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Wann mit Insulin Spritzen beginnen?
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Jule
Rang: Gastam 23.09.2011 08:51:07
Hallo,
ich habe hier bereits mehrfach gepostet. Und ich habe immer hilfreiche Antworten erhalten. Inzwischen stellt die Sache wie folgt dar:
Mein Mann bekommt seit ca 10 Monaten folgende Medikamente:
Metobeta 200 retard, Lisinopril 20, Metformin 1000 2x tägl, HCT-Gamma 25, Galvus 50 mg. Seit gestern ist noch Glimepirid 4 mg dazugekommen, dies 1x täglich.
Die letzte Blutuntersuchung hat einen Langzeitzucker von 7,8 ergeben, nüchtern 120.
Besorgniserregend finde ich, dass sich Kreatinin- ( 1,50) und Harnsäurewerte (8,2)plötzlich erhöht haben. Die waren vorher im Normbereich. Ebenso war der Stimmgabeltest an einem Fuß nicht ok.
Meine Frage: Wann ist der Punkt erreicht an dem man mit dem Spritzen und kontinuierlichen Messen der Zuckerwerte beginnen sollte?
Lg
Jule -
am 23.09.2011 09:58:48
Hallo Jule,
spätesten da "der Stimmgabeltest an einem Fuß war nicht ok" und da "seine Kreatinin- ( 1,50) und Harnsäurewerte (8,2) haben sich plötzlich erhöht".
Beginnende Schäden kann man mit gesunder BZ-Führung stoppen und vielleicht sogar ein Stück zurückdrehen. Insulin wäre gut, ist aber dafür nicht unbedingt notwendig. Die Werte messen, insbesondere die nach den Mahlzeiten, und das Essen darauf einrichten geht bei allen Therapien und was noch wichtiger ist - man kann damit mehr erreichen als mit noch stärkeren Tabletten.
Ziel sollte sein, den BZ nahezu wie ein gesunder zu führen. In der Praxis haben sich die Grenzen unter 140 bzw. 120 mg/dl in 1 bzw. 2 Stunden nach der Mahlzeit bewährt. Das wird dein Mann nicht gleich erreichen, aber langfristig ist das möglich. Beim Essen muss er dazu besonders auf die Kohlenhydrate (Mehl, Stärke, Zucker) achten und diese stark reduzieren. Vielleicht hilft euch diese Anleitung dabei. KH reduzieren heißt übrigens nicht darben. Man kann die üblichen Beilagen gut durch viel Gemüse ersetzen und man kann vor allem den Fettanteil (Butter, Sahne, Fleisch, ...) erhöhen.
Das ist alles nicht ganz einfach und weil ihr die Teststreifen selber kaufen müsst kostet es auch etwas. Aber es lohnt sich auf jeden Fall wenn sich die beginnenden Schäden an den Nieren und den Füßen nicht weiter entwickeln oder sogar zurückgedreht werden können.
LG Rainer -
Gast
Rang: Gastam 23.09.2011 12:06:43
Hallo,
zu dieser Anleitung habe ich auch eine Frage:
Handelt es sich bei den dort angegebenen Werten vollblut-referenzierte oder plasma-referenzierte ?
Gruß
Rainer -
Gast
Rang: Gastam 23.09.2011 13:18:02
Diabetes ist eine Krankheit, die fortschreitet. Niemand kann auf Dauer seinen Diabetes allein mit der Ernährung im Griff behalten.
Ich denke, bei deinem Mann wäre es an der Zeit eine Insulintherapie zu beginnen und zwar so schnell wie möglich.
Ich hatte vor kurzem eine Darmoperation und obwohl ich tagelang nichts gegessen habe, hat sich mein BZ im 200-Bereich befunden. Die Zusammenhänge zwischen Ernährung und BZ Werten sind durchaus nicht so stark wie so mancher meint. -
am 23.09.2011 13:53:45
Gast schrieb:
Handelt es sich bei den dort angegebenen Werten vollblut-referenzierte oder plasma-referenzierte ? Gruß Rainer
Hallo Rainer,
es handelt sich um plasmakalibrierte Werte. Die Anleitung stammt im Original aus den USA von dieser Internetseite und die haben dort schon immer mit plasmakalibrierten Geräten gemessen.
Zum Glück ist das in Deutschland jetzt auch generell umgestellt und vereinheitlicht. Jetzt haben wir nur noch mit den unterschiedlichen Maßeinheiten zu kämpfen. In mmol/l sieht die Anleitung übrigens so aus.
Beste Grüße, Rainer -
Gast
Rang: Gastam 23.09.2011 14:21:59
nal davon abgesehen daß auch überall früher die bz werte in volblut angegeben wurden,
was eigentlich auch egal ist da alle handgeräte immer im plasma gemessen haben, nur der wert umgerechnet wird.
das problem des mannes sollte bitte mal genauer beleuchtet werden.
