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GEGENREGULATION
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Jürgen
Rang: Gastam 08.07.2009 12:39:16
Moin Carlos,
schön wäre, wenn die Diabetologen mehrheitlich
1. eine grob einheitliche Vorstellung von einem erstrebenswerten Behandlungsziel hätten. Tatsächlich findest Du alles von HBA1c um 7 bis um 10 als ok, und dazu BZ-Kurven, die bei den einen völlig unbegrenzt verlaufen dürfen, wenn sie nur zu den Mahlzeiten meistens im großzügigen Zielbereich landen, während andere den BZ 2 Stunden nach jedem Futterinput unter 140 erwarten.
2. zur individuellen BZ-Steuerung anleiten könnten. Tatsächlich können die meisten nur sehr grob gerastert einstellen, also Faktoren vorgeben, bei deren Einhaltung meistens keine Hypos erfahren und zu den Mahlzeiten die jeweiligen Zielbereiche erreicht werden.
Wenn der HBA1c zu hoch gesehen wird, werden die Faktoren erhöht, bis unerträglich viele Hypos eintreten. Wenn bei erträglich vielen Hypos der HBA1c-Wert um 7 ist, läuft es gut, wenn um 10, läuft es eben bei dem Betroffenen nicht so gut, und er ist schlecht einstellbar.
Das Unvermögen zur individuellen Anleitung basiert darauf, dass die sogenannte Einstellung in der Arztausbildung nur randmäßig schablonenhaft abgehandelt wird und sich die wenigsten Ärzte in ihrem praktischen Alltag die Zeit nehmen und nehmen können, sich praktisch in Eigenleistung zu guten Anleitern weiter zu bilden.
Besonders bezeichnend für die Situation scheint mir, dass hinter INSULINERn mit gesunder BZ-Führung in vor allem auch körperlich anspruchsvollen Berufen nie eine normale BZ-Einstellung steht, sondern immer ein völlig individuelles Programm, das meistens eher gegen den behandelnden Facharzt als mit seiner Hilfe von den Betroffenen selbst entwickelt wurde. Schon so verhältnismäßig einfache Dinge wie das Austesten eines Spritz-Ess-Abstands kriegen viele Fachärzte in der Praxis nicht vermittelt und häufig nicht einmal selbst auf die Reihe.
Weil hier die ganze Breite persönlicher Erfahrungen zusammen kommt und zu eigenem Ausprobieren und Weiterentwickeln anregt, sind Internet-Foren wie auch dieses mit allen Unzulänglichkeiten super virtuelle Selbsthilfe-Gruppen :-)
Bisdann, Jürgen -
Carlos
Rang: Gastam 08.07.2009 14:03:00
OK, Jürgen, das leuchtet mir alles ein, ABER: ICh habe ganz persönlich den Eindruck, dass einige Patienten beim Arzt einfach auch nicht "die Klappe aufmachen". Der behandelnde Arzt MUSS doch Antwort stehen, wenn er gefragt wird. Und das wird er sicher auch tun. von Carlos -
Jürgen
Rang: Gastam 08.07.2009 14:46:59
Moin Carlos,
die meisten Patienten kommen als geduldig Leidende, wie die alte Vokabel so treffend vermittelt. Sie wollen sich einstellen lassen. Ihnen müsste der Dok schon sagen, dass sie sich z.B. mit dem jeweils zur Tageszeit passenden SEA einen sehr großen Gefallen tun könnten, übrigens häufig auch mit schnellem Analog-Insulin und auch bei Typ1!
Stattdessen haben erschreckend viele Fachärzte anlässlich der leidigen und längst offiziell zurückgenommenen Zwangsumstellung von Typ2 auf Human vor einiger Zeit auch auf direkte Nachfrage von den Patienten mit Human keinen SEA angesagt, die den aber noch von ihrem Human-Gebrauch vor dem Analog noch kannten.
Und ich weiß von Busfahrern, Piloten, Polizisten, Soldaten usw. im aktiven Dienst, denen ihre behandelnden Ärzte jeweils nach ihrer DM-Erkrankung die Beschäftigung im aktiven Dienst für beendet erklärt haben, weil unmöglich sei, als INSULINER den BZ während des Dienstes zuverlässig und ohne jede Einschränkung der beruflichen Aufmerksamkeit hypofrei und dabei trotzdem gesund zu führen. Die Betroffenen selbst mussten sich von einem Arzt zum anderen durchbeißen, bis sie schließlich jemanden gefunden hatten, mit dessen Hilfe sie die Strategie jeweils fachlich qualifiziert formulieren konnten, mit der sie alle weitgehend im Alleingang und häufig auf der Grundlage der Info in solchen Foren ihre uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit auch mit Insulin nachweisen konnten und können.
Ich fürchte, allein der volkswirtschaftliche Schaden durch medizinisch inkompetente Auskunft und Anleitung bei all denen, die sich dann nicht gegen ihre Ärzte durchsetzen oder den Ärzten aber von vornherein glauben und brav ihre bestätigenden Hypos einfahren, wird horrende sein - von den jeweils persönlichen Schäden ganz zu schweigen.
Bisdann, Jürgen -
kai1
Rang: Gastam 08.07.2009 15:01:46
@Daniela:
Danke für die sachliche Info.
Mein HbA1c lag vor 1 Monat bei 5,9 (in Behandlung mit TI)
Tagsüber kann ich keine Hyposymptome verschlafen, sonst wäre ich nicht wach.
Den BZ-Abstieg konnte ich früher so erkennen, daß die Symptome auftraten und ich mit ansehen wie ich darauf reageieren konnte. Auch das Hungergefühl war damals da.
Ok, also werde ich versuchen die Werte nachtshöher zu halten.
