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Neu und ahnungslos mit Fragen

  • Erika

    Rang: Gast
    am 06.05.2009 18:17:25
    Guten Tag zusammen,

    bei mir wurde 2005 Hashimoto Thyreoiditis, auf mein betreiben hin diagnostiziert.
    Ich wies viele Symptome auf unter anderem unkontrollierbare Gewichtszunahme (dabei aber immer weniger gegessen) ab 2001 bis auf 69kg bei 1,54m - vorher immer zwischen 47 und 49kg.

    2006 wurde dann ein Diabetes Typ II festgestellt.

    Oraler Glucosetoleranztest:

    Blutzucker: 108.00
    nach 60 Min.: 301.00
    nach 120 Min.: 277.00

    Mein HbA1c 5.9

    Daraufhin wurde Metformin verordnet. Ich nehme seither 3x täglich 850 mg.
    Am Gewicht hat sich durch die Behandlung nichts geändert, ich habe mit Mühe und Not 68kg gehalten.

    Meine Schilddrüseneinstellung war katastrophal und ich bis Mitte letzten Jahres in ständiger Unterfunktion.
    Ab Juli 2008 Umstellung auf natürliche Schilddrüsenmedikamente (enthalten T3).
    Dadurch erheblich besseres Befinden und kontinuierliche Gewichtsabnahme bis jetzt 52kg.

    Mein HbAc1 Wert jetzt ist 5.5
    Mein Blutzuckerwert ist 99

    Nun meine Fragen:

    Habe ich wirklich Diabetes?
    Kann ich das Metformin senken, bzw. ausschleichen?

    Vielen Dank im Voraus für Eure Mühe!

    LG, Erika
  • Anke

    Rang: Gast
    am 06.05.2009 19:45:34
    qErika:

    In Eigen-Regie würde ich das auf gar keinen Fall machen -suche einen Endokrinologen auf und besprich dein Vorhaben ! von Anke
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 06.05.2009 20:10:45
    Moin Erika,

    Diabetes bezeichnet keine Krankheit an sich, sondern sagt, dass der Blutzucker die Ernennungsschwelle von 200 mg/dl 2 Stunden nach dem Zuckerwasser überschritten hat. Und grob nach dem Warum richtet sich die Typisierung. Typ1 ist der, bei dem das Autoimmunsystem die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse auffrisst. Genauso wie bei Hashimoto halt die Hormonproduzenten in der Schilddrüse. Und weil häufig beide Baustellen in gleicher Weise betroffen sind, hätten wahrscheinlich die meisten Diabetologen statt eines Typ2 einen Typ1 diagnostiziert, das Metformin gelassen und Dir gleich Insuliln gegeben.

    Folgender Hintergrund:
    Gesund wacht der Mensch mit 60-80mg/dl auf, misst etwa 1 Stunde nach dem Input von viel Stärke=Zucker für ein paar Minuten an oder etwas über 120, aber praktisch nie über 140, und ist nach 2 Stunden wieder zurück bei um 80.
    Davon bist Du nach Deinem oGTT meilenweit entfernt. Allerdings schafft der Rest Deiner Betazellen noch in relativ kurzer Zeit nach den Mahlzeiten, Deinen Blutzucker-Verlauf wieder einigermaßen gesund abzusenken. Daher der noch immer günstige HBA1c, der kurzzeitige Spitzen wie über 300 in den ersten 2 Stunden nach dem Essen nicht berücksichtigt.

    Aber nicht nur der insgesamt hoch verlaufende Blutzucker macht auf die Dauer krank, sondern auch die größeren Schwankungen nach den Mahlzeiten. Um die zu vermeiden, empfehlen fortschrittliche Diabetologen in Deinem Fall längst Insulin. Und auch deswegen, weil das das Anlernen zum gesunden Auskommen damit umso leichter fällt, so lange die eigene Produktion noch einspringen kann, wenn frau mal zu wenig gespritzt hat :-)

    Für gute Diabetes- Info schau mal in diabetesinfo.de

    Daumendrück, Jürgen
  • Erika

    Rang: Gast
    am 06.05.2009 20:26:38
    Hallo,

    vielen Dank für die Antworten.
    Oje, jetzt bin ich aber ziemlich geschockt.

    Ich dachte mit abnehmen, Bewegung kann man Diabetes wieder in den Griff bekommen und muss nicht spritzen.