1. bescheidener bz langzeitwert --> im schnitt 170 !
2. soviel tabs ua gegen hochdruck 3 versch, + diuretika. +metformin 2000mg/d und ....
nutzen ? sehe ich nicht.
außer daß nieren und leber überbeansprucht werden.
wenn dann sinnvoll insulin gespitzt wird , fallen schon mal einige weg,
wenn dann der bz auf vernünftigem level gehalten wird, stabilisiert sich garantiert auch der bd folge nur noch eine tabl. alles auch unter dem gesichtspunkt, daß es nicht möglich ist vorherzusagen wie sich das sammelsurium gegenseitig beeinflusst -
am 23.09.2011 18:14:36
Moin Jule,
Du beschreibst die Standard-Behandlung. In der gilt HBA1c 7,5-8 als Interventions-Schwelle. Das heißt, bei mehrmaligem (mehrere Quartale) Erreichen oder Überschreiten greift der Dok ein und verstärkt die Medikation - erstmal noch ne Tablette und dann noch ne stärkere und irgendwann schließlich auch Insulin - bis diese Schwelle wieder unterschritten wird. Wenn sie trotzdem nicht unterschritten wird, gilt der Diabetes als schlecht einstellbar. Im Rahmen dieser Standard-Behandlung ist normal, dass die Betroffenen zwar nicht so schnell wie unbehandelt, aber doch nach und nach diabetische Folgekrankheiten entwickeln.
Eine ärztliche Einstellung mit Insulin hätte auch kein nennenswert besseres Ergebnis. Allerdings würde Euch die Verordnung von Insulin und damit verbunden auch ausreichend vielen Teststreifen die einfachste und gesündeste Möglichkeit bieten, dass Ihr den Blutzucker möglichst gesund steuern lernt. Das mit dem HBA1c-Ergebnis unter 6,5 und noch besser unter 6 (gesunde Menschen haben maximal 5,5) müsstet Ihr euch allerdings systematisch selbst erarbeiten. Wenn Ihr das wollt, müsst Ihr Insulin für die Basis-Bolus-Therapie, auch ICT genannt, einfordern. Wenn der Hausarzt das nicht macht, dann beim Diabetologen.
Daumendrück, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 23.09.2011 21:44:09
Laßt euch nicht verunsichern, Insulin ist auf jeden Fall das Mittel der Wahl und es ist kein Hexenwerk damit gute Werte zu bekommen. Mit einer vernünftigen Schulung kriegt man das schon in den Griff.
Noch mehr Tabletten bringen euch nichts. -
Gast
Rang: Gastam 24.09.2011 09:05:13
Rainer schrieb:
Gast schrieb:
Handelt es sich bei den dort angegebenen Werten vollblut-referenzierte oder plasma-referenzierte ? Gruß Rainer
Hallo Rainer,
es handelt sich um plasmakalibrierte Werte. Die Anleitung stammt im Original aus den USA von dieser Internetseite und die haben dort schon immer mit plasmakalibrierten Geräten gemessen.
Zum Glück ist das in Deutschland jetzt auch generell umgestellt und vereinheitlicht. Jetzt haben wir nur noch mit den unterschiedlichen Maßeinheiten zu kämpfen. In mmol/l sieht die Anleitung übrigens so aus.
Beste Grüße, Rainer
Hallo,
also irgendwie verwirrt mich das alles. Zu der Zeit als hier die Geräte noch vollblut-referenziert gemessen haben hieß es von Seiten des Arztes man sollte versuchen unter 140 mg/dl 2 stunden nach der Mahlzeit zu bleiben. Das würde doch plasma-referenziert gemessen c.a. 160 bedeuten. Auch habe ich im Internet (Roche) bei den Zielwerten für Diabetes Typ 2 gefunden, dass plasmareferenziert gemessen ein Wert von bis zu 160 mg/dl 2 Stunden nach der Mahlzeit eine sehr gute Einstellung ist.
Ich halte meine Werte noch mit Sport u. wenig Kohlehydraten liege 2 Stunden nach der Mahlzeit meist zwischen 120 u. 135. Komme gelegentlich mal an die 160 heran. Hba1C schwankt zwischen 5,9 u. 6,3
Gruß
Rainer
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Gast
Rang: Gastam 24.09.2011 09:49:28
Hallo,
vielen Dank für Eure hilfreichen Antworten. Leider ist mein Mann nach wie vor der Ansicht die Tabletten stellen ihn schon richtig ein. Und er selbst ist nicht bereit seinen Lebens- und Ernährungsstil zu ändern. Die Diabetiker Schulung hat er bereits hinter sich.
