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Insulinresistenz - Leberschaden durch Tabletten - Und jetzt?

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    Mitglied seit: 21.03.2019
    am 21.03.2019 13:46:45 | IP (Hash): 947125109
    Hallo Zusammen,
    vor etwa 8 Jahren wurde bei mir Diabetes Typ 2 diagnostiziert, inzwischen bin ich 35 Jahre jung. Bis letztes Jahr Dezember war noch alles okay. Da bekam ich zu dem Zeitpunkt 2x Velmetia, 3x Repaglinid und 1x Jardiance pro Tag. Als ich kurz vor Weihnachten mit starker Gelbsucht in den Augen ins Krankenhaus kam stellte man dort, nach ewig langer Suche durch eine Leberbiopsie fest, dass diese toxisch durch Medikamente geschädigt wurde... Also Tabletten absetzen und Insulin, so war der Plan.

    Als die Werte jedoch immer schlimmer wurden mit 400mg/dl im Durchschnitt, war klar das es so nicht funktioniert. Wohlgemerkt bei einer Dosis von 50 IE Toujeo und jeweil 40IE Apidra zu jeder Mahlzeit. Auch habe ich strikt die Ketogene Diät eingehalten also unter 50 Kohlenhydrate am Tag!

    Also hat mein Diabetologe gemeint man sollte es noch einmal mit Tabletten versuchen, 2x Velmetia und 1x Jardiance. Das Repaglinid also weglassen. Es hat genau einen Tag gedauert und meine Werte warten bei rund 110 mg/dl ... ohne Insulin!

    Jetzt 2 Monate später habe ich wieder gelbe Augenränder... es wird wohl darauf hinauslaufen dass ich Velmetia sprich Metformin nicht vertrage.

    Andere Medikamente wie Schmerzmittel nehme ich nicht.

    Hat irgendjemand ähnliche Erfahrungen oder Optionen? Ich verzweifel fast, es muss doch einen anderen Wirkstoff geben der mir weiterhelfen kann...

    Vielen Dank im Voraus für eure Antworten.
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    am 21.03.2019 14:42:26 | IP (Hash): 1169565893
    Hallo Datobi,

    wenn man diesen Artikel aus dem Ärzteblatt
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/201402/Diabetes-bei-Leberinsuffizienz-Zielgerichtete-Auswahl-und-Dosierung-der-AntiDiabetika
    beachtet, dann kommen bei schwerer Leberschädigung nur noch Forxiga (ähnlich wie Jardiance) und Insulin in Frage. Ich würde an deiner Stelle noch mal einen Versuch mit Forxiga, Basalinsulin (Lantus oder Toujeo) und KH-armer Ernährung machen.

    Eine Frage ist natürlich, ob du wirklich eine schwere Leberschädigung hast. Hast du einen Facharzt, der das einschätzen kann und deine Leber behandelt? Wenn der Leberschaden nur mittelgroß ist, dann gibt es wahrscheinlich noch weitere gute Therapiemöglichkeiten. Dass Metformin der Verursacher ist, halte ich nicht für wahrscheinlich, eher ist es der DPP4-Hemmer (Sitagliptin) des Kombimedikaments Velmetia.

    Eine weitere Frage ist, warum das Insulin bei dir nicht ausreichend gewirkt hat. Normalerweise sinkt bei Typ 2ern der Insulinbedarf bei Leberschäden sogar. Hat dein Diabetologe dafür eine mögliche Erklärung parat gehabt?

    Ich denke, dass du erst mal einen kompetenten Hepatologen brauchst, um deine Probleme in den Griff zu bekommen.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 21.03.2019 14:42:42. Grund: .
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    am 21.03.2019 17:39:23 | IP (Hash): 947125109
    Rainer schrieb:
    Eine Frage ist natürlich, ob du wirklich eine schwere Leberschädigung hast. Hast du einen Facharzt, der das einschätzen kann und deine Leber behandelt? Wenn der Leberschaden nur mittelgroß ist, dann gibt es wahrscheinlich noch weitere gute Therapiemöglichkeiten. Dass Metformin der Verursacher ist, halte ich nicht für wahrscheinlich, eher ist es der DPP4-Hemmer (Sitagliptin) des Kombimedikaments Velmetia.


    Laut dem Facharzt für Hepatology im Krankenhaus kann man die Leber nicht behandeln, die muss sich alleine erholen. Vielleicht sollte ich mit meinem Diabetologen über normales Metformin sprechen, das wäre noch eine Option.

    Rainer schrieb:
    Eine weitere Frage ist, warum das Insulin bei dir nicht ausreichend gewirkt hat. Normalerweise sinkt bei Typ 2ern der Insulinbedarf bei Leberschäden sogar. Hat dein Diabetologe dafür eine mögliche Erklärung parat gehabt?


    Er hatte irgendwas von einem NASH Syndrom gesagt und mir das erklärt, dass wohl meine Organe ziemlich verfettet sind und deswegen das Insulin nicht wirken kann.

    Mein Problem ist, dass ich schon immer übergewichtig war, das hat sich im laufe der Jahre auch nicht verändert. Ich trage noch die gleiche größe wie vor 10 Jahren... Daher wird abnehmen keine Option für mich sein weil das einfach nicht funktioniert. Oft und vergeblich versucht. Also wird wohl nur noch Sport helfen, auch wenn ich dadurch erfahrungsgemäß nichts abnehme, zumindest senkt es den Blutzuckerspiegel :(
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    am 21.03.2019 18:48:45 | IP (Hash): 1169565893
    Wenn du große Probleme mit dem Abnehmen hast, dann rede mal mit deinem Arzt über GLP1-Analoga, z.B. einmal wochentlich Trulicity. Das wirkt gut für den BZ und fürs Abnehmen. Nach dem Artikel aus dem Ärzteblatt (s.o.) müsste Trulicity auch bei Leberproblemen möglich sein. Der Wirkmechanismus ist zwar ähnlich wie der DPP4-Hemmer. Aber dadurch, dass es gespritzt und nicht gegessen wird, ist es vielleicht freundlicher für die Leber.

    Wenn du nicht mal mit ketogener Ernährung abnehmen konntest, dann ist das schlimm. Vielleicht kannst du es noch mal mit LCHF ( https://forum.lchf.de/ ) versuchen.

    Alles Gute, Rainer
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    am 21.03.2019 20:24:33 | IP (Hash): 824047619
    Hallo,
    Insulin ist eigentlich das Beste, weil es eben direkt in den Kreislauf aufgenommen wird, in Umgehung des Magen/Darm-Kanals und für innere Organe ohne Nebenwirkungen sind.

    Ev. wurdest du bei deiner Insulintherapie nicht richtig beraten.
    Da ist durchaus Umdenken angefragt.
    Bei dem schnellen Mahlzeiteninsulin ist zu beachten, daß die Mahlzeit nicht allzu schwer verdaulich sein soll, da die Hauptwirkung des Insulins bei so ca. 3 - 4 h liegt.
    Feinheiten wären bei einer Mahlzeit mit viel Fett und Eiweiß ggfs. nach der Mahlzeit zu spritzen, zu splitten u.a.m.

    Toujeo ist das neuste Basalinsulin, konzentriertes Lantus, was für dich aber nicht unbedingt passen muss.
    Ich selber bevorzuge zwei Basalspritzen (Levemir) mit 1x morgens + 1 x abends.
    Da kann ich viel besser sehen und anpassen, wie sich dieses tagsüber und nachts wirklich auswirkt, durchaus Unterschiede und eben nicht so gleichmäßig, wie uns die 24 h-Insuline weismachen wollen.

    Gruß Elfe
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    am 22.03.2019 07:57:14 | IP (Hash): 947125109
    Elfe schrieb:
    Ev. wurdest du bei deiner Insulintherapie nicht richtig beraten.
    Da ist durchaus Umdenken angefragt.
    Bei dem schnellen Mahlzeiteninsulin ist zu beachten, daß die Mahlzeit nicht allzu schwer verdaulich sein soll, da die Hauptwirkung des Insulins bei so ca. 3 - 4 h liegt.
    Feinheiten wären bei einer Mahlzeit mit viel Fett und Eiweiß ggfs. nach der Mahlzeit zu spritzen, zu splitten u.a.m.


    Ich produziere ja genug Insulin, deswegen Funktioniert es mit den Tabletten ja (eigentlich) super. Wenn das Insulin nicht an die Rezeptoren andocken will/kann, dann kann ich mir auch noch so viel Insulin extern zuführen, es wirkt halt fast nicht. Ich glaube wir sind einer Meinung dass die IE oben echt viel waren... aber fast wirkungslos. Und btw. ich hab mich selbst auf die Ketogene Diät gesetzt, auf der ich immer noch bin bis wirklich alles geklärt ist. Bei Gemüse und Fleisch gibts nicht so viel schwerverdauliches ;)
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    am 22.03.2019 10:45:20 | IP (Hash): 1054604813
    https://www.ncl.ac.uk/research/impact/casestudies/diabetes/ müsste dann eigentlich interessant sein, auf Deutsch Leberfasten nach Dr Worm

    ----------------------------------------------
    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 24.03.2019 00:45:23 | IP (Hash): 824047619
    datobi schrieb:
    Elfe schrieb:
    Ev. wurdest du bei deiner Insulintherapie nicht richtig beraten.
    Da ist durchaus Umdenken angefragt. ...


