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Meine Freundin hat Diabetes
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Gast
Rang: Gastam 08.02.2012 22:18:20
Hallo,
bis vor kurzem gehörte Diabetes nicht zu meinem Alltag, ich wusste zwar das es diese Krankheit gibt und wie die ganze Sache funktioniert.
Meine Freundin(20) hat seit 11 Jahren Diabetes Typ 1. Ich habe mich schon informiert und mit ihr darüber geredet und jetzt habe ich in meinem Kühlschrank so eine Notfallspritze(GlucaGen) und so ein Notfallset mit neuen Nadeln, Messstreifen und Traubenzucker hier.
Habe mit ihr darüber schon geredet und sie hat mir erklärt was passiert wenn sie unterzuckert etc...
Trotzdem bleibt bei mir die Angst was passiert wenn der Fall eintrifft. Darf ich ihr wenn sie apathisch wirkt, zittert etc. selbstständig den Blutzucker messen?(Sie hat mir erklärt wie das funktioniert und ich habe es auch schon selbst an mir getestet).
Wie muss ich handeln wenn ich glaube das sie unterzuckert?
-Blutzucker messen(wenn niedrig dann GlucaGen spritzen)
und dann Notarzt rufen? Oder reicht eine Spritze GlucaGen?
Ich bedanke mich im Vorraus für eure Antworten! -
Gast
Rang: Gastam 09.02.2012 08:11:46
Gast schrieb:
Trotzdem bleibt bei mir die Angst was passiert wenn der Fall eintrifft. Darf ich ihr wenn sie apathisch wirkt, zittert etc. selbstständig den Blutzucker messen?(Sie hat mir erklärt wie das funktioniert und ich habe es auch schon selbst an mir getestet).
Wozu Blutzucker messen? Mit einem Stück Traubenzucker wäre ihr erst einmal mehr gedient. Sollte sie bewusstlos sein -> 112.
Ansonsten würde ich mir da jetzt bei einer Diabetikerin mit 11 Jahren Erfahrung nicht allzu viele Sorgen machen.
Gruß, Hanna
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am 12.02.2012 14:07:09
Hallo,
Du solltest Dich darauf einstellen, daß ein unterzuckerter Diabetiker alles ablehnt und stur wird wie ein Esel. Solange sie selbst die Unterzuckerung spürt, wird sie auch darauf reagieren, aber wenn das nicht (mehr) der Fall ist, wird sie auf Deine Hinweise höchstwahrscheinlich ablehnend und vielleicht auch aggressiv reagieren. Da nützen auch Diskussionen nichts.
Weil ich das seit Jahrzehnten weiß, habe ich mit meinem Mann ausgemacht, daß er mich nur (notfalls mehrfach) auffordert, meinen Blutzucker zu messen! Erst wenn ich den zu niedrigen Wert selbst sehe, reagiere ich auf die Unterzuckerung. Wichtig ist, das vorher mit ihr abzusprechen!
Das Problem ist, daß der unterzuckernde Diabetiker merkt, daß er die Kontrolle verliert. Um sie doch noch zu behalten, wird alles, was die Situation verkompliziert, strikt abgelehnt. Dazu gehören dummerweise auch Hilfsangebote von nahestehenden Personen. Du kannst es Dir vielleicht vorstellen wie bei Betrunkenen: Versuch mal, diesen davon abzubringen, das Auto stehen zu lassen, wenn er unbedingt nach Hause fahren will ...
Ich würde mit ihr absprechen, wie Du reagieren sollst! Die Glukagon-Spritze (GlucaGen) funktioniert normalerweise, und ein Notarzt sollte dann nicht mehr nötig sein. Aber: wenn sie in den Stunden zuvor (also beispielsweise am Abend vorher) Alkohol getrunken hat, ist sie wirkungslos! Glukagon veranlaßt nämlich nur die Leber, Zucker freizusetzen. Nach Alkoholgenuß konzentriert sich die Leber auf ihre wichtigste Aufgabe und entgiftet den Körper duch den Abbau des Alkohols. Dann hilft wirklich nur noch der Notarzt mit einer Glukoseinfusion.
Viele Grüße
Katja -
Gast
Rang: Gastam 12.02.2012 16:33:14
wie immer ein schöne abhandlung über den dm, anonyma! und das einem unbeteiligten mit verallgemeinerungen - toll das! es war doch alles gesagt. und wer 11 jahre dm hat sollte wissen, wie wann was funktioniert. aber man freut sich wie immer, dass du alles weisst. ganz nebenbei: ich habe bei uz noch nie aggressiv, ablehnend oder stur reagiert - ich bin die ruhe selbst - was wieder nur bestätigt: jeder ist anders! -
am 20.04.2012 20:31:11
Hallo!
Zunächst einmal finde ich es echt super, dass du dich so mit dieser Thematik befasst! Mein Freund überlässt da meine Krankheit eher mir...
Deine Freundin hat 11 Jahre Erfahrung, also würde ich mich bezüglich Unterzuckerung nicht zu viele Sorgen machen. Wenn sie gut eingestellt ist, wird dies selten passieren bzw. sie wird e rechtzeitig selbst merken. Ich bin jetzt 4 Jahre Typ 1 Diabetikerin und hatte noch nie so einen heftigen Unterzucker, dass ich spritzen musste. Sollte deine Freundin Anzeichen einea Hypos zeigen, ist ein Stück Traubenzucker ein guter Tipp :-). Auch ein Glas O-saft od. Cola hilft. Spritzen ist nur im Notfall angesagt. Bei Bewusstlosigkeit natürlich der Notarzt. Aber auch hier Ruhe bewahren! Ein Hypo ist im "Normalfall" nicht tödlich!
glg -
am 26.07.2013 10:16:07
Also erstens ist sie ja in erster Linie für sich selbst verantwortlich. Und da sie ja schon lange Diabetikerin ist, weiß sie was zu tun ist. Das du dich trotzdem informierst ist natürlich gut. Wenn du Fragen hast wann du wie reagieren sollst, dann frag sie doch einfach direkt. Ich kann dir keine Ratschläge geben, was du wann bei ihr machen darfst.
Entwickelt doch eine Art Notfall-Plan indem ihr miteinander besprecht was in welchem Fall zu tun ist. Sie weiß was zu tun ist und wenn sie es dir sagt, brauchst du auch keine Angst mehr vor so einer Situation zu haben.