Pressemitteilung

diabetesDE und DDH-M warnen vor Sicherheitsrisiken bei Blutglukosemessgeräten

Bei unklaren Messwerten immer behandelnden Arzt fragen

Berlin – Blutglukosemessgeräte der Firmen Abbott Diabetes Care und Johnson & Johnson sind zurückgerufen worden, weil sie falsche Testergebnisse meldeten oder Warnhinweise nicht anzeigten. Wenn Symptome nicht im Einklang mit den Messwerten stehen, sollten Diabetespatienten unverzüglich ihren Arzt kontaktieren, rät diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe vor dem Hintergrund der aufgetretenen Sicherheitsmängel. „Bei technischen Problemen oder Bedienungsfragen können sich Betroffene auch jederzeit an die Service-Hotlines der Gerätehersteller wenden“, erklärt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Abbott Diabetes Care hat am 15. April 2013 eine dringende Sicherheitsmitteilung herausgegeben, die Messgeräte des Typs FreeStyle
InsuLinx betrifft. Wie Abbott in einem Kundenschreiben mitteilt, sei festgestellt worden, dass das Messgerät FreeStyle InsuLinx bei extrem hohen Blutzuckerspiegeln von 1 024 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) und höher ein falsches Testergebnis anzeigt und speichert. Für diese Geräte stellt Abbott Diabetes Care ein Software-Update zur Verfügung, mit dem das Problem behoben werden kann. Gerätebesitzer finden eine Schritt-für-Schritt-Anleitung unter www.freestyleinsulinx.com/swupdate. Wer sein Gerät umtauschen will oder Fragen hat, kann sich an den Kundenservice unter Telefonnummer 0800 184 4289 wenden.

Kurze Zeit zuvor hatte am 25. März 2013 der amerikanische Medizinprodukte-Hersteller Johnson & Johnson eine Rückrufaktion
gestartet, bei der in Deutschland bis zu 150 000 Blutglukosemessgeräte der Marken „OneTouch Verio Pro“ und „OneTouch Verio IQ“ ausgetauscht wurden. Grund waren ebenfalls aufgetretene Sicherheitsprobleme. Auch die Johnson-&-Johnson-Geräte hatten entweder falsche Testergebnisse angezeigt, abgespeichert oder sich bei extrem hohen Blutglukosewerten von mehr als 1 024 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) ausgeschaltet, statt eine Warnung abzugeben.

„Zwar sind die Fehler nur bei extrem hohen Blutzuckerspiegeln ab 1024 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) aufgetreten, die in der Praxis sehr selten vorkommen“, erläutert Thomas Danne. „Dennoch zeigt diese Mängel: Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es bei Blutglukosemessgeräten nicht.“ Auch Bedienungsfehler durch den Patienten selbst könnten zu Fehleinschätzungen führen und kritische Situationen auslösen. „Umso wichtiger ist, dass Patienten im Umgang mit Messgeräten, Werten und den Symptomen ihrer Erkrankung gut geschult sind“, betont Danne. Bei unklaren Werten sei es wichtig, den behandelnden Arzt oder Diabetes-Berater unverzüglich zu kontaktieren.

„Uns ist es ein dringendes Anliegen, unsere Mitglieder schnellstmöglich über Sicherheitsrisiken zu informieren“, sagt Jan Twachtmann,
Vorsitzender der Selbsthilfeorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe –Menschen mit Diabetes (DDH-M). „Diabetes ist eine auch technisch
anspruchsvolle Krankheit, die Betroffenen müssen sich auf die technischen Hilfsmittel 100 prozentig verlassen können.

Innerhalb der politischen Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ (*www.diabetes-stoppen.de* <http://www.diabetes-stoppen.de>) fordert die gemeinnützige Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, dass Menschen mit Diabetes für eine langfristig erfolgreiche Therapie umfassender betreut und geschult werden.

Veranstaltungstermin:
Demonstration gegen Therapieeinschränkungen und für einen Nationalen Diabetes-Plan
Donnerstag (Christi Himmelfahrt), den 9.05.2013 um 18.30 Uhr – 19.15 Uhr
Markplatz, 04109 Leipzig

Weitere Informationen zur Kampagne unter *www.diabetes-stoppen.de*
http://www.diabetes-stoppen.de

Pressemitteilung diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe