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Heilung des Diabetes in einer Woche

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    am 10.11.2011 16:34:20
    Wer's nicht glaubt, mag's hier nachlesen http://www.diabetes-deutschland.de/news249.html
  • Gast

    Rang: Gast
    am 10.11.2011 16:57:29
    Heilung ist dafür ja wohl ein gewaltiges (in meinen Augen falsches) Wort, den sonst wäre z.B. Rainer ja geheilt. Und leider klingt das:
    schrieb:
    Allein durch eine drastische Einschränkung der Kalorienzufuhr kann in kurzer Zeit eine Normalisierung des Blutzuckers und der Insulinsekretion erreicht werden, auch ohne Einnahme von blutzuckersenkenden Medikamenten. Dies geht mit einer Abnahme des in der Leber gespeicherten Fettes und einer Beseitigung der sogenannten Insulinresistenz einher. Eine rasch einsetzende negative Energiebilanz hat offenbar einen tiefgreifenden Einfluss auf den Stoffwechsel. Beide dem Typ 2-Diabetes zugrundeliegenden wesentlichen Störungen, die Insulinresistenz und der Insulinsekretionsdefekt, ließen sich in dieser Studie binnen 8 Wochen beseitigen. Dabei spielt die Auswaschung des Leberfettes eine herausragende Rolle.

    genau wie "die Typ2 haben sich ihren DM angefressen" (was ja wohl so nicht stimmt). Und wenn es nun darauf ankommt, herauszufinden, wie diese dramatischen Akuteffekte über eine längere Zeit erhalten werden können, ist Heilung wohl klar das falsche Wort. Aber wer Strohhalme zum Festhalten braucht, für den scheint es ein ganzes Bündel davon zu sein.
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    am 10.11.2011 19:45:26
    Wirklich bemerkenswert, daß der Effekt der radikalen Diät "nach 1, 4 und 8 Wochen nochmals untersucht" wurde!

    Jetzt habe ich nur eine Frage: Was wogen bzw. wiegen die Probanden ein Jahr nach dieser Studie: immer noch 15 Kilo weniger als das Ausgangsgewicht - oder doch eher 10 Kilo mehr? Darüber schweigt sich der Artikel leider aus :-(

    Nur als Randbemerkung: In ähnlicher Art und Weise wurden Typ-1-Diabetiker vor Entdeckung des Insulins am Leben gehalten. Okay, damals gab es kein Optifast, sondern eine fettreiche, kohlenhydratarme Ernährung. Von geheilt hat damals allerdings niemand gesprochen.

    Viele Grüße

    Katja
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    am 10.11.2011 22:02:32
    Moin Katja,

    dann hätte ich auch meine Hunde-Oma geheilt. Die alte Dame hab ich mehrere Jahre betreut, die sie mit zunehmender Demenz noch allein gewohnt hat. Sie bekam Standardessen auf Rädern. 1 Stunde danach konnte ich jeweils 250-280 messen, wenn sie bis dahin in ihrem Schaukelstuhl geruht hatte. Wenn sie stattdessen sofort so um die 20 Minuten ihren Standardweg mit dem Hund ging, war sie mit ausführlichem Anziehvorlauf etwa ne 3/4 Stunde nach dem Essen wieder zurück und hatte um 80 auf dem Tacho. Ich hab ihr einreden können, dass der Hund unbedingt nach jeder Mahlzeit raus musste, und damit hatte sie bis zu ihrem Umzug in ein Pflegeheim völlig ohne Medis einen HBA1c um 5,5 statt eines von 6,5, mit dem der Dok mich auf das Problem aufmerksam gemacht hatte. Sie war übrigens mit den 6,5 auch immer genau so oft und lange mit dem Hund gegangen, nur eben nicht direkt nach den Mahlzeiten.

    Was mich an der Veröffentlichung besonders erschreckt:
    Professor Dr. Scherbaum ist Düsseldorfer Chefdiabetologe. Der Mann weiß
    + dass dem Typ2 bei Erreichen seiner Diagnosereife schon ein erheblicher Teil der Menge an Beta-Zellen fehlt, die bei einem gesunden Menschen gleichen Geschlechts und Alters mit gleichem BMI und gleicher Insulinresistenz für einen völlig gesunden BZ-Verlauf sorgen.
    + dass die Ernährung, die er da propagiert, von allen Ernährungsfachleuten und Diabetologen (ihm selbst in jeder Menge Veröffentlichungen ja auch!) als dauerhaft völlig mangelhaft und unzureichend abqualifiziert wird.
    + dass ein Nüchtern-BZ von 5,9 mmol/l (106mg/dl) sehr viel höher als gesund ist und voll im Bereich des Prädiabetes liegt, in dem die Progression zur Diagnose Diabetes bei normalem Ess- und Bewegungsverhalten völlig normal ist. Also wenn der geheilte Betroffene sich wieder normal vollwertig gesund nach DGE und DDG ernährt.

