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Pen jedes Mal entlüften?
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Ursula
Rang: Gastam 16.07.2009 22:41:13
Hallo,
als Insulin-Neuling habe ich einige Fragen:
Als mir die Handhabung des Insulins erklärt wurde, wurde gesagt, man müsse einfach beim ersten Gebrauch desselben entlüften, indem man 2 Einheiten rauslässt. Nun habe ich aber in der Anleitung vom Pen und der Pen-Nadeln gelesen, dass man vor jeder Injektion den Insulinfluss auf diese Art überprüfen soll?! Da wird ja mit der Zeit doch eine schöne Menge verschwendet...
Macht ihr das immer? Und das Desinfizieren des Gummistopfens? Davon wurde mir bei der Instruktion nämlich gar nichts gesagt.
Ich habe ja jetzt erst 2 Mal gespritzt, beide Male hat es etwas nachgeblutet (ein grösserer Tropfen) - ist das bei euch auch so (richtig injiziert habe ich sicher, war mal als Krankenschwester tätig, hab also sicher schon tausende Male Subkutan gespritzt).
Danke! von Ursula -
Thomas
Rang: Gastam 16.07.2009 23:06:32
Hallo Ursula,
den Pen entlüfte ich nur wenn ich die Patrone wechsle. Sonst ist das gewöhnlich nicht nötig.
Selbst wenn Du dir etwas Luft ins Unterhautfettgewebe spritzt, ist das nicht weiter tragisch. Das weist Du aber selber wenn Du Krankenschwester bist.
Soweit ich weiß ist ein Zusatz im Insulin enthalten der Infektionen verhindern soll. Ich habe in all den Jahren die ich Insulin spritze noch nie etwas desinfiziert. Meistens habe ich auf dem Boluspen den ganzen Tag die selbe Nadel.
Das ab und an etwas Blut nachtropft ist völlig normal, haste dann halt ein kleines Gefäß erwischt. Auch gelegentlich ein blauer Fleck kann mal vorkommen. Wichtig ist das Du die Spritzstellen immer schön wechselst, also nicht immer in die selbe Stelle spritzt. von Thomas -
Ralph
Rang: Gastam 16.07.2009 23:46:29
Thomas,
ich gebe dir Recht, etwas Luft im Unterhautgewebe macht nix. Wenn du dadurch aber 1-2 IE weniger spritzt, macht das schon was aus.
Bevor ich mein Insulin spritze, "entlüfte " ich in 1er-Schritten meinen Pen, bis ein Tropfen kommt. Dann kann man relativ sicher sein, dass man sich auch die am pen eingestellte Menge spritzt.
Es kan ausnahmsweise mal vorkommen, das es an der Einstichstelle blutet, die Regel sollte das aber nicht sein. Sind die Kanülen vielleicht zu lang?
Ich spritze jetzt über 10 Jahre, es gibt aber immer wieder was Neues zu lernen...
Viel Erfolg,
Ralph
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blauer Fleck
Rang: Gastam 17.07.2009 09:15:02
Moin,
du hast AUCH im Bauchgewebe kein Blutgefäßgeflecht, dass gleichmäßig verläuft, deshalb wird an manchen Stellen vielleicht öfter passieren, dass man ein Minigefäß ansticht oder durchsticht und die Minimenge Blut einfach ins Gewebe fließt und so ein kleines Veilchen erzeugt.
Mit der Zeit wird die Routine es zeigen, wo man ohne Veilchen besser spritzen kann, abeer auf jeden Fall wird ein Wechsel der Einstichstellen empfohlen. Nicht lachen, aber ich habe mir ganz zu Beginn mit Kuli die "guten" Einstsichstellen angezeichnet.
Die Desinfektionsgeschichte scheitert schon daran, dass man zwar einerseits sterile Einwegprodukte wie die Pen-Nadeln verwendet, man aber NIE die Einstichstelle vorher desinfiziert. Da kommt es auf den Ampullenstöpsel wahrscheinlich dann auch nicht mehr an:-) von blauer Fleck -
Jürgen
Rang: Gastam 17.07.2009 11:23:00
Entlüften war wahrscheinlich bei der Spritzeinweisung ein unglücklicher Ausdruck. Wenn man einen normalen Pen neu lädt, liegt die Kolbenstange eher locker vor dem Gummikolben der Insulinkartusche. Wenn man da nun z.B. beim ersten Mal 5 Einheiten einstellt, könnte sein, dass der Kolben sich noch für 1-2 Einheiten frei bewegt, bevor er den Gummikolben in der Kartusche wirklich voran und das Insulin nach draußen treibt. Deswegen der erste kleine Spritz ins Leere.