    Vom Hausarzt hab ich damals ein Büchlein in die Hand gedrückt bekommen mit Rezepten drin und gesagt bekommen ich solle abnehmen und Sport treiben.

    Durch meine schlechte SD Einstellung war ich nicht in der Lage mich auch noch mit Diabetes zu befassen.

    Ich werde mich gleich mal bei Diabetes info einlesen.

    Vom Insulin nimmt man doch aber meistens wieder zu?

    Der OGTT wurde bei einem Endo gemacht, der auch das Metformin empfohlen hat, mein HA wollte mir gar nichts geben.
    Für Typ 1 bin ich wohl zu alt - 50 Jahre.

    Danke für Eure Mühe!

    LG, Erika
  • @Jürgen

    Rang: Gast
    am 06.05.2009 20:28:03
    >>Davon bist Du nach Deinem oGTT meilenweit entfernt.<< Das war 2006! Und warum ist der HbA1c nun niedriger, als damals? von @Jürgen
  • Susanne

    Rang: Gast
    am 07.05.2009 11:58:26
    Lass Dir mal keine Angst machen....am besten bittest Du Deinen Arzt noch mal ein OgTT zu machen da Du ja inzwischen 14 Kilo abgenommen hast....und dann kann man sehen ob Du Insulin benötigst oder nicht..... von Susanne
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 07.05.2009 13:28:00
    bei dem ersten ogtt wurden die diagnosewerte meilenweit überschritten, wer dann von angst machen redet hat keine ahnung.
    aber wenn du ein wirkungsvolles verfahren entwickelt hast, daß man durch die abnahme von 10kg körpergewicht vom diabetes "geheilt" ist solltest du für den nobelpreis vorgeschlagen werden.
    eine positive diagnose als nur angstmachen zu bezeichnen, ist das gleiche wie die immer wiederholte bemerkung "ein bisschen zucker"
    "ich bin schlank" daher kann ichs nicht haben, dabei wird vergessen daß die diagnose im kh bei untergewicht die norm ist.
    "ich bin schlank" ich kann keinen t2 haben, auch falsch,
    die schlanken sieht man nur nicht weil die dicken sich vordrängeln.
    natürlich gibt es typen aus dem lied aber bitte mit sahne, ob das mit mit dem normalen dm zu bezeichnen ist muß sich jeder selbst fragen.
  • Frage an Susanne

    Rang: Gast
    am 07.05.2009 13:42:34
    Gibt es nicht auch Gewichtsverlust, der auf unbehandelten Diabetes zurückzuführen ist? von Frage an Susanne
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 07.05.2009 16:18:07
    jürgen hat schon darauf hingewiesen, daß hashimoto und diabetes typ 1 assoziierte krankheiten sind, sie also häufiger zusammen auftreten, als deren durchschnitliches auftreten in der bevölkerung vermuten läßt.

    es gibt einen untertyp des typ 1 diabetes, der eher in einem gewissen abstand zur pupertät auftritt. nennt sich lada. läßt sich durch antikörper nachweisen, ist jedoch teuer, und die falsch negative rate ist sehr hoch. die diagnose diabetes ist zutreffend, beim typ wurde geraten, in zusammenhang mit der auffälligen sd meiner meinung nach sogar fast fahrlässig ohne vorhergehnder abklährung. metformin ist ein typ 2-medikament, für 1er jedoch ohne insulin sinnlos.

    hausärzte eignen sich für die behandlung der 08/15-krankheiten sowie erstdiagnose einiger volkskrankheiten und die delegation der behandlungen. ein diabetologe ist da geeigneter. von thomas2002
  • E-rika

    Rang: Gast
    am 07.05.2009 17:24:23
    Herzlichen Dank Euch allen für die nette Hilfe und die vielen Tipps!

    Ich werde mir so ein Gerät mit Streifen besorgen und einen Termin bei einem Diabetologen machen.

    Und viel lesen ;-)

    LG, Erika von E-rika
  • ss

    Rang: Gast
    am 08.05.2009 13:43:22
    Leider lässt sich nicht jeder LADA nach der Manifestation durch Antikörper nachweisen.
    Eher durch Ausschluß diverser T2-Merkmale.

    Die Autoimmunerkrankungen gesellen sich gerne untereinander, wobei Hashimoto vorzugsweise nach mehrjährigem T1 Diabetes auftritt. Ist die Schilddrüsenerkrankung jedoch zuerst da, handelt es sich bei nachfolgendem Diabetes meistens um T2.