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Wie bekomme ich mehr Teststreifen aufgeschrieben?
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am 26.03.2012 21:36:28
Hallo erstmal,
mein Name ist Jacky und ich habe mich erst gerade eben registriert ;-)
Wollte fragen wie es Euch mit der Anzahl Eurer "genehmigten" Teststreifen im Quartal so geht.
Story: Ich habe seit 23 Jahren Diabetes, also mit 6 Jahren bekommen, Typ I, sofort Insulin etc. Alle meine Werte sind i.O., Niere super, Augen super (trag nicht mal ne Brille etc), alle Organe super, Gewicht super blablabla....bin dankbar dafür, dass es so ist und hoffe dass es auch so bleibt. Damit es allerdings so bleiben kann, muss ich sehr oft BZ messen.
Morgens nach dem Aufstehen, nach dem Sport (täglich), bevor ich zur Arbeit fahre, vormittags, vor dem Mittagessen, am frühen Nachmittag, am späten Nachmittag, vor dem Abendessen, nach dem Abend essen, vorm Schlafengehen = 11 Mal. Manchmal fällt eine Messung weg, wenn ich mir sicher bin, dass alles passt, aber mein Zucker war schon immer sehr schwer einzustellen und dass es mir so gut geht, verdanke ich einzig und allein meiner regelmäßigen Kontrolle, da mein Zucker jeden Tag anders reagiert. War als Kind und Jugendliche schon monatelang im Krankenhaus, weil die Ärzte oftmals die Willkür meines Zuckerspiegels nicht begreifen konnten......dazu habe ich Hashimoto und nehme Schilddrüsenhormone gegen Unterfunktion....schlägt sich ja "überhaupt nicht" auf den Zucker nieder..... Im Quartal schreibt mein Arzt (in all den 22 Jahren), mir nur 600 Teststreifen auf. Habe insgesamt jetzt 4 Diabetologen gehabt, aber keiner sieht ein, dass ich halt einfach mehr Teststreifen benötige...ich zahle praktisch den letzen Monat eines jeden Quartals meine Teststreifen privat. Menge Asche..... Seit 5 Jahren versuche ich meine Ärzte davon zu überzeugen, dass es ja nur förderlich ist, wenn ich den BZ so kontrolliere, damit kann ich Spätfolgen ausschließen etc, aber das sehen sie nicht ein. So als würd ich mich aus Spaß an der Freude gerne mehr als 10 Mal täglich in den Finger pieksen...ja klaaaaar......... Die Krankenkasse sagt, es liegt im Ermessen des Arztes, wie viele TS er mir aufschreibt, der Arzt sagt, er würde eine Strafe zahlen, wenn er mir mehr als 600 aufschreibt.......außer ich hätte einen Beruf wie zB Dachdecker oÄ, dann wären mehr erlaubt.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Hat jemand seinen Arzt durch irgendeine Angabe von irgendwelchen Gründen dazu bewegen können, mehr aufzuschreiben? Ich kann meine KRANKHEIT langsam nicht mehr bezahlen und ich hab keinen Bock, dass meine Gesundheit flöten geht, nur weil mein Arzt unfähig ist und die Krankenkassen durch Leute wie mich weiterhin schön dicke schwarze Zahlen schreiben!!!!! Wir zahlen eh schon so ein Schweinegeld in die GKV ein, da muss doch eine Möglichkeit bestehen, dass ich die Medikamente erhalte, die ich zum LEBEN brauche...... so genug geärgert...
Würd mich sehr freuen, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.
Viele Grüße,
Jacky -
am 27.03.2012 02:13:37
hallo Jacky,
weiterhelfen kann ich dir leider nicht. Aber eines würde mich als begeisterter Vielmesser doch interessieren.
Ich verstehe nicht so ganz warum du nach 23 Jahren Erfahrung mit ca. 85000 Messwerten deinen BZ nicht auch mit etwas weniger Messen einigermassen gut abschätzen kannst.
In welchen Bereichen springen denn deine Werte üblicherweise hin und her ?