Habe nun gelesen die erhöhten Kreatininwerte bzw. Harnsäurewerte könnten auch von seinem hohen Fleischverzehr rühren?
Lg
Jule -
am 24.09.2011 10:20:32
Moin Rainer,
die Verwirrung ist verständlich, denn wir haben es hier mit 2 verschiedenen Ansätzen zu tun, dem medizinischen und dem proaktiven.
Medizinisch gilt der Diabetes als sich selbst verstärkende und in jedem Fall Folgekrankheiten generierende Krankheit. Um 10 Folgekrankheiten pro 100 Betroffene in 5 Jahren gelten dabei als super Ergebnis, und das wird mit so genannt scharfen Einstellungen mit 80-120 vor und mit unter 140 zwei Stunden nach dem Essen erreicht.
Dabei geht die Diabetologie IMMER vom Typ1 aus. Der bringt mit seinem in aller Regel kurzen Erkrankungs-Vorlauf keine diabetische Vorbelastung mit und hat auch nach 10 Jahren bei HBA1c 7 eben noch keine statistisch besonders nennenswerten Folgen zu beklagen.
Dagegen startet selbst der zeitnah diagnostizierte Typ2 schon mit einem krankmachenden Erkrangungs-Vorlauf von wenigstens 5 Jahren, so dass bei Erreichen der Diagnose-Grenzwerte schon 10-12 von 100 Betroffenen wenigstens 1 diabetische Folgekrankheit voll entwickelt haben.
Proaktiv will ich den größtmöglichen Nutzen aus meinem Einsatz, also Null Folgekrankheiten-Risiko. Das erreiche ich nur mit nem möglichst voll gesunden BZ-Verlauf, also hier mit der blauen Kurve.
Bisdann, Jürgen
Bearbeitet von User am 24.09.2011 10:21:44. Grund: Nicht angegeben -
Gast
Rang: Gastam 24.09.2011 13:31:14
hallo jule,
seine tabletten bez diabete wirken doch überhaupt nicht , daher ist er ja weite teile des tages über der nierenschwelle ansonsten knapp darunter, und das tut den nierchen garnicht gut.
ein erweckendes erlebnis wäre ein gemeinsamer besuch eines dialysezentrums, da trefft ihr garantiert menschen die mal so eine meinung wie dein mann hatten.
selbst die blutdruckpillensammlung zeigt daß die nicht wirken .
übrigens ist eine insulinschulung etwas anderes als was dein mann da mitgemacht hat. -
am 24.09.2011 15:49:36
Moin Jule,
in den seltensten Fällen gelingt es dem nicht direkt betroffenen Lebenspartner, dem anderen mit dem Diabetes in die möglichst gesunde Spur zu helfen. Noch seltener gegen die Behandlung durch den Arzt seines Vertrauens. Trotzdem kannst Du wahrscheinlich gar nicht anders, als weiter am Ball bleiben - aber bitte mit Achtung der Entscheidung Deines Mannes, auch wenn sie Dir unsinnig erscheint. Damit bewahrst Du ihm wenigstens die Möglichkeit, seine Entscheidung zu ändern, wenn er - hoffentlich bald - einen Grund dafür findet, der ihn überzeugt.
Daumendrück, Jürgen -
am 25.09.2011 21:15:45
Gast schrieb:
Hallo,
ich habe hier bereits mehrfach gepostet. Und ich habe immer hilfreiche Antworten erhalten. Inzwischen stellt die Sache wie folgt dar:
Mein Mann bekommt seit ca 10 Monaten folgende Medikamente:
Metobeta 200 retard, Lisinopril 20, Metformin 1000 2x tägl, HCT-Gamma 25, Galvus 50 mg. Seit gestern ist noch Glimepirid 4 mg dazugekommen, dies 1x täglich.
Die letzte Blutuntersuchung hat einen Langzeitzucker von 7,8 ergeben, nüchtern 120.
Besorgniserregend finde ich, dass sich Kreatinin- ( 1,50) und Harnsäurewerte (8,2)plötzlich erhöht haben. Die waren vorher im Normbereich. Ebenso war der Stimmgabeltest an einem Fuß nicht ok.
Meine Frage: Wann ist der Punkt erreicht an dem man mit dem Spritzen und kontinuierlichen Messen der Zuckerwerte beginnen sollte?
Lg
Jule
Hallo Jule,
bei der von Dir beschriebenen Medikamentenkonstellation und den aktuellen Laborparametern sollte man kein Glimepirid wählen, eher ist zu erwägen, abends einmal ein Basal-Insulin (analog) z.B. Lantus oder Levemir zu spritzen.
VG Brenner
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am 25.09.2011 21:19:51
Übrigens ist die Gabe von Insulin die natürlichste und physiologischste Therapie des Diebetes, egal welchen Typs!
VG Brenner