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Arzneiversand - BKK lässt DocMorris liefern
Die Apotheker befürchten "irreversible Schäden", wenn hier zu Lande der Arzneimittelversandhandel erlaubt wird. Sie wollen jetzt mit einer "Initiative pro Apotheke" die Patienten auf ihre Seite ziehen. Der BKK-Landesverband Bayern wartet indes gar nicht erst eine gesetzliche Regelung ab, er hat einen Liefervertrag mit der niederländischen Versandapotheke DocMorris geschlossen. Der BKK-Verband sieht dies als zusätzliches Angebot für die Versicherten. Der Patient schickt sein Rezept an die ausländische Apotheke. Dann bekommt er das Medikament bargeldlos durch Boten zugestellt. Abgerechnet wird zwischen Apotheke und BKK. "Wir können einen Preisvorteil von bis zu 9 % durch den Einkauf im EU-Ausland realisieren", freut sich Verbandschef Gerhard Schulte. Bei Bedarf beraten die holländischen Apotheker online. 21 000 deutsche Apotheken garantierten 365 Tage im Jahr eine flächendeckende Arzneimittelversorgung, hält der Präsident der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA), Hans-Günter Friese, dagegen. Doch wer organisiere bei Versandapotheken Nacht- und Notdienst, wer bereite wohnortnah Spezialrezepturen oder wer biete unabhängige Arzneiberatung an? Mängel befürchtet die ABDA auch bei der Beratung im Versandhandel. 50 % der Verordnungen würden schon jetzt fehlerhaft angewendet, was die Volkswirtschaft jährlich 10 Mrd. Euro koste. Der Verband fordert deshalb vom Gesetzgeber eine Änderung der Apothekenbetriebsordnung. Und zwar dahin gehend, dass bei Arzneibestellungen via Telekommunikation die Zustellung der Medikamente durch pharmazeutisches Personal zu geschehen hat.
MTD, Ausgabe 13 / 2002 S.18, kol
Mit freundlicher Genehmigung von
Medical Tribune Online