Grüße Havier
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am 27.03.2012 23:02:05
Hallo Havier,
Beispiel: Montag 8 Uhr, ich frühstücke wie jeden Morgen um die selbe Zeit mein Volllkornbrot mit Schinken und Käse und trinke ein Glas Wasser dazu. Dann mache ich wie jeden Morgen ne 3/4 Std Sport (immer das gleiche Programm). BZ nüchtern 80 mg/dl, nach dem Sport 190 mg/dl = "hätte ich doch nur was gespritzt"
Dienstag, gleiche Prozedur: Nüchtern 80 blabla, nach dem Sport 64...."Gott sei Dank hab ich nichts gespritzt"
Mittwoch: Nüchtern 80 blablabla, nach dem Sport 150 mg/dl "soll ich jetzt noch was spritzen, nicht dass er nachher steigt" spritze ich dann ne Einheit, fällt er an manchen Tagen auf 50 runter und an manchen Tagen, bei auch nur einer Einheit, hab ich dann 240 oder so....
Es ist oftmals reine Willkür.....egal was ich am Vorabend gegessen habe, wann ich schlafen gegangen bin, ob ich ein Gläschen Wein, ein Bierchen oder gar nichts getrunken habe, welche Sendung ich mir ihm Fernsehen angesehen hab, wie lange oder mit wem ich telefoniert habe, ob ich gestresst oder ausgegelichen bin, ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter ist, ob Vollmond oder nicht....glaube mir, in 23 Jahren habe ich alle Faktoren genau unter die Lupe genommen.....es kann sich einfach keiner erklären........
meinen Zucker konstant zu halten, ist wie eine Horde Kleinkinder zu zähmen.....nicht einfach, deshalb oft messen..... Leider spüre ich Zuckerschwankungen von ein paar mg/dl nicht......erst wenn ich unter 70 bin und nach oben offen, weil so hoch lass ich ihn gar nicht erst kommen, als dass man ihn merken könnte.....
Grüße,
Jacky -
am 28.03.2012 10:51:48
hallo Jacky,
das hört sich ja wirklich krass an. Dass der BZ gelegentlich "reine Willkür" zeigt kenn ich und ist wohl auch normal.
Die Suche nach Faktoren die den BZ beeinflussen - mal abgesehen von den Insulin- und KH-Zufuhren - ist über einen so langen Zeitraum wie bei dir natürlich auch schwierig da selbst bei konstantem Lebensstil Veränderungen im Stoffwechselhaushalt auftreten können.
Wenn man deinen Text so liest dann fällt einem natürlich der Sport als BZ-Treiber sofort ins Auge.
Doch für Glaskugel-Sehereien ist hier kein Platz.
Wie man deinen Messstreifenkonsum drosseln könnte wüsste ich auch nicht.
Vielleicht kommen ja noch ein paar kompetentere Tips.
Achja, da fällt mir noch ein. Wie hoch ist denn eigentlich dein HbA1 bei diesen Spitzenwerten ?
Grüße Havier
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am 28.03.2012 21:38:53
Naja, Spitzenwerte..... Vormittags kann er halt dann schon mal über 250 oder 300 schießen, wenn ich dann mal wieder so nen Tag voller Willkür im BZ habe und evtl mal ne Messung auslass und somit nicht rechtzeitig reagieren kann.....dafür habe ich nur ganz selten mal ne Hypo, vielleicht alle zwei Wochen mal und dann auch nur nach dem Sport oder so.
Also ist kein "erkaufter" HbA1C....zwichen 6,5 und 7 letztes Jahr hab ichs einmal auf 6,3 geschafft, aber da hatte ich ein bis zweimal in der Woche ne Hypo unter 50. Sonst lieg ich tagsüber zwischen 100 - 180 wenn er mal auf 180 kommt, dann muss ich vormittags ne Einheit spritzen, aber BLOSS NICHT AM NACHMITTAG ab 15 Uhr, Hormonausschüttungsalarm, dann hab ich sofort ne Hypo........ich beneide die Menschen, deren Zucker nicht so extrem reagiert, wie meiner.......ich werd noch ganz kirre....deshalb muss ich halt so oft messen..... Ne Hypo merkt man ja schnell, aber zu viel Zucker im Blut......keine Ahnung, ich merk nicht, wenn ich 300 oder so hab....hatte auch schonmal 450, weil ich in der Früh vergessen hab mein Basalinsulin zu sprizten....das hab ich dann glaub ich schon gemerkt....aber soweit möchte man es ja erst gar nicht kommen lassen!!!!!!!!
