als 180mg/dl hatte. Darunter hieß das Insulinresistenz. Einige Jahre weiter manifestierte sich der Diabetes schon über 140. Also hatten alle, die bis dahin mit über 140 eine Insulinresistenz hatten, plötzlich einen voll manifesten Diabetes. Und noch wieder einige Jahre weiter manifestierte sich der Diabetes schon mit morgens nüchtern mehr als 125, und alle, die bis dahin...
In ähnlicher Weise haben sich auch in den 20 Jahren, die ich inzwischen im Club bin, die Therapie-Empfehlungen immer wieder geändert. Deswegen hab ich vor gut 10 Jahren für mich entschieden, dass ich mich nicht mehr daran, sondern einfach am normal gesunden BZ-Verlauf orientieren wollte. Damit hab ich inzwischen in vielen Foren und Blogs viele Gleichgesinnte getroffen und die erstaunlich häufige Erfahrung, dass sich das Fortschreiten der Defekte, die den Blutzucker immer höher und schließlich über den jeweils geltenden Grenzwert treiben, mit dem Blutzucker an der gesund kurzen Leine stark verlangsamen bis anhalten lässt. Für's Praktische hat Rainer Dir schon geschrieben.
Für den Kinderwunsch könntest Du vielleicht mit Deinem Gyn reden, und zwar ausdrücklich mit dem höheren Nüchtern-BZ. Denn Schwierigkeiten mit dem Schwangerwerden haben viele Frauen mit erhöhtem BZ, und vielen davon hilft ein bewährtes Mittel, Metformin. In seiner Hauptwirkung bremst es die diabetisch fehlgesteuert zuviele Zucker-Ausgabe aus der Leber. Wie es in seiner Nebenwirkung Zyklus und Empfängnis positiv beeinflussen kann, ist zwar wohl noch lange nicht ergründet, aber es gibt so viele gute Erfahrungen, dass die Verordnung zwar nicht offiziell zugelassen, aber längst verbreiteter Standard ist.
Bisdann, Jürgen -
am 12.07.2011 22:20:31
Viele lieben Dank ihr beiden.
Ich mein, ich kenne es ja schon, hatte ja in der ersten Schwangerschaft mit unserm Sonnenschein ab der 21. Woche Diabetis und gleich Insulinpflichtig. Aber es war halt in der Schwangerschaft, da is halt auch einiges anderst, als wie jetzt.
Ich rede seit 2 Jahren (!) auf mein Gyn ein, dass er doch bitte testen soll, ob ich dieses Insulinresistens habe. Nix passiert. Nix.... "Haben Sie Geduldt" oder "Man kann eine Schwangerschaft nich erzwingen" oder " Setzen Sie sich nich so unter Druck" All das habe ich sooo oft gehört. Aber geholfen hat mir nix. Selbst Clomifen brachte nix.
Ich bin nun auch schon 34 und meine Uhr tickt halt auch. Ich habe mir heute einiges vorgenommen.
1. Nach dem Urlaub (wir fahren am 17. für 8 Tage zu den Schwiegereltern nach Rügen) werde ich einen Termin bei einem Diabetologen machen (hab von einer Freundin einen tip bekommen, dieser is halt auch auf Kinderwunsch anzusprechen)
2. Ich werde jetzt erstmal zusehen, in den nächsten 8 Wochen erstmal 10 kg los zu werden. Dann lass ich beim HA noch mal den Langzeitzucker bestimmen. Ist dieser dann unverändert oder gar höher.... weiss ich auch noch nich, aber ich nehme an, dass er dann runter gegangen ist und dann werde ich den Pfunden weiter den Kampf ansagen bis ich bei meinen Traumgewicht von 85 bis 88 kg bin (glaubt mir, ein laaaanger Weg)
Ich kann jetzt nich auf kcal und KE achten, da bleibt mir ja nur noch die Gurke. Ich mag auch nich auf mein geliebtes Obst verzichten.
In der Schwangerschaft hab ich recht schnell gemerkt und gelernt, wie was läuft. Und dank einer extrem doofen Diabetologin hab ich mal eben locker folockig 40 kg zugelgt in der Schwangerschaft. (sie sagte mir, ich könne soooooo viel Fleisch und Wurst essen, wie ich mag. Aber ein mittelgroßer Apfel hat schon 1 KE und bei max 13 KE am Tag hab ich mir dann halt lieber die Bockwürstchen reingeschoben, anstatt Obst, was ja soooooo ungesund is. Desweitern sagte sie mir, ich solle keinen trocken Kuchen essen. lieber Sahnetorte, da durch das Fett der Zucker besser aufgenommen werden könn.... Tja....)
Ich bin froh und glücklich darüber, dass unser Sonnenschein gesund und munter (und ohne jegliche Probleme mit dem Zucker zur Welt kam.
Ich bin mir fast schon sicher, dass es auch eine Insulinresistens ist (will jetzt nix schön reden). Und die besagte Freundin war bei diesem Arzt wurde eingestellt und 2 Monate später war sie schwanger.
Ich hoffe, ich schaffe das. Mein Mann is mir da nich soooo die Stütze, er versteht den Ernst der Lage nicht.
