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Warum hoher Blutzucker nach dem Essen
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am 11.01.2012 13:54:50
Mal ein paar allgemeine Fragen.
Warum steigt der Blutzucker nach dem Essen rel. zügig an ?
Jedenfalls wurde mir das so mitgeteilt.
Der Zucker wird doch durch die Nahrungsaufnahme aus den Nährstoffen "gewonnen", oder ?
Aber die Nahrung (Kohlehydrate, Proteine, Aminosäuren, Fette) wird doch erst im Magen verdaut und gelangt danach in den Darm und erst im Darm erfolgt der Tranfer ins Blut. Das dauert doch alles, oder ?
Habe gewiss noch einen Denkfehler.
Wer kann mich aufklären.
Jochen -
am 11.01.2012 14:54:43
Hallo Jochen,
du hast recht, die Glukose muss erst im Darm ankommen und wird dort in den Blutkreislauf übergeben. Der BZ steigt aber nach dem Essen erst allmählich an und hat etwa nach 45 ... 115 Minuten die Spitze erreicht.
Die Kurve von so einem BZ-Verlauf nach der Mahlzeit kannst du dir hier ansehen.
Rainer -
Gast
Rang: Gastam 11.01.2012 16:00:41
@Rainer
Danke für feedback. Die Kurve hatte ich schon gesehen in einem anderen Posting, deswegen ja meine Frage. Qualität des Diagramms ist sehr schlecht.
Nun fand ich auch bei Wikipedia den entscheidenden Satz:
"Fette passieren den Magen größtenteils ungehindert, sie werden durch die Peristaltik jedoch weicher gemacht (verflüssigt). Kohlenhydrate passieren den Magen genauso ungehindert."
Das ist der Knackpunkt > Kohlehydrate = Glukose kommt also zügiger in den Darm.
Man lernt immer hinzu.
Jochen -
Gast
Rang: Gastam 11.01.2012 18:12:48
hallo jochen,
kohlenhydrate, sind von --- bis, im blut.
traubenzucker/glucose schenll da schon glucose (noch schneller in flüssigem zustand (malzbier)
normaler zucker disaccharid wird im magen/säure gespelten kommt zu 50% als glucoe zu 50% als fructose an,
stärke toastbrot/brötchen brot geht unespalten durch den magen erst danach tritt amylase dazu produkt glucose. ................................
bis verschachtelte und kombinierte kh meist noch langsamer.
vollkornbrot zuerst schnell da dies pro 100g ca 12g glucose/maltose enthält der rest langsamer.
zusätzlich noch von mensch zu mensch verschieden.
nur auf mich bezogen braucht 1be tz bei hypo ca 23 minuten um im blut anzukommen(wollte ich einfach mal wissen) -
am 11.01.2012 19:14:24
Hallo Jochen,
die Geschwindigkeit des BZ-Anstiegs hängen von verschiedenen Faktoren ab. Der erste ist, an welcher Stelle die Aufnahme ins Blut beginnt. Traubenzucker z.B. wird teilweise schon über die Mundschleimhaut aufgenommen und ist deshalb als Gegenmittel für Hypoglykämien besonders geeignet.
Der zweite Punkt ist, wie weit die Nahrung nach dem Kauen zerkleinert, also aufgespalten werden muß. Einfachzucker (z.B. Traubenzucker) sind deshalb schneller als Stärke und Apfelsaft schneller als Apfelmus oder gar ein Apfel. Vollkornprodukte werden empfohlen, weil deren Aufspaltung einfach länger dauert als die von Grau- oder gar Weißbrot.
Als dritter Faktor kommt die Zusammensetzung der Mahlzeit ins Spiel. Ein unbelegtes Baguette allein ist fast so schnell wie Traubenzucker! Bestreicht man es allerdings mit Butter und legt Wurst darauf, so bremst das die Geschwindigkeit des BZ-Anstiegs deutlich. Insbesondere Fett und Ballaststoffe sind als Bremsen geeignet.
Viele Grüße
Katja -
am 11.01.2012 20:03:31
A.Nonyma schrieb:
Hallo Jochen,
die Geschwindigkeit des BZ-Anstiegs hängen von verschiedenen Faktoren ab. Der erste ist, an welcher Stelle die Aufnahme ins Blut beginnt. Traubenzucker z.B. wird teilweise schon über die Mundschleimhaut aufgenommen und ist deshalb als Gegenmittel für Hypoglykämien besonders geeignet.
Danke
A.Nonyma schrieb:
Der zweite Punkt ist, wie weit die Nahrung nach dem Kauen zerkleinert, also aufgespalten werden muß. Einfachzucker (z.B. Traubenzucker) sind deshalb schneller als Stärke und Apfelsaft schneller als Apfelmus oder gar ein Apfel. Vollkornprodukte werden empfohlen, weil deren Aufspaltung einfach länger dauert als die von Grau- oder gar Weißbrot.
Vollkornprodukte > Diese Nahrungsmittel werden im Körper zu Glukose, d.h. Zucker umgewandelt; auch wenn es Vollkornprodukte sind.
laut: http://lchf.de/praxis-bitte-verzichten/
Und nun ?