Alkohol trinke ich fast gar nicht. Höchstens mal zu einer Geburtstagsfeier. Und dann auch nur Bier..
Ich spritze ausschließlich TI, seit einigen Monaten. Beide Insuline.
MfG
Kai -
Daniela
Rang: Gastam 08.07.2009 15:04:50
Hiho Carlos, hiho Jürgen,
Jürgen schreibt es auch ganz richtig, vorab dies.
Carlos, wenn Du meinst, der Rat des Diabetologen wäre sinnvoller, weshalb treibst Du Dich dann in einem I-Net-Forum rum?
Manche Diabetiker werden gar nicht ernst genommen, wenn sie ihr "Leid" dem Arzt klagen, der Arzt hat auch kaum Zeit individuelle Fragen zu beantworten und weiß mitunter manche Dinge auch nicht - dafür sind diese Foren da.
Wer entnervt von Fragen ist, sollte mal Abstand nehmen oder "dumme Fragen" einfach überlesen - niemand zwingt einen das hier zu lesen!
LG, Daniela -
Carlos
Rang: Gastam 08.07.2009 15:30:16
Moment, Madame, bitte keine Unterstellungen! Ich habe einfach nur meine Meinung gesagt, das darf ich, oder?
Wenn ich die Sorge von Kai hätte, würde ich - ich betone: ICH, ZUERST meinen behandelnden Arzt kontaktieren, denn NUR er darf in die Therapie eingreifen, falls erforderlich und er kennt alle meine Werte.
Warum ICH in einem Forum bin?
Nicht aus Sorgegründen oder Problembehaftung (Gottseidank), sondern aus Neugier, wie andere mit ihrem DM umgehen, man kann ja oft auch noch etwas lernen. Und, um zu kommunizieren.
Was nützt es, wenn jetzt jemand für Kai hier schreibt; spritz dann so viel oder soviel?
Ferndiagnose ist meist untauglich. Und DAS darf man doch wohl sagen, oder?
Und ich geh davon aus, dass er in diabetologischer Behandlung ist, also DARF ich auch mal fragen, was denn SEIN ARZT dazu sagt.
Also piss mich nicht an, Frollein.
von Carlos -
Dani-ela
Rang: Gastam 08.07.2009 15:39:34
Hallo Carlos,
Fräulein pisst Dich nicht an ;-)
Was ich ausdrücken will, ist doch ganz einfach, wer genervt ist, einfach mal PC ausmachen...
Vielleicht hat Kai ja seinen Arzt auch schon befragt?
Du hast Recht, wenn Du sagst, Ansprechpartner ist in erster Linie der Arzt, die Frage hier ist aber: "Wie bekomme ich meine Hyposymptome wieder?"
Obwohl, ich fühle mich hier auch genug angepisst, wo mir hier unterstellt wird ich sei Anke.
Klar, die gespaltene Persönlichkeit, Daniela-Anke beschimpft sich selbst und offenbart nebenbei in Persönlichkeit Anke auch noch persönliche Details, bringt sich dann selbst zur Anzeige, nicht zu vergessen, dass Persönlichkeit 1 in Berlin und Persönlichkeit 2 in Landau wohnt.
Kriegen die beiden Persönlichkeiten jetzt nen Nobelpreis dafür, dass beamen endlich funktioniert?
LG, Daniela von Dani-ela -
Carlos
Rang: Gastam 08.07.2009 15:54:45
....es hätt mich einfach nur mal interessiert, was (s)ein Arzt dazu sagt....nicht mehr und nicht weniger...wollt was dazulernen als alter Mann..:-)
streiten will ich mich nicht.
Der Anke-Mist interessiert mich ehrlich gesagt Null. von Carlos -
Jürgen
Rang: Gastam 08.07.2009 16:07:58
Moin Carlos,
wieviel sie spritzen sollen, kriegen viele Betroffene von ihren Ärzten verordnet, ohne dass die mit ihnen zusammen austesten, wie die Verordnung denn passt. Das das etwas mit ärztlicher Erfahrung zu tun hätte, ist ein einfältiger Wunsch. Das ist absolut unqualifiziert, auch wenn es vom System her autorisiert ist. In Foren wie diesem wirst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine solche Spritzmengenempfehlung finden, sondern immer den Rat, die passende Menge jeweils vorsichtig selbst auszutesten. Das ist der einzig mögliche Weg zum optimalen Behandlungsergebnis, und genau dazu leiten die besten unter unseren Fachärzten an.
Ich weiß von vielen INSULINERn, die sich auf diese Weise selbst einen alltäglich nahezu gesunden BZ-Verlauf steuern, mit einem HBA1c um 5, und zwar voll in eigener Verantwortung. Denn auch der beste Arzt könnte sie nicht so optimal einstellen, sondern eben nur dazu anleitend begleiten. Schade, dass eben das so wenige Ärzte tun :-(
Bisdann, Jürgen
Und bitte jetzt nicht sofort folgern, dass nach meiner Meinung alle Insuliner HBA1c 5 haben müssten. Das ist hier nur ein ganz einfaches Beispiel dafür, wie die erwartete fachliche Qualifikation nicht funktioniert. -
kai3
Rang: Gastam 08.07.2009 16:28:36
Hallo nochmal,
auf eine Diskussion über A... habe ich kein Interesse !
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Die Diabetologin kennt zwar das Problem, unter Verwendung von HI.
Aufgrund des Gesprächs mit ihr habe ich die Hypowahrnehmungsschulung durchgeführt.
Es gibt vermutlich Richtlinien, die der/die Diabetologe/in ausführt.
Nach Rahmen der Diabetesschulung.
Aber ob das dem Einzelnen hilft, ist die andere Frage.
MfG
Kai