Liebe Grüße,
Jacky
Bearbeitet von User am 28.03.2012 21:39:09. Grund: Nicht angegeben -
am 29.03.2012 23:23:30
hallo Jacky,
es ist schon witzig, ich habe weitaus bessere Werte - so zwischen 80 und 120 - Spitzen über 200 kenn ich garnicht mehr und mein HbA1C liegt auch so zwischen 6,5 und 7. (Bin allerdings Typ2)
Wenn ich im nachhinein überlege wieviel Messungen eigentlich überflüssig waren dann hätte wahrscheinlich 1 Messung am Morgen genügt um eine ähnliche Kurve wie die jetzige zu erhalten.
Allerdings darf man nicht vergessen dass das "Wissen" eines Messwertes wiederum das Verhalten bzw. die Dosierung von den Medis beeinflusst.
Dazwischen muss man eben einen Kompromiss finden der den BZ und den Geldbeutel schont..
Grüße Havier
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am 30.03.2012 00:52:02
havier schrieb:
hallo Jacky,
es ist schon witzig, ich habe weitaus bessere Werte - so zwischen 80 und 120 - Spitzen über 200 kenn ich garnicht mehr und mein HbA1C liegt auch so zwischen 6,5 und 7. (Bin allerdings Typ2)
Wenn ich im nachhinein überlege wieviel Messungen eigentlich überflüssig waren dann hätte wahrscheinlich 1 Messung am Morgen genügt um eine ähnliche Kurve wie die jetzige zu erhalten.
Allerdings darf man nicht vergessen dass das "Wissen" eines Messwertes wiederum das Verhalten bzw. die Dosierung von den Medis beeinflusst.
Dazwischen muss man eben einen Kompromiss finden der den BZ und den Geldbeutel schont..
Grüße Havier
Hey ;-)
....wenn Du nur Werte zwischen 80 -120 hättest, dann wäre Dein HbA1c aber nicht bei 6,5 -7....dann wärst Du unter 6,5..... außer Du hättest Entgleisungen, die über 200 kommen, die Du nicht bemerkst, weil Du genau dann nicht misst..... Das hatte ich auch schonmal...vor mehr als 10 Jahren....dachte, mein HbA1c müsste unter 6,3 liegen, weil ich so Topwerte hatte....war aber bei 7....aber als ich eine Nachtmessung um 3 Uhr eingelegt habe, stellte ich fest, dass mein Zucker genau da fast um 300 war.....das hat sich zwar bis ich aufgestanden bin wieder auf 90 reguliert, aber es war halt ne Spitze da....falsches Insulin....zumindest für meinen Körper.... Na Typ 1 und Typ zwei sind jedoch immer noch zwei verschiedene Erkrankungen, wenn man so will.....nur ist das gleiche Organ betroffen.... spritzt Du schon, oder gehts noch mit Tabletten?
Grüße,
Jacky -
am 30.03.2012 13:47:14
NUR Werte zwischen 80 und 120 natürlich nicht. Wenn ich 2 Augen zudrücke dann sind das vielleicht 80%. Dann kommen noch Werte bis 140 dazu und ein kleiner Teil bewegt sich unter 80 und unter 180. Letztere 2h nach dem Essen auf Grund von mangelnder Kalkulation meinerseits ;-)
Und Nachts 300 das glaub ich bei mir weniger da ich schon mal unangekündigt des Nächtens messe ;-)
Aber egal. Angeblich sollten kurzzeitige Spitzen ja garnicht in den HbA einfliessen. Also hatte ich bisher immer einen großzügigen 3-Monatsmittelwert genommen und lag jedesmal voll daneben wenn ich die Werte mit denen aus der HbA1c Tabelle verglich. Also mein persönlicher Mittelwert 108 und laut Tabelle sollte er 135 sein.
Allerdings "forsche" ich auch erst seit knapp anderhalb Jahren daran und vielleicht zeigt ja mein Contour auch konstant zu wenig an. ;-)
Ich spritze Lantus. Tabletten zum Essen hab ich mittlerweile bis auf wenige Fälle ausgesetzt.
Und mittlerweile messe ich im Schnitt so zwischen 3 und 5x täglich. Ich führe aber auch nicht so ein geregeltes Frühstück- Sport-Mittagessen-Abendessen-Leben. Eher ein 0-0-0-Abendessen-Leben ;-)
Dass du bei deinem "Lebensstil" und Typ1 dementsprechend mehr messen musst ist mir aber schon klar.
Zu deiner Anfangsfrage hast du bis jetzt aber noch nicht so die richtige Antwort bekommen.
