Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Blutzucker & Sport

  • Gast

    Rang: Gast
    am 31.01.2012 16:34:44
    alles was du unter ursachen des diabetes gefunden hast auch wiki ua, sind spekulationen um zusammenhänge, und ohne wirklichen hintergrund. wenn du kritisch liest wirst du auch die richtige formulierungen finden -man vermutet einen zusammenhang mit, da heißt man weiß nichts. und die aufklärung der erkrankungsgründe für andere krankheiten sind ja auch nicht gerade lange bekannt, bei magengeschwüren gerade mal ein paar jahre.
    daher sind stoffwechselkrankheiten noch problematischer. schon wenn du bedenkst daß es gerade mal etwas über 80jahe her ist daß nicht alle an dm verstorben sind.
    ich habe ein ärztebuch von 1923 da wird von vielen ärzten geschriebn die an die insulintherapie nicht glauben.
    bitte immer daran denken korrelation heißt nicht automatisch zusammenhang,-
    da bek beispiel mit der abnahme der störche und dem im gleichen maß abnehmenden gebrtenrate, korelliert perfekt hat aber sonst keine grundlage.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 31.01.2012 18:42:57
    Moin zucchero,

    einen interessanten historischen Zusammenschnitt zum DM findest Du hier. Warum praktisch ausschließlich Typ1, wurde Mitte der 90ger Jahre des vorigen Jahrhunderts mit einer großen Welle von diabetischen Infarkt- und Schlaganfallopfern sehr deutlich, die keinen Einfluss auf die Entwicklung der Gesamtzahlen hatten: Man war schlicht dazu übergegangen, die Todesfälle systematisch im Nachhinein auf Diabetes zu untersuchen. Und das trotz der erheblichen Verbesserung der allgemeinen Diagnosesituation seit dem Beginn der 90ger Jahre. Denn während Typ1 undiagnostiziert und unbehandelt nach wenigen Wochen bis Monaten mit einem Zusammenbruch auffällt, konnte der immer und viel mehr zu hohe Blutzucker des Typ2 über Jahre und Jahrzehnte völlig unentdeckt bleiben, so lange nicht automatisch mit jeder Blutuntersuchung der Blutzucker bestimmt wurde.

    Richtung Zellebene erforschen und behandeln war bei allem im Pankreas noch vor wenigen Jahren praktisch kaum möglich, weil sich das Teil beim Sezieren schon selbst zu verdauen beginnt. Die Erkenntnissituation hat sich erst mit der Möglichkeit verbessert, unsere Innereien mit elektronischen bildgebenden Verfahren in vivo immer differenzierter und auch immer mehr die Funktionen betreffend zu untersuchen.

    Und jede Menge Volksverdummung ist wahrscheinlich auch heute noch nicht auszuschließen. So wurde mir bei meiner Typ2-Diagnose vor gut 20 Jahren meine Insulinresistenz daran verdeutlicht, dass mein BZ nach dem Essen gewaltig anstieg, aber wenn meine überforderten Betas endlich eine genügend große Menge Insulin für den passenden Druck dagegen aufgebaut hatten, dann doch wieder auf nahe normal absank. Und ich war mit dieser Auskunft in millionenfacher Gesellschaft, obwohl damals schon fachmedizinisches Allgemeinwissen war, dass uns Typ2 der Inkretin-Effekt abhanden kommt, also die passende Insulinbestellung durch Darmhormone, wenn neue Glukose aus dem Darm in den Blutkreislauf übergeben wird. Also ist da nicht primär Widerstand gegen Insulin, sondern schlicht kein Insulin, wenn der Inkretin-Effekt fehlt und der BZ nach dem Essen himmelwärts stürmt. Und wenn das damals nicht schon fachmedizinisches Allgemeinwissen gewesen wäre, hätten wir heute keine DPP4 Hemmer und GLP1-Agonisten, also Medis, die genau diesen Effekt wenigstens teilweise wieder herstellen und für deren wenigstens 15jährige Entwicklung damals schon gewaltige Millionenbeträge eingesetzt wurden.
    Und wer zudem als Mediziner standardmäßig weiß, dass Insulin im Blut eine Halbwertzeit von weniger als 5 Minuten hat, muss schon einiges an Vorsatz einbringen, wenn er seinen Patienten gegenüber son Blödsinn von der Stunde Insulindruck-Aufbau verzapft.

    Bisdann, Jürgen
  • Gast

    Rang: Gast
    am 06.02.2012 12:55:28
    Danke, Jürgen, für die ausführlichen Erläuterungen.

    Ich hab Deinen Text am Wochenende zum Anlaß genommen und einen neuen Ansatz zur Vertiefung verfolgt und einen Freund aufgesucht, der vor Jahren mal eifriger Jogger war und sich darauf auch "intellektuel" (mit Büchern) vorbereitet hatte. Der Titel "Laufen zum Abnehmen" deutet in eine etwas oberflächliche Richtung, behandelt tatsächlich aber den Regelmechanismus der Energiegewinnung und ihres Verbrauchs umfassend: Essen, Sport, Zucker&Fett, bis hin zu den 4 Stadien des (an)aeroben Körpertrainings.

    Nach dem Lesen sind mir die Zusammenhänge ungefähr klar, bis auf die Frage des Krankheitsbeginns der Diabetes (die in dem Buch nicht behandelt wird).

    Nach allem, was ich gelesen habe, können Typ-II-Menschen unter mehreren angeborenen Problemen leiden (Inkretinmangel im Darm, Insulinresistenz an der Zellmembran, Insulinmangelproduktionder Pankreas), die sich im Laufe ihres Lebens irgendwann, mglwse. erst unter bestimmten Umständen mit wenig Bewegung und viel Essen bemerkbar machen. Ganz offensichtlich - bei mir - ist Dickleibigkeit keine notwendige Voraussetzung von Diabetes (vielleicht wird's gerade eine Folge).

    Als natürliche Therapie wird immmer Bewegung genannt. Gilt deren Wirksamkeit auch für nicht übergewichtige Patienten?
    Muß/Kann/Sollte man die Ursache der Diabetes in meinem Einzelfall weiter diagnostizieren um dann ggf. gezielt gegen die Ursache vorgehen zu können? (Hintergrund der Frage: Während Bewegung bei Resistenz durch mehr Transporter helfen mag, dürfte Sport bei Inkretinmangel irrelevant sein)

    Gruß,
    z.

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 930
    Beiträge: 367
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 07.02.2012 00:18:48
    z. schrieb:
    Als natürliche Therapie wird immmer Bewegung genannt....


    hallo z.
    ich stehe auf dem Standpunkt "Bewegung ist auch nicht immer das Ei des Columbus"
    Ich hab durch die Arbeit Bewegung und Sitzen am PC gemischt. Ansonsten treibe ich keinerlei Sport. Mein Gewicht ist perfekt. BZ-Werte (Typ2) auch.
    Auswirkungen von Bewegung auf meinen BZ konnte ich bisher überhaupt keine feststellen. Ausser wie von dir anfangs beschrieben dass nach gelegentlichem Schwimmbadbesuch der BZ höher ist, wenn ich aber nach dem Essen ein Nickerchen mache dann sehn die Werte besser aus.
    Selbst nach einer Woche Faulenzerurlaub letztes Jahr fiel mein BZ in den grünen Bereich.

    Jetzt sehe ich das natürlich nicht als Erfolg meines Nichtsportlerdaseins an sondern eher als Erfolg der geringen KH-Zufuhr und anderen mir noch nicht ganz greifbaren Einflüssen. Nach deiner These dürfte da womöglich bei mir auch der Inkretinmangel massgebend sein.

    Ich denke mal mein Körper wäre erstmal reichlich verwundert wenn er merkte ich würde plötzlich zu Joggen anfangen und würde womöglich als Schutzreaktion Zucker im Blut horten ;-)

    Deine Frage nach der Ursache von DM ist eigentlich eine Frage wieviel "Betrachtungs-Ebenen" du nach unten gehen willst.
    Je weiter umso mehr wird sich die Ursache in viele kleinere "Ursachen" auflösen.
    Das ist nicht nur bei DM so.

    Grüße
    Havier
    Bearbeitet von User am 07.02.2012 00:20:19. Grund: Nicht angegeben
  • Gast

    Rang: Gast
    am 07.02.2012 18:28:13
    Alle schlauen Bücher verbreiten bisher zu den Diabetes-Ursachen reine Spekulationen. So ist zwar gesichert, dass beim Typ1 das eigene Immunsystem die Insulin produzierenden Beta-Zellen abfrisst, aber völlig ungeklärt und reine Spekulation ist bisher, wodurch diese Fehlsteuerung bewirkt wird.
    Noch ein bisschen spekulativer wird es mit Typ2, denn nach gar nicht mehr sooo neuen Erkenntnissen fehlen auch dem zunehmend Betas, und das beginnt schon vor jeder BZ-Auffälligkeit. Nur gibt es bislang zu diesem zunehmenden Fehlen nichts mehr als reine Spekulation. Vielleicht auch hier das fehlgesteuerte Immunsystem oder noch irgend etwas anderes. Und die sprichwörtliche Insulinresistenz kann dafür nicht mehr so einfach verantwortlich gemacht werden, weil die auch bei offenbar noch mehr Menschen beobachtet werden kann, die keinen Diabetes und auch keinerlei Hinweis auf einen beginnenden haben, sondern nur eine im Gegensatz zu der der Typ2 Kandidaten mit dem größeren Insulinbedarf mit gewachsene Beta-Zell-Masse.

    Mit den wenigeren und immer weniger werdenden Beta-Zellen scheinen alle übrigen Defekte des Typ2 mehr oder weniger direkt gekoppelt. So gibt es genügend Hinweise darauf, dass beim Prädiabetes und frisch diagnosereifen Typ2 bei Normalisierung des BZ und nur leichter KH-Belastung ähnlich wie beim Typ1 in der Remission ohne Insulin und andere Medis ein völlig normaler BZ-Verlauf beobachtet werden kann. Also ein scheinbar normaler Inkretin-Effekt, nur wenig erhöhtes intaktes Proinsulin und allenfalls eine unerheblich größere Zucker-Ausgabe der Leber.

    @Havier
    Damit Bewegung BZ-Senkung macht, muss die passende Menge Insulin vorhanden sein. Wenn Bewegung in BZ-Steigerung macht, fehlt die passende Menge Insulin.