In jeder Insulinkartusche bildet sich im Gebrauch immer eine kleine Luftblase. Die ist aber selten groß genug dafür, dass sie das Dosieren beeinträchtigen könnte. Und die Luft ins Fell spritzen wäre nur dann möglich, wenn man den Pen beim Spritzen mit der Kanüle senkrecht nach oben halten würde, denn die Blase wandert vollautomatisch immer an die entsprechend der Penhaltung höchste Stelle. Einfach mal Pen drehen und gucken, wo die Blase sich einfindet, wenn man den so hält, als würde man spritzen.
Manche Leute desinfizieren die Spritzstellen. Allerdings haben wohl schon vor Jahren einige Untersuchungen ergeben, dass man der Haut mit der Entfettung schadet und daher ohne Desinfizieren deutlich weniger Irritationen produziert.
Gummis an Kartuschen oder Flaschen haben Diabetiker meines Wissens nur in ganz persönlichen Ausnahmefällen desinfiziert.
An den Spritzstellen kann von klarem bis rotem Wasser alles austreten. Ein bisschen Vorstellung von dem, was da durchpiekst wird, gibt z.B. die Haut in der Wiki. Meine persönliche Erfahrung ist, dass es umso weniger piekt, je ruckartiger man zusticht, und umso weniger nachflüssigt, je ruckartiger man die Nadel nach wenigstens 5-eher 10 Sekunden wieder entfernt. von Jürgen -
Ursula
Rang: Gastam 17.07.2009 11:48:24
Hallo,
vielen Dank für die Antworten!
Stimmt, die Luftbläschen sind beim Spritzen ja auf der anderen Seite von der Nadel; hatte aber sowieso keine Angst vor Luftbläschen (wenn ich nur an die Thrombose-Prophylasxe-Spritzen denke - die haben immer deutlich sichtbare Bläschen drinnen und kein Mensch entlüftet jede einzelne, wenn die ganze Station mit durchgespritzt wird...Es ging mir darum, dass ich nicht versehentlich weniger Einheiten verabreiche als gewollt; gestern habe ich zuerst 1 Einheit rausgelassen (lt. Hersteller sollen es ja 2 sein, aber es tritt ja schon bei 1 Einheit deutlich was aus) - bis bei mir mal der Nüchternwert dann endlich passt und ich weiss, wieviele Einheiten ich wirklich benötige, werde ich das wohl beibehalten, hab ein besseres Gefühl dabei momentan (und 1 Einheit verträgt sich mit meiner Sparsamkeit noch) :-).
Das mit dem Kolben ist wohl bei meinem Pen nicht der Fall, denn ich habe so einen Wegwerf-Pen erhalten (FlexPen).
Ach ja, gestern hab ich zu meiner Freude mal kein Blutgefäss beleidigt, hatte richtig Freude :-) von Ursula -
asd
Rang: Gastam 17.07.2009 11:55:57
Ich drück vor jeder Injektion die zwei Einheiten raus. Klar, wenn ich mal nur zwei Einheiten spritz, wirkt das etwas doof. Aber es gehört für mich dazu und da ruft mein Sparsamkeitsgewissen nicht. ;) -
Paulchen
Rang: Gastam 17.07.2009 12:03:41
Hallo Ursula,
ich habe zwar nichts vom Entlüften gehört, jedoch hat man mir erklärt, ich soll vor jedem Spritzen einen "Probeschuss" machen. Also stell ich eine Einheit ein und drück diese eben in die Hand. Manchmal kam es schon vor, dass nichts raus kam, weil die Nadel verstopft gewesen ist. Wäre blöd, wenn man es nicht merkt und denkt, man hat sich dann seine eingestellten Einheiten gespritzt, und der Zucker steigt ins unermessliche, da alles im Pen geblieben ist. Ich behalte es so bei, wie in der Klinik gezeigt, so bin ich auf der sicheren Seite. Und eine Einheit pro Spritzung vergeuden, finde ich nicht so schlimm. von Paulchen -
Ursula
Rang: Gastam 17.07.2009 13:09:01
Ach ja, noch was: Lt. Hersteller sollen mind. noch 12 Einheiten im Pen sein vor der letzten Anwendung, ansonsten soll ein neuer verwendet werden - haltet ihr euch daran (also wenn ihr z.B. 8 Einheiten spritzen sollt und noch 11 da sind)? von Ursula -
Paulchen
Rang: Gastam 17.07.2009 13:31:17
Wenn ich z. B. 13 Einheiten spritzen muss und ich habe noch 14 oder 15 Einheite im Pen, dann spritze ich mir die. Bei mir steht nichts davon drin, dass ein Rest von 12 Einheiten übrig sein muss. von Paulchen -
edrf
Rang: Gastam 17.07.2009 15:40:16
Beim Novorapid würd ich auch spritzen, wenns nur noch knapp über 12 Einheiten sind, darunter werf ich den Pen weg.
Beim Insulatard machts Sinn, weil sich das Insulin mit weniger als 12 Einheiten nur noch schlecht mischen lässt. Steht jedenfalls aufm Beipackzettel.