A.Nonyma schrieb:
Als dritter Faktor kommt die Zusammensetzung der Mahlzeit ins Spiel. Ein unbelegtes Baguette allein ist fast so schnell wie Traubenzucker! Bestreicht man es allerdings mit Butter und legt Wurst darauf, so bremst das die Geschwindigkeit des BZ-Anstiegs deutlich. Insbesondere Fett und Ballaststoffe sind als Bremsen geeignet.
Viele Grüße
Katja
Viel Fett gut für langsamen BZ Anstieg aber schlecht für Gewichtsabnahme dachte ich.
Naja lernen was sinnvoll ist werde ich wohl auch ;-)
Jochen
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Gast
Rang: Gastam 11.01.2012 20:17:02
Natürlich werden auch Vollkornprodukte im Körper in Glucose umgewandelt, allerdings dauert das länger als bei Weißmehl, Haushaltszucker etc. Dadurch steigt dein Blutzucker viel langsamer an und pp-Spitzen werden geglättet! -
am 12.01.2012 01:57:36
Hallo Jochen,
LCHF steht für "Low Carb High Fat" und damit für "wenig Kohlenhydrate, viel Fett". Damit sind Kohlenhydrate nicht völlig ausgeschlossen, sondern sollen nur reduziert werden. Andererseits soll diese Ernährungsform ausdrücklich dazu dienen, abzunehmen.
Meine ganz persönliche Meinung zur Ernährung:
Meines Erachtens handelt es sich bei der Ernährungswissenschaft eher um eine Parawissenschaft. Die Vorgänge des Stoffwechsels sind viel zu unüberschaubar, um zutreffende Aussagen über die Auswirkungen bestimmter Nahrungsbestandteile oder Ernährungsweisen machen zu können. Trotzdem wird ganz detailliert vorgeschrieben, wie groß die Anteile von Kohlenhydraten, Fett und Eiweißen sein sollen, wie viel man täglich trinken sollte, wie viel man von welchen Vitaminen braucht, warum fettreiche Mittelmeerkost viel gesünder sei als genauso fette deutsche Hausmannskost usw. usf. Wirklich nachgewiesen ist nur, daß man ohne Nahrung mittelfristig verhungert, ohne Flüssigkeit in kürzerer Zeit verdurstet und bei absolutem Vitaminmangel krank wird.
Okay, ich habe 28 Jahre lang auf Haushaltszucker verzichtet bzw. ihn mit schlechtem Gewissen doch gegessen, weil er ja für Diabetiker so schädlich war! 1991 stellte sich dann heraus, daß das falsch war. Tja, eine ganze Kindheit und Jugend umsonst verzichtet, meinen Eltern so manche Schwierigkeit und finanzielle Belastung aufgehalst - alles umsonst, weil niemand es für nötig hielt, diese Behauptung zu überprüfen!!! Dabei hatte schon 1931(!) ein deutscher Kinderarzt einen Artikel veröffentlicht, in dem er die völlig normale Ernährung diabetischer Kinder propagierte. Anders als in den folgenden 60 Jahren hatte er allerdings überprüft, wie der Stoffwechsel darauf reagiert!
Leider hat sich bis heute nichts an der Art des Erkenntnisgewinns in den Ernährungswissenschaften geändert. Zucker/Eier verändern den BZ-/Cholesterinspiegel und werden deshalb Diabetikern/Menschen mit zu hohem Cholesterinspiegel verboten! Andere Faktoren, die ebenfalls erheblichen Einfluß haben, werden der Einfachheit halber ausgeblendet. Ich vermute ja, daß Eisbein dieselbe positive Wirkung auf die Gesundheit hätte wie griechischer Hammel, wenn die Deutschen ebenso wie Griechen, Italiener, Franzosen und Spanier mit viel Zeit bei entspannten Familienmahlzeiten essen würden!
Zum Schluß noch mein persönlicher Ernährungsgrundsatz:
Ich esse, was mir schmeckt und höre auf, wenn ich satt bin!
In diesem Sinne
Katja -
am 12.01.2012 03:21:07
weil ich grad mal da bin und mir das Wort "Parawissenschaft" ins Auge fiel... nochmal hallo Katja,
ich dachte auch schon mehrmals an Parawissenschaften wenn ich so mitbekomme wieviel Gramm hiervon und wieviel davon ich essen sollte.
Wenn ich so auf mein Leben zurückblicke müsste ich bei meiner Ernährung und den heutigen "Erkenntnissen" eigentlich schon tot sein ;-)
Einige Ernährungsvorschriften muss man nur lange genug aussitzen können (am Besten am Esstisch) bis sich das Blatt wieder wendet.
Und wie du auch schreibst wird meist ein wichtiger Punkt vergessen: Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme !
Grüße
Havier
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am 12.01.2012 17:54:25
Gast schrieb:
...Dadurch steigt dein Blutzucker viel langsamer an und pp-Spitzen werden geglättet!
Was sind pp-Spitzen ?
Jochen
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am 12.01.2012 18:34:44
Hallo Jochen,
pp steht für postprandial und bedeutet nach der Mahlzeit.
Viele Grüße
Katja