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Welcher Zauber?
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am 14.07.2011 16:46:09
Moinmoin,
Typ2 ist Typ2, weil seine Insulin produzierenden Beta-Zellen überfordert sind und an der Überforderung immer mehr eingehen.
Das ist die alte Weisheit. Die neue ergänzt, dass die Betas mit dem Eingehen schon anfangen, bevor der Blutzucker überhaupt messbar ansteigt. Daraus folgt, dass die Defekt- und Verlust-Entwicklung bei Erreichen der Diagnose-Grenzwerte für den Diabetes keineswegs erst anfängt, sondern schon recht weit fortgeschritten ist.
Und darauf nehmen nun viele Betroffene solche Tabletten, die das Ableben der Betas gezielt fördern, indem sie die ohnehin schon fortgeschrittene Überlastung noch künstlich verstärken. Und sie freuen sich dabei wie Äffchen, denn sie brauchen ja nicht zu spritzen.
NOCH NICHT. Denn die Betas nibbeln ja verstärkt weiter ab, und das Spritzen rückt immer näher. Noch dazu mit wenigstens 3 dicken Haken.
Haken 1: Die überforderten Betas geben einen auffälligen Teil ihres Insulins nicht gesund in C-Peptid und Insulin geteilt aus, sondern ungeteilt als Pro-Insulin. Dieses Pro-Insulin hat zwar nur den 10. Teil der BZ-Wirkung, gilt aber als hochgradig förderlich für Adipositas und Arteriosklerose.
Haken 2: Der Blutzucker ist mit Tabletten nur vergleichsweise grob und eigentlich immer höher als gesund steuerbar. Wenn man entsprechend höher dosiert, kommt man öfter in die Verlegenheit, für die Tablette essen zu müssen, wenn man eigentlich satt wäre. Zudem wächst gegen Ende die Neigung, den immer höheren BZ noch einige Zeit zu ertragen, damit man nicht spritzen muss.
Haken 3: Das Eingewöhnen mit Insulin wird um Jahre vertagt, in denen man noch sehr viel flexibler war und sehr viel besser damit zurecht gekommen wäre. Klar trifft das besonders schlimm die älteren unter uns, aber Gewohnheitstier Mensch packt das meiste schon mit 20 deutlich leichter als mit 30.
Welcher Zauber steckt also in diesen Tabletten, dass sie so gerne genommen werden?
Bin neugierig, Jürgen -
am 14.07.2011 17:55:56
Hallo Jürgen !
Ich für mich muß sgen das ich keinewegs "GERNE " die -- Zaubermittel -- nehme.
Aber trotz wechsel zu einem Diabetologe in einem Diabeteszentrum bin ich nicht in den Genuß gekommen das sagenhafte Insulin zu ergattern.
Leider wurde das bei mir trotz Bitten und Argumentieren abgehnt.
Ich solle doch froh sein noch nicht Spritzen zu müssen und es käme ja noch Janumet in frage wenn meine Werte steigen sollten.
So einfach ist es also nicht -- auf Insulin zu kommen.
Also gebe ich mich mit Metformin zufrieden und bin froh nur noch stoßweise Nebenwirkungen zu haben und vor allen bis jetzt meinen BZ im Griff zu bekommen.
Mir und bestimmt Alle die sich ein wenig mit Diabetes beschäftigen ist bekannt das der Tag der Nadel kommen wird.
Glaube mir ich hätte sie lieber heut als morgen wenngleich sich das vor ein paar Monaten noch anders angehört hat.
Liebe Grüße Anni
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am 15.07.2011 00:44:25
hallo Jürgen,
deine Frage sollte besser lauten:
Welcher Zauber steckt in allenmöglichen Mitteln dass sie so gerne genommen werden ?
Und dazu zähle ich genauso Vitaminpräparate, Aufputschmittel, Betäubungsmittel, Marathonläufe :-) und und und.
Diese Frage ist wohl so alt wie die Menschheit. Irgendetwas wurde immer genommen egal ob es wirkt oder sogar schädlich ist.