Aber eine Frage hab ich noch. In der Schwangerschaft hab ich abends vor dem Schlafen gehen ein Langzeitinsulin gespritz, zum ende hin knapp 40 EH. Torzallen hatte ich in der ganzen Zeit nich einmal den Wert unter 90 (das war der Nüchterwert für SS Dia). Meine Mama hat auch Zucker und auch NIE den Nüchternwert unter 100 und meine große Schwester ebenfalls. Machen wir alle was falsch?? (keiner von uns spritzt Insulin, meine Mama und meine Schwester nehmen Metformin). Und ja, ich gebe zu, das ein oder andere mal war ich scon kurz davor mir Metformin bei meinen Eltern (mein Papa hatte auch Zucker, leider is er vor knapp einem Jahr gestorben) zu klauen.......
Ach ja, und stimmt es, dass die erste zeit mit Metformin die "Darmhölle" sind??? -
am 12.07.2011 23:19:19
schnecke77 schrieb:
mein Gyn [sagt] " Setzen Sie sich nich so unter Druck"
hallo Schnecke.
Als ich deine Zeilen las hatte ich genau das Gefühl dass du extrem unter Druck stehst.
Insulinresistenz...Kinderwunsch... auch schon 34...in den nächsten 8 Wochen 10 kg los werden... und und und.
Ich kann dir nur raten versuch nicht alles gleichzeitig zu machen. In diesem "Zustand" wird es schwer werden deinen Zucker in den Griff zu kriegen.
schnecke77 schrieb:
Mein Mann ...er versteht den Ernst der Lage nicht.
Den Ernst der Lage .... das hört sich ja schon fast lebensbedrohlich an. Versuch doch einfach mal rauszufinden welche der von dir geschilderten "Misslagen" dir am wichtigsten ist. Und dann geh das Problem Stück für Stück an. Nur von Gurke wirst du nicht leben müssen und ob du deine Langzeitwerte heute oder morgen in den Griff bekommst ist auch erstmal egal.
Irgendwie musst du erstmal wieder Ruhe ins System bringen.
Grüsse
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am 13.07.2011 08:25:48
Moin Schnecke,
gleich vornweg:
Wo der Blutzucker höher als gesund ansteigt, fehlt Insulin. Und gespritztes Insulin ist das einzige Mittel, das als Ersatz für das fehlende in der Schwangerschaft zugelassen ist. Alle Schwangerschaftsdiabetikerinnen sind daher insulinpflichtig, wenn sie mit etwas weniger KHs keinen gesunden Blutzucker erreichen.
Die Spritzmenge richtet sich immer nach dem ganz persönlichen Bedarf des jeweiligen Diabetikers. Den muss der Arzt zusammen mit jedem Diabetiker individuell rausfinden. Schau, ich spritze z.B. zur Zeit 40 Einheiten pro Tag Langzeit-Insulin, und dazu dann Kurzzeit-Insulin immer passend für alle Kohlenhydrate, die ich esse. Also z.B. je nach Größe etwa 8-12 Einheiten für jede Scheibe Brot genauso wie etwa 6-10 für jeden Apfel und genau so für alles weitere an Stärke=Zucker, was ich mir einverleibe. Diese Mengen sind für viele andere Diabetiker viel zu viel und für viele weitere viel zu wenig. Das sind meine Mengen, und die habe ich so ausgetestet, dass ich mir damit einen gesunden BZ-Verlauf wie in dieser Grafik mache. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich auch meine Regel.
Die Dosis für andere Medis, mit denen der Blutzucker nicht so hoch ansteigen oder sogar sinken soll, müssen Arzt und Betroffener praktisch genau so wie beim Insulin zusammen austesten. Zu Deinen 100 ist allerdings zu sagen, dass die noch immer bei vielen Ärzten als die gesunde Untergrenze gelten.
Abnehmen fällt immer sehr viel schwerer als Zunehmen, und mit höher als gesundem Blutzucker kann man sich das Spiel noch eine Nummer schwerer machen.
Metformin kann zu Anfang die Verdauung beschleunigen, muss aber nicht. Deswegen wird es die ersten 14 Tage mit kleiner Dosis eingewöhnt, und die Dosis wird, wenn nötig, erst erhöht, wenn es keine Beschwerden (mehr) macht. Haben Deine Mama und Deine Schwester denn noch immer sone Darmhölle?
Bisdann, Jürgen -
am 13.07.2011 12:12:10
Hallo
nochmals vielen lieben Dank für die infos.
Ja klar, das klingt nun so, als ob ich alles auf einmal will und das am besten gestern. Aber so ist es nicht.
An erster Stelle steht für mich jetzt, Gewicht zu verlieren. Das is absolut wichtig, weil ich, keine ahnung warum, das Gefühl habe, dass dann der Zucker auch besser wird.
Zum Diabetologen will ich ja nur,um endlich gewissheit zu haben. Der Kinderwunsch steht recht weit hinten an (sagen wir so, SOLLTE es jetzt passieren, freu ich mich natürlich, aber wenn nich, ist das auch ok).
Nein, jetzt sollen erstmal 10 kg runter und dann lass ich den LzZ noch mal bestimmen.
