Pressemitteilung

CGM hilft Geld sparen – auf lange Sicht

Typ-1-Diabetes

Praktisch, aber teuer – das ist die weit verbreitete Meinung zur kontinuierlichen Glukosemessung, kurz CGM. Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt nun, dass CGM im Vergleich zur konventionellen Blutzuckermessung die Kosten für die Therapie bei Typ-1-Diabetes auf die Dauer sogar senkt. Nachzulesen sind die Ergebnisse im Fachmagazin ‚Diabetes Care‘.

Ein kleiner Sensor im Unterhautfettgewebe misst alle paar Minuten die Konzentration des Gewebezuckers und sendet die Werte an einen Empfänger, zum Beispiel ein Smartphone. Dieses zeigt dann den aktuellen Glukosewert sowie Verlaufskurven und Trends an. Das ständige Pieksen fällt weg – eine große Erleichterung für das tägliche Diabetesmanagement.  Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes schrecken dennoch vor einem Umstieg auf CGM zurück, nicht zuletzt wegen der hohen Kosten für das Gerät und die Sensoren, die wöchentlich ausgetauscht werden müssen. Auch die Krankenkassen sind zum Teil bei der Kostenübernahme noch zögerlich.

CGM: Besserer HbA1c, weniger Hypos, aber hohe Kosten?

Wissenschaftler in den USA überprüften nun, wie sich der langfristige Einsatz von CGM im Vergleich zu konventioneller Blutzuckermessung auf den Behandlungserfolg, die Lebensqualität sowie die Therapiekosten auswirkt.

158 Patientinnen und Patienten mit Typ-1-Diabetes nahmen an der Studie teil. Ein Drittel davon führte die Diabetesbehandlung wie gewohnt weiter, mit herkömmlichen Blutzuckermessungen. Zwei Drittel stiegen um auf ein CGM-Gerät. Analysiert wurden die folgenden Parameter:

  • Kurzzeit-Behandlungskosten in beiden Gruppen nach sechs Monaten
  • Hochrechnung der Kosten auf die zu erwartende Lebenszeit der Patienten
  • Lebensqualität in Form von QALY (eine Kennzahl der Gesundheitsökonomie, die die Lebensverlängerung durch eine medizinische Maßnahme in Beziehung zur gewonnenen Lebensqualität setzt).

CGM im Langzeittest: niedrigere Behandlungskosten durch verbesserte Therapie

Fazit: Es zeigte sich, dass CGM die kurzfristigen Behandlungskosten durchaus deutlich in die Höhe treibt, vor allem durch die Anschaffungskosten für das Gerät sowie die wöchentlich neu benötigten Sensoren. Auf lange Sicht jedoch sinken unter kontinuierlicher Glukosemessung die Kosten, da die Rate an Diabetes-Folgeerkrankungen unter CGM geringer ist. Bei guter Gesundheit und Lebensqualität leben die CGM-Nutzer statistisch gesehen im Durchschnitt rund sechs Monate länger.
Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, mehr Menschen den Zugang zu CGM zu ermöglichen, so die Hoffnung der Autoren. Langfristig könnten so Folgeerkrankungen des Diabetes reduziert werden und damit Kosten für das Gesundheitssystem gespart werden.
Die Studie, deren Ergebnisse im Fachmagazin „Diabetes Care“ veröffentlicht wurden, wurde finanziell bezuschusst durch eine Herstellferfirma von CGM Geräten, dem National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, dem Chicago Center for Diabetes Translation Research sowie der Royster Society of Fellows an der University of North Carolina.


Quelle: Wan, W. et al.: Cost-effectiveness of Continuous Glucose Monitoring for Adults With Type 1 Diabetes Compared With Self-Monitoring of Blood Glucose: the DIAMOND Randomized Trial. In: Diabetes Care 2018 Mar; dc171821. doi.org/10.2337/dc17-1821Diabetes-online: CGM verbessert Lebensqualität und spart langfristig Geld. Artikel vom 17.4.2018 (letzter Abruf: 27.04.2018)

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Quelle: Helmholtzzentrum München