    Der Mann weiß, dass das Ergebnis, das er als Heilung feiert, eine absolute Falschmeldung ist. WAS kann ihn dazu bewogen haben, die so wider sein besseres Wissen verbreiten zu lassen. Sponsor-Kohle?

    Bisdann, Jürgen
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    am 11.11.2011 01:24:34
    Das ist ja wieder mal ne Meldung ;-)
    Hatten wir diese Diabetes-Deutschland Seite nicht schonmal im "Visier" ?

    Grundsätzlich gehen bei mir die Warnlampen an wenn ich - egal wo auch immer - Sätze lese wie "Unglaublich aber wahr: Es ist möglich, den Diabetes binnen einer Woche zu heilen". Und dann beginne ich zu googeln bis ich die Studie gefunden habe. Was nicht immer ganz einfach ist.

    In der Regel stellt sich heraus dass auf dem Weg von der Studie bis in die Presse einiges verloren gegangen ist um nicht das Wort "unterschlagen" zu gebrauchen.
    Der Artikel von Dr. Scherbaum stimmt allerdings "exakt" mit den Aussagen der Studie überein. (So ehrlich bin ich nun mal ;-)
    Wenn man nicht nur den Einleitungssatz ala Bildzeitung liest sondern penibel den kompletten Text dann gibt es daran auch nichts grossartiges zu bemängeln denke ich.

    Bevor ich allerdings in den Verdacht gerate von Dr. S. gesponsert zu werden (nichtmal kostenlose Teststreifen wollte er mir schicken) ....ich bin bei solchen Veröffentlichungen grundsätzlich skeptisch. Das Ergebnis bei nur 11 Übergewichtigen kann man jetzt nicht gleich auf die Weltbevölkerung hochrechnen und die Radikalkur ist im Alltag wohl kaum anwendbar.

    Eines fällt mir aber dazu ein:
    Jetzt, ein Jahr nach der Diagnose Typ2 bin ich eigentlich im "Normalbereich" angekommen. Und das bei weniger Medikamentation. Das einzigste grössere was ich verändert hatte war KH auf Minimum gesetzt.
    Wenn sich jetzt noch weitere 10 Personen melden die einen ähnlichen Lebenswandel wie ich führen und sich ähnlich ernähren und ähnliche BZ-Werte wie ich haben dann sind wir 11 und dann könnten wir doch eine Studie veröffentlichen. ;-)

    Grüße Havier

    --- Wenn wir in ganz Europa fragen dürften sich doch 10 Leute finden ---

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    am 11.11.2011 07:23:40
    Moin Havier,

    die Studie hat einen sehr viel weiter reichenden Hintergrund, nämlich die sogenannte bariatrische, die Heilung per Skalpell, die allenthalben rund um die Welt gewaltig gefeiert und gepusht wird: Magen abbinden oder mehr oder weniger ganz umgehen. Damit ist dieser BZ-Effekt schon vieltausendfach erbracht worden. Allerdings nicht, wie eigentlich fachoffiziell erwartet, mit der dadurch verursachten gewaltigen Gewichtsabnahme, die ja nach der konventionellen Typ2-Sicht die Verbesserung erklären würde, sondern schon Wochen vorher praktisch von den ersten Tagen nach der OP an. Konventionell wird da eifrig spekuliert, dass die OP irgendwelche noch nicht erklärlichen Wunder auf die Hormone wirke.

    Und in diese idiotische Diskussion rein hat der Typ in Newcastle seinen Versuch gemacht und 11 Freiwillige ohne OP auf die Ernährung gesetzt, die nach der OP als völlig ausreichend und gesund gilt. Er wollte nur zeigen, dass statt des vermuteten hormonellen Hexenwerks ganz einfach die operativ erzwungene mengenmäßige Input-Begrenzung den ganzen gefeierten Zauber macht. Auf die Idee, dass ihm der gelungene Nachweis ernsthaft als Heilung ausgelegt werden könnte, ist der Mann wahrscheinlich nicht mal im Traum gekommen.

    Bisdann, Jürgen
    Bearbeitet von User am 11.11.2011 07:25:35. Grund: Nicht angegeben