Grüße Havier
--- is ja im Augenblick richtig gemütlich hier ;-) ---
Bearbeitet von User am 30.03.2012 13:48:06. Grund: Nicht angegeben -
am 30.03.2012 18:44:31
Tja das mit den "mehr Teststreifen" wird sich wohl niemals lösen...... ;-) Lantus hab ich auch, morgens. Zum Essen/Korrektur nehm ich Humalog von Lilly. Hab mir auch schon mal überlegt, mich mal wieder auf ein neueres Insulin umstellen zu lassen, vielleicht kehrt dann ein wenig Ruhe in den Zucker ein......
Ja, das kenn ich auch manchmal.....wenn man etwas isst, das man nicht fast täglich zu sich nimmt, dann berechnet man es doch ab und an falsch.... Am Abend ess ich keine KH, zumindest wochentags....am WE lass ich es mir gut gehen (da sind die Werte aufgrund Weinchen und Pasta manchmal auch selbstverschuldet nicht das Optimum,aber nicht tragisch.)
Und sowieso sollte man nicht alles so ernst nehmen, was die Ärzte sagen. Ich hab beinahe mal nen Herzkasperl bekommen, weil meine Hausärztin meinte, dass ich dringend einen Nephrologen aufsuchen sollte, da ich schon stark erhöhtes Microalbumin hätte und dieses defenitiv nicht von der Infektion kommen kann. Ich war wegen einer Harnwegsinfektion bei meiner Hausärztin gewesen, und sie hat den Urin mit einigen Teststicks untersucht, dabei soll das Ergebnis rausgekommen sein. Ich war völlig fertig, weil drei Monate zuvor mein Diabetologe sagte, es sei alles top!!!! Als ich dann aus der Hausarztpraxis gehen wollte, hielt mich die Arzthelferin auf und flüsterte mir ins Ohr, ich soll doch bitte erst zu meinem Diabetologen gehen und das Ergebnis prüfen lassen, da die Microalbuminsticks bereits seit mehr als drei Jahren abgelaufen waren...... Bin zum Diabet -> alles i.O. gewesen......
Oder als ich 16 war, hat mich mal ein Vertretungsarzt zugeschwallt....ob ich denn auch Alkohol trinken würde. Ich meinte, gelegentlich ein Glas Wein oder so. Er sagte darauf, dass ich dann eh nicht älter als 21 werden würde, weil Alkohol für Diabetiker Gift ist, wie für Hunde Schokolade. Er möchte mich doch am besten jetzt gleich als Dialysepatient einschreiben lassen....blablabla ;-) Also, manche Ärzte haben echt nen Knall..... ich werd mal n Buch drüber schreiben
Grüßle,
Jacky
Bearbeitet von User am 30.03.2012 18:46:07. Grund: Nicht angegeben -
am 31.03.2012 00:06:06
Jacky schrieb:
Tja das mit den "mehr Teststreifen" wird sich wohl niemals lösen......
dabei wär ich mir jetzt aber nicht so sicher ;-)
Grüße Havier
--- 1 Fl. trockener Rotwein erhöht meinen BZ nur um knapp 1 Promille --- -
am 01.04.2012 01:50:52
Ok....also wenn ich ne Flasche trinken würde....dann wäre der BZ das geringere Problem ;-)
Ausgangswert 100, nach einem Glas trockenem Rotwein 160, aber wie wir ja wissen steigt der Zucker nach Alkohol erst mal ein wenig und nachher fällt er wieder....also, ab 1,5 Gläschen, muss ich schon mal mit ner Einheit, oder zweien korrigieren...Aber das ist ja auch so ein Thema...reagiert ja jeder anders drauf.....wenn ich zum Tanzen gehe + Bierchen, Weinchen, Jacky Colalight trinke (also entweder oder!...oftmals ;-) ) und mich den ganzen Abend bewege, muss ich schon mal so zwei bis vier Cola mit Zucker trinken.... und gehe dann lieber mit 180 ins Bett, weil ich morgens dann zwischen 60-80 aufwache.... Aber ne Flasche trockenen Rotwein.....könnte ich jetzt nicht für mich berechnen....probier ich gleich mal aus ;-P
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am 18.02.2014 13:14:27
Vielen Dank für die nützlichen Informationen. Viele tolle Tipps!
Bearbeitet von User am 18.02.2014 13:14:39. Grund: Fehler -
am 18.02.2014 14:03:00
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Bearbeitet von User am 03.02.2016 01:22:04. Grund: .