    Ich produziere ja genug Insulin, deswegen Funktioniert es mit den Tabletten ja (eigentlich) super. Wenn das Insulin nicht an die Rezeptoren andocken will/kann, dann kann ich mir auch noch so viel Insulin extern zuführen, es wirkt halt fast nicht. Ich glaube wir sind einer Meinung dass die IE oben echt viel waren... aber fast wirkungslos. Und btw. ich hab mich selbst auf die Ketogene Diät gesetzt, auf der ich immer noch bin bis wirklich alles geklärt ist. Bei Gemüse und Fleisch gibts nicht so viel schwerverdauliches ;)


    Fleisch ist selbstverständlich schwerverdaulich, die Fleischfasern müssen noch 'aufgeweicht' werden, bevor eigentliches Aufschließen in Nährstoffen stattfinden kann - dauert !
    Deine Tablettenmedikamente beruhen auch auf Insulin - eigenes allerdings.
    1es regt die eigene Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse (zusätzlich) an,
    2tes ähnlich - allerdings auf der gelben Liste ~ abgesetzt, gut so.
    3tes bewirkt über Manipulation der Nierenfunktion ein Ausscheiden des Zuckers über Urin.

    Insulin ist der Wirkstoff !
    Extern gegeben ist eben auch zu beachten:
    Mahlzeitverdauung zur Mahlzeiteninsulinwirkungsdauer von nur 3-5 h,
    je nach Fettgewebedicke in Bauchgegend braucht das gespritzte Insulin einige Zeit zur Wirkung, ev. erst Spritzen, dann essen.

    Im übrigen ist Leberfett kein Grund für Gelbsucht, deren Anzeichen du gerade wieder vermutest - ev. andere Gründe !?
    Bearbeitet von User am 24.03.2019 00:47:30. Grund: +
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    am 24.03.2019 20:07:30 | IP (Hash): 59900792
    Elfe schrieb:
    Extern gegeben ist eben auch zu beachten:
    Mahlzeitverdauung zur Mahlzeiteninsulinwirkungsdauer von nur 3-5 h,
    je nach Fettgewebedicke in Bauchgegend braucht das gespritzte Insulin einige Zeit zur Wirkung, ev. erst Spritzen, dann essen. Im übrigen ist Leberfett kein Grund für Gelbsucht, deren Anzeichen du gerade wieder vermutest - ev. andere Gründe !?


    Apidra war ein Schnellwirkendes Insulin welches ich immer VOR der Mahlzeit gespritzt hatte. Wohlgemerkt leichte Kost, kaum Kohlehydrate, täglich immer unter 50g Kohlenhydrate (Ketogene Diät).
    Natürlich ist Leberfett kein Grund für Gelbsucht, das habe ich ja auch nie geschrieben. Leberfett (bzw. die anderen Organe wie Bauchspeicheldrüse sind auf verfettet) ist der Grund warum externes Insulin bei mir versagt hat (laut Diabetologe). Die Tabletten (Velmetia oder Jardiance) sind der Grund für die Gelbsucht, weil mein Körper diese wohl nicht mehr verträgt...
    Bearbeitet von User am 24.03.2019 20:17:49. Grund: Ergänzung
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    am 25.03.2019 00:52:00 | IP (Hash): 824047619
    Hallo Datobi,

    genau, das meinte ich, daß Standardvorgaben schnelles Insulin VOR der Mahlzeit gespritzt werden soll, nur ein Anfang ist und dann später verfeinert werden muss.

    'Leichte' Kost bei der Erwähnung von Fleisch ist jedenfalls m. E. nicht gegeben, es sei denn nur noch Geflügelfleisch oder fettarmer Schinken ist Bestandteil.

    Unabhängig vom Insulinthema, stellt sich die Frage, warum du meinst, daß du Velmetia und Jardiance 'nicht mehr verträgst'.
    Wäre ungewöhnlich, bei so vielen Anwendern der genannten Medikamente, von einem toxischen (giftig) Problem auszugehen.

    Für Gelbsucht als Symptom werden als Ursache viele Möglichkeiten beschrieben, siehe z.B.
    https://www.apotheken-umschau.de/gelbsucht
    Hast du ggfs. noch andere Symptome, die helfen könnten, weitere Untersuchen durch Fachärzte zu unterstützen ?

    Welcher Facharzt ist dein Diabetologe ? Allgemeinmediziner oder Internist ?
    Ein Internist (mit Fortbildung Diabetologie) ist als Lotse durch alle möglichen weiteren Spezialuntersuchungen besser geeignet - gibt erstaunlich viele Möglichkeiten per spezieller Blutanalyse und technischer Apparate.
    Könnte sein, daß hinter der Gelbsucht ein ganz anderer Grund steckt, als du gerade vermutest.

    Sorry, würde dir gerne positiveres schreiben, als Geduld aufzubringen für weitere Arzttermine.
    Gruß Elfe
    Bearbeitet von User am 25.03.2019 00:57:09. Grund: Korrektur Schreibfehler