Den ersten Schock hab ich, glaub ich, überwunden. Mein Patenonkel hatte auch gaaaanz schlimm Zucker, also so richtig hart. Er hatte dann auchbeide Beine ab udn na ja... Er ist im Oktober 2007 gestorben. Meine Mama hat halt auch schon bisi Probleme mit den Augen und meine Schwester hatte vor 2 Jahren ne Zuckerentgleisung, wo sie plötzlich nix mehr sehen konnte. Und genau das sind Dinge, die mir Angst machen.
Was ich meine, mit "den Ernst der Lage" ist, dass mein Mann meint ich könnte ja mit dem Abspecken nach dem Urlaub anfangen und ich würde das jetzt wieder alles zuuuuu eng sehen, und er packt wieder Tonnen von Schocki in den Wagen. Ich mein, klar, der Wert is jetzt nicht Lebensbedrohlich, aber auf kurz oder lang gesehen, ohne das ich die jetztige (vor vorherige) Lebenssituation ändere, wird es nicht besser, sondern schlimmer. Und wie schon gesagt, ich möchte nicht mit 40 schon spritzen müssen. Das meinte ich damit.
So nu will ich ma weiter mein essen machen. Vielen Dank. Ich hoffe, ihr baut mich immer wieder mal auf, wenn ich am Boden bin.
Ach ja, sagt mal, ein kleines Stückchen Schocki in der Woche, is das drinne???? Ich habe zwar (noch) nich das verlangen danach, aber falls..... -
am 13.07.2011 14:16:06
hallo,
so hört sich das jetzt schon anders an. ;-)
Sicher ist es manchmal ganz heilsam wenn man das "Elend" anderer Betroffener mitbekommt. Du solltest dich aber nicht zu sehr darauf fixieren. Meine Mutter verlor auch ein Bein etc. Es gibt aber gravierende Unterschiede wie ich zB. versuche meinen BZ in den Griff zu bekommen und wie es meine Mutter tat.
Du führst dir ja auch nicht laufend Verkehrsunfälle anderer vor Augen wenn du in dein Auto einsteigst. Angst ist ein schlechter Berater.
Zu deinem "Schoki-Mann": So liest sich das für mich jetzt auch anders. Etwas mehr "Mithilfe" hatte ich schon vorausgesetzt.
Schön jedenfalls dass ich in meiner ersten Antwort die Dinge etwas zu verworren gesehen hatte. Jetzt klärt sich der Himmel langsam wieder auf. ;-)
Grüsse
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am 13.07.2011 14:18:58
schnecke77 schrieb:
er hatte auch gaaaanz schlimm Zucker, also so richtig hart. ........ beide Beine ....... gestorben. ......Probleme mit den Augen und ............ Zuckerentgleisung, .... plötzlich nix mehr sehen .......... sind Dinge, die mir Angst machen.
Hollo Schneckchen !
Bin 47 und zur Zeit in einer Diaschulung.
Da hat man mir ganz klar gesagt das es " Keinen schlimmen oder bisschen Zucker " gibt .
Diabetes ist Diabetes !
Wichtig ist wie du deine Werte in den Griff bekommst und sie einigermaßen stabil hälst.
Wenn dein Onkel und die anderen Personen in deinem Umfeld solche Spätfolgen bekamen, dann weil sie entweder zu spät ihren Diabetes erkannten und behandeln ließen oder sich einfach zu wenig darauf einließen damit umzugehen.
Ich denke das das dir nicht passiert da du ja schon jetzt recht aktiv zum guten hinarbeitest.
Dein Mann sollte sich so wie meiner auch mußte damit mal mehr befassen um dich richtig unterstützen zu können.
Es ist schwer für einige Menschen die Krankheit als solche anzuerkennen, da sie keine Scherzen macht.
Und für die Lebenspartner ob Ehemann oder Frau ist es doppelt schwer da sie meist nur mit den Infos der Betroffenen konfrontiert werden.
Infos die am Anfang der Erkrankung oft recht Chaosmäßig sind und so auch ankommen bei den Partnern.
Versuch ihm Material zum Lesen zu geben um sich ein eigenes Bild machen zu können und nicht nur aus deinem Mund zu hören.
Nimm ihn mit zur Schulung falls du euine Anstrebst.
Mein Mann hat jetzt auch endlich begriffen.
Bin erst seid Feb. 2011 dabei.
LG Anni
Ps: Ein Stück Schoki in der Woche .... ?
....... Kein Problem !
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Gast
Rang: Gastam 13.07.2011 14:46:10
hallo Anni,
AnnimauS11 schrieb:
Versuch ihm Material zum Lesen zu geben um sich ein eigenes Bild machen zu können....
das Problem - Partner kümmert sich wenig bis garnicht um die "Krankeit" - scheint mir kein Einzelfall zu sein. Zumindest lese ich das öfter.
Von einem erwachsenen Menschen erwarte ich eigentlich dass er das von sich aus tut ohne dass er dazu aufgefordert wird. Aber vielleicht denke ich da zu altmodisch.
lg Havier
--- das nur nebenbei bemerkt ---