Ich denke die Einnahme von solchen Dingen schafft bei vielen u.a. ein Gefühl der scheinbaren Sicherheit. Beispiele hierfür
gibt es wohl genug (z.B. Vogelgrippe/Tamiflu oder Vitamine/Krebs oder Salbe aus Krötenohren bei Vollmond aufgetragen)
Man nimmt etwas ein und meint damit sein Möglichstes getan zu haben, muss sich also nicht weiter selbst um das Problem kümmern.
Ein Mensch der an Zauberei glaubt hinterfragt nicht.
Und in unserem Fall seine Medikamente zu hinterfragen heisst nicht dass man sie strikt ablehnen muss sondern kritisch damit umgehen sollte.
--- sorry, ich glaub ich hab mich grad etwas verzaubert ---
Bearbeitet von User am 15.07.2011 01:00:31. Grund: Nicht angegeben -
am 15.07.2011 00:51:37
hallo Jürgen,
so, und jetzt zum Thema Novonorm, den Auslöser der Zauberdebatte :-) (vermute ich mal)
Ich spritze 1x Lantus und zur Wachrüttelung der Betazellen beim Essen Novonorm 0,5mg.
Der Effekt der "Überforderung" der Betazellen ist mir bekannt. Daran gibt es sicher auch nichts zu rütteln.
Im Beipackzettel von Novonorm steht als "empfohlene Tageshöchstdosis" 16mg - also 32 Tabletten !!!
bzw. bis zu 4mg (8 Tabs) vor jedem Essen.
Ich könnte also theoretisch locker Spaghetti mit Marmeladebrot essen... wenn ich an Zauberei glauben würde ;-)
Meine persönliche und äusserst seltene Tages-Höchstdosis lag bisher bei 1mg! (2 Tabletten)
und ich komme eigentlich immer häufiger mit Null aus.
Meine persönliche Einstellung ist mit möglichst wenig etwas mehr zu erreichen. Und die bisherige Entwicklung des
BZ gibt mir vorerst scheinbar recht. Das wird natürlich auch andere Ursachen haben wie KH-arm essen oder Stoffwechsel.
Solange diese Low-Tab-Diät aber funktioniert steig ich noch nicht auf Metformin (wie vor 2 Monaten geplant) um.
Aufpassen muss man natürlich schon dass man nicht anfängt die Schraube KH-reich essen und Dosis erhöhen nach oben zu drehen.
Und so verfahre ich grundsätzlich mit fast allen Medikamenten und bisher mit dem Erfolg dass ich die Dosis meist nach mehr oder weniger langer Anwendung senken konnte.
--- mir scheint Religionen sind auch so ne Art Tablettenzauber ---
Bearbeitet von User am 15.07.2011 00:52:44. Grund: Nicht angegeben -
Gast
Rang: Gastam 15.07.2011 09:06:11
Hallo Jürgen ergänzen zu Deiner Eingangsaussage...
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ist Dir jemals in den Sinn gekommen, daß viele die Gabe von Insulin nicht des spritzens wegen scheuen sondern viel mehr der Tatsache daß Insulin auch als Wachstumshormon wirkt und dadurch die Entstehung von Krebs fördert und den Verlauf wenn er diagnostiziert ist anheizt....!!!
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---------------> Und das ist erwiesen
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am 15.07.2011 09:23:29
Recht hast Du. Aber krebsfördernd sind alle Wachstumshormone, und zwar sowohl, wenn man sie von außen zuführt, wie auch, wenn man ihre interne Ausgabe stimuliert.
Allerdings ist gespritztes Insulin auch vor dem Hintergrund noch allgemein krebsfördernder, denn mit der internen Ausgabe verbleibt die größere Menge gleich in der Leber (das eigene Insulin verstärkt vorrangig Leberkrebs), während das gespritzte Insulin ja zuerst in den Ganzkörper-Umlauf geht und das Krebsrisiko überall im Körper erhöht.
Und z.B. die Nierenfunktion durch zu hohen Blutzucker verlieren, kommt mit Diabetes um ein irres Vielfaches häufiger vor, als durch Krebs.